Test: Behringer Model D – Analoger Synthesizer

Mit dem Behringer Model D bringt der Hersteller eine detailgetreue Hommage an einen der berühmtesten Synthesizer der Musikgeschichte. Kaum ein anderer Klang steht so sehr für den warmen, druckvollen Sound der 70er- und 80er-Jahre wie der Minimoog. Der Model D liefert diese Charakteristik in moderner, kompakter und erschwinglicher Form – ein monophoner Analogsynthesizer mit vollständig analogem Signalweg, semimodularer Architektur und Eurorack-Kompatibilität.

Behringer Model D – Aufbau und Ausstattung

Der Synthesizer ist analog durch und durch: Drei spannungsgesteuerte Oszillatoren (VCOs) mit je fünf Wellenformen bilden das klangliche Fundament. Zusammen mit dem 24-dB-Ladder-Filter entsteht ein Sound, der klassischen Moog-Charme mit Behringers eigener Handschrift verbindet. Das Signal läuft dabei im traditionellen Aufbau – VCO–Mixer–VCF–VCA – und kann über 49 Bedienelemente vollständig gesteuert werden. Neben dem Tiefpass steht auch ein Hochpassmodus zur Verfügung, was zusätzliche klangliche Flexibilität bringt. Besonders praxisnah ist der interne Overdrive, der durch den „External In“-Regler aktiviert werden kann und die Sounds zusätzlich verdichtet. Dazu kommen ein analoger LFO mit Rechteck- und Dreieckwellen, ein Rauschgenerator für percussive Effekte sowie ein externer Audioeingang zur Filterung anderer Signalquellen – ideal für Drumcomputer oder Samples.

Semi-modulare Flexibilität und Eurorack-Kompatibilität

Behringer öffnet mit dem Model D die Tür zur modularen Welt. Der Synthesizer verfügt über 13 Patch-Punkte, die ihn vollständig in ein Eurorack-System integrieren lassen. Wer das Desktop-Gehäuse entfernt, kann das Gerät direkt als 70 TE breites Modul in sein System einbauen. Damit spricht der Model D nicht nur klassische Keyboarder an, sondern auch Sounddesigner, die mit externen CV/Gate-Signalen experimentieren möchten.

MIDI-Integration und Polychain-Funktion

Als moderner Vertreter der analogen Synthese ist der Model D bestens vernetzt. Über USB-MIDI, MIDI In und Thru lässt er sich direkt mit DAWs, Grooveboxen oder weiteren Synthesizern verbinden. Ein Highlight ist die Polychain-Funktion: Bis zu 16 Model-D-Einheiten können über MIDI verkettet werden, sodass sich das ursprünglich monophone Konzept zu einem kompletten polyphonen Synthesizer-System erweitern lässt – ein beeindruckendes Feature für Soundbastler mit Expansionsplänen.

Klang und Spielbarkeit

Klanglich überzeugt der Behringer Model D durch genau das, wofür sein Vorbild legendär wurde: satte Bässe, warme Resonanz im Filter und durchsetzungsfähige Lead-Sounds. Schon mit einem einzigen Oszillator entsteht ein voller Grundton, der mit jedem weiteren Oszillator an Tiefe gewinnt. Die Feinstimmung zwischen den VCOs ermöglicht charakteristische Schwebungen, der Filter klingt sowohl sanft als auch aggressiv, und der integrierte Overdrive sorgt für organische Verzerrungen. Mit etwas Resonanz und Cutoff-Spiel erreicht man schnell die typischen „creamy“ Leads oder treibende Synth-Bässe, die im Mix druckvoll bestehen.

Verarbeitung und Design

Das Gehäuse aus robustem Metall fühlt sich wertig an und bleibt mit 1,7 kg angenehm transportabel. Dank der pultförmigen Neigung eignet sich der Model D sowohl für Desktop-Setups als auch für Live-Racks. Die leichtgängigen Regler und klar strukturierte Bedienoberfläche erleichtern den direkten Zugriff – ein Muss für spontane Klangveränderungen im Spiel. Anschlüsse für zwei Line-Outs, Kopfhörer, CV/Gate, USB und MIDI runden das praxisorientierte Konzept ab.

Einsatz im Studio und auf der Bühne

Der Model D glänzt gleichermaßen im Studio wie auf der Bühne. Über eine DAW lässt er sich per MIDI exakt automatisieren, während Live-Musiker den direkten Zugriff auf Oszillatoren, Filter und Hüllkurven für expressive Performances nutzen. Durch seine kompakte Größe und günstigen Preis von rund 199 € ist er ein idealer Einstieg in die Welt analoger Synthese – mit klanglicher Autorität weit über seiner Preisklasse.

Behringer Model D – Fazit: Minimoog-DNA im modernen Gewand

Der Behringer Model D ist weit mehr als nur eine Reproduktion. Er transportiert die Essenz des Minimoog in ein Format, das heutigen Ansprüchen gerecht wird: hochwertig verarbeitet, modular anschlussfähig, vielseitig einsetzbar und klanglich beeindruckend authentisch. Für klassische Synth-Leads, druckvolle Basslinien oder experimentelle Modularsounds bietet er alles, was man sich von einem echten Analogsynthesizer wünscht – und das zu einem Bruchteil des Preises des Originals.

Pro

  • Authentischer Analogsound mit 3 VCOs
  • semi-modular, Eurorack-kompatibel
  • integrierter Overdrive und Noise-Generator

Contra

  • nur monophon ohne Polychain
  • kein Speicher für Presets
  • Bedienung teils schwierig

Link zur Herstellerseite: Behringer


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Behringer Model D Synthesizer

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2 Meinungen zu “Test: Behringer Model D – Analoger Synthesizer

  1. Steffen sagt:

    Wow, dieser Test kommt ja überpünktlich! Aber bei einem Minimoog-Klon die Monophonie und die Nichtspeicherbarkeit zu bemängeln, erscheint mir etwas seltsam…

    • Markus Müller sagt:

      Der Model D ist aktuell nicht EOL und noch überall zu beziehen. Wir freuen uns sehr, dass du dich trotz der „Aktualität“ mit unserem Bericht beschäftigt hast.

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