Denon DJ PRIME 4 G2: Neues Standalone-DJ-System mit Stems, MPCe-Pads und DMX
Denon DJ präsentiert mit dem Denon DJ PRIME 4 G2 die neue Generation seines großen 4-Kanal-Standalone-DJ-Systems. Dabei handelt es sich keineswegs nur um eine optische Überarbeitung des bekannten PRIME-Konzepts. Stattdessen bekommt das Flaggschiff unter anderem einen leistungsfähigeren Prozessor, größere Jogwheels, neue MPCe Performance Pads, Onboard-Stem-Rendering sowie eine direkt integrierte DMX-Schnittstelle (Partnerlink: Was ist DMX?)
Der PRIME 4 G2 richtet sich damit insbesondere an professionelle DJs, Mobile DJs sowie Event- und Club-DJs, die möglichst viele Aufgaben ohne zusätzlichen Laptop erledigen möchten. Denon DJ positioniert das System ausdrücklich als vollständige 4-Deck-Standalone-Lösung.
Offiziell vorgestellt wurde der PRIME 4 G2 Anfang September 2026. Denon spricht dabei von vierfacher Rechenleistung gegenüber der vorherigen Generation.
Denon DJ PRIME 4 G2 mit vier Decks und vier Mixerkanälen
Das Grundkonzept bleibt vertraut: Der Denon DJ PRIME 4 G2 bietet vier Mixerkanäle und kann im Standalone-Betrieb vier Decks verwalten. Für die Bedienung steht in der Mitte ein 10,1 Zoll großes HD-Multi-Touch-Display mit Gestensteuerung zur Verfügung. Das Display löst mit 1.280 × 800 Pixeln auf. Unter der Haube arbeitet jetzt ein 8-Core-ARM-Prozessor mit 4 GB RAM. Die zusätzliche Rechenleistung soll nicht nur für eine schnellere Bedienung und Navigation durch umfangreiche Musikbibliotheken sorgen, sondern ermöglicht vor allem das Rendern von Stems direkt auf dem Gerät. Damit wird der PRIME 4 G2 noch unabhängiger vom Computer. Gerade für Mobile-DJs oder DJs, die ihr Setup möglichst kompakt halten möchten, bleibt das einer der wichtigsten Vorteile des PRIME-Konzepts.
Onboard Stems ohne zusätzlichen Computer
Eine der größten Neuerungen des PRIME 4 G2 ist die umfangreiche Stem-Integration. Tracks lassen sich direkt auf dem Gerät in einzelne Bestandteile zerlegen. Alternativ können die Stems bereits mit Engine DJ Desktop vorbereitet und anschließend auf ein Speichermedium übertragen werden. Dabei bietet Denon DJ eigene Bedienelemente für Acapella und Instrumental. Zusätzlich gibt es einen Stems-Pad-Modus sowie eine Stem-Level-Steuerung über die EQ-Regler. Im Stems-Modus lassen sich Vocals, Melody, Bass und Drums getrennt steuern. So können DJs beispielsweise spontan den Gesang eines Tracks isolieren, ein Instrumental erzeugen oder einzelne Bestandteile für Mashups und Übergänge verwenden. Darüber hinaus stehen Stem-spezifische Effekte zur Verfügung.
Interessant ist außerdem, dass die Stem-Funktion beim PRIME 4 G2 Bestandteil der Hardware-Plattform ist und keine separate Engine-Stems-Lizenz benötigt.
Neue MPCe Performance Pads mit 3D-Sensing
Besonders auffällig sind die 16 MPCe Performance Pads. Denon DJ bezeichnet sie als erste Multi-Zone-Performance-Pads dieser Art in einem Standalone-DJ-System. Die anschlag- und druckempfindlichen Pads arbeiten mit einer 3D-Sensing-Technologie. Dadurch registrieren sie nicht nur, ob ein Pad gedrückt wird, sondern auch dessen Bereich und die Art der Betätigung. Verschiedene Funktionen und Parameter lassen sich dadurch innerhalb eines einzelnen Pads kombinieren. Neben klassischen Funktionen wie Hot Cues, Loops und Rolls stehen mehrere speziell auf die MPCe-Pads zugeschnittene Modi zur Verfügung. Das Benutzerhandbuch nennt insgesamt acht klassische Pad-Modi, sechs MPCe-fähige Pad-Modi und fünf Modi für Engine Lighting.
Beispielsweise lässt sich bei einem Filter Roll abhängig davon, auf welcher Seite des Pads der DJ spielt, gleichzeitig ein Lowpass- oder Highpass-Filter auslösen. Dadurch sollen sich komplexere Performance-Aktionen mit weniger Handgriffen realisieren lassen.
Größere 8-Zoll-Jogwheels mit LED-Anzeigen
Auch die Deck-Sektionen wurden überarbeitet. Der Denon DJ PRIME 4 G2 besitzt nun zwei kapazitive, berührungsempfindliche 8-Zoll-Jogwheels. Damit fallen die Platter größer aus als beim PRIME 4+. Die integrierten Anzeigen stellen unter anderem Wiedergabeposition, Track-Fortschritt, Deck-Zuordnung und Stem-Status dar. So zeigen die Jogwheel-Anzeigen beispielsweise an, ob Vocal-, Melody-, Bass- oder Drum-Stems gerade aktiv sind. Zudem können Hot-Cue-Countdown, Slip-Playhead und Track-Fortschritt visualisiert werden.
Gerade in einem Vier-Deck-Workflow dürfte die zusätzliche visuelle Rückmeldung hilfreich sein, weil wichtige Informationen nicht ausschließlich auf dem zentralen Display beobachtet werden müssen.
Umfangreicher Effektbereich für kreative DJ-Sets
Denon DJ hat außerdem die Effektsektion deutlich erweitert. Der PRIME 4 G2 verfügt über zwei interne Main-FX-Module mit mehr als 25 Effekten. Hinzu kommen Touch FX, Fader FX sowie vier Sweep FX, die direkt den einzelnen Mixerkanälen zugeordnet werden können. Für die Main FX stehen physische Toggle-Schalter zur Verfügung. Effekte lassen sich dadurch entweder dauerhaft aktivieren oder nur kurzzeitig einschalten. Außerdem gibt es Favoriten-Speicher für häufig verwendete Effekte.
Denon nennt insgesamt 26 BPM-synchronisierte Main FX, darunter Echo, Delay, Reverb, Flanger, Phaser, BeatBreak, Backspin, Brake und Crush.
Fader FX erweitern den Performance-Workflow
Interessant sind zudem die Fader FX. Dabei können Channel Fader beziehungsweise Crossfader gleichzeitig zur Effektsteuerung genutzt werden. Somit wird der klassische Mixvorgang unmittelbar mit einem Performance-Effekt kombiniert. Zusammen mit den MPCe-Pads und den Stem-Funktionen rückt Denon DJ den PRIME 4 G2 damit deutlich stärker in Richtung eines Performance-Instruments.
Engine Lighting und DMX direkt integriert
Ein weiteres wichtiges Merkmal des Denon DJ PRIME 4 G2 ist die Lichtsteuerung. Auf der Rückseite befindet sich ein eigener 3-poliger DMX-Ausgang. Über Engine Lighting beziehungsweise SoundSwitch können kompatible DMX-Scheinwerfer deshalb direkt vom DJ-System gesteuert werden. Die interne DMX-Schnittstelle verwaltet ein Universum mit 512 DMX-Kanälen. Darüber hinaus unterstützt das System Philips Hue und Nanoleaf. Mit zusätzlicher SoundSwitch-Hardware sind insgesamt bis zu zwei DMX-Universen beziehungsweise 1.024 Kanäle möglich.
Damit ist die Lichtsteuerung besonders für Mobile-DJs interessant. Musik und Licht können innerhalb eines einzigen Systems verwaltet und synchronisiert werden, ohne zwingend einen separaten Rechner einsetzen zu müssen.
Streaming über WLAN und Bluetooth-Audio
Auch hinsichtlich der Musikquellen zeigt sich der PRIME 4 G2 ausgesprochen flexibel. Das System verfügt über integriertes WLAN mit 2,4 und 5 GHz sowie Bluetooth 5.4. Über Engine DJ lassen sich Streaming-Dienste direkt in die Musikbibliothek integrieren. Zum Start werden unter anderem Amazon Music Unlimited, Apple Music, Beatport, SoundCloud Go+ und TIDAL unterstützt. Spotify ist in den Herstellerunterlagen als kommende Erweiterung aufgeführt.
Bluetooth-Audio kann wiederum einem Mixerkanal zugeordnet werden. Dadurch lässt sich beispielsweise Musik von einem Smartphone oder Tablet in den Mix integrieren. Bluetooth-Tastaturen werden ebenfalls unterstützt.
Musik von USB, SD-Karte oder interner SSD
Bei den Speichermöglichkeiten zeigt sich das neue System ebenfalls großzügig. Vorhanden sind USB-A- und USB-C-Anschlüsse, ein SD-Karten-Slot sowie ein interner Laufwerksschacht. In den PRIME 4 G2 lässt sich eine handelsübliche 2,5-Zoll-SATA-SSD oder HDD einsetzen. Denon empfiehlt insbesondere für die Verwendung der Stem-Funktionen eine SSD. Als Dateisystem wird exFAT empfohlen. Damit kann eine umfangreiche Musikbibliothek dauerhaft im Gerät verbleiben. Gerade bei einem fest installierten Club-System oder einem regelmäßig eingesetzten Mobile-DJ-Setup reduziert das den Bedarf an externen Datenträgern.
Professionelle Audioanschlüsse und ESS-DAC
Beim Audiointerface setzt Denon DJ auf einen ESS ES9017S 32-Bit-D/A-Wandler. Für den symmetrischen Main-Ausgang gibt der Hersteller einen Dynamikumfang von bis zu 119 dB sowie einen maximalen Ausgangspegel von +20 dBu an. Neben dem symmetrischen Main-Ausgang stehen separate Booth- und Zone-Ausgänge zur Verfügung. Außerdem besitzt das System zwei Line/Phono-Eingangspaare, sodass sich beispielsweise Plattenspieler oder zusätzliche Zuspieler integrieren lassen. Zwei Mikrofon-/Instrumenteneingänge ergänzen das Anschlussfeld. Damit dürfte sich der PRIME 4 G2 insbesondere für Hochzeiten, Corporate Events und andere Mobile-DJ-Anwendungen eignen, bei denen neben Musik regelmäßig Mikrofone und weitere Signalquellen benötigt werden.
OmniSource soll Standalone und DJ-Software verbinden
Denon DJ plant darüber hinaus die Integration von OmniSource. Damit soll der PRIME 4 G2 künftig Standalone-Quellen und Computer-basierte DJ-Software flexibler miteinander verbinden. Die Unterstützung für Serato DJ Pro, Algoriddim djay und VirtualDJ ist allerdings nicht Bestandteil des Funktionsumfangs zum Marktstart, sondern für spätere Updates vorgesehen. Zum Launch arbeitet das System zunächst mit Engine DJ; SoundSwitch wird ebenfalls vollständig unterstützt.
Diese Unterscheidung ist wichtig: Wer den PRIME 4 G2 unmittelbar für Serato oder VirtualDJ kaufen möchte, sollte zunächst die entsprechenden Software- und Firmware-Updates abwarten.
Denon DJ PRIME 4 G2: Technische Daten im Überblick
- 4-Kanal- und 4-Deck-Standalone-DJ-System
- 8-Core-ARM-Prozessor
- 4 GB RAM
- 10,1 Zoll HD-Multi-Touch-Display
- Auflösung: 1.280 × 800 Pixel
- zwei 8-Zoll-Jogwheels
- 16 druck- und anschlagdynamische MPCe Performance Pads
- 3D-Sensing-Technologie
- Onboard-Stem-Rendering
- Acapella- und Instrumental-Steuerung
- Stem-Level-EQ und Stem FX
- zwei Main-FX-Module
- mehr als 25 Main FX
- Touch FX, Fader FX und Sweep FX
- ESS ES9017S 32-Bit-DAC
- integriertes WLAN
- Bluetooth 5.4
- integrierter DMX-Ausgang
- Engine Lighting/SoundSwitch
- USB-A und USB-C
- SD/SDHC/SDXC
- interner SATA-3.0-Laufwerksschacht
- Line/Phono-Eingänge
- zwei Mikrofon-/Instrumenteneingänge
- symmetrische Main-, Booth- und Zone-Ausgänge
- Maße: 76,2 × 49,71 × 10,49 cm
- Gewicht: 9,9 kg
Die Abmessungen und das Gewicht werden auch in den Herstellerunterlagen mit 76,2 × 49,71 × 10,49 Zentimetern beziehungsweise 9,9 Kilogramm angegeben.
Preis und Verfügbarkeit des Denon DJ PRIME 4 G2
Der Denon DJ PRIME 4 G2 ist zum Marktstart mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.699,99 Euro angekündigt worden. Die internationale Markteinführung erfolgte Anfang September 2026 über autorisierte Denon-DJ-Händler.
Damit positioniert sich das System klar im professionellen Segment der Standalone-DJ-Workstations.
Weitere Produktinformationen gibt es direkt beim Hersteller:
Denon DJ PRIME 4 G2 – offizielle Produktseite
Fazit: PRIME 4 G2 wird deutlich stärker zum Performance-Instrument
Mit dem Denon DJ PRIME 4 G2 entwickelt Denon DJ sein Standalone-Flaggschiff konsequent weiter. Besonders interessant erscheinen dabei weniger einzelne Detailverbesserungen als vielmehr das Zusammenspiel aus leistungsfähigerer Hardware, Onboard Stems, neuen MPCe Performance Pads, umfangreichen Effekten und integrierter Lichtsteuerung.
Gerade die Möglichkeit, Stems direkt auf dem Gerät zu berechnen, einzelne Track-Bestandteile über dedizierte Bedienelemente zu kontrollieren und gleichzeitig eine DMX-Lichtshow über Engine Lighting zu steuern, erweitert das Einsatzgebiet deutlich.
Dazu kommen größere 8-Zoll-Jogwheels, zahlreiche Streaming- und Speicheroptionen sowie ein umfangreiches Anschlussfeld. Mit 2.699,99 Euro bewegt sich der PRIME 4 G2 allerdings klar im oberen Preisbereich. Für professionelle Mobile-, Event- und Club-DJs, die ein leistungsfähiges DJ-System ohne permanent angeschlossenen Laptop suchen, dürfte der neue PRIME dennoch zu den spannendsten Standalone-Neuvorstellungen des Jahres 2026 gehören.
Externer Link: Professional DJ Equipment | Denon DJ | Embrace The Future

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Leitender Redakteur – keyboards.de
Multiinstrumentalist • Audio Engineer • Kreativer Tüftler • Familienvater • Pen-&-Paper-Enthusiast

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