Mit der Behringer RD-765 zeigt der Hersteller eine hybride Sampling-Drum-Machine, die klassische Rhythmusprogrammierung mit eigener Sample-Aufnahme und umfangreicher Klangbearbeitung verbindet. Zum Konzept gehören ein 64-Step-Sequencer, ein Wave Designer und ein umschaltbares Analogfilter. Damit richtet sich die Maschine besonders an Musiker, die Beats direkt an der Hardware entwickeln und in ihr Synthesizer-Setup einbinden möchten.
Behringer RD-765: Werksklänge und eigene Samples kombinieren
Laut Handbuch bringt die Behringer RD-765 insgesamt 126 Drum-Sounds mit. Zur Organisation stehen 16 Soundbänke bereit: Neun enthalten Werksbelegungen, während sieben für eigene Zusammenstellungen vorgesehen sind. Innerhalb einer Bank lassen sich Samples auf 16 Instrumentenplätze verteilen.
Die Belegung umfasst unter anderem Bassdrums, Snares, Toms, Rimshot, Cowbell, Handclap, Tambourine und verschiedene Hi-Hats sowie Crash und Ride. Darüber hinaus können Musiker eigene Klänge über den rückseitigen Sampling-Eingang aufnehmen. So lassen sich beispielsweise perkussive Synthesizer-Sounds oder aufgenommene Geräusche in ein individuelles Drumkit integrieren.
Nach der Aufnahme ermöglicht die Sample-Bearbeitung das Zuschneiden von Anfang und Ende. Eine vergrößerbare Wellenformdarstellung hilft dabei, die Schnittpunkte genauer zu setzen. Außerdem unterstützt die RD-765 Vorwärts- und Rückwärtswiedergabe sowie entsprechende Loop-Modi.
Stimmung, Verzerrung und Bitcrusher
Samples lassen sich über einen Bereich von ±24 Halbtönen stimmen. Dadurch können aus einem einzelnen Klang unterschiedliche Percussion-Varianten entstehen. Zusammen mit den Loop-Funktionen eröffnet das auch Möglichkeiten für tonale Experimente.
Für zusätzliche Klangfärbung stehen Verzerrung und ein Bitcrusher bereit. Das Handbuch nennt eine standardmäßige Sample-Auflösung von 12 Bit, die sich pro Instrument bis auf 1 Bit reduzieren lässt. Damit bietet die RD-765 gezielte Eingriffe für raue, digital verfremdete Sounds.
64-Step-Sequencer mit Probability und Microtiming
Der Sequencer unterstützt sowohl die schrittweise Programmierung als auch das Einspielen in Echtzeit. Für die Eingabe dienen 16 Voice-/Step-Pads. Quantisierung und Swing helfen dabei, das rhythmische Grundgefühl festzulegen.
Für abwechslungsreiche Patterns bietet die Behringer RD-765 zudem Probability, Flam, Note Repeat und Microtiming. Über Probability lässt sich bestimmen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein entsprechend aktivierter Schlag erklingt. Microtiming verschiebt einzelne Ereignisse dagegen leicht vor oder hinter ihre Rasterposition. So können sich wiederholende Patterns lebendiger gestalten lassen.
Mit der Polymeter-Funktion erhalten einzelne Instrumentenspuren unterschiedliche Längen zwischen einem und 64 Steps. Beispielsweise kann eine kurze Percussion-Figur gegen ein längeres Hi-Hat-Muster laufen. Dadurch entstehen rhythmische Verschiebungen, ohne jeden Durchlauf einzeln programmieren zu müssen.
Für größere Arrangements lassen sich Patterns zu Songs und mehrere Songs zu Setlists verbinden. Mute-, Solo- und Wiederholungsfunktionen ergänzen die Möglichkeiten für spontane Eingriffe während der Wiedergabe.
Analogfilter und Wave Designer zur Klanggestaltung
Zur weiteren Bearbeitung besitzt die RD-765 ein analoges Filter mit Tiefpass- und Hochpassmodus. Cutoff und Resonanz sind direkt regelbar. Über die Zuweisung zum Effektbus lässt sich festlegen, welche Instrumente die Bearbeitung durchlaufen.
Filterbewegungen können aufgenommen und die Cutoff-Werte anschließend im Sequencer pro Step angepasst werden. Damit lassen sich beispielsweise wiederkehrende Filterverläufe oder gezielte Klangwechsel innerhalb eines Patterns anlegen.
Der Wave Designer ergänzt die Filtersektion um Attack- und Sustain-Regler. Damit lässt sich die Anschlagswirkung hervorheben oder abschwächen und der weitere Klangverlauf formen. Für elektronische Beats bietet diese Kombination zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten zwischen prägnanten Transienten und weicheren Percussion-Texturen.
Anschlüsse für Studio und Synthesizer-Setup
Neben dem Stereo-Hauptausgang besitzt die Behringer RD-765 zehn Einzelausgänge für ihre Instrumentengruppen. Damit können diese separat aufgenommen oder durch externe Effekte bearbeitet werden. Einige der 16 Instrumentenplätze teilen sich dabei einen Ausgang.

MIDI In, Out und Thru sowie USB-MIDI ermöglichen die Verbindung mit Rechnern, Sequencern und Synthesizern. Hinzu kommen analoge Sync-Ein- und -Ausgänge sowie drei zuweisbare Trigger-Ausgänge. Über USB sind außerdem Firmware-Updates und die Übertragung von Gerätdaten vorgesehen.
Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale
- 126 Drum-Sounds laut Handbuch
- 16 Instrumentenplätze pro Soundbank
- Neun Werksbänke und sieben Benutzerbänke
- Eigene Sample-Aufnahme mit grafischer Schnittbearbeitung
- Sample-Stimmung über ±24 Halbtöne
- Bitcrusher mit Reduktion von 12 auf bis zu 1 Bit
- 64-Step-Sequencer mit Echtzeit- und Step-Eingabe
- Probability, Microtiming, Flam, Note Repeat und Polymeter
- Analoges Tiefpass-/Hochpassfilter mit Cutoff-Automation
- Wave Designer mit Attack und Sustain
- Stereo-Hauptausgang und zehn Einzelausgänge
- MIDI In/Out/Thru, USB-MIDI, Sync In/Out und drei Trigger-Ausgänge
Preis und Verfügbarkeit
Ein bestätigter Verkaufspreis und ein konkreter Liefertermin gehen aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Weitere Herstellerinformationen bietet die Produktseite zur Behringer RD-765.
Fazit
Die Behringer RD-765 verbindet einen klassischen Drum-Machine-Workflow mit eigener Sample-Aufnahme und vielseitiger Rhythmusprogrammierung. Besonders die Kombination aus Microtiming, Polymeter, Sample-Bearbeitung und automatisierbarem Analogfilter macht das Konzept für elektronische Musik interessant. Wie überzeugend Klang, Bedienung und Sampling im Alltag zusammenspielen, muss ein Praxistest zeigen.
Weitere interne Links: Roland TR-707, und Roland TR-505
FAQ zur Behringer RD-765
Kann die Behringer RD-765 eigene Samples aufnehmen?
Ja. Über den Sampling-Eingang lassen sich externe Audiosignale aufnehmen, anschließend zuschneiden und Instrumentenplätzen zuweisen.
Ist die RD-765 eine analoge Drum-Machine?
Die RD-765 arbeitet mit Samples und ergänzt diese um ein analoges Filter. Behringer bezeichnet sie daher als hybride Sampling-Drum-Machine.
Eignet sich die RD-765 für ein Setup ohne Computer?
Die Ausstattung ist dafür ausgelegt: Sequencer, Sampling, Song-Verwaltung und Klangbearbeitung stehen direkt am Gerät zur Verfügung. MIDI-, Sync- und Trigger-Anschlüsse ermöglichen die Verbindung mit weiterer Hardware.


Würde gerne noch wissen, wie groß der interne Speicher ist und ob externe Speicher per USB anschließbar sind. Oder Micro SD Card?
Hallo Jürgen, danke für die Nachfrage! Wir haben dazu das RD-765-Handbuch geprüft. Die Größe des internen Sample-Speichers in MB wird darin nicht genannt. Beschrieben ist lediglich eine „MEM“-Anzeige im Aufnahme-Menü, die den verfügbaren Speicher als verbleibende Aufnahmezeit in Sekunden und Millisekunden anzeigt. Die sieben Benutzer-Soundbänke sagen nichts über die tatsächliche Speicherkapazität aus.
Eine Speichererweiterung per USB-Stick, externer Festplatte oder microSD ist nach den vorliegenden Unterlagen nicht vorgesehen. Einen SD-/microSD-Steckplatz besitzt die RD-765 nicht. Der USB-B-Anschluss dient der Verbindung mit einem Computer, unter anderem für MIDI, Firmware-Updates und Datentransfer. Das Handbuch beschreibt außerdem die Sicherung von Soundbank-Daten am Computer über SynthTribe. Diese Sicherung erweitert jedoch nicht den direkt im Gerät verfügbaren Sample-Speicher.
Zum Vergleich: Für die Behringer LM DRUM nennt das Herstellerhandbuch V1.1 rund 14 MB Speicher für eigene Samples beziehungsweise 310 Sekunden Samplezeit, also fünf Minuten und zehn Sekunden. Das native Sample-Format beträgt 12 Bit/24 kHz mono; Import und Sicherung erfolgen über SynthTribe am Computer. Diese Kapazitätsangabe lässt sich allerdings nicht auf die RD-765 übertragen. Dafür fehlt bislang eine eindeutige Herstellerangabe. Es ist jedoch naheliegend, dass die RD-765 die gleiche Hardware-Basis besitzt. Liebe Grüße!