Behringer JN-80: Juno-60-Vibes als moderner 8-Voice-Analog-Synth mit Aftertouch
Wenn ein Synth als „Sweetspot“-Maschine gilt, dann meistens aus einem einfachen Grund: Du drehst ein paar Regler, und es klingt sofort nach Musik. Genau in dieses Raster fällt der Behringer JN-80 (vorgestellt auf der NAMM 2026), der klar als Juno-60-inspirierter Synth positioniert ist. Gleichzeitig bringt er Funktionen mit, die man in der Vintage-Vorlage so nicht erwarten würde – etwa 49 Tasten mit Velocity und Aftertouch sowie eine moderne MIDI/USB-Einbindung.
Worum geht’s beim JN-80?
Der JN-80 ist ein analoger, polyphoner Synthesizer mit 8 Stimmen und klassisch subtraktiver Architektur. Damit zielt er direkt auf die typischen Stärken der Juno-Familie: fette, stabile Grundsounds, schnelle Klangformung und dieser charakteristische „sitzt-im-Mix“-Sound, der sowohl bei Pads als auch bei Bässen und Leads funktioniert.
Inspiration: Roland Juno-60 – warum dieser Klassiker als Vorlage taugt
Die Inspiration ist eindeutig: Der JN-80 orientiert sich am Roland Juno-60, einem der prägenden Poly-Synths der frühen 80er Jahre. Der Reiz am Juno-60 liegt bis heute in seiner Mischung aus Einfachheit und Wirkung: eine überschaubare Oberfläche, ein klarer Signalweg und Sounds, die ohne lange Schrauberei musikalisch klingen. Genau dieses Prinzip übernimmt der JN-80.
Dazu kommt das, was viele mit dem Juno-60 sofort verbinden: der „breite“ Charakter durch den Chorus, der aus schlichten Wellenformen sofort große Flächen macht. Wer Juno-artige Pads, Strings, Synth-Brass oder schmatzende Bässe liebt, wird sich hier sehr schnell zuhause fühlen – nur eben in einem moderneren Gesamtpaket.
Klangformung: DCO-Basis, klassischer Filterweg – und der Chorus als Signatur
Im Kern arbeitet der JN-80 mit einem DCO-basierten Aufbau: pro Stimme gibt es die klassischen Zutaten wie Sägezahn und Puls (inklusive PWM), dazu Suboszillator und Noise. Der Filterteil setzt auf einen Highpass plus einen 4-poligen Lowpass (24 dB/Okt.), womit der Sound von „seidig und rund“ bis „knackig und direkt“ reicht.
Der Schlüssel zum typischen „Juno-Vibe“ ist jedoch der BBD-Style Chorus. Er ist nicht nur ein Add-on, sondern ein fester Bestandteil des Klangbilds: Pads werden größer, Arps lebendiger, und selbst einfache Bass-Sounds bekommen eine dichte, analoge Breite.
Übersicht Bedienfeld des Behringer JN80
Für Modulation steht ein LFO bereit, der sich musikalisch sinnvoll einsetzen lässt, unter anderem für Vibrato-Bewegungen, PWM-Schimmer oder Filter-Animation. Die Hüllkurvenstruktur bleibt dabei bewusst klassisch, damit man schnell von der Idee zum fertigen Patch kommt.
Der JN-80 ist nicht nur auf „Preset drücken“ ausgelegt, sondern zielt klar auf Performance und schnelles Produzieren. Dafür gibt es einen Arpeggiator mit internem Tempo-Bereich und Swing-Option, was gerade bei modernen elektronischen Produktionen wichtig ist: Grooves lassen sich sofort „menschlicher“ machen, ohne dass man im Sequencer nachbearbeiten muss.
Hinzu kommen verschiedene Voice-Modi wie Poly, Dual und Unisono, womit sich das Instrument schnell von „klassisch polyphon“ zu „fett und monophon“ umschalten lässt – praktisch für Bass-Lines oder druckvolle Leads.
Das stärkste Performance-Upgrade gegenüber der Vintage-Inspiration ist das Keyboard: 49 Tasten mit Velocity und polyphonem Aftertouch. Das ist in dieser Stilrichtung ein echter Mehrwert, weil sich Ausdruck nicht nur über Modwheel oder externe Controller realisieren lässt, sondern direkt über das Spielgefühl. Gerade bei Pads, Sweeps und dynamischen Sequenzen kann das den Unterschied machen.
MIDI & Studio-Integration
Im Studio zählt, dass alles ohne Hürden läuft. Der JN-80 setzt auf zeitgemäße Integration: USB-MIDI (klassisch treiberfrei nutzbar, je nach System), zusätzlich DIN-MIDI für Hardware-Setups. Für Audio stehen Main-Ausgänge und ein Kopfhöreranschluss bereit. Damit passt der Synth sowohl ins DAW-Setup als auch in ein Live-Rig mit klassischem MIDI-Routing.
Fazit: Für wen ist der Behringer JN-80 interessant?
Der Behringer JN-80 ist besonders spannend für alle, die den Juno-60-Charakter lieben, aber im Alltag mehr Ausdruck und Integration möchten. Er kombiniert den vertrauten „Juno-Workflow“ – schnell, direkt, musikalisch – mit modernen Performance-Features wie Velocity und polyphonem Aftertouch sowie einer zeitgemäßen Anbindung ans Studio. Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten Analog-Poly für Pads, Arps, Bässe und klassische Synth-Flächen ist, bekommt hier ein Instrument, das genau diese Nische bedienen will.
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