MIDI Clock synchronisieren: Synthesizer, Drumcomputer und DAW richtig verbinden

MIDI Clock synchronisiert DAW, Synthesizer und Drumcomputer mit 120 BPM über MIDI und USB.

Der Drumcomputer läuft mit 120 BPM, der Synthesizer ebenfalls – und trotzdem driften beide nach einigen Takten auseinander. Was zunächst wie ein Fehler wirkt, ist völlig normal: Zwei Geräte mit separat laufender interner Clock sind nicht automatisch miteinander synchronisiert. Wer Synthesizer, Drumcomputer, Stepsequencer, Arpeggiatoren oder eine DAW gemeinsam betreiben möchte, braucht deshalb einen gemeinsamen Taktgeber. Genau hier kommt die MIDI Clock ins Spiel. In diesem Tutorial erklären wir, wie du eine MIDI Clock synchronisieren kannst, welches Gerät als Master dienen sollte, welche Rolle Start, Stop und Continue spielen und warum USB-MIDI, DIN-MIDI, DIN Sync und analoge Clock-Signale nicht dasselbe sind.

Kurzinfo auf einen Blick

MIDI Clock synchronisiert Synthesizer, Drumcomputer, Sequencer und DAWs auf ein gemeinsames musikalisches Tempo. Ein Gerät gibt als Master den Takt vor, die anderen folgen seiner Clock. So laufen Arpeggiatoren, Patterns und tempoabhängige LFOs synchron. MIDI Clock überträgt dabei keine Audiodaten und keine Noten, sondern kontinuierliche Timing-Informationen.

Was ist MIDI Clock?

MIDI Clock ist ein digitales Synchronisationssignal innerhalb des MIDI-Standards. Seine Aufgabe besteht darin, mehreren Geräten ein gemeinsames musikalisches Zeitraster bereitzustellen. Dabei wird nicht einfach einmal der Zahlenwert „120 BPM“ übertragen. Stattdessen sendet der Taktgeber kontinuierlich sogenannte Timing-Clock-Nachrichten. Aus deren zeitlichem Abstand kann ein empfangendes Gerät das Tempo ableiten.

Der MIDI-Standard sieht dafür 24 Timing-Clock-Nachrichten pro Viertelnote vor. Dieses Raster wird häufig als 24 PPQN beziehungsweise 24 Pulses Per Quarter Note bezeichnet. Bei 120 BPM dauert eine Viertelnote beispielsweise 500 Millisekunden. Zwischen zwei MIDI-Clock-Impulsen liegen dadurch theoretisch rund 20,8 Millisekunden.

Die Clock bestimmt damit das Zeitraster, an dem sich ein angeschlossener Stepsequencer, Drumcomputer oder Arpeggiator orientieren kann. MIDI Clock gehört deshalb zu den wichtigsten Funktionen, sobald mehrere elektronische Instrumente gemeinsam betrieben werden.

Wer zunächst die MIDI-Grundlagen kennenlernen möchte, findet in unserem Tutorial Was ist MIDI?“ eine Einführung zu MIDI In, Out, Thru, USB-MIDI und den wichtigsten Einsatzmöglichkeiten. Auf keyboards.de wird MIDI Clock dort bereits als Möglichkeit zur Synchronisation mehrerer Geräte behandelt.

MIDI Clock überträgt keine Musik

Eine wichtige Unterscheidung: MIDI Clock enthält weder Audio noch Noteninformationen. Ein Synthesizer weiß durch die Clock beispielsweise nicht, dass er ein C spielen soll. Er erhält lediglich ein kontinuierliches Zeitraster.

Noten werden weiterhin durch MIDI Note On und Note Off übertragen. Klangparameter können beispielsweise über Control Change verändert werden, Presets über Program Change. System Exclusive, kurz SysEx, ermöglicht wiederum gerätespezifische Datenübertragungen. Diese Funktionen erklären wir ausführlicher in unserem Tutorial MIDI-Begriffe einfach erklärt: Program Change, CC und SysEx.

Die MIDI Clock erfüllt dagegen ausschließlich eine zeitliche Aufgabe: Sie sorgt dafür, dass Geräte wissen, wann etwas stattfinden soll.

Warum reichen identische BPM-Werte nicht aus?

Stellst du einen Drumcomputer auf 125 BPM und einen Synthesizer ebenfalls auf 125 BPM, laufen beide zunächst möglicherweise erstaunlich gut zusammen. Nach einiger Zeit können die Pattern jedoch hörbar gegeneinander wandern.

Der Grund dafür liegt in den internen Taktgebern. Jeder Synthesizer oder Drumcomputer erzeugt sein Tempo mit einer eigenen Clock. Selbst kleinste Unterschiede führen langfristig dazu, dass zwei Geräte auseinanderlaufen.

Deshalb benötigt ein synchronisiertes Setup normalerweise eine gemeinsame Clock-Quelle. Ein Gerät erzeugt das Timing und alle anderen Geräte richten sich danach.

Master und Slave: Wer gibt den Takt vor?

Traditionell werden die Rollen als Master und Slave bezeichnet. Viele aktuelle Geräte und Softwarelösungen verwenden stattdessen Begriffe wie Main/Secondary, Leader/Follower oder Internal/External. Technisch bleibt das Prinzip identisch: Eine Clock-Quelle gibt das Tempo vor, die anderen Geräte empfangen diese Clock.

Nehmen wir ein einfaches Setup aus DAW, Synthesizer und Drumcomputer. Die DAW läuft mit 128 BPM und sendet MIDI Clock. Der Synthesizer und der Drumcomputer stehen auf External MIDI Clock. Änderst du das Tempo der DAW auf 125 BPM, folgen beide Hardware-Geräte automatisch.

Das bedeutet gleichzeitig: Du solltest normalerweise nicht mehrere Clock-Master gleichzeitig verwenden. Genau daraus entstehen viele typische Synchronisationsprobleme.

Internal, External und Auto – welche Clock-Einstellung ist richtig?

Viele Synthesizer, Grooveboxen und Drumcomputer besitzen im Global- oder MIDI-Menü eine Einstellung für die Clock Source. Häufig findest du dort Begriffe wie Internal, MIDI, USB, External oder Auto.

Internal Clock

Bei Internal erzeugt das Gerät sein Tempo selbst. Das ist sinnvoll, wenn der Synthesizer, Drumcomputer oder Sequencer die zentrale Clock für das gesamte Setup bereitstellen soll.

External oder MIDI Clock

Bei External, MIDI oder einer ähnlichen Einstellung wartet das Gerät auf eine externe Clock. Das interne Tempo wird dann nicht mehr als maßgeblicher Taktgeber verwendet.

USB Clock

Einige Geräte unterscheiden zwischen MIDI Clock über die klassischen DIN-Buchsen und MIDI Clock über USB. In diesem Fall muss die Clock-Quelle ausgewählt werden, über die tatsächlich synchronisiert werden soll.

Auto

Eine Auto-Einstellung nutzt häufig die interne Clock, solange kein externes Timing erkannt wird, und schaltet bei eintreffender MIDI Clock auf externe Synchronisation um. Das Verhalten unterscheidet sich allerdings von Hersteller zu Hersteller.

DAW als MIDI-Clock-Master verwenden

Für ein modernes Studio-Setup ist die DAW häufig die praktischste zentrale Clock-Quelle. Das Projekt besitzt bereits ein definiertes Tempo, sodass sich externe Hardware daran orientieren kann.

Das typische Signalprinzip lautet:

DAW → MIDI-Interface oder USB → Synthesizer/Drumcomputer

In der DAW aktivierst du die MIDI-Clock-Ausgabe für den entsprechenden MIDI-Port. Am Hardware-Gerät stellst du die Clock Source auf MIDI, USB oder External. Startest du anschließend die Wiedergabe, sollte beispielsweise der interne Sequencer oder Arpeggiator des Synthesizers im Tempo des DAW-Projekts laufen.

Wichtig ist, dass MIDI Clock in vielen DAWs pro MIDI-Ausgang separat aktiviert werden kann. Nur weil MIDI-Noten zu einem Synthesizer übertragen werden, bedeutet das nicht automatisch, dass die DAW über denselben Port auch Clock-Daten sendet.

Hardware als MIDI-Clock-Master verwenden

Nicht jedes Setup benötigt einen Computer. Gerade bei DAWless-Jams kann eine Groovebox, ein Drumcomputer oder ein Hardware-Sequencer die zentrale Clock bereitstellen.

Das Prinzip könnte beispielsweise so aussehen:

Drumcomputer → Synthesizer → weiterer Synthesizer

Der Drumcomputer läuft intern mit 130 BPM und sendet MIDI Clock über seinen MIDI Out. Der erste Synthesizer empfängt das Signal und reicht es über MIDI Thru zum nächsten Gerät weiter. Der Vorteil liegt im direkten Hardware-Workflow: Tempo, Start und Stop werden von einem zentralen Instrument kontrolliert. Gerade Grooveboxen oder Performance-Sequencer eignen sich dafür gut.

MIDI Out und MIDI Thru sind nicht dasselbe

Bei größeren Hardware-Setups spielt MIDI Thru eine wichtige Rolle. MIDI Out überträgt normalerweise Daten, die ein Gerät selbst erzeugt. MIDI Thru gibt dagegen Daten weiter, die zuvor am MIDI In eingetroffen sind. Ein klassisches Setup kann deshalb folgendermaßen aussehen:

Sequencer MIDI Out → Synth 1 MIDI In → Synth 1 MIDI Thru → Synth 2 MIDI In

Dadurch erhalten beide Synthesizer dieselbe MIDI Clock.

Viele aktuelle Geräte besitzen allerdings keine separate Thru-Buchse mehr. Stattdessen kann ihr MIDI Out über eine Menüoption als sogenanntes Soft Thru konfiguriert werden. Bei umfangreicheren Setups ist eine dedizierte MIDI-Thru-Box oder ein MIDI-Interface mit mehreren Ausgängen häufig übersichtlicher.

Mehrere Synthesizer gleichzeitig synchronisieren

Bei zwei Geräten funktioniert eine einfache MIDI-Thru-Verkettung normalerweise problemlos. Werden jedoch zahlreiche Geräte hintereinander verbunden, wird die Signalstruktur zunehmend unübersichtlich. Außerdem können Geräte mit softwarebasiertem MIDI Thru zusätzliche Verzögerungen verursachen. Für größere Studios ist deshalb eine sternförmige Struktur häufig sinnvoller. Eine zentrale Clock-Quelle sendet dann über ein Multiport-MIDI-Interface oder eine Thru-Box direkt zu mehreren Geräten.

Damit lassen sich Fehler leichter lokalisieren und Geräte einzeln aktivieren oder deaktivieren.

MIDI Clock über USB oder DIN-MIDI – was ist besser?

Grundsätzlich kann MIDI Clock sowohl über klassisches DIN-MIDI als auch über USB-MIDI übertragen werden. Keine der beiden Varianten ist automatisch immer besser. DIN-MIDI bietet eine einfache, etablierte Punkt-zu-Punkt-Verbindung und funktioniert auch vollständig ohne Computer. Das macht die Verbindung insbesondere für Hardware-Rigs attraktiv. USB-MIDI ist dagegen praktisch, wenn mehrere Geräte direkt mit einem Computer beziehungsweise einer DAW verbunden werden. Über dieselbe USB-Verbindung können neben Clock auch Noten, Controllerdaten und bei manchen Geräten weitere Kommunikationsdaten übertragen werden.

In der Praxis hängt die Timing-Qualität stark von den beteiligten Geräten, Treibern, Betriebssystemen, USB-Strukturen und MIDI-Interfaces ab. Deshalb lohnt sich bei Timing-Problemen ein Praxistest beider Anschlussarten.

Start, Stop und Continue sind nicht die MIDI Clock

Ein häufiger Irrtum besteht darin, MIDI Clock und Transportsteuerung gleichzusetzen. Tatsächlich handelt es sich um getrennte MIDI-Nachrichten.

Timing Clock liefert das musikalische Zeitraster. Start weist einen Sequencer an, die Sequenz von Anfang an abzuspielen. Stop stoppt die Wiedergabe. Continue setzt die Wiedergabe an der zuvor gestoppten Position fort. Diese Nachrichten gehören zu den MIDI System Real-Time Messages.

Deshalb kann es passieren, dass zwei Geräte zwar im gleichen Tempo laufen, das angeschlossene Gerät aber nicht automatisch startet. Dann empfängt es möglicherweise MIDI Clock, aber keine Transportbefehle – oder die entsprechenden Einstellungen sind deaktiviert.

Was bedeutet 24 PPQN?

Die Abkürzung PPQN steht für Pulses Per Quarter Note. Bei MIDI Clock werden 24 Timing-Clock-Nachrichten pro Viertelnote übertragen.

Dabei sollte man MIDI Clock nicht mit der internen Auflösung eines DAW-Sequencers oder einer MIDI-Datei verwechseln. Eine DAW kann beispielsweise mit 480 oder 960 Ticks pro Viertelnote arbeiten. Das ändert nichts daran, dass klassische MIDI Timing Clock weiterhin mit 24 Nachrichten pro Viertelnote arbeitet.

PPQN beschreibt also je nach Zusammenhang unterschiedliche Raster. Bei MIDI Clock ist die relevante Größe klar definiert: 24 pro Viertelnote.

MIDI Clock und Stepsequencer

Ein Stepsequencer ist einer der offensichtlichsten Anwendungsfälle für MIDI Clock. Sein Step-Cursor muss wissen, wann der nächste Schritt ausgeführt werden soll.

Genau dieses Prinzip behandeln wir bereits im Tutorial Wie funktioniert ein Stepsequenzer im Synthesizer?. Dort erklären wir unter anderem interne Clock, MIDI Clock, analoge Clock sowie unterschiedliche Step-Auflösungen.

Wird ein Stepsequencer extern synchronisiert, kann beispielsweise die DAW das Tempo vorgeben, während das Pattern vollständig im Hardware-Synthesizer gespeichert bleibt. Du kombinierst dadurch den direkten Hardware-Workflow mit dem zentralen Tempo des DAW-Projekts.

MIDI Clock und Arpeggiator synchronisieren

Auch ein Arpeggiator profitiert stark von einer gemeinsamen Clock. Ohne externe Synchronisation läuft er nach seinem internen Tempo. Sobald der Synthesizer MIDI Clock empfängt, können seine Notenwerte dagegen an das Projekttempo gekoppelt werden.

Ein auf 1/16 gestellter Arpeggiator erzeugt dann Sechzehntelnoten passend zur Clock. Änderst du das Mastertempo, verändert sich automatisch die Geschwindigkeit des Arpeggios. Die grundlegende Arbeitsweise eines Arpeggiators erklären wir ausführlich in Was ist ein Arpeggiator?“. Dort wird auch die Kombination aus Arpeggiator, Sequencer und Tempo-Sync behandelt.

LFO mit MIDI Clock synchronisieren

Nicht nur Noten und Patterns können synchronisiert werden. Viele digitale und hybride Synthesizer erlauben auch eine Synchronisation ihrer LFOs zum externen Tempo. Statt einer freien LFO-Frequenz in Hertz wählst du dann musikalische Notenwerte wie 1/4, 1/8, 1/16 oder punktierte beziehungsweise triolische Werte. Das ermöglicht beispielsweise Filterbewegungen, Tremolo oder rhythmische Modulationen, die exakt zum Songtempo passen.

In unserem Grundlagenartikel Was macht ein LFO im Synthesizer? gehen wir bereits auf Tempo Sync und rhythmische LFO-Werte ein. Damit entsteht eine direkte Verbindung zwischen beiden Themen: MIDI Clock liefert das gemeinsame Timing, während der synchronisierte LFO daraus seine Modulationsgeschwindigkeit ableitet.

MIDI Clock und Delay-Effekte

Dasselbe Prinzip gilt für tempoabhängige Effekte. Unterstützt ein Synthesizer oder Effektgerät MIDI Clock, kann beispielsweise ein Delay automatisch zum Songtempo laufen. Statt eine Delay-Zeit von etwa 375 Millisekunden manuell einzugeben, wählst du beispielsweise eine punktierte Achtelnote. Ändert der Master anschließend das Tempo, passt sich die Delay-Zeit automatisch an. Gerade bei Live-Sets ist das komfortabel, weil sich mehrere Songs mit unterschiedlichen Tempi spielen lassen, ohne Effektzeiten ständig von Hand nachzuführen.

MIDI Clock vs. DIN Sync

Gerade bei Vintage-Drumcomputern begegnet dir häufig DIN Sync. Obwohl dabei ebenfalls ein fünfpoliger DIN-Stecker verwendet wird, handelt es sich nicht einfach um MIDI. DIN Sync wurde vor der breiten Etablierung von MIDI zur Synchronisation von Sequencern und Rhythmusmaschinen eingesetzt. Bekannte Roland-Systeme verwenden unter anderem ein Clock-Signal mit 24 Impulsen pro Viertelnote sowie eine separate Start/Stop-Steuerung.

Der entscheidende Punkt lautet: Ein DIN-Sync-Anschluss ist trotz identischem Stecker kein MIDI-Port. Beide Schnittstellen dürfen daher nicht allein aufgrund der Steckerform gleichgesetzt werden. Für die Verbindung moderner MIDI-Geräte mit DIN-Sync-Hardware wird gegebenenfalls ein entsprechender Clock-Konverter benötigt.

MIDI Clock vs. analoge Clock

Bei Modularsystemen, Semi-Modular-Synthesizern und vielen Hardware-Sequencern findest du häufig einfache analoge Clock-Ein- und Ausgänge. Hier wird ein elektrischer Impuls als Taktinformation verwendet. Im Gegensatz zur standardisierten MIDI Clock können Auflösung und erforderliche Signalpegel je nach Gerät unterschiedlich sein. Ein Gerät erwartet beispielsweise einen Impuls pro Step, ein anderes mehrere Pulse pro Viertelnote.

Deshalb reicht es nicht immer, zwei Clock-Buchsen einfach miteinander zu verbinden. Beide Geräte müssen mit der verwendeten Clock-Auflösung kompatibel sein oder entsprechend konfiguriert werden. Ein MIDI-to-Clock-Konverter kann eine Brücke zwischen MIDI- und CV/Trigger-basierten Setups bilden.

MIDI Clock ist nicht MIDI Time Code

MIDI Clock und MIDI Time Code (MTC) werden häufig verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. MIDI Clock orientiert sich an musikalischem Tempo und Takt. Sie ist deshalb besonders für Drumcomputer, Sequencer, Arpeggiatoren und tempoabhängige Effekte geeignet.

MIDI Time Code bildet dagegen eine absolute Zeitposition in Stunden, Minuten, Sekunden und Frames ab und stammt konzeptionell aus der Synchronisation mit SMPTE-Timecode. Das ist beispielsweise für Audio-, Video- oder Produktionssysteme relevant. MIDI.org unterscheidet ausdrücklich zwischen der musikalischen Zeitbasis der MIDI Clock und der absoluten Zeitdarstellung von MIDI Time Code.

Für das Synchronisieren eines Synth-Arpeggiators mit einem Drumcomputer benötigst du normalerweise MIDI Clock und nicht MTC.

Warum läuft MIDI Clock manchmal nicht stabil?

In der Theorie ist MIDI Clock einfach: Ein Master sendet regelmäßige Clock-Nachrichten und alle Empfänger folgen. In der Praxis können die Abstände zwischen einzelnen Timing-Nachrichten leicht schwanken. Diese zeitlichen Abweichungen werden häufig als Jitter bezeichnet.

Bei einem schlecht synchronisierten Setup kann sich das als leicht schwankender Groove bemerkbar machen. Besonders perkussive Sounds, mehrere parallel laufende Drumcomputer oder sehr präzise Sequenzen machen solche Timing-Abweichungen schnell hörbar.

Mögliche Ursachen liegen unter anderem in überlasteten MIDI-Verbindungen, ungünstigen USB-Konfigurationen, Treibern, Software-Routing oder der internen Verarbeitung einzelner Geräte.

Was ist der Unterschied zwischen Jitter und Latenz?

Latenz bedeutet, dass ein Signal verzögert eintrifft. Ein Drumcomputer kann beispielsweise konstant einige Millisekunden hinter der DAW laufen. Solange diese Verzögerung konstant bleibt, lässt sie sich häufig kompensieren. Jitter bedeutet dagegen, dass die Verzögerung schwankt. Ein Schlag kommt beispielsweise einmal 3 ms und anschließend 8 ms zu spät. Dadurch wird das Timing unruhiger.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Ein konstant verspäteter Hardware-Synthesizer benötigt möglicherweise lediglich eine Timing-Korrektur. Ein stark schwankendes Timing deutet dagegen auf ein anderes Problem hin.

Warum läuft meine Hardware trotz MIDI Clock hinter der DAW?

MIDI Clock sorgt dafür, dass Geräte ein gemeinsames Tempo verwenden. Sie kann jedoch nicht sämtliche Verzögerungen eines Studiosystems beseitigen. Ein externer Drumcomputer erhält zunächst die Clock, erzeugt anschließend seinen Klang und gibt diesen analog oder digital aus. Danach gelangt das Audiosignal über das Audiointerface in die DAW. Dabei entstehen verschiedene kleine Verzögerungen.

Viele DAWs bieten deshalb eine MIDI-Clock-Offset- beziehungsweise Sync-Delay-Funktion. Damit kann die Clock etwas früher oder später gesendet werden, sodass das zurückkehrende Audiosignal zeitlich besser mit dem Projekt übereinstimmt.

MIDI Clock Loop vermeiden

Ein besonders häufiger Fehler entsteht, wenn zwei Geräte sich gegenseitig Clock senden. Beispiel: Die DAW sendet Clock zum Synthesizer. Der Synthesizer empfängt diese Clock und sendet sie über seine MIDI-Ausgabe wieder zurück zur DAW. Die DAW wiederum verarbeitet die zurückkommenden Daten. Solche Schleifen können zu unvorhersehbarem Verhalten führen. Deshalb solltest du festlegen, welches Gerät Clock erzeugt und welche Geräte ausschließlich empfangen.

Das gleiche Prinzip gilt für MIDI-Thru- und USB-Routings: Mehr Verbindungen bedeuten nicht automatisch bessere Synchronisation.

Warum startet mein Sequencer nicht mit der DAW?

Wenn der Hardware-Sequencer das richtige Tempo anzeigt, aber beim Start der DAW nicht losläuft, funktioniert die Clock-Synchronisation wahrscheinlich grundsätzlich. Das Problem liegt dann eher bei der Transportsteuerung. Prüfe, ob die DAW neben MIDI Clock auch Start-/Stop-Nachrichten an den entsprechenden MIDI-Port sendet und ob das Hardware-Gerät diese Befehle akzeptiert.

Manche Geräte besitzen getrennte Einstellungen für Clock-Empfang und Transportsteuerung.

Warum startet ein Pattern an der falschen Position?

MIDI Clock definiert das Tempo, aber nicht automatisch jede denkbare Songposition. Zusätzlich existieren MIDI-Nachrichten wie Song Position Pointer, mit denen kompatible Geräte eine Position innerhalb einer Sequenz bestimmen können. Die Unterstützung ist jedoch nicht bei jedem Synthesizer oder Drumcomputer identisch.

Gerade einfachere Hardware-Sequencer starten deshalb beim Empfang eines Start-Befehls grundsätzlich wieder bei Step 1. Für typische Pattern-basierte Setups ist das häufig sogar erwünscht.

MIDI Clock synchronisieren: drei typische Setups

DAW und Hardware-Synthesizer

Die DAW ist Master und sendet MIDI Clock per USB oder MIDI-Interface zum Synthesizer. Der Synthesizer steht auf External Clock. Sein Arpeggiator, Sequencer und gegebenenfalls seine tempoabhängigen LFOs folgen nun dem Projekttempo.

Drumcomputer und Synthesizer ohne Computer

Der Drumcomputer arbeitet mit Internal Clock und sendet MIDI Clock über MIDI Out. Der Synthesizer steht auf External beziehungsweise MIDI. Dadurch lässt sich das Tempo des gesamten Hardware-Setups direkt am Drumcomputer verändern.

DAW, Drumcomputer und mehrere Synthesizer

Die DAW übernimmt die Master-Rolle. Ein Multiport-MIDI-Interface verteilt die Clock separat an Drumcomputer und Synthesizer. Diese Sternstruktur ist bei umfangreichen Setups häufig übersichtlicher als eine lange MIDI-Thru-Kette.

MIDI Clock synchronisieren: typische Fehler

Wenn ein Setup nicht sauber läuft, solltest du zunächst prüfen, ob tatsächlich nur eine zentrale Clock-Quelle aktiv ist. Anschließend kontrollierst du, ob alle anderen Geräte auf External beziehungsweise MIDI Sync stehen. Danach überprüfst du, ob die DAW Clock und Transportdaten am richtigen MIDI-Port ausgibt. Bei mehreren Geräten solltest du zudem MIDI-Schleifen ausschließen. Läuft alles im gleichen Tempo, aber konstant zeitlich versetzt, solltest du nach einer Sync-Offset-Funktion suchen. Schwankt das Timing dagegen permanent, lohnt sich ein Blick auf MIDI-Routing, USB-Verbindungen, Treiber und möglicherweise alternative Anschlusswege.

Muss jedes Gerät MIDI Clock unterstützen?

Nein. Nicht jeder Synthesizer benötigt überhaupt eine Clock. Ein klassischer polyphoner Synth ohne Sequencer, Arpeggiator, tempoabhängigen LFO oder synchronisierbare Effekte kann problemlos MIDI-Noten empfangen, ohne eine MIDI Clock auszuwerten. Bei Grooveboxen, Drumcomputern, Sequencern und vielen modernen Synthesizern gehört Clock-Synchronisation dagegen zu den wichtigsten MIDI-Funktionen. Auch innerhalb eines Geräts kann die Unterstützung unterschiedlich ausfallen. Ein Synthesizer synchronisiert beispielsweise seinen Arpeggiator und sein Delay, während bestimmte Modulationsquellen weiterhin frei laufen.

Wann ist MIDI Clock besonders sinnvoll?

MIDI Clock wird immer dann interessant, wenn mehrere zeitabhängige Prozesse zusammenarbeiten sollen. Das betrifft vor allem Drumcomputer, Hardware-Sequencer, Arpeggiatoren, Grooveboxen, rhythmische LFO-Modulationen, synchronisierte Delay-Effekte und DAWless-Setups. Ein einzelnes Masterkeyboard, das lediglich MIDI-Noten an einen Synthesizer sendet, benötigt dagegen nicht zwingend eine Clock-Verbindung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Muss ein Gerät wissen, wie schnell und an welcher rhythmischen Position das musikalische Raster läuft? Wenn ja, spielt Synchronisation eine Rolle.

Fazit: Eine Clock für das gesamte Setup

Wer mehrere Synthesizer, Drumcomputer, Sequencer oder eine DAW gemeinsam nutzen möchte, sollte die MIDI Clock synchronisieren, statt lediglich identische BPM-Werte an allen Geräten einzustellen. Eine zentrale Clock-Quelle gibt dabei das Timing vor, während die angeschlossenen Geräte dem Master folgen. Dadurch bleiben Arpeggiatoren, Stepsequencer, Patterns, LFOs und tempoabhängige Effekte musikalisch zusammen.

Wichtig ist die Trennung der verschiedenen Funktionen: MIDI Clock liefert das Zeitraster, während Start, Stop und Continue die Transportsteuerung übernehmen. Noten, Controllerdaten und Audio sind wiederum vollständig andere Daten beziehungsweise Signalarten.

Für kleine Setups genügt häufig eine einfache MIDI-Out-zu-MIDI-In-Verbindung. Bei mehreren Instrumenten können MIDI Thru, eine Thru-Box oder ein Multiport-Interface für eine übersichtlichere Verteilung sorgen. Treten dennoch Probleme auf, sollte zuerst nach mehreren aktiven Clock-Mastern, falschen Sync-Einstellungen, MIDI-Loops oder konstanten Timing-Versätzen gesucht werden.

Ist diese Grundlage einmal verstanden, wird auch ein komplexes Hardware-Setup wesentlich einfacher: Ein Gerät gibt den Takt vor – und alle anderen hören zu.

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FAQ: Häufige Fragen zur MIDI Clock

Was ist MIDI Clock?

MIDI Clock ist ein Timing-Signal des MIDI-Standards, mit dem mehrere elektronische Instrumente und Software-Anwendungen auf ein gemeinsames musikalisches Tempo synchronisiert werden können.

Wie viele Clock-Signale sendet MIDI pro Viertelnote?

MIDI Timing Clock arbeitet mit 24 Timing-Clock-Nachrichten pro Viertelnote beziehungsweise 24 PPQN.

Überträgt MIDI Clock den BPM-Wert?

Nicht als einfache BPM-Zahl. Der Empfänger ermittelt das Tempo aus dem zeitlichen Abstand der kontinuierlich eintreffenden Timing-Clock-Nachrichten.

Kann MIDI Clock über USB übertragen werden?

Ja. Viele moderne Synthesizer, Drumcomputer und MIDI-Controller können MIDI Clock sowohl über USB-MIDI als auch über klassische DIN-MIDI-Anschlüsse übertragen oder empfangen.

Ist MIDI Clock dasselbe wie Start und Stop?

Nein. Timing Clock, Start, Stop und Continue sind getrennte MIDI System Real-Time Messages. Clock liefert das Zeitraster, während die anderen Nachrichten die Wiedergabe steuern.

Muss ein Synthesizer auf External Clock stehen?

Wenn er einer externen DAW, Groovebox oder einem anderen MIDI-Clock-Master folgen soll, muss normalerweise eine externe beziehungsweise MIDI-basierte Clock-Quelle gewählt werden.

Können zwei Geräte gleichzeitig MIDI-Clock-Master sein?

Technisch können mehrere Geräte Clock senden, für ein gemeinsames Setup sollte jedoch normalerweise nur eine zentrale Clock-Quelle festgelegt werden. Mehrere konkurrierende Clock-Signale können Synchronisationsprobleme verursachen.

Warum laufen zwei Geräte bei identischen BPM auseinander?

Weil beide mit eigenen internen Taktgebern arbeiten. Kleine Abweichungen zwischen diesen Clocks summieren sich über die Zeit. Eine gemeinsame MIDI Clock verhindert dieses kontinuierliche Auseinanderdriften.

Was bedeutet MIDI Clock 24 PPQN?

24 PPQN bedeutet, dass 24 Timing-Clock-Nachrichten pro Viertelnote übertragen werden.

Was ist der Unterschied zwischen MIDI Clock und MIDI Time Code?

MIDI Clock beschreibt musikalisches Timing und Tempo. MIDI Time Code dient dagegen der Synchronisation anhand einer absoluten Zeitposition in Stunden, Minuten, Sekunden und Frames.

Ist DIN Sync dasselbe wie MIDI?

Nein. Obwohl klassische DIN-Sync- und MIDI-Verbindungen fünfpolige DIN-Stecker verwenden können, handelt es sich um unterschiedliche Schnittstellen und Signalarten.

Kann ein LFO über MIDI Clock synchronisiert werden?

Wenn der Synthesizer LFO Tempo Sync unterstützt, kann dessen Geschwindigkeit an die externe Clock gekoppelt werden. Statt einer freien Frequenz werden dann beispielsweise musikalische Werte wie 1/4, 1/8 oder 1/16 verwendet.

Was ist besser: USB-MIDI oder DIN-MIDI für MIDI Clock?

Das hängt vom jeweiligen Setup ab. DIN-MIDI ist unkompliziert für reine Hardware-Setups, während USB-MIDI besonders praktisch für DAW-basierte Systeme ist. Die tatsächliche Timing-Stabilität hängt stark von den verwendeten Geräten, Treibern, Interfaces und der jeweiligen Implementierung ab.

Was kann ich tun, wenn Hardware hinter der DAW läuft?

Ist der Versatz konstant, kann eine MIDI-Clock-Offset- oder Sync-Delay-Einstellung der DAW helfen. Schwankt der Versatz dagegen ständig, solltest du MIDI-Routing, USB-Verbindungen, Treiber und mögliche Clock-Loops überprüfen.

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