Intuitive Punkte:

Test: Dot Melody für iPhone/iPad

Intuitives Musikmachen schreiben sich sehr viele App-Entwickler auf die Fahne. Neben einer eingängigen und leicht verständlichen Bedienung lässt sich das aber auch ganz anders verstehen – nämlich fernab von Skalen, Notenwerten und Harmonien trotzdem ansprechende Musik machen zu können. Mit dot Melody für iPhone und iPad ist genau das möglich – wir haben uns die App genauer angesehen!

Das Konzept

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Hinter dot Melody von Olympia Noise steckt eine musikalische Oberfläche, mit der ihr ohne großes Vorwissen Musik machen könnt. Fortgeschrittene User nutzen die App als Ideenschmiede und musikalischen Zufallsgenerator oder fuchsen sich durch die Einstellungen, die weitere EIngriffe zulassen.

 

Ausprobiert und losgelegt

Der grundlegende Funktionsumfang von dot Melody ist schnell erklärt – aber genau das macht auch den Reiz der App aus. Zentral findet ihr die Matrix, auf der ihr verschiedene Punkte eures gewählten Instruments setzen könnt. Je weiter links ihr die Punkte dabei platziert, desto höher der zu hörende Ton. Über die Platierung der Kreise in der Vertikalen variiert ihr außerdem die Tonlänge. Pausen gestaltet ihr mit einem Tipp auf einen der gesesetzten Kreise, der damit quasi stumm geschaltet wird.

 

Die Hauptansicht von dot Melody. Zu sehen sind die orangenen Kreise, die für die Lead-Spur stehen.
Auf der iPad-Version gibt es dafür naturgemäß mehr Platz. Beide Versionen sind aber sehr gut zu bedienen.

 

Das Gerät horizontal gehalten findet ihr auf der linken Seite eine Möglichkeit, die Harmonien und damit die Tonart eurer Kreation zu ändern. Dies geschieht immer global, was bewirkt, dass eure Sounds unereinander immer harmonieren (können). Am rechten Bildschrimrand findet ihr quasi die einzelnen Teile eures Arrangments, mit denen sich Songstrukturen realisieren lassen. So ist es etwa möglich, das Intro im ersten Kreis zu plazieren und etwa die Strophe auf Kreis Nummer zwei zu legen.

Über das Einstellungen-Rädchen im oberen rechten Eck lassen sich weitere Änderungen am Sound vornehmen. Hier editiert ihr eurer Instrument, stellt Reverb und Delay ein oder nutzt den Mixer. Ebenfalls habt ihr hier die Möglichkeit, den Takt und das Tempo zu verändern sowie individuelle Harmonien zu erstellen, zwischen denen ihr dann später wechseln könnt.

 

In den unterschiedlichen Untermenüs lassen sich weitergehende Einstellungen wie etwa für Takt und Tempo vornehmen. (iPhone-Version)
Der Sequenzer-Mode (hier in der iPhone-Version). Hier lassen sich die Sequenzen linear begutachten.

 

Erfahrenere User nutzen die Sequenz-Anzeige, die eure Kreation linear darstellt. Hier lassen sich dann präzisere Eingriffe in eure Sequenz vornehmen – allerdings könnte der Enwickler hier noch für mehr Funktionen wie das Platzieren von Einzelnen Noten aus dieser Ansicht heraus sorgen. Abschließend könnt ihr eurer gesamtes Projekt für später speichern.

 

In der Praxis

Einsteigern hilft die App sowohl mit einem Online-Handbuch, als auch mit einem interaktiven Tutorial. Neulingen beim Musikmachen werden so also keine großen Hürden gesetzt.

 

Im interaktiven Menü können die Grundlagen von dot Melody praktisch gelernt werden.

 

Soundexperten schauen etwas wehmütig auf die recht kleine Auswahl an mitgelieferten Sounds. Diese gliedern sich in die drei Kategorien Lead (12 Presets), Bass (9 Presets) und Drum (5 Presets). Das ist ohne die Möglichkeit, eigene Sounds und Samples zu verwenden einfach zu wenig. Die Unterstützung von MIDI tröstet dabei nur wenig, schließlich würde eine größere Auswahl an Sounds zu dem experimentellen System ohne große Vorkenntnisse gut passen.

 

Die Auswahl an Presets ist etwas klein ausgefallen. Im Bild zu sehen sind die Werks-Sounds der Kategorie “Bass”.

 

Wer die App auch auf einem kleinen iPhone-Bildschirm bedienen will, hat mit dot Melody keinerlei Probleme – alles ist gut bedienbar und die aufgeräumte Oberfläche wirklich nahezu selbsterklärend. Das wirkt alles gut durchdacht und dürfte aufgrund der inzwischen für Musikapps fast schon serienmäßig dunklen Optik auch gut für die Bühne geeignet sein, auf der zu helle Oberflächen weniger geeignet sind.

 

Fazit

Die App dot Melody bietet jedem, der ohne große Vorkenntnisse Musik machen will, eine hervorragende Gelegenheit für die Erstellung eigener Kreationen. Die Oberfläche ist dabei schick und lässt sich gut bedienen. Doch auch fortgeschrittenere User können über das Einstellungen-Menü komplexere Parameter und Effekte bedienen und somit auch mobil experimentieren. Ein Manko ist die sehr geringe Auswahl an Sounds, die sich auch nicht erweitern lässt. Songwriter, die das lineare Musikmachen gewohnt sind, stören sich außerdem vielleicht an der doch recht einfach geratenen Sequenzeransicht. Insgesamt macht die App einen durchdachten Eindruck und lädt definitiv zum herumprobieren und experimentieren ein.

 


App-Info (Stand 18.November.2017):

dot Melody | Von Olympia Noise | Für iPhone und iPad | Preis: 5,49€ | 38,9 MB | Version 1.1

>> Zur App im Appstore

>> Zur Website des Herstellers


 

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