Mit Steinberg Cubase 16 steht das nächste große Update der Musikproduktionssoftware (DAW) bevor. Im Mittelpunkt stehen Instrument Stacks für mehrschichtige Sounds, zusätzliche Möglichkeiten im MIDI-Editor und eine erweiterte Stem-Trennung. Außerdem ergänzen neue Effektwerkzeuge, eine FM-Library und zahlreiche Detailverbesserungen die DAW. Laut Steinberg sollen Cubase Pro 16, Artist 16 und Elements 16 am 4. November 2026 erscheinen.
Kurzinfo auf einen Blick
Steinberg Cubase 16 soll am 4. November 2026 erscheinen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen Instrument Stacks, Strum- und Stretch-Funktionen im MIDI-Editor sowie eine verbesserte Stem-Trennung mit Piano- und Gitarrenextraktion. Hinzu kommen neue Effekte und FM-Sounds. Die Vollversionen kosten laut Hersteller zwischen 99,99 und 599 Euro; der Funktionsumfang hängt von der Edition ab.
Instrument Stacks: Mehrere Klangerzeuger gemeinsam spielen
Eine der interessantesten Neuerungen für Keyboarder und Synthesizer-Fans sind die Instrument Stacks in Cubase Pro 16 und Artist 16. Damit lassen sich mehrere VST-Instrumente, Sampler-Spuren und Drum-Spuren zu einem gemeinsam spielbaren Stack zusammenfassen. Eine zentrale Steuerung und separate Filtermöglichkeiten für die einzelnen Layer sollen den Umgang mit komplexeren Klangkombinationen vereinfachen.
So könnten beispielsweise ein Synthesizer-Bass, ein perkussiver Sample-Layer und eine zusätzliche Klangtextur gemeinsam gespielt werden. Gerade beim Sounddesign verspricht das einen direkteren Zugang zu mehrschichtigen Sounds, weil die beteiligten Klangerzeuger innerhalb eines gemeinsamen Stacks organisiert sind.
Cubase 16 erweitert den MIDI-Editor
Auch der Key Editor erhält neue Möglichkeiten. Mit Strum lassen sich Akkordnoten zeitlich versetzen, sodass sie weniger starr und stärker wie nacheinander angeschlagene Saiten wirken. Die Funktion reicht laut Hersteller von dezenten Timing-Abweichungen bis zu deutlich hörbaren Strumming-Effekten. Dadurch ergeben sich Anwendungen für Gitarren-Libraries ebenso wie für Harfen, Arpeggio-artige Figuren oder rhythmische Synthesizer-Akkorde.
Hinzu kommt eine Stretch-Funktion, mit der sich Melodien, Basslinien und Akkordfolgen zeitlich dehnen oder verkürzen lassen. Auch Beschleunigungen und Verlangsamungen innerhalb einer Phrase sollen sich mit einer Geste gestalten lassen. Beide Neuerungen sind für Pro, Artist und Elements vorgesehen. Zudem können MIDI-Controller umbenannt werden, damit ihre Bezeichnungen besser zu den verwendeten Instrumenten und zur angeschlossenen Hardware passen.
Verbesserte Stem-Trennung und Spectral AudioWarp
Mit Cubase 16 baut Steinberg die bereits vorhandene Stem-Separation aus. Die Pro-Version soll eine höhere Trennqualität liefern und zusätzlich Piano und Gitarre gezielt extrahieren können. Damit erweitert sich der Spielraum beim Bearbeiten und Remixen fertiger Audiodateien. Einen Überblick über die vorherige Generation bietet unsere Meldung zu Steinberg Cubase 15.
Ebenfalls Cubase Pro 16 vorbehalten sind neue Spectral-AudioWarp-Modi. Sie sollen weitreichende Zeit- und Tonhöhenveränderungen ermöglichen und richten sich damit auch an Produzenten, die Stimmen, Instrumente oder komplette Mixe als Ausgangsmaterial für Sounddesign verwenden. Wie sauber die Ergebnisse bei unterschiedlichen Quellen ausfallen, muss ein Praxistest zeigen.
Die überarbeitete Tempoerkennung steht dagegen in allen drei Editionen zur Verfügung. Sie soll das Anpassen importierter Songs und Aufnahmen an das Projekt vereinfachen.
Neue FM-Sounds, DrumChain und VocalTouch
Für zusätzliche Klänge sorgt die Module-FM-Library für HALion Sonic. Sie enthält mehr als 200 Presets und nutzt die FM-Engine von HALion. Vorgesehen sind unter anderem Leads, Keys, Bässe und Texturen für moderne Produktionen. Die Library gehört zum Lieferumfang von Cubase Pro 16 und Artist 16. Wer die Klangerzeugung dahinter besser verstehen möchte, findet in unserem Tutorial zur FM-Synthese eine passende Einführung.
Mit DrumChain erhalten Pro und Artist außerdem einen auf Drums zugeschnittenen Multieffektprozessor. Steinberg beschreibt ihn als Werkzeug für mehr Punch, Klarheit und Gewicht. VocalTouch ist hingegen in allen drei Editionen vorgesehen und soll eine schnelle, übersichtliche Bearbeitung von Gesang ermöglichen. Fünf neue Sample-Packs und zusätzliche Mastering-Presets ergänzen das Paket.
Omnivocal Basic und Anbindung an Waves Illugen
Omnivocal Basic soll in Cubase Pro, Artist und Elements das schnelle Ausarbeiten von Gesangsideen unterstützen. Ergänzend lassen sich im Key Editor Liedtexte direkt neben MIDI-Noten eingeben und bearbeiten. Dafür sind eine schrittweise Eingabe sowie Bedienelemente für Aussprache und Sprache vorgesehen.
Darüber hinaus erhält Cubase 16 eine Integration des Sample-Generators Waves Illugen. Damit sollen sich eigene Samples erzeugen und mit weniger Unterbrechungen in den Produktionsablauf übernehmen lassen. Laut Steinberg erhalten Nutzer von Cubase 16 in ihrem Steinberg-Konto einen Gutschein für ein zweimonatiges Illugen-Abonnement.
Übersichtlicher einrichten und flexibler mischen
Ein neu gestalteter Einstellungsdialog bündelt Programmeinstellungen, Tastaturbefehle, Projekteinstellungen und Audioverbindungen in einem durchsuchbaren Fenster. Da dieses nicht modal arbeitet, soll die Bedienung des Projekts währenddessen weiterhin möglich sein. Außerdem überarbeitet Steinberg den Audio-Pool und ergänzt kontextbezogene Hilfen sowie eine geführte Einführung.
Für größere Mischprojekte erweitert Cubase Pro 16 die Anzahl der Sends pro Spur von acht auf 16. Gleichzeitig steigt die Zahl der verfügbaren Cue Sends von vier auf acht. Hinzu kommen mehrere Videoausgabeziele für Scoring-Setups.
Alle drei Editionen erhalten zudem Ableton Link zur Synchronisation mit kompatiblen Anwendungen und Geräten sowie den Import von AAC- und M4A-Dateien. Ein erweiterter ASIO-Guard-Puffer soll bei umfangreichen Projekten zusätzliche Reserven schaffen. Ergänzende Hinweise zur Rechnerkonfiguration liefert unser Beitrag Windows für Cubase & Co. optimieren.
Steinberg Cubase 16: Versionen, Preise und Veröffentlichung
Steinberg plant erneut drei Editionen. Die genannten Preise für die Vollversionen verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer:
| Edition | Ausgewählte Neuerungen | Preis |
|---|---|---|
| Cubase Elements 16 | Strum und Stretch, VocalTouch, überarbeitete Tempoerkennung, Ableton Link | 99,99 Euro |
| Cubase Artist 16 | Zusätzlich Instrument Stacks, DrumChain und Module-FM-Library | 299 Euro |
| Cubase Pro 16 | Zusätzlich erweiterte Stem-Trennung, Spectral AudioWarp, 16 Sends und acht Cue Sends | 599 Euro |
Für die Education-Versionen nennt Steinberg 66,99 Euro für Elements, 199 Euro für Artist und 359 Euro für Pro. Veröffentlichung und Bereitstellung der Testversion sind für den 4. November 2026 vorgesehen.
Außerdem ist eine Grace Period ab dem 7. Oktober 2026 geplant: Wer ab diesem Datum eine qualifizierende Lizenz von Cubase 15 oder einer älteren Version aktiviert, soll das Update auf Cubase 16 kostenlos erhalten, sobald es verfügbar ist. Laut Steinberg schließt dies Vollversionen, Education-Lizenzen sowie Updates und Upgrades ein. Entscheidend ist dabei die Aktivierung.
Fazit: Cubase 16 verbindet Sounddesign und praktische Verbesserungen
Steinberg Cubase 16 setzt an mehreren Stellen des Produktionsalltags an. Für Keyboarder und elektronische Musiker sind besonders die Instrument Stacks, die neuen MIDI-Werkzeuge und die FM-Library interessant. Pro-Anwender erhalten darüber hinaus zusätzliche Möglichkeiten für Stem-Bearbeitung, experimentelles Audio-Warping und umfangreiche Mischprojekte. Ob sich das Update lohnt, hängt deshalb vor allem von der genutzten Edition und dem eigenen Workflow ab. Die angekündigten Funktionen sprechen sowohl kreatives Ausprobieren als auch konkrete Anforderungen im Studio an.
Herstellerlink: Creativity First — Our Passion for Music Inspires | Steinberg
FAQ zu Steinberg Cubase 16
Was kostet Steinberg Cubase 16?
Die Vollversionen kosten laut Hersteller 99,99 Euro für Elements, 299 Euro für Artist und 599 Euro für Pro, jeweils inklusive Mehrwertsteuer.
Sind Instrument Stacks in Cubase Elements 16 enthalten?
Nein. Instrument Stacks sind für Cubase Artist 16 und Cubase Pro 16 vorgesehen.
Welche Version bietet die neue Piano- und Gitarrentrennung?
Die erweiterte Stem-Separation mit gezielter Piano- und Gitarrenextraktion gehört zu Cubase Pro 16.
Gibt es ein kostenloses Update (Grace Period) auf Cubase 16?
Es qualifizieren sich entsprechende Aktivierungen von Cubase 15 oder älteren Versionen ab dem 7. Oktober 2026 für die Grace Period. Berechtigte Nutzer sollen Cubase 16 kostenlos erhalten, sobald das Update verfügbar ist.

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