Behringer präsentiert mit dem 1601 einen analogen Step-Sequencer, der das klassische Bedienkonzept der 1970er-Jahre mit CV/Gate, MIDI und USB-Synchronisation verbindet. 16 Fader, zwei Quantisierer und drei Gate-Busse stehen im Mittelpunkt. Dabei lässt sich das Gerät sowohl im eigenen Gehäuse als auch im Eurorack einsetzen.
Kurzinfo auf einen Blick
Der Behringer 1601 ist ein analoger Sequencer mit 16 Steps oder zwei parallelen Acht-Schritt-Sequenzen. Zwei Quantisierer, drei Gate-Busse und modulierbare Clock-Funktionen ermöglichen Melodien und variable Rhythmen. CV/Gate, MIDI und USB-Synchronisation verbinden unterschiedliche Setups. Das Gerät lässt sich im eigenen Gehäuse oder als 80-TE-Modul im Eurorack nutzen.
Behringer 1601 Sequencer mit direktem Zugriff auf jeden Schritt
Beim Behringer 1601 Sequencer erhält jeder der 16 Schritte einen eigenen Fader. Damit lassen sich die Steuerspannungen einer Sequenz unmittelbar verändern. Ein Schalter wählt zwischen einer durchgehenden Sequenz mit 16 Schritten und zwei gleichzeitig laufenden Sequenzen mit jeweils acht Schritten. Außerdem können die Schritte in ihrer normalen Reihenfolge oder zufällig abgespielt werden.
Für Synthesizer-Patches eröffnet das mehrere Möglichkeiten: Eine Reihe kann beispielsweise die Tonhöhe eines Oszillators steuern, während die zweite eine Filterbewegung vorgibt. Ebenso lassen sich zwei passende Klangerzeuger mit unterschiedlichen Tonfolgen ansprechen. Wie solche Steuerspannungsfolgen im Modularsystem eingesetzt werden, erklärt unser Tutorial zu CV-Sequenzern im Eurorack.
Zwei Quantisierer für Melodien und externe Steuerspannungen
Die beiden integrierten Quantisierer rastern die Steuerspannungen in Halbtonschritte. Laut Quick Start Guide steht an den quantisierten Ausgängen ein Bereich von 0 bis +2 Volt zur Verfügung, der bei einer Tonhöhensteuerung mit 1 Volt pro Oktave zwei Oktaven abdeckt. Dadurch lassen sich melodische Sequenzen gezielter einstellen als über frei verlaufende Spannungswerte.

Zusätzliche Eingänge erlauben es, auch externe CV-Signale durch die Quantisierer zu schicken. Ohne eingestecktes Kabel sind diese intern mit den Sequenzerausgängen verbunden. Über einen gemeinsamen CV-Eingang können die quantisierten Sequenzen während des Spielens transponiert werden. Für Modulationsaufgaben stehen daneben die unquantisierten Ausgänge A und B bereit; im Modus mit 16 Schritten erfolgt die Sequenzausgabe über Ausgang A.
Drei Gate-Busse für variable Rhythmusmuster
Über einen eigenen Schalter pro Schritt wird festgelegt, welchem der drei Gate-Busse dieser Schritt zugeordnet ist. Die separaten Ausgänge können beispielsweise unterschiedliche Hüllkurven oder andere passende Module ansteuern. Tonhöhenverlauf und rhythmische Ereignisse lassen sich dadurch gezielt miteinander kombinieren.
Gate-Bus 3 übernimmt auf Wunsch zusätzliche Aufgaben: Zugeordnete Schritte können übersprungen werden oder einen Neustart der Sequenz auslösen. So lässt sich die Pattern-Länge direkt am Gerät verändern. Im Betrieb mit zwei Acht-Schritt-Sequenzen sind laut Anleitung auch unterschiedliche Längen für A und B möglich. Daraus können polymetrische Muster entstehen, bei denen sich die beiden Abläufe fortlaufend gegeneinander verschieben. Ein separater Ausgang signalisiert zudem jeweils den ersten Schritt der Sequenz.
Clock-FM und Pulsbreite bringen Bewegung in die Sequenz
Die interne Clock lässt sich laut Anleitung zwischen 30 und 300 BPM einstellen. Über Clock-FM kann eine externe Steuerspannung die Geschwindigkeit beeinflussen. Ohne Patchkabel ist Gate-Bus 1 intern mit diesem Eingang verbunden. Damit lassen sich ausgewählte Schritte abhängig von der Gate-Zuordnung schneller durchlaufen.
Auch die Pulsbreite der Clock ist regelbar und per CV modulierbar. Wird dieses Signal zur Ansteuerung einer geeigneten Hüllkurve verwendet, beeinflusst die Pulsdauer deren gehaltene Phase. Für die Synchronisation stehen neben dem internen Takt eine analoge Clock, MIDI-Clock und USB-MIDI-Clock zur Wahl. Die Grundlagen dazu erläutert unser Tutorial zu Clock-Signalen im Eurorack.
MIDI-Ausgabe erweitert den Einsatzbereich
Der Behringer 1601 Sequencer kann über seinen fünfpoligen MIDI-Ausgang auch MIDI-Noten an externe Instrumente senden. Im Modus mit zwei Acht-Schritt-Sequenzen werden A und B auf unterschiedlichen MIDI-Kanälen ausgegeben. Der Ausgang überträgt außerdem eine MIDI-Clock mit dem Tempo der gewählten Synchronisationsquelle.
Am Gehäuse befinden sich zusätzlich MIDI In, MIDI Thru und ein USB-B-Anschluss. USB dient laut Anleitung zur Synchronisation und für Firmware-Updates. Der 1601 arbeitet dabei als USB-Class-Compliant-MIDI-Gerät und benötigt unter Windows und macOS keine zusätzlichen Treiber. Damit lässt sich die analoge Bedienoberfläche auch in ein per MIDI oder DAW synchronisiertes Setup einbinden.
Desktop-Gerät mit Option für den Eurorack-Einbau
Der 1601 kommt in einem eigenen Gehäuse und wird mit einem Netzteil für 12 Volt Gleichspannung geliefert. Für den Betrieb ist daher kein vorhandenes Modularsystem erforderlich. Alternativ lässt sich die Einheit aus dem Gehäuse nehmen und in ein Eurorack-Case einsetzen, wo sie 80 TE Platz benötigt. Ein entsprechendes Adapter-Flachbandkabel gehört laut Anleitung zum Lieferumfang.

Weitere Patch-Möglichkeiten bieten ein Multiple mit vier verbundenen Buchsen sowie Anschlüsse für externe Schalter zur Steuerung von Step, Reset, Start und Stop. Im Gehäuse misst der Sequencer 424,4 × 135,6 × 86,9 Millimeter in Breite, Tiefe und Höhe; das Gewicht beträgt 1,7 Kilogramm.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
- Analoger Step-Sequencer mit 16 Fadern
- Eine Sequenz mit 16 Schritten oder zwei parallele Sequenzen mit je acht Schritten
- Sequenzielle und zufällige Wiedergabe
- Zwei Quantisierer mit Halbtonraster und separaten Eingängen
- Gemeinsamer CV-Eingang zum Transponieren der quantisierten Ausgänge
- Drei Gate-Busse mit Zuordnung pro Schritt
- Skip- und Reset-Funktion über Gate-Bus 3
- Interne Clock mit Clock-FM und modulierbarer Pulsbreite
- Synchronisation über analoge Clock, MIDI oder USB-MIDI
- MIDI-Notenausgabe über fünfpoligen DIN-Anschluss
- Desktop-Gehäuse, alternativ Eurorack-Einbau mit 80 TE
- Netzteil und Adapter-Flachbandkabel im Lieferumfang
Preis und Verfügbarkeit
Behringer führt den 1601 auf seiner offiziellen Produktseite. Ein verbindlicher Verkaufspreis für Deutschland und ein konkreter Liefertermin werden dort zum Redaktionsstand am 24. Oktober 2026 nicht genannt.
Behringer 1601 Fazit
Der Behringer 1601 verbindet unmittelbar zugängliche Fader mit vielseitigen Möglichkeiten zur Steuerung von Tonhöhen und Rhythmen. Besonders interessant erscheint die Kombination aus zwei Acht-Schritt-Sequenzen, separaten Quantisierern und veränderbaren Pattern-Längen. MIDI-Ausgabe und Desktop-Gehäuse erweitern den Einsatzbereich über das Eurorack hinaus. Das Konzept richtet sich vor allem an Musiker, die Sequenzen während des Spielens formen und dabei auch ungewöhnliche rhythmische Verläufe erkunden möchten.
FAQ zum Behringer 1601
Erzeugt der Behringer 1601 eigene Klänge?
Der 1601 ist ein Steuergerät für externe Klangerzeuger. Er gibt Steuerspannungen, Gate-Signale und MIDI-Noten aus. Für hörbare Ergebnisse wird daher ein angeschlossener Synthesizer oder ein entsprechender modularer Signalweg benötigt.
Kann der 1601 zwei Sequenzen gleichzeitig abspielen?
Ja. Neben einer Sequenz mit 16 Schritten bietet er zwei gleichzeitig laufende Sequenzen mit jeweils acht Schritten. Im MIDI-Betrieb werden diese auf unterschiedlichen Kanälen ausgegeben.
Wozu dienen die beiden Quantisierer?
Sie rastern Steuerspannungen in Halbtonschritte und erleichtern dadurch die Einstellung von Melodien. Über separate Eingänge lassen sich außerdem externe CV-Signale quantisieren.
Benötige ich für den Behringer 1601 ein Eurorack-Case?
Nein. Das Gerät kann im mitgelieferten Gehäuse mit dem zugehörigen Netzteil betrieben werden. Der Einbau in ein Eurorack-Case ist eine zusätzliche Möglichkeit.
Lässt sich der 1601 mit einer DAW synchronisieren?
Ja. Laut Anleitung kann der Sequencer einer USB-MIDI-Clock oder einer über MIDI In zugeführten MIDI-Clock folgen.


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