Karma, Karma, Kurzweil, Chameleon

Herbie Hancocks Live Surround-Sound 2002

Herbie Hancock gehört nicht nur zu den ganz großen Tastenkünstlern, er ist auch ein Technik-Freak und einer der ersten Jazzmusiker, die live mit Surround-Sound aufgetreten sind.

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Herbie Hancock war immer für neue Ideen und Konzeptionen zu haben. Nach seiner akustischen Hardbop-Phase und der Zeit beim wunderbaren Miles Davis Quintett in den 60er-Jahren schockte der geniale Pianist Jazz-Puristen mit wilden Synthesizer-Experimenten. Es entstanden tolle Alben wie Sextant (1972) mit experimentellen, elektronischen Freeform-Tracks, bei denen mit Unterstützung des Westcoast Synth-Spezialisten Patrick Gleeson u. a. ein ARP 2600 eingesetzt wurde, und die Longplayer der erfolgreichen Headhunters-Phase mit bekannten Tracks wie Chameleon, die von einem ganz eigenen, z. T. von Sly Stone inspirierten, synth-lastigen Jazzfunk mit tanzbarer, ultracooler Rhythmik geprägt sind. Die Jazzpolizei hasste auch Hancocks Vocoder-garnierte Disco-Phase und seine von Bill Laswell produzierten Electro-Alben, deren erstes (Future Shock) den von Kraftwerk, Arthur Baker und Mantronix beeinflussten Hit Rockit (1983) enthielt.

Herbie Hancock – Futer 2 Future Live

Hancock kehrte zwischendurch immer mal wieder zum akustischen Jazz zurück (siehe u. a. die V.S.O.P.- Reihe), sein Interesse an neuen Musikrichtungen und neuer Technik erlahmte aber nie. Für die Produktion des Future2Future-Longplayers von 2001 versammelte er so unterschiedliche Leute wie Bill Laswell als Produzenten, seine Miles-Davies-Mitstreiter Wayne Shorter und Tony Williams (vom 1997 verstorbenen Williams wurde ein kurz vor seinem Tod aufgenommener Drum-Track verwendet), Chaka Khan, Dana Bryant, Jack DeJohnette, den britischen Elektronik- Produzenten A Guy Called Gerald und die Detroiter Techno-Ikone Carl Craig, der seine Jazzaffinität ja schon mit seinem jazzigen »Innerzone Orchestra«-Projekt unter Beweis gestellt hatte. Das Ergebnis ist ein sehr interessantes, heterogenes Album mit Stücken unterschiedlicher Qualität, das aber unter dem Strich gelun- gen und aus heutiger Sicht gut gealtert ist.

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Future2Future in Surround.

Noch futu- ristischer war aber die 2002 stattfindende Tour zum Album, denn Hancock, der sich schon jahrelang für diese Technologie inter- essierte, beschloss, das Live-Klangerlebnis zu erweitern und die Möglichkeiten des Surround-Sounds zu nutzen. »Surround sound is what we perceive, it is what is natural, not stereo. When we walk down a street we hear sound all around us, we are immersed in it. That is the dimensional perspective that we need for our music, especially with the live music from Future2Future, since one of the elements we use is environmental sounds.« (Zitat Hancock, Sound On Sound Juli 2001).

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