Mit Crema stellt Waldorf einen Desktop-Synthesizer für Flächen, Streicher und bewegte Klangtexturen vor. Die neue Pad-Machine verbindet die String-Klangerzeugung des Streichfett mit Wavetable- und FM-Synthese. Eine zweite Klangebene, Shimmer-Reverb, MPE-Unterstützung und ein 32-Step-Sequencer erweitern das Konzept.
Texture: Drei Syntheseverfahren für Flächen
Im Mittelpunkt des Waldorf Crema steht die Texture-Engine. Sie bietet insgesamt 24 Klangtypen auf Basis der drei Syntheseverfahren Strings, Wavetable und FM. Der vom Streichfett bekannte Ensemble-Effekt lässt sich bei allen drei Verfahren einsetzen.
Der String-Modus übernimmt die originale, vollpolyphone Streichfett-Klangerzeugung. Über den Variation-Regler sind fließende Übergänge zwischen Registrierungen wie Violine, Viola, Cello, Brass, Orgel und Chor möglich. Attack und Release bestimmen den Lautstärkeverlauf; Animate, Vibrato und Phaser bringen Bewegung in den Klang.
Die Wavetable-Synthese kombiniert klassische und neue Waldorf-Wavetables mit einem virtuell-analogen Filter. Drei ADSR-Hüllkurven steuern Wavetable-Position, Filter und Lautstärke. Im FM-Modus stehen sechs Algorithmen mit jeweils vier Operatoren einschließlich Feedback bereit. Zwei ADSR-Hüllkurven formen hier FM-Intensität und Lautstärke. Wavetable- und FM-Modus arbeiten jeweils mit zwölf Stimmen.
Lines: Zweite Klangebene mit acht Stimmen
Die zweite Engine heißt Lines und basiert auf der Solo-Sektion des Streichfett. Sie arbeitet virtuell-analog und bietet zwei gegeneinander verstimmbare Oszillatoren mit Sägezahn- oder Rechteckwellenformen. Tremolo, Vibrato und Pulsbreitenmodulation ergänzen die Klanggestaltung.
Anders als die Bezeichnung „Solo“ vermuten lässt, stehen bei Lines acht Stimmen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Mono- und Legato-Modi sowie Glide für gleitende Tonhöhenübergänge.
Texture und Lines lassen sich einzeln spielen oder zu einem Layer kombinieren. Alternativ können beide Engines auf unterschiedliche Notenbereiche und/oder MIDI-Kanäle verteilt werden. So sind beispielsweise eine gehaltene Fläche und eine separat gespielte Melodielinie innerhalb eines Patches möglich.
Zwei Effekt-Slots und ein Flavour-Regler
Zusätzlich zum Ensemble-Effekt besitzt Crema zwei Effekt-Slots. Der erste bietet Chorus, Phaser, Flanger, Drive, Tremolo und Delay. Der zweite übernimmt Reverb mit einer ergänzenden Shimmer-Funktion. Beide Slots lassen sich seriell oder parallel betreiben. Das Routing wird für Texture und Lines individuell festgelegt: Eine Engine kann beispielsweise beide Effekte durchlaufen, nur den Hall nutzen oder direkt zum Ausgang gelangen.

Für zusätzliche Klangbewegung ist der Flavour-Regler zuständig. Er erzeugt gezielte kleine Parameterabweichungen, insbesondere bei Wellenposition und Tonhöhe. Damit lassen sich den Sounds subtile Unregelmäßigkeiten hinzufügen.
Waldorf Crema – Arpeggiator, Sequencer und MPE
Ein Arpeggiator und ein Step-Sequencer mit bis zu 32 Schritten übernehmen rhythmische Aufgaben. Beide lassen sich wahlweise Texture, Lines oder beiden Engines zuweisen. Im Sequencer können Noten und Anschlagstärken pro Schritt programmiert werden; ein Skalenmodus passt die Tonfolge an die gewählte Skala an.
MPE-Unterstützung ermöglicht unter anderem individuelle Pitchbend-Bewegungen pro Note. Hinzu kommen Modulationsmöglichkeiten über polyphonen Aftertouch und die MPE-Y-Achse sowie MIDI-CC-Learn zur Controller-Zuweisung. Crema enthält mehr als 130 Werksklänge und bietet insgesamt 360 Patch-Speicherplätze. Sounds lassen sich per MIDI-SysEx importieren und exportieren. Für die Verwaltung steht außerdem der kostenlose Waldorf-Librarian Chutney für macOS und Windows bereit.
Waldorf Crema – Kompaktes Desktop-Format mit USB-C
Das Gehäuse kombiniert eine Metallfrontplatte mit einem farbigen Kunststoffunterteil. Mit 252 × 170 × 48 mm und einem Gewicht von 0,9 kg bleibt Crema kompakt.
Zur Ausstattung gehören zwei 6,35-mm-Audioausgänge, ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang und MIDI In/Out über 3,5-mm-TRS-Buchsen nach Typ A. Zwei passende DIN-MIDI-Adapter liegen bei. USB-C übernimmt die Stromversorgung und die USB-MIDI-Verbindung; ein USB-C-Kabel gehört zum Lieferumfang, ein separates Netzteil nicht.

Preis und Verfügbarkeit: Eine Preisempfehlung und einen konkreten Verkaufsstart nennt Waldorf in den vorliegenden Herstellerunterlagen nicht.
Herstellerlink: Waldorf Music – High-quality synthesizers from Germany


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