Tutorial: Einstieg ins Eurorack 23 – Trigger-Sequenzer

Einstieg ins Eurorack Tutorial Workshop

In dieser Folge unseres Tutorials geht es erneut um Sequenzer, allerdings für einen anderen Anwendungsbereich. Während CV-Sequenzer für Melodien und Modulationen verwendet werden, kommen Trigger-Sequenzer bei rhythmischen Aufgaben zum Einsatz.

Wofür braucht man Trigger-Sequenzer?

In der vorherigen Folge ging es um CV-Sequenzer, die in der Regel auch Trigger-Signale erzeugen können. Für eine Notenfolge benötigt man nämlich sowohl Tonhöhen als auch Rhythmus. Trigger-Sequenzer beschränken sich auf Letzteres und haben somit ein anderes Anwendungsgebiet.

Mithilfe der Trigger-Signale des Sequenzers werden Impulse in einem bestimmten Rhythmus ausgegeben. Damit lassen sich unterschiedliche Arten von Modulen ansteuern. Ganz oben auf der Liste stehen Drum-Module, die Kicks, Snares, Hi-Hats oder komplette Drum-Kits erzeugen. Jeder Impuls löst den entsprechenden Sound aus. Dieses Prinzip ist von Drum-Maschinen bekannt, Stichwort: Lauflichtprogrammierung.

Trigger-Sequenzer Eurorack
Eine Aufgabe – unterschiedliche Konzepte (Bilder: Hersteller)

Darüber hinaus lassen sich auch andere Module per Sequenzer triggern. Dazu gehören Hüllkurven, die einen Signalverlauf steuern, Sequential Switch und Clock Divider/Multiplier, die den Rhythmus teilen oder vervielfachen, LFOs mit Reset-Funktion, Shift Register, Logik-Module und ähnliche Module mit entsprechenden Eingängen.

Trigger vs. Gate

Diese beiden Signale sind sich ähnlich, weshalb es manchmal zur begrifflichen Verwechslung kommt. Trigger und Gate haben nur zwei Zustände: an oder aus. Das Signal beträgt in der Regel 5 Volt im „On“-Zustand und 0 Volt im „Off“-Zustand. Der Unterschied besteht in der Länge. Während ein Trigger ein kurzer Impuls mit fester Länge ist, bleibt ein Gate-Signal so lange „On”, wie es angesteuert wird. Beispiel Notenlänge: Gate bleibt für die Dauer der gehaltenen Keyboard-Taste bestehen, bis diese losgelassen wird.

Ein Gate-Signal kann also auch als Trigger verwendet werden. Da beim Trigger jedoch die Länge fehlt, ist dieser nicht für Gate-Aufgaben geeignet.

Trigger-Sequenzer 3
Bei der Ausstattung wird so manche Drum-Maschine neidisch (Bilder: Hersteller)

Mehr als eine Reihe

Da ein Trigger-Sequenzer in den allermeisten Fällen mehr als ein Modul ansteuern muss, benötigt er mehrere Reihen. Jede Reihe gibt ihren eigenen Impuls-Rhythmus aus, sodass beispielsweise ein Beat mit einem kompletten Drum-Kit erzeugt werden kann. Es sollten mindestens vier Reihen vorhanden sein, für richtig gute Beats sind jedoch acht oder zwölf besser.

Die Reihen des Sequenzers laufen parallel. Sie sind grundsätzlich synchron zueinander, es gibt jedoch auch Tricks, um sie variabel zu gestalten. Damit lassen sich komplexere Strukturen, Abwechslung und sogar Überraschungsmomente erreichen. Durch unterschiedliche Längen der Reihen (Anzahl der Steps) ergeben sich Verschiebungen, die auch als Polyrhythmik bezeichnet werden. Unterschiedliche Laufrichtungen (vorwärts, rückwärts, pendeln) setzen sich die Muster neu zusammen. Und bei unterschiedlichen Auflösungen (8tel, 16tel, 32tel usw.) werden zudem Double- und Half-Speed-Muster innerhalb eines Beats möglich.

Die meisten Sequenzer laufen mit einer internen Clock, die sie auch ausgeben können, um damit andere Sequenzer zu synchronisieren. Wird ein Clock-Eingang gepatcht, läuft der Sequenzer wiederum synchron zu einem externen Clock-Signal. Ebenso lassen sich Start, Stop und Reset (Zurücksetzen auf Step 1) über externe Quellen steuern.

Trigger-Sequenzer 2
Das A-157 ist die Eurorack-Version des legendären „Schaltwerk“ / Behringer hat den Sequenzer aus der RD-9 als Modul ausgekoppelt (Bilder: Hersteller)

Wer mit seinem Eurorack-System Rhythmus-orientiert arbeitet und einige Drum-Module und ungenutzte Trigger-Engänge ihrer Bestimmung zuführen will, sollte darüber nachdenken, ob ein separater Trigger-Sequenzer eine sinnvolle Ergänzung des Setups sein könnte.


Unter diesem Link findet ihr eine Auswahl an Sequenzer-Modulen bei MUSIC STORE professional.


Unter diesen Links könnt ihr die bisherigen Teile unserer Tutorial-Reihe nachlesen:

22 – CV-Sequenzer

21 – Controller

20 – Drums

19 – Synth Voice

18 – Clock

17 – Waveshaper

16 – Sample & Hold

15 – MIDI/CV-Interface

14 – Multiple

13 – VCA

12 – LFO

11 – Hüllkurve

10 – Filter (3)

9 – Filter (2)

8 – Filter (1)

7 – Ring Modulator

6 – Noise Generator

5 Mixer für CV

4 – Mixer für Audio

3 – digitale Oszillatoren

2 – der VCO

1 – die erste Entscheidung

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