LEWITT LW6: Kabelloser Studiokopfhörer mit unter 6 ms Latenz

LEWITT LW6 kabelloser Studiokopfhörer für Recording, Mixing, Mastering und Monitoring

Mit dem LEWITT LW6 erweitert der österreichische Hersteller sein Portfolio um einen professionellen Studiokopfhörer und betritt damit ein neues Produktsegment. Das Besondere: Der geschlossene Over-Ear-Kopfhörer soll sich nicht nur kabellos zum Musikhören eignen, sondern ausdrücklich für Mixing, Mastering, Recording und Monitoring. Dafür setzt LEWITT auf eine eigene RealSound-Funktechnik, die unkomprimiertes PCM-Audio mit einer Latenz von weniger als 6 ms übertragen soll.

Damit adressiert der Hersteller eines der zentralen Probleme bisheriger Wireless-Lösungen im Tonstudio. Bluetooth ist für komfortables Musikhören praktisch, bei direktem Monitoring während einer Aufnahme kann die Verzögerung jedoch stören. Der LEWITT LW6 soll genau diese Lücke zwischen klassischem kabelgebundenem Studiokopfhörer und kabellosem Consumer-Modell schließen. LEWITT selbst positioniert das Modell insbesondere für Studio-Profis, Mixing Engineers und Home-Produzenten.

LEWITT LW6 mit RealSound statt Bluetooth für das Studio

Herzstück des Wireless-Betriebs ist die von LEWITT als RealSound bezeichnete Übertragungstechnik. Sie arbeitet im Ultrabreitbandbereich und überträgt unkomprimiertes PCM-Audio. LEWITT nennt konkret eine Latenz von 5,8 ms, eine Datenrate von 1.728 kbit/s sowie einen Dynamikumfang von 110 dB(A). Die Reichweite beträgt bis zu fünf Meter. In Europa arbeitet RealSound im Frequenzbereich von 6,8 bis 8,4 GHz.

Der mitgelieferte RealSound-Transmitter wird entweder an den Kopfhörerausgang eines Audio-Interfaces angeschlossen oder direkt per USB-C mit einem Computer verbunden. Die Grundidee ist damit erfreulich unkompliziert: Der Transmitter sitzt dort, wo normalerweise das Kopfhörerkabel eingesteckt wäre. Auch in den Produktunterlagen hebt LEWITT die unkomprimierte Übertragung und die Latenz von weniger als sechs Millisekunden als zentrale Eigenschaften des Systems hervor.

Für klassische Alltagsanwendungen ist zusätzlich Bluetooth 5.3 mit SBC und AAC vorhanden. Laut Hersteller liegt die Bluetooth-Reichweite bei ungefähr 40 Metern. Bluetooth ist damit eher für mobiles Hören gedacht, während RealSound die für Recording und Monitoring optimierte Verbindung darstellt.

Geschlossener Studiokopfhörer mit 40-mm-Treiber

Akustisch setzt der LEWITT LW6 auf eine geschlossene Over-Ear-Konstruktion. LEWITT verspricht dabei die Transparenz und Natürlichkeit eines offenen Studiokopfhörers bei gleichzeitig guter Isolation eines geschlossenen Systems. Gerade bei Gesangs- oder Instrumentenaufnahmen soll die Bauweise verhindern, dass das Kopfhörersignal unnötig in das Mikrofon überspricht.

Technische Eckdaten des LEWITT LW6

Im Kopfhörer arbeiten elektrodynamische 40-mm-Treiber mit Biozellulose-Membranen. Der Frequenzbereich wird mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben, die Impedanz beträgt 32 Ohm. Der maximale Schalldruck liegt laut Hersteller bei 121 dB SPL bei 50 Hz. Das Gewicht beträgt 358 Gramm.

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

  • Bauweise: geschlossen, Over-Ear
  • Treiber: dynamisch, 40 mm
  • Membran: Biozellulose
  • Frequenzbereich: 20 Hz bis 20 kHz
  • Impedanz: 32 Ohm
  • Maximalpegel: 121 dB SPL bei 50 Hz
  • Gewicht: 358 g
  • RealSound-Latenz: 5,8 ms
  • RealSound-Datenrate: 1.728 kbit/s
  • RealSound-Reichweite: bis 5 m
  • Bluetooth: 5.3 mit SBC und AAC
  • Anschlüsse: USB-C und 3,5-mm-Klinke
  • Akkulaufzeit mit RealSound: bis zu 21 Stunden

Die ursprüngliche Produktpräsentation nennt ebenfalls 40-mm-Treiber, 32 Ohm, 358 Gramm sowie eine Akkulaufzeit von 21 Stunden.

LEWITT LW6 lässt sich auch kabelgebunden nutzen

LEWITT legt sich beim LW6 nicht vollständig auf Funk fest. Der Kopfhörer kann zusätzlich per USB-C oder analog über 3,5-mm-Klinke betrieben werden. Über USB unterstützt er unkomprimiertes PCM mit 24 Bit sowie 44,1, 48 und 96 kHz. Ein ASIO-Treiber für den USB-Betrieb ist ebenfalls vorgesehen.

Dadurch bleibt der LW6 auch dann einsetzbar, wenn Funk nicht benötigt wird oder der Anwender lieber klassisch verkabelt arbeitet. Für ein professionelles Studiomodell ist diese Flexibilität besonders interessant, weil sich der Kopfhörer dadurch in sehr unterschiedliche Recording-Setups integrieren lässt.

DSP mit Virtual Studio Monitors, EQ und Loudness Guard

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem integrierten DSP. Die Funktionen laufen direkt im Kopfhörer und benötigen nach der Konfiguration keine permanente Verbindung zur Software oder zu einem Computer. Genau diesen Punkt hebt LEWITT auch in seinen Produktunterlagen hervor.

Über einen 5-Band-EQ lassen sich bis zu drei eigene Klangprofile erstellen und auf dem LW6 speichern. Hinzu kommen sogenannte Virtual Studio Monitors, mit denen die Wiedergabe über Studiomonitore in einem akustisch optimierten Raum simuliert werden soll. Für Mixing und Mastering gibt es außerdem einen Loudness Guard sowie erweiterte Monitoring-Funktionen. Dazu gehören unter anderem K-Metering, Mono, Side-Stereo, Side-Mono und Left-Right-Swap. Zwei Tasten am Kopfhörer lassen sich frei mit Funktionen belegen.

Damit positioniert LEWITT den LW6 deutlich stärker als Produktionswerkzeug denn als gewöhnlichen Bluetooth-Kopfhörer.

Bis zu 21 Stunden Akkulaufzeit

Im RealSound-Betrieb gibt LEWITT eine Akkulaufzeit von bis zu 21 Stunden an. Eine vollständige Ladung soll rund 80 Minuten dauern. Praktisch für den Studioalltag: Bereits 15 Minuten am Ladegerät sollen genügend Energie für weitere drei Stunden Betrieb liefern. Für längere Sessions setzt LEWITT außerdem auf austauschbare Memory-Foam-Ohrpolster und einen anpassbaren Kopfbügel. Gerade bei einem 358 Gramm schweren Kopfhörer dürfte der tatsächliche Langzeitkomfort allerdings ein Punkt sein, der sich erst in einem ausführlichen Praxistest sinnvoll beurteilen lässt.

Space Replicator Essential gehört zum Lieferumfang

Zum LW6 gehört außerdem eine Lizenz für LEWITT Space Replicator Essential. Die Software simuliert verschiedene Abhörumgebungen und soll beispielsweise Mix-Checks über virtuelle Studios, Fahrzeuge oder Clubs ermöglichen. Zum regulären Lieferumfang gehören außerdem der RealSound-Transmitter, ein Kabelset und eine Transporttasche.

Fazit: Wireless Monitoring rückt näher an den Studioalltag

Der LEWITT LW6 ist vor allem deshalb interessant, weil LEWITT Wireless nicht als Zusatzfunktion, sondern als Kern eines professionellen Studiokopfhörers betrachtet. Unkomprimiertes PCM, eine Latenz von 5,8 ms und der separate RealSound-Transmitter sprechen gezielt Recording-, Mixing- und Monitoring-Anwendungen an.

Dazu kommen USB-C, analoger Betrieb, Bluetooth und ein ungewöhnlich umfangreicher DSP mit EQ, Virtual Studio Monitors und Monitoring-Werkzeugen. Ob Klangabstimmung, Funkstabilität und Tragekomfort tatsächlich Studiostandard erreichen, muss ein Praxistest zeigen. Technisch verfolgt der LW6 aber einen interessanten Ansatz: kabelloses Monitoring ohne den klassischen Bluetooth-Kompromiss bei Latenz und Datenkompression.

Herstellerlink: LW6 | LEWITT


Affiliate Link:

Lewitt LW6 Drahtlose Studio Kopfhörer

Auch interessant:

LEWITT LW6: Kabelloser Studiokopfhörer mit unter 6 ms Latenz

Mit dem LEWITT LW6 erweitert der österreichische Hersteller sein Portfolio um einen professionellen Studiokopfhörer und [...]

> WEITERLESEN
beyerdynamic DT 275 Pro Test: Geschlossener Kopfhörer

Der beyerdynamic DT 275 Pro ist ein kompakter, geschlossener On-Ear-Kopfhörer für Recording, Live, Content-Produktion und [...]

> WEITERLESEN
Sennheiser HD 480 Pro Test – Geschlossener Studiokopfhörer 

Der Markt für professionelle Studiokopfhörer ist in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Gerade im [...]

> WEITERLESEN
Audeze MM-500 – Studiokopfhörer im Test

Mit einem Straßenpreis von rund 1.749 € (UVP 2.103 €) bewegt sich der Audeze MM-500 [...]

> WEITERLESEN

Unsere neuesten Beiträge

LEWITT LW6: Kabelloser Studiokopfhörer mit unter 6 ms Latenz

Mit dem LEWITT LW6 erweitert der österreichische Hersteller sein Portfolio um einen professionellen Studiokopfhörer und [...]

> WEITERLESEN
MIDI Clock synchronisieren: Synthesizer, Drumcomputer und DAW richtig verbinden

Der Drumcomputer läuft mit 120 BPM, der Synthesizer ebenfalls – und trotzdem driften beide nach [...]

> WEITERLESEN
Pioneer DJ Opus-Quad Deal: 800 Euro beim DJ-System sparen

Der Pioneer DJ Opus-Quad Deal richtet sich an DJs, die ein leistungsfähiges Stand-alone-System mit vier [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert