Akai Pro MPC XL, neue Standalone-MPC

Akai MPC XL Groovebox mit Sampling und DJ

Akai Pro MPC XL: Neue Standalone-MPC als Studio-Zentrale für Sampling, Synths und DJ-Workflows

Mit der Akai Pro MPC XL zielt Akai klar auf Produzentinnen und Produzenten, die heute schnell arbeiten müssen, dabei aber Hardware-Feeling statt Maus suchen. Zur NAMM 2026 vorgestellt, versteht sich die neue MPC als Flaggschiff-Standalone für Sampling und Sequencing und will als „Studio-Hub“ funktionieren – inklusive Workflow-Features, die man eher aus modernen Hybrid-Setups kennt: Clip-Launching, pro Stem Separation und hochwertiges Time-Stretching werden explizit als Kernfunktionen genannt.

Gleichzeitig bleibt der MPC-Kern erhalten: Groove, schnelle Pattern-Arbeit und eine Oberfläche, die Performance ernst nimmt. Akai beschreibt die XL als System für „computer-free, music-making workflows“ – also DAWless, ohne dass man sich wie bei vielen Grooveboxen sofort in Limitierungen wiederfindet.

Standalone-Workflow als Konzept: MPC3 OS, Plug-ins und Stimmenzahl

Wichtig ist, dass die MPC XL nicht nur „ohne Computer laufen kann“, sondern in dieser Rolle auch große Sessions stemmen soll: Sie ist nahtlos in MPC3 OS integriert und kann laut Cut-Sheet bis zu 32 Plug-in-Instrumente sowie 16 Audio-Tracks laden, bei bis zu 256 gleichzeitigen Stimmen.

Diese Zahlen sind vor allem für Synth-/DJ-Produzenten relevant, die Standalone nicht als Skizzenblock nutzen, sondern als zentrales Produktionssystem: Drums, Bass, Stabs, Vocals, Loops und FX können in einem Projekt bleiben, und zwar ohne den üblichen „Okay, ich bounce das mal schnell“-Reflex.

Damit die Plattform das auch praktisch abfedern kann, setzt Akai auf einen Gen-2 8-Core Prozessor plus 16 GB RAM  und spricht von vierfacher Performance gegenüber vorherigen MPCs. (Diese Aussage ist Herstellerangabe.) Auch Speicher ist als Arbeitsfaktor eingeplant: Eine 256GB interne SSD soll Platz für Projekte, Samples, Instrumente und Presets liefern, und zwar mit dem Versprechen „no computer needed“.

MPCe 3D-Pads: Mehr Ausdruck für Beatmaking und Synth-Performances

Ein echtes Alleinstellungs-Argument im Text ist die neue Pad-Generation: MPCe Pads mit 3D-Sensing bringen laut Akai „a new level of expression“, und zwar nicht nur über Velocity/Pressure, sondern über vier Quadranten pro Pad. Das ist mehr als ein Marketing-Satz, weil es die Arbeitsweise verändert: Ein Pad kann plötzlich mehrere „Spielzonen“ übernehmen – etwa für X/Y-Kontrolle, Morphing und Modulationen.

AKAI MPC XL Pads mit neuen Funktionen
AKAI MPC XL Pads

Für Synthesizer-Setups bedeutet das in der Praxis: Du kannst ein Sample (oder ein geslictes Loop) nicht nur abfeuern, sondern gleichzeitig klanglich formen – zum Beispiel Filterfahrten, FX-Morphing oder Layer-Blends direkt aus der Performance heraus. Gerade für Techno/House-Producer, die gern „hands-on“ jammen, ist das der Unterschied zwischen „Pattern läuft“ und „Track lebt“.

Sequencing für Moderne: Step-Sequencer, externe Synths und Clip-Arrangements

Akai betont bei der MPC XL einen dedizierten Step-Sequencer mit 16 Function Modes und konkretisiert das als integrierten 16-step RGB Function Button Sequencer. Entscheidend ist dabei die Zielrichtung: Dieser Sequencer ist nicht nur für Drums gedacht, sondern ausdrücklich auch fürs Sequencing externer Synths sowie fürs Arrangieren von Clips.

Das ist für DJ-orientierte Produzenten besonders interessant, weil Clip- und Szenenlogik im Live-Kontext schnelle Strukturwechsel ermöglicht: Intro-Loops, Break-Varianten, Drum-Fills und Drops lassen sich als Bausteine organisieren, während du mit den Pads und Q-Links performst.

Performance-Kontrolle: Q-Links mit OLED, Touchscreen mit Tilt und Touch-Strip

Ein Kernpunkt der XL ist das „sofortige“ Arbeiten. Dafür kombiniert Akai mehrere Ebenen:

Großes Display der AKAI MPC XL Groovebox
AKAI MPC XL Display
  • 10,1″ HD Multi-Gesture Touchscreen mit Tilt für Überblick und Editieren
  • 16 Q-Link Knobs, jeweils mit eigenem OLED-Display für klares Feedback beim Mixing, Editing und Sound Design
  • XL Channel Command für schnellen Zugriff auf Level, Sends, Outputs und Recording-Parameter, inklusive dediziertem OLED/Encoder
  • Assignable Performance Touch-Strip für FX, Note Repeats, Fader-ähnliche Steuerungen und mehr

Das wirkt auf dem Papier wie „viel Oberfläche“, ist aber genau das, was in echten Sessions Zeit spart: Wenn du beim Sounddesign im Flow bist, willst du Parameterzustände sehen, ohne zwischen Screen-Seiten zu springen. Und wenn du live bist, willst du nicht raten, welcher Encoder gerade welchen Wert hat.

Touch-Strip als Controller Akai-MPC-XL-Touchcontroller
Akai-MPC-XL-Touchcontroller

Akai ergänzt das mit one-to-one surface control buttons und betont außerdem „instant one-to-one function buttons … statt menu diving“. Übersetzt: Möglichst viele Kernfunktionen sollen als echte Tasten existieren – ein klassischer MPC-Ansatz, der im DJ-/Live-Kontext Gold wert ist.

DJ- und Studio-Argument: I/O-Ausstattung als Routing-Werkzeug

Die MPC XL ist nicht nur ein Sampler, sondern will als Routing- und Recording-Zentrale dienen. Das zeigt sich besonders an der I/O-Architektur:

AKAI MPC XL Rückseite mit Anschlüsse Groovebox für DJ
AKAI MPC XL Rückseite

Akai nennt dual XLR/TRS Combo Inputs mit Mic-Preamps und Phantom Power sowie dedicated instrument inputs für Gitarren/Keyboards. Dazu kommen acht individuelle Line Outputs fürs externe Routing und Mixing – ideal, wenn du im Studio Subgruppen auf ein Analogpult oder Outboard schicken willst, oder live einzelne Stem-Gruppen ans FOH geben möchtest. Für DJ-Producer besonders spannend: Im technischen Teil sind Phono Inputs (RCA) aufgeführt. Das deutet auf Setups, in denen Vinyl-Quellen direkt sampleready sind – etwa für schnelle Cuts, Resampling oder das Erstellen eigener Break-Loops aus Platten.

Modular- und Synth-Integration: CV/Gate und USB-C als Schnittstelle

Wer mit Hardware-Synths arbeitet, bekommt zwei sehr unterschiedliche, aber komplementäre Wege in die MPC XL:

AKAI MPC XL - MIDI und CV/Gate Anschlüsse für Synthesizer
AKAI MPC XL – MIDI und CV/Gate
  1. CV/Gate: Akai nennt acht stereo 1/8″ CV/Gate Outputs, die 16 CV-Channels bereitstellen. Damit wird die MPC XL zur Takt- und Modulationszentrale für modulare oder semi-modulare Systeme – besonders dann, wenn du Pattern, Modulationen und Song-Struktur in einem Gerät halten willst.

  2. USB-C: USB-C liefert laut Cut-Sheet 24 Kanäle Audio I/O, 32 Kanäle MIDI und „seamless sampling from smart devices“. Das ist für moderne Workflows relevant, weil Sampling heute oft aus dem Alltag kommt: Voice-Memos, App-Sounds, Streaming-Snippets (rechtlich natürlich sauber), Field Recordings. Eine direkte, unkomplizierte Quelle spart Zeit – und Zeit ist im kreativen Prozess oft der Engpass.

Audio-Engine: 24 Bit/96 kHz und 32-bit Floating DSP

Für die technische Einordnung nennt Akai eine 24-Bit Wandlung bei 44.1/48/88.2/96 kHz sowie 32-bit floating point DSP.

AKAI MPC XL Detailansicht Knobs und Controller
AKAI MPC XL Detailansicht

Das ist die Basis, damit Time-Stretching, Stem-Separation und FX nicht nur „da sind“, sondern klanglich und dynamisch in anspruchsvollen Produktionen mithalten können – gerade wenn du viel resamplest, layerst und über mehrere Ausgänge routest.

AKAI MPC XL – erster Praxiseindruck:

„Das Konzept der MPC XL bringt das ursprüngliche MPC Feeling zurück und kombiniert es mit dem modernen Producing-Konzept, das sich schon in den anderen Modellen der MPC Reihe wiederfindet. Im Grunde hat man eine nahezu vollwertige DAW mit Direktzugriff auf alle wichtigen Funktionen. Genauso flüssig lässt sich das Teil über den Touchscreen bedienen, der sehr responsiv und gut lesbar ist. Das OS ist recht intuitiv, wobei man bei einem Gerät dieser Komplexität natürlich etwas Einarbeitungszeit einplanen sollte.

Mit den Pads flasht Akai einen immer wieder, jetzt sogar mit den Multipads der MPC Live 3. Es ist nahezu simpel, damit Beats zu recorden, Variationen zu erstellen und aus einer handvoll Clips ein Arrangement aufzunehmen. Auch sonst entsprechen die Haptik und die Verarbeitung den Erwartungen an die Gewichtsklasse. Alle Bedienelemente geben gute Rückmeldung und machen einen stabilen Eindruck. Natürlich ist das Teil kein Leichtgewicht – wer auf Mobilität setzt ist mit der MPC Live 3 besser beraten.

AKAI MPC XL, Bedienoberfläche
AKAI MPC XL, Bedienoberfläche, Foto: Mortimer Barten

Dafür ist die MPC XL ideal als Studiozentrale geeignet. Mit der Vielzahl an Anschlüssen können ganz einfach Mikros und Instrumente als auch externe Hardware – vom Digital Synth bis zum Modular Rack – ins Setup eingebunden werden.
Sehr schön ist auch, dass Akai auf das Zusammenspiel mit anderen Tools und DAWs setzt. Über USB stehen 24 In- und Outputs zur Verfügung, womit das Multitrack-Recording der Session zum Kinderspiel wird.

Durch die Installation von Native Instruments Plugins, dem Sample-Import und Akai-eigenen Erweiterungen kann man sich im Handumdrehen eine umfangreiche Library aufbauen. Die Ergebnisse kann man bei Bedarf direkt in ein Ableton Live Set konvertieren. Vielseitige weiere Export- und Speicheroptionen machen das Gerät zu einem Instrument, dass sich spielend leicht in den eigenen Workflow und bestehende Setups einfügen lässt.“ (Mortimer Barten)

Für wen ist die MPC XL besonders interessant?

Wenn du dich in einem dieser Profile wiederfindest, dürfte die MPC XL besonders gut passen:

1) DAWless Producer mit Anspruch
Du willst komplette Tracks außerhalb der DAW bauen, inklusive Arrangement, Recording und Mixing-Logik – mit Plug-ins, Audio-Tracks und hoher Stimmenzahl.

2) Synthesizer-Setups als „Band“
Du willst externe Synths sequenzieren und gleichzeitig Clips arrangieren, ohne dass dein Setup aus zehn Geräten und drei Master-Clocks besteht. Akai nennt genau diese Kombination als Workflow-Ziel.

3) DJ/Live-Performer
Du willst mit Stems/Clips arbeiten, Übergänge live formen und gleichzeitig haptische Kontrolle über FX und Fader-ähnliche Parameter haben. Touch-Strip, Q-Links mit OLED und Clip-Arrangements sind dafür klar positioniert.


Akai Pro MPC XL Specs (Auszug, Herstellerangaben)

  • Standalone, „computer-free workflow“, MPC3 OS
  • Gen-2 8-Core CPU, 16 GB RAM
  • Bis zu 32 Plug-in-Instrumente, 16 Audio-Tracks, 256 Voices
  • MPCe 3D-Pads, 4 Quadranten pro Pad
  • 16 Q-Links mit OLED + XL Channel Command
  • 10,1″ 1280×800 Multi-Touch (HD) mit Tilt
  • 16-step RGB Function Button Sequencer, Sequencing externer Synths/Clips
  • I/O: XLR/TRS mit Phantom, Instrument Inputs, 8 Line Outs
  • Phono Inputs (RCA)
  • CV/Gate: 16 CV-Channels (8 stereo 3,5 mm)
  • USB-C: 24ch Audio I/O, 32ch MIDI, Sampling von Smart Devices
  • Audio-System: 24-Bit bis 96 kHz, 32-bit floating DSP

Herstellerlink: Music Production Hardware & Software | Akai Professional | Akai Pro


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