Testbericht: Presonus Quantum ES 2 – Das kompakte Audiointerface für höchste Ansprüche
Der Markt für Audiointerfaces ist hart umkämpft. Fast monatlich erscheinen neue Modelle, die versprechen, das Beste aus beiden Welten – professionelle Studioqualität und einfache Bedienbarkeit – in einem Gehäuse zu vereinen. Mit dem Presonus Quantum ES 2 liefert der amerikanische Hersteller ein Interface, das genau diesen Spagat schafft. Die Kombination aus extrem niedriger Latenz, hervorragender Audioqualität, robuster Bauweise und einem starken Softwarepaket macht das Gerät zu einer echten Empfehlung für Musikerinnen, Produzentinnen und Streamer.
Erste Eindrücke: Design und Verarbeitung
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass das Quantum ES 2 kein Spielzeug ist. Das Metallgehäuse sorgt für Stabilität und vermittelt einen hochwertigen Eindruck, der auch im rauen Studioalltag bestehen kann. Während viele Interfaces in dieser Preisklasse auf Kunststoff setzen, fühlt sich das Quantum ES 2 sofort „professionell“ an. Auch der große LED-Encoder auf der Oberseite wirkt nicht nur optisch modern, sondern ist auch praktisch: Pegelanzeigen lassen sich schnell ablesen, selbst bei wenig Licht im Studio.

Die kompakte Desktop-Bauform ist ideal für den Schreibtisch. Anders als Rack-Geräte lässt sich das Interface direkt neben der Tastatur oder dem MIDI-Controller platzieren. Alle wichtigen Anschlüsse sind gut erreichbar, und durch die klare Strukturierung findet man sich sofort zurecht.
Anschlussmöglichkeiten und Flexibilität
Das Quantum ES 2 bietet zwei Kombibuchsen (XLR/TRS) für Mikrofon- oder Line-Signale. Damit richtet es sich zwar in erster Linie an Einzelkünstler oder kleine Setups, kann aber dank der hohen Qualität auch für anspruchsvollere Produktionen genutzt werden. Vorderseitig finde ich einen Hi-Z Eingang für Saiteninstrumente – praktisch!
Eine Besonderheit: MIDI ist integriert – allerdings über 3,5-mm-Mini-Klinkenbuchsen, die mit einer optionalen MIDI-Kabelpeitsche genutzt werden können. Das mag für manche zunächst ungewohnt wirken, bietet aber eine platzsparende Lösung und erlaubt den Anschluss klassischer Synthesizer, Drum-Machines oder externer Controller. Gerade in kleinen Studios, in denen jeder Zentimeter zählt, erweist sich das als cleveres Design.
Ein weiterer Vorteil im Alltag: Die USB-C-Stromversorgung macht ein separates Netzteil überflüssig. Das Interface zieht seinen Strom direkt über den USB-C-Port, was den Kabelsalat reduziert und den mobilen Einsatz erheblich erleichtert. Wer viel unterwegs ist – etwa zwischen Proberaum, Homestudio und Bühne – profitiert enorm von dieser unkomplizierten Lösung.
Auf der Rückseite finden sich zusätzlich symmetrische Line-Ausgänge für Monitore sowie ein Kopfhörerausgang mit separater Lautstärkeregelung. Für den mobilen Einsatz – etwa im Proberaum – reicht diese Ausstattung völlig aus, im Studio lässt sich das Interface nahtlos in größere Setups integrieren.
Treiber und Latenz – die große Stärke
Ein Audiointerface steht und fällt mit seinen Treibern. Hier spielt Presonus seine volle Erfahrung aus: Die optimierten USB-C-Treiber sorgen für extrem niedrige Latenzwerte. Gerade beim Einspielen von Software-Instrumenten oder beim Monitoring von Vocals ist das entscheidend.
Viele Interfaces in der unteren bis mittleren Preisklasse kämpfen mit hörbaren Verzögerungen, die den Spielfluss stören. Beim Quantum ES 2 hingegen fühlt sich das Spiel auf dem MIDI-Keyboard oder die Gitarrenaufnahme über Plug-ins absolut direkt an. Wer schon einmal versucht hat, Vocals mit zu hoher Latenz einzusingen, weiß, wie störend das sein kann. Hier liefert Presonus eine Performance, die auch für professionelle Ansprüche mehr als ausreichend ist.
Mikrofon-Preamps: Die MAX-HD-Technologie
Ein weiteres Highlight sind die beiden Mikrofon-Preamps, die Presonus mit dem Namen MAX-HD bewirbt. Sie liefern bis zu +75 dB Gain, sind äußerst rauscharm und transparent im Klang. Das bedeutet: Auch dynamische Mikrofone wie das beliebte Shure SM7B, das viel Verstärkung benötigt, lassen sich ohne zusätzlichen Vorverstärker nutzen.
In der Praxis klingt das Signal klar und detailreich, ohne künstliche Färbung. Besonders bei Gesangsaufnahmen zahlt sich das aus, da die Stimme natürlich und dynamisch wiedergegeben wird. Auch akustische Instrumente profitieren von der hohen Qualität der Vorverstärker. Für Produzenten, die Wert auf authentische Aufnahmen legen, ist das ein starkes Argument für das Quantum ES 2.
Software-Bundle: Studio One Pro 7 inklusive
Ein Punkt, der das Quantum ES 2 von vielen Konkurrenten abhebt, ist das Software-Paket. Nach der Registrierung bei Presonus erhält man die aktuelle Version von Studio One Pro 7 kostenlos dazu. Allein diese DAW kostet regulär mehrere hundert Euro – hier wird also ein erheblicher Mehrwert geboten.
Studio One ist bekannt für seinen intuitiven Workflow, die schnelle Drag-and-Drop-Bedienung und die umfangreiche Ausstattung. Mitgeliefert werden zahlreiche Effekte, virtuelle Instrumente und Mixing-Tools. Für Einsteiger bietet sich die perfekte All-in-One-Lösung, für Profis eine leistungsstarke Ergänzung.
Damit nicht genug: Über das Presonus Sphere-Ökosystem lassen sich zusätzlich Plug-ins, Soundpacks und Kollaborationsmöglichkeiten nutzen. Wer ein Quantum ES 2 kauft, erhält also nicht nur ein Interface, sondern eine vollständige Produktionsumgebung.
Workflow-Features: Auto-Gain, Loopback und App-Steuerung
In der Praxis erleichtern mehrere Funktionen den Alltag:
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Auto-Gain: Ein Knopfdruck reicht, und das Interface stellt automatisch den optimalen Eingangspegel ein. Das ist besonders hilfreich für schnelle Sessions, in denen keine Zeit für langes Einpegeln bleibt.
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Loopback-Funktion: Ideal für Podcaster, Streamer oder Content-Creator. Mit Loopback lässt sich Audio aus Anwendungen (z. B. Musikplayer oder Browser) direkt in die Aufnahme oder den Stream routen. So können Interviews, Game-Sounds oder Playbacks nahtlos integriert werden.
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Universal Control App: Über diese Software lassen sich sämtliche Funktionen bequem steuern – Gain, Monitoring, Phantom Power oder Routing. Die App läuft sowohl auf Desktop-Rechnern als auch auf mobilen Geräten. Wer also sein Setup flexibel bedienen möchte, bekommt hier eine sehr moderne Lösung.
Klangqualität und Wandler
Neben den Preamps überzeugen auch die Wandler des Quantum ES 2. Mit einer Auflösung von 24 Bit bei 192 kHz bietet das Interface eine hervorragende Audioqualität. Der Klang wirkt detailreich, dynamisch und transparent. Selbst feine Nuancen bleiben erhalten – ein entscheidender Vorteil beim Mischen und Mastern.
Viele Produzenten schwören darauf, dass gerade bei akustischer Musik oder detailreichen elektronischen Produktionen die Qualität der Wandler den Unterschied macht. Das Quantum ES 2 spielt hier in einer Liga, die weit über dem Preisniveau liegt.
Praxis im Studio und Live-Einsatz
Im Studio punktet das Interface durch seine Kompaktheit und Zuverlässigkeit. Wer Singer-Songwriter-Aufnahmen macht, findet hier die perfekte Lösung: Zwei hochwertige Eingänge reichen für Vocals und Gitarre, die niedrige Latenz ermöglicht den Einsatz von Software-Effekten in Echtzeit.
Auch im Live-Bereich kann das Interface überzeugen – etwa für Streaming-Sets oder als zentrales Audiointerface für elektronische Musiker. Durch die robuste Bauweise, die USB-C-Stromversorgung ohne Netzteil und die einfache Bedienung ist es schnell einsatzbereit und liefert stabile Ergebnisse.
Vergleich mit Konkurrenzprodukten
Vergleicht man das Quantum ES 2 mit Mitbewerbern wie dem Focusrite Scarlett 2i2 oder dem Steinberg UR22C, fällt auf: Während diese Modelle ebenfalls solide Leistung bieten, punktet Presonus mit zusätzlichen Features. Besonders das Studio One Pro 7 Bundle, die Auto-Gain-Funktion, die MIDI-Anschlüsse und die Netzteil-freie USB-C-Stromversorgung sind in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.
Auch in puncto Latenz setzt Presonus Maßstäbe. Während andere Interfaces im Test spürbare Verzögerungen aufweisen, liefert das Quantum ES 2 eine Performance, die in dieser Geräteklasse herausragt.
Fazit: Kompaktes Kraftpaket für Musiker, Streamer und Produzenten
Das Presonus Quantum ES 2 ist ein rundum gelungenes Audiointerface, das in vielen Bereichen überzeugt. Die extrem niedrigen Latenzen, die hervorragenden Preamps, das robuste Metallgehäuse, die netzteil-freie USB-C-Stromversorgung und das umfangreiche Softwarepaket machen es zu einem echten Preis-Leistungs-Sieger.
Besonders attraktiv ist das kostenlose Studio One Pro 7, das nach der Registrierung zur Verfügung steht. Damit erhält man nicht nur ein Interface, sondern eine komplette Produktionsumgebung. Für Musiker*innen, die ein zuverlässiges, leistungsfähiges und dennoch kompaktes Interface suchen, ist das Quantum ES 2 eine klare Empfehlung.
Pro
- Geringe Latenzen durch optimierte Treiber
- Gute Verarbeitungsqualität
- Studio One Pro 7 nach Registrierung
- Stromversorgung über USB.C
Contra
- MIDI erst nach optionaler Kabelpeitsche
Link zur Herstellerseite: https://de.presonus.com/
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