Behringer stellt mit dem POLYEIGHT einen programmierbaren Analogsynthesizer vor, der sich am Korg Polysix orientiert. Acht Stimmen, Filter des Typs 2044 und BBD-Effekte bilden die klangliche Grundlage. Dazu kommen eine Klaviatur mit polyphonem Aftertouch, ein Double-Modus für zwei Sounds und ein Arpeggiator mit Swing und Ratcheting.
Kurzinfo auf einen Blick
Der Behringer POLYEIGHT greift das Korg-Polysix-Konzept auf und bietet acht analoge Stimmen, 2044-Tiefpassfilter sowie Chorus, Phaser und Ensemble auf BBD-Basis. Die 49-Tasten-Klaviatur unterstützt Anschlagdynamik und polyphonen Aftertouch. Hinzu kommen 256 Speicherplätze, ein erweiterter Arpeggiator und ein Double-Modus für zwei Sounds bei vierstimmiger Polyphonie.
Behringer POLYEIGHT erweitert das Polysix-Konzept
Der Korg Polysix kam 1981 als sechsstimmiger Analogsynthesizer auf den Markt. Speicherbare Klänge und integrierte Modulationseffekte gehörten zu seinen prägenden Merkmalen. Behringer greift dieses Konzept beim POLYEIGHT auf und erweitert die Polyphonie auf acht Stimmen.
Pro Stimme arbeitet ein spannungsgesteuerter Oszillator, ergänzt durch einen zuschaltbaren Suboszillator eine oder zwei Oktaven darunter. Zur Auswahl stehen Sägezahn und Puls; die Pulsbreite lässt sich manuell einstellen oder modulieren. Ein zusätzlicher Rauschgenerator erweitert das Klangmaterial. Jede Stimme verfügt außerdem über ein eigenes resonanzfähiges Tiefpassfilter des Typs 2044 mit vier Polen und 24 dB Flankensteilheit pro Oktave. Filterhüllkurve und Keyboard-Tracking erlauben es, den Klangverlauf und dessen Verhalten über die Tastatur gezielt zu formen.
49 Tasten mit polyphonem Aftertouch
Eine wesentliche Erweiterung des klassischen Konzepts ist die Tastatur: Der Behringer POLYEIGHT besitzt 49 halbgewichtete Tasten in Normalgröße mit Anschlagdynamik und polyphonem Aftertouch. Zusätzlicher Druck auf eine gehaltene Taste lässt sich damit für jede Note einzeln erfassen. So kann bei passender Modulationszuordnung beispielsweise eine einzelne Stimme innerhalb eines Akkords stärker geöffnet oder hervorgehoben werden.

Für die Zuordnung steht eine Modulationsmatrix mit acht speicherbaren Verknüpfungen bereit. Quellen wie Velocity, Aftertouch, Modulationsrad oder Expression-Pedal lassen sich unter anderem mit Filterfrequenz, Resonanz, Tonhöhe, Pulsbreite und Hüllkurvenparametern verbinden. Den Unterschied zwischen kanalweitem und polyphonem Tastendruck erklärt unser Tutorial zur Funktionsweise von Aftertouch.
Double und Unison für zusätzliche Klangvarianten
Im Poly-Modus stehen bis zu acht gleichzeitig spielbare Stimmen zur Verfügung. Der Double-Modus kombiniert dagegen zwei unterschiedliche Presets zu einem gemeinsamen Klang. Da pro gespielter Note zwei Stimmen benötigt werden, sinkt die Polyphonie dabei auf vier Noten. Über das Menü lassen sich außerdem Tastaturbereiche für die beiden Sounds festlegen.
Für monophone Bass- und Lead-Sounds bietet der Unison-Modus die Möglichkeit, mehrere Stimmen auf derselben Note zu stapeln. Laut Handbuch sind eine, zwei, vier oder acht Stimmen wählbar. Einstellungen für Verstimmung und Drift ergänzen diese Betriebsart. Chord Memory, Hold und polyphones Portamento gehören ebenfalls zur Ausstattung.
BBD-Effekte mit Chorus und Ensemble
Zur Effektsektion gehören Chorus, Phaser und Ensemble auf BBD-Basis. Die drei Betriebsarten werden alternativ ausgewählt; ihre Einstellungen lassen sich zusammen mit dem Klang speichern. Chorus und Phaser besitzen eine kombinierte Regelung für Geschwindigkeit und Intensität, während im Ensemble-Modus die Effektintensität im Mittelpunkt steht.
Damit greift der POLYEIGHT auch jene Modulationseffekte auf, die zum klassischen Polysix-Konzept gehören. Für Streicherklänge, Synth-Pop-Flächen und bewegte Akkordtexturen bietet diese Kombination einen naheliegenden Ausgangspunkt.
Arpeggiator mit Swing und Ratcheting
Der Arpeggiator spielt gehaltene Akkordtöne aufwärts, abwärts oder abwechselnd in beide Richtungen. Mit Latch läuft das Muster weiter, nachdem die Tasten losgelassen wurden. Im Menü kommen zusätzliche Möglichkeiten hinzu: Neben Notenlänge und Swing nennt das Handbuch eine zufällige Notenreihenfolge, verschiedene Velocity-Muster und Ratcheting mit bis zu acht Wiederholungen pro Schritt.
Interessant für das Spiel ist, dass sich solche Wiederholungen auch durch Anschlagstärke oder Aftertouch auslösen lassen. Ein stärkerer Anschlag oder zusätzlicher Tastendruck kann damit gezielt rhythmische Verdichtungen erzeugen. Die Synchronisation erfolgt wahlweise intern, über USB-MIDI, DIN-MIDI oder einen analogen Sync-Eingang. Weitere Grundlagen und musikalische Einsatzmöglichkeiten erläutert unser Arpeggiator-Tutorial.
256 Speicherplätze und direkter Zugriff auf wichtige Parameter
Für eigene Sounds stehen 256 Speicherplätze in vier Bänken bereit. Vier Direktwahltasten rufen individuell zugewiesene Favoriten ab. Ein zweizeiliges LCD und ein Encoder unterstützen die Preset-Auswahl und den Zugriff auf zusätzliche Parameter, während die zentralen Bereiche der Klangerzeugung eigene Regler und Schalter besitzen.
Der Manual-Modus übernimmt die aktuellen Positionen der Bedienelemente als Ausgangspunkt für den Klang. Eine Compare-Funktion zeigt dagegen beim Bewegen eines Reglers dessen aktuellen Wert und den im Preset gespeicherten Wert an. So lässt sich nachvollziehen, wie eine Reglerposition zum aufgerufenen Sound passt.
MIDI und CV für Studio und Bühne
Auf der Rückseite sitzen MIDI In, Out und Thru sowie USB-B für MIDI-Daten und Firmware-Updates. Hinzu kommen Anschlüsse für Sustain-, Expression- und Chord-Memory-Pedale, der analoge Arpeggiator-Sync-Eingang und ein CV-Eingang zur gemeinsamen Steuerung der Filterfrequenz aller Stimmen.

Das Audiosignal wird über einen einzelnen symmetrischen Monoausgang im 6,35-mm-Klinkenformat ausgegeben. Ein separater Kopfhörerausgang ist ebenfalls vorhanden. Laut Handbuch misst der POLYEIGHT 82,5 × 26 × 12 Zentimeter in Breite, Tiefe und Höhe und wiegt 7,5 Kilogramm.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
- Achtstimmiger analoger Synthesizer nach dem Korg-Polysix-Konzept
- Ein VCO pro Stimme mit zuschaltbarem Suboszillator
- Acht resonanzfähige 2044-Tiefpassfilter mit 24 dB/Oktave
- 49 Tasten mit Anschlagdynamik und polyphonem Aftertouch
- 256 Speicherplätze und vier Direktwahltasten für Favoriten
- Double-Modus für zwei Presets bei vierstimmiger Polyphonie
- Unison, Chord Memory, Hold und polyphones Portamento
- Modulationsmatrix mit acht speicherbaren Verknüpfungen
- BBD-Effektsektion mit Chorus, Phaser oder Ensemble
- Arpeggiator mit Latch, Swing, Velocity-Mustern und Ratcheting
- MIDI In/Out/Thru, USB-MIDI, Pedal- und CV-Anschlüsse
- Symmetrischer Mono-Hauptausgang und separater Kopfhörerausgang
Behringer Polyeight Preis und Verfügbarkeit
Behringer führt den POLYEIGHT auf seiner offiziellen Produktseite. Einen Verkaufspreis für Deutschland und einen konkreten Liefertermin nennt der Hersteller dort zum Redaktionsstand am 24. Oktober 2026 nicht.
Behringer Polyeight – Fazit
Der Behringer POLYEIGHT verbindet das übersichtliche Polysix-Konzept mit zusätzlichen Möglichkeiten für Spiel und Klanggestaltung. Besonders interessant erscheint die Kombination aus polyphonem Aftertouch, Modulationsmatrix und einem Arpeggiator, dessen Wiederholungen auf Anschlagstärke oder Tastendruck reagieren können. Die acht analogen Stimmen, 2044-Filter und BBD-Effekte bilden dabei die klassische Grundlage. Für Musiker, die analoge Akkordklänge, Streicherflächen und rhythmische Patterns direkt am Instrument gestalten möchten, verspricht das Konzept einen vielseitigen Ansatz.
FAQ zum Behringer POLYEIGHT
Was verbindet den Behringer POLYEIGHT mit dem Korg Polysix?
Behringer nennt den Korg Polysix ausdrücklich als Vorbild. Der POLYEIGHT greift dessen analoge Klangerzeugung mit 2044-Filtern und BBD-Effekten auf und erweitert das Konzept unter anderem um acht Stimmen, polyphonen Aftertouch und zusätzliche Modulationsmöglichkeiten.
Unterstützt die Tastatur polyphonen Aftertouch?
Ja. Die 49 Tasten erfassen neben der Anschlagstärke auch den nachträglichen Druck auf einzelne gehaltene Noten. Passende Modulationszuordnungen erlauben dadurch eine individuelle Klangbeeinflussung innerhalb eines Akkords.
Wie viele Stimmen bleiben im Double-Modus?
Im Double-Modus werden zwei Presets gleichzeitig gespielt. Dadurch stehen vier gleichzeitig spielbare Noten mit jeweils zwei Klangschichten zur Verfügung.
Kann der Arpeggiator einer DAW folgen?
Ja. Die Synchronisation ist über USB-MIDI oder DIN-MIDI möglich. Zusätzlich steht ein analoger Sync-Eingang zur Verfügung.
Welche Audioausgänge besitzt der POLYEIGHT?
Das Handbuch nennt einen symmetrischen Mono-Hauptausgang mit 6,35-mm-Klinkenbuchse und einen separaten Kopfhörerausgang.
Quellen
Technische Angaben: Behringer POLYEIGHT User Manual, insbesondere die gedruckten Seiten 16–26 und 29.
Produktvorstellung: Offizielle Behringer-Produktseite zum POLYEIGHT, geprüft am 24. Oktober 2026.
Historische Einordnung: Korg zur Geschichte und Architektur des Polysix, insbesondere die Abschnitte zum ursprünglichen Hardwareinstrument von 1981.


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