Chartcard - Leadsheets zum Nachspielen

Akkorde aus den Charts: Disturbed – The Sound of Silence

Die originale Version des Songs The Sound Of Silence (übersetzt: Der Klang der Stille) wurde von einem der besten Singer-Songwriter ever geschrieben: Paul Simon.

Mit seinem Partner Art Garfunkel prägte er die Folk-Rock Szene der 60er Jahre mit Songs wie The Boxer und Bridge Over Troubled Water, dabei stand ihre Karriere 1965 auf des Messers Schneide und eben dieser Song entschied über ihr Schicksal.

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Es existieren zwei Versionen des Songs: Die erste Version, eine Single-Auskopplung aus dem Album Wednesday Morning, 3 A.M., wurde nur auf einer akustischen Gitarre begleitet – mit 3000 verkauften Exemplaren kann man durchaus von einem Flopp sprechen. Nach diesem Misserfolg trennten sich Simon&Garfunkel vorübergehend. Ein Jahr später gab es eine Folk-Rock Welle in den Staaten und der Song wurde per Overdub um E-Gitarre, Bass und Drums erweitert, die in der zweiten Strophe einsetzen. Die Instrumentals-Spuren wurden übrigens von Musikern der Gruppe The Band eingespielt, die gerade Bob Dylans Song Like A Rolling Stone aufgenommen hatten. Von dieser Aktion des Produzenten Tom Wilson erfuhr das Duo erst als die Single bereits in den Läden zum Verkauf angeboten wurde. Zum Jahresanfang 1966 erklomm die Single den begehrten Platz 1 der US Single Charts und Simon&Garfunkel führten ihre Zusammenarbeit fort. 1967 wurde der Song in den Soundtrack des Film-Klassikers „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman aufgenommen.

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Wenn man das zarte Original im Kopf hat und dann den bärtig, bärigen, tätowierten und gepiercten Sänger der Band Disturbed im Video sieht, bekommt man ein flaues Gefühl:“Das kann ja was werden.“ Wird auch, aber anders als gedacht: Die krachenden Heavy Metall Drums und die dröhnende Gitarre hat der martialisch wirkende Sänger der US-Band zuhause gelassen. Der Song fängt zurückhaltend an und wird nur mit einem sparsamen Klavier begleitet. Dann bekommt der Sänger David Draiman Unterstützung von einem sich stets pompöser steigernden Orchester und zu guter Letzt zeigt der Reibeisen-Sound der Stimmbänder, woher der stilistische Wind kommt. Die Stille ist dann letztlich doch vorbei, aber die Stimmgewalt und der Tonumfang nötigen Respekt ab.

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Disturbed (engl.: gestört, wahnsinnig) ist in den USA eine sehr erfolgreiche Metal-Band, fast alle Studio-Alben der Band gelangten auf Platz eins der Charts. Paul Simon soll übrigens der Band per E-Mail seine Anerkennung für die Cover-Version ausgedrückt haben, nach dem er die Version in einer Talkshow gesehen hatte.

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Zum Song: Der Rhythmus der Melodie wird durch den Liedtext bestimmt, darum kommt es im Song zu Taktwechseln bzw. zu verkürzten Takten. In den ersten drei Themen folgt die Cover-Version weitgehend dem Original – allerdings sind in Thema 2 und 3 kleine Reharmonisationen zu sehen, die unter der Notenzeile stehen. Im letzten Takt des zweiten Themas gibt es einen signifikanten Basslauf zu vermelden, der in kleinen Buchstaben notiert ist. Auch in den folgenden Themen wird fleißig an Ablauf-Details gewerkelt, nun fallen die verkürzten Takte in der vierten Klammer und im fünften Thema weg – alles gut kalkuliert um Spannung aufzubauen.

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