Chartcard - Leadsheets zum Nachspielen

Akkorde aus den Charts: The Chainsmokers – Closer

Was macht eine interessante Melodie aus? Und wie viel Abwechslung darf oder muss es sein? The Chainsmokers beantworten diese Frage in Closer fast schon provokant minimalistisch.

The Chainsmokers gelten als Vertreter des Progressive-House, das Duo stammt aus New York und besteht aus den DJs Andrew Taggart und Alex Pall. Closer ist der vierte Single Erfolg in ihrer vierjährigen Karriere. Vor Closer waren sie in diesem Jahr mit dem Song Don’t Let Me Down und mit der Sängerin Daya erfolgreich. Bei Closer erhielten sie nun Unterstützung durch die ebenfalls aus New York stammende Sängerin Halsey, die zum Künstlernamen durch Umstellung der Buchstaben ihres eigentlichen Vornamens Ashley kam. Sie begann ihre Karriere übrigens durch den Song Haylor Song, eine Parodie des Taylor Swift Songs I Knew You Were Trouble.

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Das Intro von Closer beginnt mit Piano-Akkorden, die weiteren Sounds werden langsam aus dem off nach vorne geholt  – hier verbirgt sich im Hintergrund bereits das spätere Melodie-Motiv des Chorus sowie des Instrumentalteils in “verwaschenen” Synthie-Sounds.

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Der Perkussion-Groove ist schön locker mit Claps gesetzt – im Pre-Chorus fliegen dezente HipHop Sounds ein, die im Chorus gemutet werden. Der Song besteht eigentlich aus drei Akkorden – allerdings wurden diese in schöne Voicings gepackt: Db-Dur bekommt die add9 spendiert und der zweite Akkord hat es dann wirklich in sich: Eb6 erhält die 4 bzw. 11 als zusätzlichen Reibeton, das könnte man auch als Abmaj7 mit Eb im Bass auslegen. Die Sounds und die Voicings klingen wirklich gut.

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Im Chorus wird dann eine simple 3-Ton-Melodie präsentiert und zu meiner Überraschung wird dieses äußerst reduzierte Motiv im Instrumental bemerkenswert konsequent beibehalten. Es ist zwar in den Charts im letzten Jahr in Mode gekommen, dass dem Chorus ein instrumentales Thema beigesellt wird, aber muss es eine derart einfache Tonfolge sein? Dagegen ist jedes Kinderlied eine komplexe Tonschöpfung. Nun ja, wenigstens der Sound ist wegen seines markanten Nervfaktors originell. Die restlichen Parts basieren entweder auf dem Groove und den Changes des Intros  (=Chorus) oder des Verse (=Instrumental).

 

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