Er produziert u.a. Primal Scream, remixte zahllose Acts und war eine DJ-Ikone

R.I.P. Andrew Weatherall: britische DJ- und Produzentenlegende gestorben

Er gehörte seit Jahrzehnten zu den Ikonen der elektronischen Musik: der englische DJ und Produzent Andrew Weatherall. Er machte sich einen Namen als Acid House-DJ, gab das Fanzine Boy´s Own heraus und produzierte u.a. das epochale Screamadelica-Album von Primal Scream, das den britischen Rave-Sound prägte.

Anzeige

Er gründete Sabres Of Paradise (die den späteren Dub Techno beeinflussten) und später mit Radioactive Man (Keith Tenniswood) Two Lone Swordsmen, deren Alben auf Warp Kultstatus erreichten. Er startete eine DJ Agentur (Haywire) und sein eigenes Label Rotters Golf Club. Legendär sind auch seine Remixe für Björk, My Bloody Valentine und die Manic Street Preachers und New Order.

Weatherall war Nonkomformist, liebte den Underground und besaß neben seinem schrägem Humor ein profundes musikalisches Wissen; seine abenteuerlustigen, oft mehrere Stunden langen Sets konnten laid back mit Dub Reggae starten und nach Techno- oder Postpunk-Umwegen bei 140 BPM schnellen Electro landen. In Großbritannien hatte er Popstar-Status; wenn man mit ihm unterwegs war, dauerte es nicht lange, bis der Taxifahrer oder der Flughafen-Mitarbeiter ein Autogramm wollte. Wer Glück hatte konnte ihn kürzlich in Köln beim Can-Festival erleben wo er Can-Tracks spielte und kongenial mixte, die selbst intime Kenner der Krautrockmaterie nicht kannten. Sein Freund, der Trainspotting-Autor Irvine Welsh bezeichnete ihn als Genie.

Andrew Weatherall starb am 17.02. in London an einer Lungenembolie. Er wurde 56 Jahre alt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.