Behringer BMX: Hybrid-Sampling-Drum-Machine im Oberheim-DMX-Look
Mit der Behringer BMX deutet sich ein neuer Drumcomputer für alle an, die den rauen Charakter klassischer 80s-Drummachines lieben, aber im Studio- und Live-Alltag nicht auf moderne Funktionen verzichten wollen. Optisch ist das Gerät klar als Hommage an die Oberheim DMX erkennbar – inhaltlich geht Behringer aber einen Schritt weiter: Hybrid-Sampling, 8/12-Bit-Charakter, eigene Samples aufnehmen, dazu analoges Filtering und ein performancelastiger 64-Step-Sequencer. Auf der NAMM 2026 war die BMX bereits als (Vorserien-)Gerät am Behringer-Stand zu sehen.
Retro-DNA, aber für heutige Workflows gebaut
Der Kern der BMX ist ein Sampling-Sound-Engine-Konzept, das gezielt den authentischen 8/12-Bit-Vibe alter Maschinen einfängt – inklusive variabler Samplerate und einer Architektur, die auf acht Stimmen mit eigenen Level- und Pan-Reglern setzt. Genau dieser „körnige Punch“ ist es, der Klassiker à la DMX so begehrt macht: Transienten wirken härter, HiHats bekommen diesen sandigen Schimmer, und Kicks sitzen mit einer kompakten „Digitalkante“ im Mix. Dass Behringer die BMX ausdrücklich als DMX-inspirierte Hommage positioniert, ist seit den frühen Teasern und Prototyp-Hinweisen klar.

Spannend wird’s durch den Hybrid-Ansatz: Neben den „klassisch“ gedachten Drum-Sounds soll die BMX auch eigene Samples aufnehmen und verwalten können (Line/Rec-In). Damit wird aus dem Retro-Drumcomputer eine echte Sampling-Drum-Machine, die sich sowohl für Synthwave/Italo als auch für Electro, Industrial, Techno oder LoFi-Hip-Hop anbietet – überall dort, wo man bewusst „Textur“ statt klinischer Perfektion sucht.
Analoge Wärme: Filter, Wave Designer und FX-Bus pro Stimme
Ein weiterer Fokus liegt auf analoger Signalbearbeitung. Behringer nennt hier Original-Lowpass-Filter (analog) für „Wärme“ und einen integrierten FX-Bus mit Wave Designer sowie einem Dual-Mode Analog Filter, das pro Stimme zuweisbar sein soll. Gerade in einem Setup mit Synthesizern ist das Gold wert: Du kannst einzelne Sounds „nach vorne“ shapen (Wave Designer für Punch/Transienten) oder per Filter musikalisch in den Groove einbetten – statt alles später in der DAW nachzubauen.

Besonders praxisnah: Die BMX soll Filter-Cutoff-Automation live aufnehmen, editieren und wiedergeben können. Heißt: Du drehst am Filter wie an einem Synth und die Bewegungen landen direkt im Pattern – das macht aus einem Drumcomputer ein richtiges Performance-Instrument.
Sequencer & Performance: 64 Steps, Polymeter und Live-Modes
Im Zentrum steht ein 64-Step Drum-Sequencer, der nicht nur „Step an/aus“ kann, sondern in Richtung moderner Groovebox denkt: Poly-Meter, Step-Repeat, Note-Repeat, Real-Time Triggering, Track-Mute/Solo – plus Parameter wie Swing, Probability, Flam und Random für lebendige Patterns. Damit deckt die BMX sowohl klassische DMX-Programmierung als auch generativere, schnell variierende Beats ab, die man sonst eher aus Elektron-Workflows kennt.
Für Live-Performer interessant sind zudem Pattern Mode (Arrangements aus Patterns, Wiederholungen pro Part) und Song Mode (Songs verketten – ideal fürs Set). Dazu kommt eine Auto-Scroll-Funktion, die Improvisation in allen Modi erleichtern soll. Und: 24 anschlagdynamische Pads mit Aftertouch sind ein klares Signal Richtung Fingerdrumming und „hands-on“ Eingriff – also weniger Menü, mehr Spielen.
Studio-Integration: Einzelouts, MIDI/USB und Sync ohne Stress
Damit die BMX nicht nur „eine Box“ bleibt, sondern sich in echte Produktionen einfügt, ist die Anschlussliste erfreulich erwachsen. Besonders wichtig für Recording: 8 separate analoge Ausgänge – perfekt, um Kick/Snare/Hats & Co. einzeln zu komprimieren, zu saturieren oder als Multitrack-Audio aufzunehmen. Dazu kommen MIDI In/Out/Thru plus USB für Sync und DAW-Anbindung sowie mehrere Sync-Optionen (USB/MIDI/Clock/Internal). Genau diese Kombination macht den Unterschied zwischen „Spielzeug“ und ernstzunehmendem Studio-Tool.

Abgerundet wird das Ganze durch ein 128×64 Grafikdisplay (für Editierung ohne Rätselraten) sowie Main Out und Headphone Out auf 6,3 mm Klinke – also direkt „pulttauglich“.
Einordnung: Für wen ist die Behringer BMX interessant?
Wenn du den klassischen DMX-Charakter suchst, aber nicht nur Presets abfeuern willst, zielt die BMX ziemlich genau auf diese Lücke: Vintage-Ästhetik + Sampling + analoges Shaping + moderne Sequencer-Funktionen. In einem Synthesizer-orientierten Setup kann sie:
- als zentraler Taktgeber via MIDI/Clock dienen,
- über Einzelausgänge wie eine „echte“ Drumspur-Session in der DAW landen,
- und durch Sampling + Filter-Automation klanglich deutlich weiter gehen als reine Reissues/Clones.
Gerade für Genres, in denen Drums „Charakter“ tragen sollen (Electro, EBM, Synthwave, frühe House/Techno-Referenzen, experimentelle Beats), wirkt das Konzept sehr schlüssig. Preis: 398,00 EUR
Herstellerlink: Behringer | Product | BMX

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Leitender Redakteur – keyboards.de
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