Was ist die Split-Funktion am Keyboard?

Split-Funktion am Keyboard mit Bass-Sound links und Piano-Sound rechts auf einem modernen Stagepiano

Die Split-Funktion am Keyboard ermöglicht es, die Tastatur in zwei oder mehrere Bereiche aufzuteilen und jedem Bereich einen eigenen Klang zuzuweisen. Dadurch kann ein Musiker beispielsweise mit der linken Hand einen Bass-Sound und mit der rechten Hand ein Piano spielen. Ebenso lassen sich Streicher, Orgeln, Synthesizer-Flächen oder andere Instrumente miteinander kombinieren.

Die Split-Funktion gehört bei vielen Keyboards, Digitalpianos, Stagepianos, Workstations und Synthesizern zur Grundausstattung. Besonders bei Live-Auftritten ist sie praktisch, weil ein einzelner Musiker damit mehrere musikalische Aufgaben gleichzeitig übernehmen kann.

Wie funktioniert die Split-Funktion am Keyboard?

Bei einer normalen Tastatur liegt derselbe Klang über dem gesamten Tonumfang. Ist beispielsweise ein Flügel-Sound ausgewählt, erklingt dieser sowohl in den tiefen als auch in den hohen Lagen.

Wird die Split-Funktion am Keyboard aktiviert, teilt das Instrument die Tastatur an einem bestimmten Punkt. Dieser sogenannte Splitpunkt legt fest, wo der linke Tastaturbereich endet und der rechte beginnt.

Ein typisches Setup könnte so aussehen:

  • Linker Tastaturbereich: E-Bass
  • Rechter Tastaturbereich: Piano
  • Splitpunkt: mittleres C beziehungsweise C3 oder C4, abhängig von der Herstellerbezeichnung

Alle Tasten unterhalb des Splitpunkts spielen anschließend den Bass-Sound. Alle Tasten oberhalb des Splitpunkts steuern den Piano-Sound.

Was ist der Splitpunkt?

Der Splitpunkt ist die Taste, an der die Unterteilung der Tastatur vorgenommen wird. Bei vielen Instrumenten lässt sich dieser Punkt frei verschieben. Dadurch kann der Musiker bestimmen, wie viele Tasten für den linken und rechten Klangbereich zur Verfügung stehen.

Wer mit der linken Hand nur einzelne Basstöne spielt, benötigt dafür möglicherweise lediglich eine Oktave. Für vollständige Akkorde oder komplexere Begleitfiguren sollte der linke Tastaturbereich dagegen größer gewählt werden.

Die Einstellung erfolgt je nach Instrument entweder über eine spezielle Split-Taste, ein Menü oder ein Touchdisplay. Häufig wird die gewünschte Split-Taste gedrückt, während gleichzeitig eine Funktionstaste gehalten wird.

Wofür wird die Split-Funktion verwendet?

Die Split-Funktion kann in unterschiedlichen musikalischen Situationen eingesetzt werden. Besonders verbreitet ist sie bei Alleinunterhaltern, Keyboardern in Bands, Kirchenmusikern und Musikern, die bei einem Auftritt mehrere Sounds gleichzeitig benötigen.

Bass und Piano gleichzeitig spielen

Eine der bekanntesten Anwendungen ist die Kombination aus Bass und Piano. Dabei übernimmt die linke Hand die Basslinie, während die rechte Hand Akkorde oder Melodien auf einem Piano- oder E-Piano-Sound spielt.

Diese Aufteilung eignet sich besonders für kleinere Besetzungen, in denen kein eigener Bassist vorhanden ist. Auch beim Üben kann sie hilfreich sein, weil Basslinien und Akkorde unmittelbar miteinander verbunden werden.

Orgel und Synthesizer kombinieren

In Rock-, Pop- und Progressive-Bands wird die Tastatur häufig in einen Orgel- und einen Synthesizer-Bereich geteilt. So kann der Musiker beispielsweise in der unteren Lage eine Hammond-Orgel spielen und in der oberen Lage einen Lead-Synthesizer einsetzen.

Dadurch ist während eines Songs kein aufwendiger Soundwechsel notwendig. Beide Klänge stehen direkt zur Verfügung und können jederzeit gespielt werden.

Piano und Streicher aufteilen

Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination aus Piano und Streichern. Während auf einem Tastaturbereich ein akustisches Piano erklingt, kann der zweite Bereich für Streicherflächen oder orchestrale Akzente genutzt werden.

Allerdings wird für eine solche Kombination häufig auch die Layer-Funktion verwendet. Ob Split oder Layer sinnvoller ist, hängt davon ab, ob die Sounds getrennt oder gleichzeitig über denselben Tastenbereich gespielt werden sollen.

Begleitautomatik und Split-Funktion

Bei Arranger-Keyboards ist die Split-Funktion eng mit der Begleitautomatik verbunden. In vielen Fällen erkennt das Instrument im linken Tastaturbereich die gespielten Akkorde. Der rechte Bereich steht dagegen für Melodien oder Soloklänge zur Verfügung.

Der Splitpunkt bestimmt dabei, welche Tasten zur Akkorderkennung gehören. Wird er ungünstig gesetzt, kann es passieren, dass Akkorde nicht korrekt erkannt werden oder für die rechte Hand zu wenig Platz bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen Split und Layer?

Split und Layer werden häufig verwechselt, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.

Split teilt die Tastatur

Bei einem Split werden die Sounds räumlich voneinander getrennt. Ein Klang liegt beispielsweise auf der linken Seite der Tastatur, während ein anderer Klang auf der rechten Seite gespielt wird.

Beispiel:

  • Links: Bass
  • Rechts: Piano

Beide Sounds werden nicht über dieselben Tasten gespielt.

Layer legt Klänge übereinander

Bei der Layer-Funktion, die je nach Hersteller auch Dual, Stack oder Voice Layer genannt wird, liegen zwei oder mehr Klänge gleichzeitig auf demselben Tastaturbereich.

Wird eine Taste gedrückt, erklingen beispielsweise Piano und Streicher gemeinsam. Dadurch entstehen breite und komplexe Klangkombinationen.

Beispiel:

  • Gesamte Tastatur: Piano und Streicher gleichzeitig

Viele moderne Instrumente ermöglichen außerdem eine Kombination aus Split und Layer. So kann links ein Bass erklingen, während rechts Piano und Streicher übereinandergelegt werden.

Welche Instrumente bieten eine Split-Funktion?

Eine Split-Funktion findet sich bei zahlreichen elektronischen Tasteninstrumenten. Der genaue Funktionsumfang unterscheidet sich jedoch deutlich.

Digitalpianos

Viele Digitalpianos bieten eine einfache Aufteilung in zwei Tastaturbereiche. Häufig lassen sich dabei ein Bass-Sound für die linke und ein Piano-, Orgel- oder Streicherklang für die rechte Hand auswählen.

Einige Digitalpianos besitzen zusätzlich einen Twin-Piano- oder Duo-Modus. Dieser teilt die Tastatur jedoch nicht in unterschiedliche Sounds, sondern in zwei identische Tonbereiche. Dadurch können beispielsweise Lehrer und Schüler gleichzeitig in derselben Tonlage spielen.

Stagepianos

Stagepianos besitzen meistens umfangreichere Split-Möglichkeiten. Neben mehreren Tastaturzonen lassen sich häufig Lautstärke, Oktavlage, Effekte und Pedalzuweisungen für jeden Bereich separat einstellen.

Professionelle Stagepianos erlauben teilweise drei, vier oder noch mehr Zonen. Diese können interne Sounds oder externe MIDI-Instrumente ansteuern.

Workstations und Synthesizer

Workstations und leistungsfähige Synthesizer bieten häufig besonders flexible Split-Konfigurationen. Mehrere Sounds können auf unterschiedliche Tastaturbereiche verteilt, überlappt oder miteinander kombiniert werden.

Solche Einstellungen werden oft als Performance, Combination, Multi, Live Set oder Registration gespeichert. Dadurch lässt sich ein vollständiges Setup für einen Song mit einem einzigen Tastendruck aufrufen.

Arranger-Keyboards

Bei Arranger-Keyboards wird die Tastatur üblicherweise in einen Begleitbereich und einen Melodiebereich geteilt. Hochwertige Modelle ermöglichen zusätzlich mehrere Klänge für die rechte Hand sowie einen separaten Bass- oder Lower-Sound für die linke Hand.

MIDI-Masterkeyboards

Auch MIDI-Masterkeyboards können über Split-Zonen verfügen. Dabei erzeugt das Keyboard selbst möglicherweise keinen Klang. Stattdessen senden die verschiedenen Tastaturbereiche MIDI-Daten auf unterschiedlichen Kanälen.

So kann der untere Bereich beispielsweise einen Software-Synthesizer mit Bass-Sound und der obere Bereich ein virtuelles Piano ansteuern.

Welche Einstellungen sind bei einem Keyboard-Split wichtig?

Ein Split besteht nicht nur aus der Auswahl zweier Sounds. Damit sich das Setup musikalisch sinnvoll spielen lässt, sollten mehrere Parameter angepasst werden.

Lautstärke der Bereiche

Bass-, Piano-, Orgel- und Synthesizer-Sounds besitzen unterschiedliche Lautstärken und Dynamiken. Deshalb sollte das Lautstärkeverhältnis zwischen den Split-Bereichen sorgfältig eingestellt werden.

Ein zu lauter Bass kann den gesamten Mix dominieren. Ein zu leiser Klang auf der rechten Seite setzt sich dagegen möglicherweise nicht gegen Schlagzeug und Gitarren durch.

Oktavlage und Transposition

Nach dem Aufteilen der Tastatur steht jedem Sound nur noch ein begrenzter Tonumfang zur Verfügung. Durch eine Oktavverschiebung kann der Klang in eine passende Lage gebracht werden.

Ein Bass-Sound lässt sich beispielsweise eine Oktave nach unten transponieren, obwohl er auf Tasten im mittleren Bereich gespielt wird. Ein Synthesizer-Lead kann entsprechend eine Oktave nach oben verschoben werden.

Anschlagdynamik

Nicht jeder Sound reagiert gleich auf die Anschlagstärke. Während ein Piano eine große Dynamik benötigt, soll ein Orgel-Sound häufig unabhängig von der Anschlagstärke mit gleichbleibender Lautstärke erklingen.

Bei umfangreich ausgestatteten Instrumenten kann die Anschlagdynamik für jede Zone separat eingestellt werden.

Effekte

Hall, Delay, Chorus, Verzerrung und andere Effekte sollten ebenfalls an die jeweiligen Sounds angepasst werden. Ein Bass benötigt in der Regel weniger Hall als eine Streicherfläche. Ein Lead-Synthesizer profitiert dagegen möglicherweise von einem synchronisierten Delay.

Pedalzuweisung

Bei komplexeren Setups ist es wichtig, festzulegen, auf welchen Tastaturbereich ein Sustain- oder Expression-Pedal wirkt.

Soll das Sustain-Pedal nur das Piano halten, darf der Bassbereich möglicherweise nicht auf das Pedal reagieren. Andernfalls können tiefe Töne ungewollt ineinander übergehen und den Klang undeutlich machen.

Wie richtet man einen Split am Keyboard ein?

Die genaue Vorgehensweise hängt vom Hersteller und Modell ab. Grundsätzlich läuft die Einrichtung jedoch meistens nach einem ähnlichen Schema ab.

Zunächst werden die gewünschten Sounds ausgewählt. Anschließend wird die Split-Funktion aktiviert und der Splitpunkt festgelegt. Danach sollten Lautstärke, Oktavlage, Effekte und gegebenenfalls Pedalzuweisungen kontrolliert werden.

Bei Instrumenten mit Speicherplätzen sollte das fertige Setup als Performance, Registration oder Live Set gespeichert werden. Andernfalls können die Einstellungen nach dem Ausschalten oder nach einem Programmwechsel verloren gehen.

Welche Vorteile bietet die Split-Funktion?

Die Split-Funktion am Keyboard ermöglicht es, mehrere Instrumentenrollen mit nur einem Tasteninstrument zu übernehmen. Dadurch wird weniger Equipment benötigt, und Soundwechsel während eines Songs lassen sich reduzieren.

Vor allem bei Live-Auftritten sorgt ein gut vorbereitetes Split-Setup für einen flüssigen Ablauf. Der Musiker kann unmittelbar zwischen Basslinien, Akkorden, Flächen und Soloklängen wechseln, ohne ein Menü öffnen oder ein zusätzliches Keyboard verwenden zu müssen.

Darüber hinaus unterstützt die Funktion das Arrangieren und Komponieren. Unterschiedliche musikalische Ebenen können gleichzeitig ausprobiert werden, wodurch sich Harmonien und Klangkombinationen unmittelbar beurteilen lassen.

Welche Nachteile kann ein Keyboard-Split haben?

Durch die Aufteilung steht jedem Klang nur ein begrenzter Tastaturumfang zur Verfügung. Auf einem Keyboard mit 61 Tasten kann ein Split deshalb schnell eng werden. Besonders bei anspruchsvollen Piano-Passagen fehlen möglicherweise tiefe oder hohe Töne.

Außerdem erfordert das Spielen unterschiedlicher Sounds mit beiden Händen eine gute Koordination. Die linke Hand übernimmt nicht immer dieselbe Aufgabe wie beim klassischen Klavierspiel. Bei einem Bass-Piano-Split muss sie beispielsweise einzelne Basslinien spielen, während die rechte Hand Akkorde oder Melodien übernimmt.

Ein weiterer Nachteil entsteht, wenn der Splitpunkt während eines Songs ungünstig liegt. Einzelne Passagen können genau den Ton benötigen, der bereits dem anderen Klangbereich zugeordnet ist. In diesem Fall helfen alternative Splitpunkte, Oktavverschiebungen oder mehrere gespeicherte Setups.

Tipps für die Verwendung der Split-Funktion

Der Splitpunkt sollte so gewählt werden, dass beide Hände ausreichend Bewegungsfreiheit besitzen. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Sounds nicht nur allein, sondern auch im Zusammenhang mit der Band oder dem Playback abzustimmen.

Besonders wichtig ist ein ausgewogenes Lautstärkeverhältnis. Ein Klang, der zu Hause gut ausbalanciert wirkt, kann sich im Proberaum oder auf der Bühne anders verhalten. Deshalb sollten Split-Setups nach Möglichkeit über die verwendete PA-Anlage oder den Bühnenmonitor getestet werden.

Außerdem lohnt es sich, häufig verwendete Kombinationen abzuspeichern und eindeutig zu benennen. Statt allgemeiner Namen wie „Performance 01“ sind Bezeichnungen wie „Songname – Bass/Piano“ oder „Intro – Pad/Lead“ im Live-Betrieb deutlich übersichtlicher.

Fazit: Was ist die Split-Funktion am Keyboard?

Die Split-Funktion am Keyboard teilt die Tastatur in mehrere Bereiche, denen unterschiedliche Sounds zugewiesen werden. Ein typisches Beispiel ist ein Bassklang für die linke und ein Piano für die rechte Hand.

Die Funktion ist vor allem für Live-Musiker, Alleinunterhalter, Band-Keyboarder und Produzenten hilfreich. Je nach Instrument lassen sich nicht nur zwei Sounds, sondern mehrere Zonen mit eigenen Lautstärken, Oktavlagen, Effekten und MIDI-Kanälen einrichten.

Während einfache Keyboards meist nur eine grundlegende Aufteilung erlauben, bieten Stagepianos, Workstations und Synthesizer umfangreiche Möglichkeiten. Richtig eingestellt kann ein Keyboard-Split mehrere Instrumente ersetzen und den Wechsel zwischen verschiedenen Klangaufgaben erheblich vereinfachen.

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FAQ zur Split-Funktion am Keyboard

Was bedeutet Split bei einem Keyboard?

Split bedeutet, dass die Tastatur in mindestens zwei Bereiche aufgeteilt wird. Jedem Bereich kann ein eigener Sound zugewiesen werden, beispielsweise Bass links und Piano rechts.

Was ist ein Splitpunkt?

Der Splitpunkt legt fest, an welcher Taste der eine Klangbereich endet und der andere beginnt. Bei vielen Keyboards lässt sich diese Taste frei auswählen.

Was ist der Unterschied zwischen Split und Dual?

Bei Split liegen unterschiedliche Sounds auf getrennten Tastaturbereichen. Im Dual- oder Layer-Modus erklingen mehrere Sounds gleichzeitig über denselben Tastenbereich.

Kann man Split und Layer gleichzeitig verwenden?

Viele moderne Keyboards, Stagepianos und Workstations erlauben eine Kombination. Links kann beispielsweise ein Bass liegen, während rechts Piano und Streicher gleichzeitig erklingen.

Kann jedes Keyboard die Tastatur aufteilen?

Nein. Sehr einfache Keyboards oder MIDI-Controller besitzen möglicherweise keine eigene Split-Funktion. Bei MIDI-Keyboards kann die Aufteilung teilweise über eine DAW oder eine Musiksoftware eingerichtet werden.

Wie viele Split-Bereiche sind möglich?

Einfache Instrumente bieten meistens zwei Bereiche. Professionelle Stagepianos, Synthesizer und Workstations können häufig vier oder mehr Tastaturzonen verwalten.

Kann ein Splitpunkt während des Spielens geändert werden?

Technisch ist das bei vielen Instrumenten möglich. Für einen Live-Auftritt ist es jedoch meist sinnvoller, mehrere vorbereitete Performances mit unterschiedlichen Splitpunkten abzuspeichern.

Funktioniert die Split-Funktion auch mit externen Klangerzeugern?

Ja, sofern das Keyboard unterschiedliche MIDI-Zonen und MIDI-Kanäle unterstützt. Dadurch kann jeder Tastaturbereich einen anderen Hardware-Synthesizer oder ein separates Software-Instrument ansteuern.

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