Automatisiertes Sampling mit Skylife SampleRobot

Wie man analoge Synth sampelt

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In den letzten Jahren hatte der Hardware-Synthesizer ein glorreiches Comeback – gerade im Bereich der analogen Synthesizer sind unglaublich viele neue Geräte auf dem Markt erschienen. Einen Nachteil haben allerdings viele dieser Geräte gemeinsam: Sie verfügen über keinerlei Speichermöglichkeiten. Da hilft dann nur das Sampeln der Sounds, wenn man diese irgendwie konservieren und wiederverwerten möchte.

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Sampling dient also einerseits der »Datensicherung« bzw. einfachen Wiederverwertung der Sounds und ermöglicht uns so den Aufbau einer großen Library an eigenen Sampleinstrumenten. Einen zweiten Gesichtspunkt dürfen wir aber ebenfalls nicht vergessen – das Sounddesign: Ein gesampeltes Instrument lässt sich wunderbar im Sampler oder der DAW weiter durch den Wolf drehen oder sogar zu etwas komplett Neuem umbauen. Ich denke hier vor allem an die Scripting-Möglichkeiten, die inzwischen immer mehr Sampler anbieten. Damit dieser Prozess so bequem wie möglich abläuft, gibt es Hilfsmittel wie beispielsweise SampleRobot von Skylife.

Eines direkt vorweg: Wer ohne jeden Schnickschnack einfach nur mal ein paar einzelne Sounds eines Klangerzeugers, so wie sie eben sind, absampeln will, der braucht dazu keine Spezialtools. Die DAW der Wahl hilft auch: Einfach eine MIDI-Spur erzeugen und darin die MIDI-Noten einzeichnen, die man aufnehmen möchte. Diese Events sollten einige Sekunden lang sein und auch einige Sekunden Abstand zueinander aufweisen. Anschließend steuert man mit diesen MIDI-Daten den Klangerzeuger der Wahl an, nimmt das ausgegebene Audiosignal auf, schneidet das Material an den richtigen Stellen, exportiert die einzelnen Samples und mappt sie dann im Sampler der Wahl – fertig ist die gesampelte Laube.

Wer damit zufrieden ist, kann an dieser Stelle aufhören zu lesen. Wer sich das Leben jedoch deutlich vereinfachen will, Samples loopen möchte, an aufwendigere Samplesets mit Velocity-Layern und Ähnlichem denkt, und vor allem, wer sowas öfters macht, der sollte sich die Anschaffung eines Werkzeugs wie SampleRobot überlegen. In der neuesten Version lassen sich mit SampleRobot übrigens auch VST-Instrumente sampeln, was beispielsweise sehr hilfreich sein kann, um Rechenleistung zu sparen.

Domo Arigato, Mr. Roboto

Was aber macht eine Software wie SampleRobot denn eigentlich? Kurz gesagt: Man definiert, wie der gewünschte Sound gesampelt werden soll, und dieses Sampling macht die Software dann automatisch – sprich: MIDI-Signale rausschicken und Audio in separaten Samples aufnehmen, Loop-Punkte suchen und setzen und das Material dann auch gleich im gewünschten Samplerformat exportieren, sodass das Mapping ebenfalls entfällt. Optimierungsfunktionen wie das Batchmäßige Normalisieren aller Samples oder das Wegschneiden von überflüssigem Material gehören ebenfalls hinzu. Da der Samplingprozess automatisiert ist und je nach gewünschter Menge und Länge der Samples auch schon mal ein paar Minuten dauert, kann man zwischendurch natürlich auch andere Sachen erledigen und spart so Zeit.

Wie läuft ein solcher Prozess denn nun genau ab? Es gilt zunächst, den Roboter mit den notwendigen Informationen zu füttern, und hier kann man ziemlich ins Detail gehen, was in vielen Spezialsituationen sehr hilfreich ist. Glücklicherweise gibt es einen Project Wizard, der beim Standardsampling alle wichtigen Informationen abfragt und so die Bedienung deutlich vereinfacht. Da dieser Wizard für die meisten User wohl die Hauptarbeit abdeckt, schauen wir uns diesen nun etwas genauer an.

Der Project Wizard führt uns Schritt für Schritt durch die Konfiguration für die anstehende Samplingsession und beantwortet auch direkt die eine oder andere Frage, die bei den diversen Parametern aufkommen könnte. Los geht’s mit der Entscheidung, ob wir ein MIDI-Instrument, ein nicht-MIDI-fähiges Instrument oder ein Plug-in sampeln wollen. Im Folgenden gehe ich davon aus, dass wir ein MIDI-fähiges Instrument aufnehmen wollen, da das ja unser Hauptaugenmerk ist. Wir vergeben einen Projektnamen (der beispielsweise der Sound ist, den wir klonen) und geben das Zielverzeichnis vor. Anschließend erfolgt die Auswahl des Audioeingangs, an den das Instrument angeschlossen ist, sowie die Frage, in welcher Samplerate, Bitrate und Kanalanzahl wir aufnehmen. Außerdem muss SampleRobot wissen, über welchen MIDI-Ausgang es mit dem Gerät der Wahl kommunizieren kann. Dazu gehören dann auch Angaben über den MIDI-Channel sowie eine eventuelle Program-Change-Message, die vor dem Vorgang gesendet werden soll.

Der Project Wizard führt den User durch alle wichtigen Einstellungen für den Samplingprozess.

Danach folgen die eigentlichen Fragen über den Samplingprozess: die Keyrange (innerhalb welches Tastaturbereichs die Aufnahmen erfolgen), die Anzahl der Velocity-Layer, die Angabe über den Key Step (Abstand in Halbtönen zwischen den Tasten, die gesampelt werden), die Länge des Note-On-Befehls in Sekunden sowie die folgende Release-Länge in Sekunden für ausklingende Sounds. Abschließend kommt noch die Frage, ob die Sounds automatisch geloopt werden sollen, und wenn ja, welche Komplexität das Sample hat und ab welchem Punkt SampleRobot frühestens nach geeigneten Loop-Punkten suchen soll.

Das klingt insgesamt nach einem langwierigen Prozess, aber nach einer kurzen Eingewöhnung geht die Arbeit mit dem Wizard schnell voran, und man ist ja auch nicht gezwungen, ihn zu nutzen. Es lassen sich eine Menge Default-Werte im Programm einstellen – diese sind dann eine praktische Ausgangsbasis, welche man einfach für eigene Projekte modifizieren kann, ohne den Wizard zu benutzen.

Sampling, Feintuning & Export

Nachdem alle Einstellungen getätigt wurden, können wir mit dem Sampling beginnen – je nach Einstellung dauert dieser Prozess ein wenig. Ist er erledigt, folgt das Feintuning. Wir sollten alle Samples entweder via MIDI-Keyboard oder über das On-Screen-Keyboard anspielen und prüfen. Gerade beim automatischen Loopen von Sounds ist, obwohl die Autoloop-Funktion gute Arbeit leistet, hin und wieder ein wenig manuelle Nacharbeit gefragt. Dafür gibt es eine anschauliche Wellenformanzeige mit großen Markern, die uns beim Editieren unterstützt.

Anschließend können wir Batchfunktionen wie beispielsweise die Normalisierung der Samples nutzen, um den Spitzenpegel aller Samples anzuheben. Mittels der Exportfunktion kann das aufgenommene Material nun in das gewünschte Zielsamplerformat umgewandelt werden. Dabei stehen neben den üblichen Softwarekandidaten natürlich auch diverse Hardwaresampler zur Auswahl, außerdem einige Workstations und Synthesizer. Somit sind die exportieren Files direkt vom entsprechenden Gerät oder der jeweiligen Software lesbar, und unser Instrument kann direkt gespielt und benutzt werden. Viel Spaß beim Experimentieren!

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