beyerdynamic HEADPHONE LAB: Kostenloses Plug-in macht DT-Kopfhörer zum „Referenzstudio“
Wer unterwegs produziert, im Schlafzimmer mischt oder nachts im Apartment arbeitet, kennt das Problem: Ohne akustisch optimierten Raum sind verlässliche Mix- und Mastering-Entscheidungen schwer. Genau hier setzt beyerdynamic HEADPHONE LAB an. Laut Pressemitteilung vom 21. Januar 2026 erweitert das kostenlos erhältliche DAW-Plug-in die aktuellen beyerdynamic Studio-Kopfhörer um ein softwarebasiertes Referenzstudio – und soll damit präzises Arbeiten unabhängig von Raum und Monitor-Setup ermöglichen.
Damit ist das Thema nicht nur für Recording- und Mixing-Engineers relevant, sondern ebenso für Producer:innen und DJs, die auf Tour, im Hotel oder im Proberaum an Tracks feilen und trotzdem eine verlässliche Referenz brauchen.
Worum geht’s bei HEADPHONE LAB?
Im Kern kombiniert HEADPHONE LAB zwei Bausteine, die zusammen deutlich mehr sind als „nur ein EQ“:
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Klangkalibrierung auf Studio-Referenzniveau
Das Plug-in führt den Kopfhörerklang gezielt in eine neutrale Balance für Mixing und Mastering, während die Grundcharakteristik des jeweiligen Modells erhalten bleiben soll. Grundlage ist ein von beyerdynamic entwickeltes Studio-Klangprofil, das aus Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie der Zusammenarbeit mit professionellen Tonstudios entstanden ist. -
Natürliche Lautsprecher-Wiedergabe über Kopfhörer
Zusätzlich emuliert HEADPHONE LAB das Abhören über ein hochwertiges Lautsprechersystem, sodass das Klangbild weniger „im Kopf“ klebt. Für die Praxis ist das entscheidend, denn gerade Panorama, Tiefenstaffelung und Vocal-Center lassen sich über Kopfhörer oft schwer einschätzen.
Standard vs. Factory Calibration: Wie präzise wird’s wirklich?
Damit die Kalibrierung im Alltag nicht nur theoretisch, sondern reproduzierbar funktioniert, bietet beyerdynamic zwei Modi:
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STANDARD CALIBRATION
Kalibriert das jeweilige Kopfhörermodell auf Basis eines Referenzexemplars („Golden Sample“) auf das Studio-Klangprofil. Diese Option unterstützt alle aktuellen DT-Studio-Kopfhörer von beyerdynamic. -
FACTORY CALIBRATION
Hier wird es besonders spannend: Das Studio-Klangprofil wird anhand der originalen Produktionsmessdaten genau deiner Einheit angepasst. Damit sollen material- und fertigungstypische Abweichungen ausgeglichen werden – ein Ansatz, der die Verzahnung aus Hardware- und Software-Entwicklung betont.

FACTORY CALIBRATION ist laut Pressemitteilung aktuell verfügbar für:
Für Mixing- und Mastering-Jobs, bei denen du dich auf kleine tonale Entscheidungen verlassen musst, ist genau diese Feinabstimmung potenziell der größte Hebel – denn sie adressiert nicht nur das Modell, sondern die konkrete Kopfhörer-Serienstreuung.
Crossfeed, HRTF & Winkel: Warum das auch für DJs/Producer relevant ist
Beim Abhören über Lautsprecher hört jedes Ohr immer Anteile beider Kanäle. Kopfhörer liefern dagegen strikt getrennte Signale – und dadurch entsteht häufig eine unnatürlich breite Stereobühne, während Mitten-Stabilität und Phantommitte „anders“ wirken.
HEADPHONE LAB gleicht diese Differenz aus, indem es eine realistische Lautsprecher-Abbildung emuliert. Genannt werden dabei unter anderem:
- ein präzises Crossfeed-Modell für authentische räumliche Wahrnehmung,
- die Nutzung branchenführender HRTFs (Head-Related Transfer Functions),
- eine Auslegung, die laut Hersteller artefaktfrei arbeiten und ohne Phasenprobleme auskommen soll.
Für DJs und elektronische Producer ist das besonders praktisch, weil du damit Übergänge, Bass-Balance, Vocal-Position und die Stabilität von Synth-Flächen besser so beurteilen kannst, wie sie später über Club-PAs, Monitore oder Alltags-Speaker übersetzen.
Feintuning: Anpassung an Kopf, Ohren und Setup
Damit die virtuelle Abhöre nicht „one size fits all“ bleibt, bietet HEADPHONE LAB zusätzliche Stellschrauben:
- Ohrabstand und Kopfumfang lassen sich individuell einstellen, damit die räumliche Lokalisation besser zu deiner Wahrnehmung passt.
- Virtuelle Lautsprecherwinkel von 40°, 60° oder 80° sind wählbar – hilfreich, weil sich Stereo-Breite und Center-Fokus damit spürbar ändern können.
- Eine optionale Raumsimulation kann den wahrgenommenen Raumanteil erweitern, sodass du dir eine konstante Referenzumgebung aufbaust, auch wenn du den Arbeitsort wechselst.
Gerade wenn du zwischen Studio, Home-Setup und unterwegs pendelst, ist diese Kontinuität ein echter Produktivitätsfaktor – denn du triffst Entscheidungen schneller, weil dein Referenzgefühl stabil bleibt.
Kompatibilität und Verfügbarkeit
HEADPHONE LAB ist laut Hersteller:
- für Windows und macOS verfügbar,
- unterstützt VST3, AU und AAX,
- und ist als kostenloser Download für DAWs vorgesehen (ohne Abo-Modell).
Live auf der NAMM 2026
Wer es direkt ausprobieren will: beyerdynamic kündigt Live-Demos auf der NAMM 2026 an – vom 22. bis 24. Januar 2026 am Stand #10702, Halle A. Dort soll außerdem das professionelle Portfolio (u. a. Studio-Kopfhörer und Mikrofone) gezeigt werden; zudem ist Cory Henry vor Ort und demonstriert Produkte im Einsatz.
Einordnung für die Praxis: Was bringt’s dir konkret?
Wenn du bereits mit DT-Studio-Kopfhörern arbeitest und dir mehr Übersetzbarkeit wünschst, zielt HEADPHONE LAB genau auf diese Lücke: Kalibrierung + Lautsprecher-Simulation statt „noch ein Kopfhörer-Preset“. Besonders interessant ist das Plug-in, wenn du…
- keinen behandelten Raum hast, aber trotzdem verlässlich mischen möchtest,
- leise arbeiten musst (Apartment, Nacht-Sessions),
- mobil produzierst (Tour, Hotel, Backstage),
- oder beim Final-Check eine zweite Referenz neben deinen Monitoren suchst.
Unterm Strich: Wenn das System in der Praxis so konsistent arbeitet, wie es die Ankündigung verspricht, könnte HEADPHONE LAB für viele Producer:innen und DJs ein sinnvoller, kostenloser Upgrade-Step sein – vor allem dann, wenn du bei Stereo-Entscheidungen und Tonalität auf Kopfhörer angewiesen bist.
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Leitender Redakteur – keyboards.de
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