Natürlich kann man ein Modularsystem über ein Keyboard spielen, schließlich ist es ja auch „nur“ ein Synthesizer. Tatsächlich sind in diesem Fall jedoch Sequenzer in der Regel die erste Wahl, wenn man Melodien und Basslines erzeugen will. Genauer gesagt: CV-Sequenzer.
CV-Sequenzer erzeugen auch Trigger
Analoge Sequenzer lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen: CV- und Trigger-Sequenzer. Oder anders ausgedrückt: variable Steuerspannung (CV) und Impuls (Trigger oder Gate). Letztere werden in erster Linie für Drums benötigt. CV-Sequenzer werden hingegen für alles Melodische und zur Modulation verwendet.
Eine Note besteht jedoch aus zwei Informationen: der Tonhöhe, die mit dem CV-Wert definiert wird, und der Länge, die mit einem Gate-Signal bestimmt wird. Im Normalfall steuert das Gate eine Hüllkurve, die wiederum den tatsächlichen Lautstärkeverlauf der Note regelt. Deshalb geben CV-Sequenzer parallel auch Trigger-Signale aus.

Der klassische Weg mit Reglern und Fadern
Analoge Sequenzer können in der Regel nur kurze Patterns erzeugen, da pro Schritt ein oder zwei Regler, Fader oder Schalter erforderlich sind. Der physische Platz bei einem Modul ist jedoch begrenzt, besonders im Eurorack. Meistens sind nicht mehr als 16 Steps möglich, oft sind es auch nur acht.
Hat ein Sequenzer nur eine Reihe, ist damit die maximale Länge eines Patterns vorgegeben. Besitzt der Sequenzer mehrere Reihen, lassen sich beispielsweise zwei Reihen hintereinander schalten, um die Länge zu verdoppeln. Doch prinzipiell werden mit analogen Sequenzern einfache, repetitive Muster erzeugt, die jedoch genau daraus ihre Kraft beziehen.
Funktionen wie Wiederholung oder Überspringen von Steps, unterschiedliche Teilerfaktoren der Reihen und gegenläufige Abspielrichtungen können die Komplexität einer Sequenz steigern.
Tipp: Speziell für die Steuerung von Tonhöhen empfiehlt sich ein zusätzlicher Quantizer, sofern diese Funktion nicht im Sequenzer integriert ist. Da die Regelwege oft recht kurz sind, ist es schwierig eine bestimmte Tonhöhe perfekt zu treffen. Ein Quantizer „begradigt” die CV-Spannungen anhand einer Skale, sodass sich Melodien einfach und sauber einstellen lassen.

Start/Stop & Clock
Ein Sequenzer muss wissen, wann und mit welcher Geschwindigkeit er seine Melodie abspielen soll. Start und Stop können entweder über Tasten oder, wenn die entsprechenden Buchsen vorhanden sind, über externe Trigger-Signale ausgelöst werden. Nicht alle Sequenzer verfügen über eine eigene Clock, die das Tempo vorgibt. In diesem Fall muss das Clock-Signal von außen kommen, etwa von einem MIDI-Interface, einem Clock-Generator, einem LFO oder einem anderen Sequenzer.
Nur zur Modulation
Eine Variante des CV-Sequenzers sind vereinfachte Module, die lediglich über eine Reihe von Reglern verfügen und keine Trigger ausgeben. Sie lassen sich zu Modulationszwecken einsetzen, um beispielsweise ein Filter, einen Effekt oder die Pulsbreite am Oszillator zu modulieren. Ist der Sequenzer mit einer Clock synchronisiert, erfolgt die Modulation selbstverständlich im Takt.

Einzug der Moderne
Analoge Sequenzer waren lange Zeit recht konservativ aufgebaut. Mit dem Eurorack kamen jedoch auch digitale Konzepte hinzu. Neuere Sequenzer verfügen über ein Display sowie Encoder und Tasten zur Eingabe von Noten. Dadurch sind auch längere Sequenzen, mehr Funktionen und vor allem Speicherung möglich.
Wenn man sich für einen CV-Sequenzer für sein System entscheiden will, gibt es einiges zu beachten. In vielen Fällen lohnt es sich, zwei oder mehr unterschiedliche Ansätze zu haben. Die verschiedenen Sequenzer können dann unterschiedliche Aufgaben übernehmen oder auch miteinander kombiniert werden. Faustregel: Die Kreativität wächst mit den Möglichkeiten.

Unter diesem Link findet ihr eine Auswahl an Sequenzer-Modulen bei MUSIC STORE professional.
Unter diesen Links könnt ihr die bisherigen Teile unserer Tutorial-Reihe nachlesen:
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