Yamaha YCM705 Test: Präzises Großmembran-Mikrofon für Studio und Recording
Yamaha YCM705 Test: Wer ein Großmembran-Kondensatormikrofon für Studio und Recording sucht, schaut meist auf drei Dinge: Klang, Praxistauglichkeit und Ausstattung. Genau deshalb finde ich das Yamaha YCM705 spannend. Das Mikrofon setzt auf eine 1-Zoll-Großmembran-Kondensatorkapsel, arbeitet mit fester Nierencharakteristik und deckt laut Handbuch den Bereich von 20 Hz bis 20 kHz ab. Dazu kommen ein schaltbares PAD mit 0, -10 und -20 dB sowie ein zuschaltbarer Hochpass bei 80 Hz und 160 Hz. Für mich ist das ein klares Signal, dass Yamaha das YCM705 nicht nur für Vocals, sondern ebenso für Streaming, Podcasting und vielseitige Recording-Anwendungen positioniert.
Erster Eindruck: studioorientiert und durchdacht
Schon auf den ersten Blick wirkt das Yamaha YCM705 wie ein Mikrofon, das sich bewusst an ambitionierte Anwender richtet. Ich mag daran vor allem, dass Yamaha nicht nur auf eine hochwertige Kapsel setzt, sondern das Gesamtpaket sinnvoll zu Ende denkt. Das robuste Metallgehäuse verspricht eine solide Alltagstauglichkeit, und zugleich fällt das Design angenehm eigenständig aus. Gerade im Studio finde ich es wichtig, dass ein Mikrofon nicht nur gut klingt, sondern auch mechanisch Vertrauen schafft. Genau diesen Eindruck vermittelt mir das YCM705.
Dazu passt, dass Yamaha das Mikrofon nicht nackt ausliefert. Im Lieferumfang sind neben dem Mikrofon selbst eine elastische Aufhängung, ein Plosivfilter, eine Mikrofontasche, ein Gewindeadapter von 5/8″ auf 3/8″ sowie Ersatz-Gummiringe für die Aufhängung enthalten. Ich finde das im Recording-Alltag besonders praktisch, denn dadurch kann man direkt loslegen und muss nicht erst wichtiges Basiszubehör nachkaufen.
Klangansatz: detailreich, kontrolliert und flexibel
Auch wenn ein endgültiges Klangurteil immer von Raum, Preamp, Stimme und Signalquelle abhängt, halte ich den technischen Ansatz des Yamaha YCM705 für sehr schlüssig. Die 1-Zoll-Kapsel mit goldbedampfter Membran zielt klar auf detailreiche Aufnahmen ab. Außerdem spricht der Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz dafür, dass Yamaha ein breit einsetzbares Studiomikrofon liefern will, das Sprache, Gesang und Instrumente ausgewogen abbilden kann. Ich würde das YCM705 daher in erster Linie für Vocals, Spoken Word, Akustikgitarre und Content-Produktion ins Auge fassen.
Besonders interessant finde ich, dass das Mikrofon laut Handbuch eine Empfindlichkeit von 24 mV/Pa besitzt und mit einem äquivalenten Rauschpegel von 12 dBA arbeitet. Für mich sind das Werte, die auf eine saubere, fein auflösende Arbeitsweise im Studio hindeuten. Hinzu kommt ein Dynamikbereich von bis zu 128 dB mit aktiviertem -20-dB-PAD. Gerade bei wechselnden Signalquellen ist das ein echter Vorteil, weil ein Mikrofon dadurch nicht sofort an seine Grenzen kommt.
Yamaha YCM705 Test – Im Recording-Alltag besonders wichtig: PAD und Low-Cut
Im Studio sind es oft nicht die reinen Werbeversprechen, sondern die kleinen Schalter am Mikrofon, die den Unterschied machen. Genau deshalb gefällt mir das Yamaha YCM705 konzeptionell so gut. Das PAD lässt sich auf 0, -10 oder -20 dB stellen. Dadurch können auch lautere Schallquellen besser kontrolliert aufgenommen werden. Yamaha nennt beim maximalen Schalldruckpegel 120 dB ohne PAD, 130 dB mit -10 dB und 140 dB mit -20 dB. Aus meiner Sicht macht das das Mikrofon deutlich flexibler, weil man eben nicht nur leise Vocals, sondern auch druckvollere Signale im Blick behalten kann.
Ebenso praxisnah ist der Hochpassschalter. Der lässt sich ausschalten oder auf 80 Hz beziehungsweise 160 Hz setzen. Ich schätze solche Filter sehr, weil sie bereits an der Quelle tieffrequente Störanteile reduzieren können. Das ist vor allem bei Sprache, Gesang und Home-Recording wichtig, wenn Trittschall, Klimaanlagen, Tischvibrationen oder unruhige Räume ins Signal eingreifen. Im Handbuch weist Yamaha sogar ausdrücklich darauf hin, dass sich der Hochpass zur Reduzierung von Bodenvibrationen und Störgeräuschen eignet. Genau solche Details machen für mich den Unterschied zwischen einem reinen Datenblatt-Mikrofon und einem Werkzeug, das im Alltag wirklich hilft.
Eignung für Studio, Streaming und Content-Produktion
Ich sehe die Stärke des Yamaha YCM705 vor allem dort, wo ein Mikrofon möglichst viele Aufgaben zuverlässig abdecken soll. Für klassische Studioanwendungen wie Gesang oder Sprachaufnahmen bringt es die richtige Grundausstattung mit. Gleichzeitig passt die feste Nierencharakteristik gut zu Streaming- und Podcast-Setups, weil sie den Fokus klar auf die Schallquelle vor dem Mikrofon legt. Wer also ein Mikrofon sucht, das im Homestudio ebenso funktioniert wie am Streaming-Arbeitsplatz, bekommt hier ein sehr modernes Gesamtpaket.
Für mich ist genau diese Vielseitigkeit ein starkes Argument. Denn viele Musiker, Produzenten und Content-Creator arbeiten heute nicht mehr nur in einem einzigen Szenario. Mal geht es um eine Vocal-Spur, dann um Voice-over, dann wieder um einen Livestream. Deshalb finde ich es sinnvoll, wenn ein Mikrofon nicht zu speziell ausgelegt ist. Das YCM705 wirkt auf mich genau wie so ein Allrounder mit Studio-Schwerpunkt.
Was mir am Konzept des Yamaha YCM705 gefällt
Ich finde die Kombination aus Großmembran-Kapsel, Nierencharakteristik, PAD und zweistufigem Low-Cut besonders gelungen. Gerade für ein Studio- oder Recording-Mikrofon ist das eine Ausstattung, die im Alltag wirklich zählt. Hinzu kommt der vollständige Lieferumfang mit Spinne und Popschutz. Das spart Geld, reduziert Hürden beim Einstieg und macht das Mikrofon für viele Setups sofort interessant.
Außerdem überzeugt mich der technische Rahmen. 48-Volt-Phantomspeisung ist im Studiobereich Standard, die Ausgangsimpedanz liegt bei 200 Ohm oder weniger, und der symmetrische 3-polige XLR-Ausgang passt sauber in klassische Audio-Setups. Ich mag es, wenn ein Mikrofon nicht unnötig kompliziert sein will, sondern sich sauber in vorhandene Recording-Ketten einfügt. Genau diesen Eindruck hinterlässt das YCM705 bei mir.
Yamaha YCM705 im Test: Was ich vor dem Kauf beachten würde
Trotz des positiven Gesamteindrucks würde ich einen Punkt ganz klar im Blick behalten: Das Yamaha YCM705 ist ein Mikrofon mit fester Nierencharakteristik. Wer zwingend zwischen Niere, Acht und Kugel umschalten möchte, bekommt hier also kein Multi-Pattern-Modell. Für mich ist das im Studio nicht automatisch ein Nachteil, denn viele Musiker brauchen ohnehin vor allem eine gut funktionierende Nierencharakteristik. Trotzdem sollte man diesen Punkt vor dem Kauf kennen – Stereomikrofonie wie M/S oder AB lassen sich mit schaltbarer Charakteristik besser umsetzen.
Außerdem benötigt das Mikrofon 48-Volt-Phantomspeisung. Das ist bei Kondensatormikrofonen normal, aber eben nicht mit jedem beliebigen Recorder oder Interface selbstverständlich. Ich würde daher vorab prüfen, ob das eigene Setup das YCM705 sauber versorgen kann.
Specs des Yamaha YCM705
- 1-Zoll-Großmembran-Kondensatormikrofon mit DC-Vorspannung
- feste Nierencharakteristik
- Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz
- PAD: 0 / -10 / -20 dB
- Hochpassfilter: 80 Hz / 160 Hz, 6 dB/Okt.
- Empfindlichkeit: 24 mV/Pa bei 1 kHz
- Max. SPL: 120 / 130 / 140 dB
- Äquivalenter Rauschpegel: 12 dBA
- Dynamikbereich: 108 / 118 / 128 dB
- Signal-Rausch-Abstand: 82 dB
- Phantomspeisung: 48 V
- Stromaufnahme: 4 mA
- Anschluss: 3-polige symmetrische XLR-Ausgangsbuchse
- Gewicht: 671 g, mit elastischer Aufhängung 842 g
- Lieferumfang: Mikrofon, elastische Aufhängung, Plosivfilter, Mikrofontasche, Gewindeadapter, Ersatz-Gummiringe, Handbuch
Fazit: Für mich ein starkes Studiomikrofon mit praxisnaher Ausstattung
Im Yamaha YCM705 Test überzeugt mich vor allem das Gesamtbild. Ich sehe hier kein überladenes Lifestyle-Mikrofon, sondern ein ernsthaft ausgestattetes Großmembran-Kondensatormikrofon für Studio, Recording, Streaming und Podcast. Besonders gut gefällt mir, dass Yamaha nicht nur eine 1-Zoll-Kapsel verbaut, sondern mit PAD, Low-Cut, Spinne und Popschutz direkt an die Praxis denkt.
Wenn ich ein Mikrofon für ein modernes Home- oder Project-Studio suchen würde, stünde das Yamaha YCM705 für mich definitiv auf der Liste. Vor allem Nutzer, die Gesang, Sprache und akustische Instrumente aufnehmen und zugleich Wert auf ein sauberes Komplettpaket legen, dürften sich hier gut aufgehoben fühlen. Für mich ist das YCM705 deshalb ein interessantes Recording-Mikrofon, das Studio-Tauglichkeit und Content-Flexibilität überzeugend zusammenbringt.
Pro
- Solides Kondensatormikrofon
- Pad und Low-Cut
- Spinne und Popschutz inklusive
Contra
- Nierencharakteristik in vielen Fällen ausreichend
Link zur Herstellerseite: YCM705 – Übersicht – Mikrofone – Produkte – Streaming & Gaming – Audio – Yamaha – Deutschland


FAQ zum Yamaha YCM705
Ist das Yamaha YCM705 für Gesang geeignet?
Ja, aus meiner Sicht ist das Mikrofon sehr gut für Gesang geeignet. Die 1-Zoll-Großmembran, die feste Nierencharakteristik und der breite Frequenzgang sprechen klar für Vocal-Anwendungen im Studio. Dazu hilft der mitgelieferte Plosivfilter, störende Luftstöße besser zu kontrollieren.
Eignet sich das Yamaha YCM705 auch für Podcast und Streaming?
Ja, genau dafür ist es ebenfalls interessant. Yamaha nennt im Handbuch ausdrücklich Musikproduktion und Live-Streaming als Einsatzbereiche. Ich halte das Mikrofon deshalb für eine gute Lösung, wenn Sprache und Studio-Qualität gleichermaßen wichtig sind.
Kann das Yamaha YCM705 laute Schallquellen aufnehmen?
Ja. Durch das schaltbare PAD mit -10 dB und -20 dB steigt der maximal verarbeitbare Schalldruckpegel auf bis zu 140 dB. Für mich ist das ein deutlicher Pluspunkt, weil das Mikrofon dadurch flexibler auf verschiedene Signalquellen reagiert.
Braucht das Yamaha YCM705 Phantomspeisung?
Ja, das Mikrofon benötigt 48-Volt-Phantomspeisung. Ohne ein Audio-Interface, Mischpult oder einen Preamp mit entsprechender Versorgung lässt es sich nicht korrekt betreiben.
Was gehört beim Yamaha YCM705 zum Lieferumfang?
Im Paket sind das Mikrofon, eine elastische Aufhängung, ein Plosivfilter, eine Mikrofontasche, ein Gewindeadapter sowie Ersatz-Gummiringe enthalten. Ich finde das erfreulich komplett, weil man damit sofort ins Recording starten kann.
Ist das Yamaha YCM705 eher ein Studio- oder eher ein Streaming-Mikrofon?
Für mich liegt der Schwerpunkt klar auf Studio und Recording, auch wenn Streaming und Podcasting ebenfalls gut abgedeckt werden. Die technischen Daten und die Ausstattung sprechen vor allem Anwender an, die ein ernstzunehmendes Kondensatormikrofon für hochwertige Aufnahmen suchen.
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Leitender Redakteur – keyboards.de
Multiinstrumentalist • Audio Engineer • Kreativer Tüftler • Familienvater • Pen-&-Paper-Enthusiast

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