Nuendo 15: Steinberg präsentiert das nächste große Update für die Postproduktion
Steinberg veröffentlicht mit Nuendo 15 die nächste Ausbaustufe seiner professionellen DAW für Audio-Postproduktion, Filmton, Game Audio und Broadcast. Die neue Version soll vor allem dort ansetzen, wo im Produktionsalltag Zeit, Präzision und Übersicht entscheidend sind: beim Dialog-Editing, im Mixing, bei der Session-Verwaltung und beim Import und Export komplexer Medienprojekte. Damit richtet sich Nuendo 15 klar an Anwender, die in der Postproduktion nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig und normgerecht arbeiten müssen.
Analyzer Track und Automation: Mehr Präzision für Dialog und Mischung
Ein zentrales neues Feature ist der Analyzer Track, mit dem sich die Sprachverständlichkeit direkt in Nuendo 15 messen und visuell auswerten lässt. Die zugrunde liegende Technologie stammt vom Fraunhofer IDMT und hilft dabei, problematische Stellen im Dialog sofort zu erkennen. Das ist besonders für Rundfunk, Film und alle Sprachproduktionen interessant, bei denen Verständlichkeit und technische Vorgaben eine wichtige Rolle spielen. Zusätzlich bietet Steinberg neben der Echtzeitanalyse nun auch eine Offline-Analyse mit Anzeige im Analyzer Track, inklusive anpassbarer Schwellenwerte. Dadurch lässt sich Sprachmaterial noch gezielter an Sendestandards und Produktionsvorgaben anpassen.
Überarbeitetes Automationssystem für Filmmischungen
Auch bei der Automation hat Steinberg deutlich nachgelegt. Das überarbeitete System wurde speziell für Filmmischungen optimiert und bringt eine neue, vertikale Darstellung mit, die Platz spart und die Übersicht verbessert. Gleichzeitig wurde der Workflow modernisiert: Parameter lassen sich direkt über berührte Plug-in-Regler auswählen, Automationsdaten können kopiert und eingefügt werden, und auch das gezielte Herausschneiden einzelner Spuren im Latch-Modus ist jetzt möglich. Dadurch wird die Arbeit an komplexen Mischungen flexibler, während visuelle Zustände klarer dargestellt werden.
Convert Channels vereinfacht das Multi-Channel-Management
Eine weitere wichtige Neuerung ist Convert Channels. Mit dieser Funktion können Dateien automatisch an ein gewünschtes Spurlayout angepasst werden. Das heißt konkret: Mehrkanal-Dateien lassen sich aufteilen oder zusammenführen, Surround-Clips können in strukturierte Stems zerlegt oder zu Stereopaaren kombiniert werden. Gerade bei wiederkehrenden Set-up-Prozessen spart das Zeit und reduziert manuelle Arbeitsschritte. Für viele Postproduktions-Setups dürfte das eine der praxisnächsten Verbesserungen in Nuendo 15 sein.
Verbesserter Import und Export für Broadcast und Postproduktion
Darüber hinaus stärkt Steinberg den Bereich Import und Export. Neu ist unter anderem der direkte Import von MXF-Video- und Audiotracks aus OP1a-Containern. Das ist vor allem für professionelle Broadcast- und Postproduktionsumgebungen relevant, in denen mit standardisierten Containern und Metadaten gearbeitet wird. Zusätzlich unterstützt Nuendo 15 MPF- und MXF/S-ADM-Importe, sodass vollständige Szenen-Metadaten in Sessions übernommen werden können.
Flexibler Videoexport mit Presets und GPU-Encoding
Beim Videoexport gibt es ebenfalls mehr Flexibilität: Anwender erhalten Presets für Auflösung und Codierung, können Software- oder GPU-Encoding nutzen und sogar Text-Overlays aus dem aktiven Marker-Track integrieren. Timecode, Dialoginformationen oder ADR-Daten lassen sich dadurch direkt in exportierte Videos einbetten. Eine Schnell-Export-Funktion beschleunigt zudem das Rendering für Vorschauen und Zwischenausgaben.
Neue Sounddesign- und Musik-Features in Nuendo 15
Im Bereich Sounddesign und Musikproduktion profitiert Nuendo 15 von mehreren Funktionen aus Cubase 15. Dazu gehört die KI-gestützte Stem-Separation, mit der sich Gesang oder andere Signalanteile isolieren und neu ausbalancieren lassen. Ebenfalls mit an Bord ist ein überarbeitetes Expression-Maps-System, das die Artikulationssteuerung verfeinert. Für den Austausch mit anderen DAWs ist das DAWproject-Format interessant, weil es die Zusammenarbeit zwischen Nuendo, Cubase, Cubasis und weiteren kompatiblen Systemen erleichtert, ohne dass Struktur und kreative Intention eines Projekts verloren gehen.
Neue Effekte, Modulatoren und Omnivocal
Neu bei den Effekten sind unter anderem der UltraShaper-Kompressor, der Transientenformung, Clip-Limiting und EQ-Bearbeitung in einem Werkzeug kombiniert, sowie ein Echtzeit-PitchShifter mit Formant-Erhalt, Sättigungsmodi und Stereo-Unlinking im Bereich von bis zu ±24 Halbtönen. Hinzu kommen sechs neue Modulatoren, die mehr Bewegung und dynamische Texturen im Sounddesign ermöglichen. Mit Omnivocal führt Steinberg außerdem ein Plug-in für natürlich klingende synthetische Stimmen ein. Das eröffnet spannende Möglichkeiten für Vocal-Design, Temp-Dialoge und experimentelle Produktionen.
Neue Sounds und zusätzliche kreative Inhalte
Ergänzt wird das Paket durch den Pattern Sequencer, neue HALion-Inhalte, einen überarbeiteten Groove Agent SE, 40 moderne Drum-Machine-Kits, zusätzliche Loops, Samples und 30 neue Chord-Pad-Presets.
Workflow-Optimierungen für einen schnelleren Produktionsalltag
Auch an der Oberfläche und im täglichen Handling wurde gearbeitet. Ein neuer Hub mit skalierbaren Panels, Projektvorschauen sowie verbesserten Such- und Filteroptionen soll den Einstieg in Sessions beschleunigen. Das ADR-Bedienfeld wurde neu gestaltet, um den Aufbau klarer und übersichtlicher zu machen. Außerdem kann nun jedem Folder Track ein eigener Gruppenkanal zugewiesen werden, wobei die enthaltenen Spuren automatisch auf den jeweiligen Bus geroutet werden. Direkt zugängliche Lautstärke- und Pan-Regler im Track-Control-Bereich sowie konfigurierbare Layouts für verschiedene Spurtypen verbessern zusätzlich den Workflow. Unter macOS unterstützt Nuendo 15 nun auch den nativen Vollbildmodus, was die Arbeit über Projektfenster und MixConsole hinweg noch komfortabler machen soll.
Preis, Update-Kosten und Grace Period
Preislich liegt Nuendo 15 bei 999 Euro, das Update von Nuendo 14 auf Nuendo 15 kostet 199 Euro. Zum Marktstart gewährt Steinberg auf Update-Preise zwischen dem 25. März und dem 15. April 2026 einen Rabatt von 20 Prozent. Wer Nuendo 14 oder eine frühere Version ab dem 25. Februar 2026 aktiviert hat, erhält im Rahmen der Grace Period ein kostenloses Update auf die aktuelle Version. Damit setzt Steinberg nicht nur technisch, sondern auch beim Upgrade-Modell ein klares Signal an bestehende Nutzer.
Fazit: Nuendo 15 richtet sich klar an professionelle Anwender
Mit Nuendo 15 baut Steinberg seine Position im Bereich professioneller Audio-Postproduktion weiter aus. Vor allem der Analyzer Track, die modernisierte Automation, die erweiterten Import- und Exportfunktionen sowie neue Sounddesign-Tools machen das Update für Filmtonstudios, Broadcast-Profis und Game-Audio-Producer gleichermaßen interessant. Wer eine leistungsfähige DAW für anspruchsvolle Medienproduktionen sucht, dürfte Nuendo 15 daher sehr genau im Blick behalten.
Steinberg Nuendo 15 Specs im Überblick
- Analyzer Track zur Messung und Anzeige der Sprachverständlichkeit
- Überarbeitetes Automationssystem für Filmmischungen
- Convert Channels zum automatischen Splitten und Zusammenführen von Dateien
- Direktimport von MXF-Video- und Audiotracks aus OP1a-Containern
- Erweiterter Videoexport mit Presets, GPU-Encoding und Text-Overlays
- KI-gestützte Stem-Separation
- Neue Effekte wie UltraShaper und Echtzeit-PitchShifter
- Omnivocal für synthetische Stimmen
- Neuer Hub für schnelleres Projekt- und Session-Management
- Redesign des ADR-Bedienfelds
- WaveLab Go als neue ARA-Erweiterung
- Skalierbare Plug-in-Oberflächen
Herstellerlink: Nuendo: Premium Media Production System | Steinberg

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Leitender Redakteur – keyboards.de
Multiinstrumentalist • Audio Engineer • Kreativer Tüftler • Familienvater • Pen-&-Paper-Enthusiast

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