UDO Audio Super 6 ST49 Test: Hybrid-Synthesizer mit Poly-Aftertouch

Der UDO Audio Super 6 ST49 White kombiniert digitale Oszillatoren mit analogem Filter und VCA. Die aufgeräumte Bedienoberfläche mit zahlreichen Fadern und Reglern ermöglicht einen direkten Zugriff auf nahezu alle Klangparameter.

Mit dem UDO Audio Super 6 ST49 White erweitert UDO Audio seinen erfolgreichen Hybrid-Synthesizer um eine neue Tastaturgeneration. Der Preis liegt bei 2.969 Euro, womit sich das Instrument klar im gehobenen Profi-Segment bewegt. Dafür erhält man allerdings nicht einfach eine neue Farbvariante oder eine leicht überarbeitete Version, sondern einen Synthesizer, dessen größte Neuerung unmittelbar das Spielgefühl verändert: die hochwertige 49-Tasten-Klaviatur mit polyphonem Aftertouch.

Der Super 6 war bereits durch seine binaurale Stimmenarchitektur und den ungewöhnlichen Hybridaufbau aus digitalen Oszillatoren und analogem Signalweg ein eigenständiges Instrument. Mit der neuen Tastatur gewinnt das Konzept nochmals deutlich an Ausdruckskraft. Gerade Musiker, die nicht nur Sounds programmieren, sondern ihre Klänge aktiv spielen möchten, profitieren davon erheblich.

Im Test zeigt sich schnell, dass der Super 6 ST49 kein Synthesizer für spektakuläre Datenblätter ist. Vielmehr überzeugt er durch die Summe vieler durchdachter Details, die im Alltag eine enorme Rolle spielen. Die Bedienoberfläche wirkt angenehm direkt, der Klang besitzt eine außergewöhnliche Tiefe und die neue Tastatur eröffnet Möglichkeiten, die man nach kurzer Zeit kaum noch missen möchte. Entscheidend ist dabei, dass sich das Instrument nicht über möglichst viele Funktionen definiert, sondern über die Qualität seiner Umsetzung.

Hochwertige Verarbeitung trifft auf direkte Bedienung

Bereits beim ersten Kontakt hinterlässt der Super 6 ST49 einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Das stabile Metallgehäuse, die sauber laufenden Fader und Regler sowie die klar strukturierte Oberfläche vermitteln Professionalität. Nichts wirkt überladen oder verspielt. Stattdessen folgt das Bedienkonzept konsequent der klassischen One-Function-per-Control-Philosophie. 29 Fader, 15 Drehregler und zahlreiche Taster ermöglichen einen unmittelbaren Zugriff auf nahezu sämtliche Klangparameter. Menüstrukturen spielen praktisch keine Rolle. Wer bereits Erfahrung mit klassischen analogen Synthesizern besitzt, findet sich innerhalb weniger Minuten zurecht.

Besonders angenehm fällt auf, dass sämtliche Bedienelemente logisch gruppiert sind. Oszillatoren, Filter, Hüllkurven, LFOs und Effekte liegen räumlich genau dort, wo man sie erwartet. Dadurch entwickelt sich schnell ein flüssiger Workflow, bei dem kaum nach Funktionen gesucht werden muss. Ein Highlight ist die Manual-Funktion. Aktiviert man sie, entspricht der ausgegebene Klang exakt der aktuellen Stellung aller Regler und Fader. Gerade beim Sounddesign entsteht dadurch ein unmittelbares Arbeiten, das stark an klassische Vintage-Synthesizer erinnert. Änderungen werden jederzeit direkt hörbar.

Die neue ST49-Tastatur verändert das gesamte Spielgefühl

Die eigentliche Besonderheit dieser Version ist jedoch die neue Tastatur. Der Super 6 ST49 besitzt 49 hochwertige, gewichtete Tasten mit polyphonem Aftertouch. Während herkömmlicher Aftertouch immer auf alle gedrückten Tasten gleichzeitig wirkt, verarbeitet die ST49-Version jede einzelne Taste separat. In der Praxis eröffnet das völlig neue Möglichkeiten. Hält man beispielsweise einen komplexen Akkord, lässt sich nur eine einzelne Note stärker drücken, um gezielt Filterfahrten, Vibrato oder andere Modulationen ausschließlich auf diese Stimme anzuwenden. Andere Noten bleiben dabei vollkommen unbeeinflusst.

Gerade bei Flächen, Pads oder langen Akkorden entsteht dadurch eine außergewöhnlich organische Performance. Einzelne Stimmen lassen sich innerhalb eines Akkords hervorheben, Melodietöne können dynamisch aus dem Gesamtklang herausgearbeitet werden und selbst komplexe Harmonien wirken wesentlich lebendiger. Besonders beeindruckend fällt dabei die Abstimmung der Tastatur aus. Bereits geringe Druckveränderungen werden äußerst feinfühlig umgesetzt, ohne unkontrolliert zu reagieren. Die Sensorik arbeitet ausgesprochen präzise und vermittelt jederzeit das Gefühl, vollständig unter Kontrolle zu stehen. Nach kurzer Eingewöhnung entsteht beinahe der Eindruck, direkt mit dem Klang zu interagieren, anstatt lediglich Parameter zu steuern.

Gerade bei atmosphärischen Sounds entwickelt diese Ausdrucksstärke einen enormen musikalischen Mehrwert. Das Instrument reagiert nicht mechanisch, sondern beinahe organisch auf jede Spielweise. Diese außergewöhnlich fein abgestimmte Ansprache gehört ohne Zweifel zu den größten Stärken des Super 6 ST49.

Übersichtliche Performance trotz komplexer Architektur

Obwohl der Super 6 intern zahlreiche Funktionen vereint, wirkt seine Bedienung erstaunlich entspannt. Die Modulationsmatrix bleibt übersichtlich aufgebaut und konzentriert sich auf praxisrelevante Ziele. Dadurch verliert man selbst bei komplexeren Patches selten den Überblick. Gleichzeitig erlaubt sie genügend Flexibilität, um weit über klassische Analogsounds hinauszugehen. Auch Arpeggiator und Step-Sequenzer integrieren sich sinnvoll in den Workflow. Beide arbeiten zuverlässig zur MIDI-Clock synchronisiert und eignen sich sowohl für klassische Sequenzen als auch für rhythmisch bewegte Flächen und Texturen.

Positiv fällt außerdem auf, dass sämtliche Performance-Funktionen schnell erreichbar bleiben. Es entstehen kaum Situationen, in denen man während einer Aufnahme oder Live-Performance lange nach einer Einstellung suchen muss. Gerade im Studio sorgt diese Direktheit dafür, dass Ideen schnell umgesetzt werden können. Statt sich mit Menüs auseinanderzusetzen, bleibt der Fokus konsequent auf dem eigentlichen Musizieren und Sounddesign.


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UDO Audio Super 6 ST49 White

Hybride Klangerzeugung mit eigenständigem Charakter

Der technische Aufbau des Super 6 ST49 unterscheidet sich bewusst von klassischen rein analogen Synthesizern. UDO Audio setzt auf eine Hybrid-Architektur, bei der hochauflösende digitale Oszillatoren auf einen vollständig analogen Signalweg treffen. Das Ergebnis verbindet die Präzision digitaler Klangerzeugung mit der Wärme und Dynamik analoger Filter und Verstärker.

Pro Stimme stehen zwei digitale Oszillatoren zur Verfügung. Beide erzeugen klassische Wellenformen wie Sinus, Dreieck, Sägezahn, Rechteck und Noise. Oszillator 1 erweitert dieses Spektrum um insgesamt 32 Wavetables, wodurch sich der Klang weit über traditionelle Analogsounds hinaus entwickeln lässt. Oszillator 2 besitzt zusätzlich eine Pulsweitenmodulation, die besonders lebendige Pads, Leads und klassische Synth-Brass-Sounds ermöglicht.

Hinzu kommen ein Suboszillator, Hard Sync, Crossmodulation sowie verschiedene Mischmodi zwischen beiden Oszillatoren. Dadurch entsteht eine enorme Bandbreite an Klangfarben – von sehr sauberen digitalen Spektren bis hin zu komplexen, obertonreichen Texturen. Trotz der digitalen Oszillatoren wirkt der Klang niemals steril. Vielmehr besitzt der Super 6 eine gewisse Offenheit und Transparenz, die sich hervorragend mit dem analogen Filter ergänzt.

Das analoge Filter bildet das klangliche Zentrum

Nach den Oszillatoren gelangt das Signal in ein analoges 24-dB-Tiefpassfilter. Dieses arbeitet angenehm musikalisch und besitzt genügend Reserven, um sowohl weiche Flächen als auch aggressive Resonanzfahrten überzeugend umzusetzen. Besonders gefällt die gleichmäßige Arbeitsweise über den gesamten Regelweg. Das Filter reagiert vorhersehbar und ermöglicht äußerst feine Einstellungen, ohne dabei langweilig zu wirken. Dreht man die Resonanz weiter auf, entstehen charaktervolle Eigenresonanzen, die sich hervorragend für klassische Synthesizer-Sounds eignen.

Ergänzt wird das Tiefpassfilter durch einen fest integrierten Hochpassfilter. Dieser entfernt tieffrequente Anteile sehr musikalisch und schafft Platz im Mix, ohne den Grundcharakter des Sounds zu zerstören. Zusätzlich steht eine zweistufige Drive-Schaltung bereit. Sie fügt dem Signal harmonische Sättigung hinzu und sorgt dafür, dass Pads dichter wirken oder Leads deutlich mehr Durchsetzungskraft entwickeln. Dabei bleibt die Verzerrung stets kontrollierbar und klingt niemals aufgesetzt.

Binaurale Stimmenarchitektur als echtes Alleinstellungsmerkmal

Das auffälligste technische Merkmal des Super 6 bleibt jedoch seine binaurale Stimmenarchitektur. Im aktivierten Binaural-Modus werden die zwölf Stimmen paarweise auf die linke und rechte Stereoseite verteilt. Dabei erhalten beide Seiten minimale Unterschiede in Tonhöhe, Modulation oder Timing. Das Ergebnis ist kein gewöhnlicher Stereo-Effekt, sondern ein außergewöhnlich breites und lebendiges Klangbild. Besonders Pads, atmosphärische Flächen und schwebende Texturen profitieren enorm davon. Der Sound löst sich regelrecht von den Lautsprechern und entwickelt eine beeindruckende räumliche Tiefe.

Interessant ist dabei, dass diese Räumlichkeit nicht künstlich wirkt. Statt eines einfachen Chorus-Effekts entsteht vielmehr der Eindruck zweier unabhängig spielender Synthesizer, die perfekt miteinander interagieren. Gerade im Studio entsteht dadurch bereits ohne zusätzliche Plug-ins ein erstaunlich vollständiges Stereobild.

Effekte mit musikalischem Anspruch

Die Effektsektion fällt bewusst übersichtlich aus. Statt zahlreiche Algorithmen anzubieten, konzentriert sich UDO Audio auf zwei hochwertige Stereo-Effekte. Der Chorus gehört klanglich zu den stärksten Bestandteilen des gesamten Instruments. Er ergänzt insbesondere breite Pads hervorragend und unterstützt den ohnehin räumlichen Grundcharakter des Super 6.

Ebenso gelungen arbeitet das integrierte Delay. Es fügt sich harmonisch in den Grundsound ein und eignet sich sowohl für dezente Räumlichkeit als auch für rhythmische Wiederholungen. Beide Effekte arbeiten in 24 Bit und besitzen ausreichend Qualität, um auch im Studiobetrieb dauerhaft genutzt zu werden. Auffällig ist dabei, wie viel Atmosphäre sich bereits ausschließlich mit Chorus und Delay erzeugen lässt. Viele Werkspresets wirken dadurch ausgesprochen fertig und benötigen häufig kaum zusätzliche Bearbeitung.

Modulationen mit viel kreativer Freiheit

Auch im Bereich Modulation zeigt sich der Super 6 ausgesprochen flexibel. Zwei LFOs und zwei ADSR-Hüllkurven übernehmen klassische Aufgaben wie Filter-, Tonhöhen- oder Lautstärkemodulationen. Hinzu kommt eine gut strukturierte Modulationsmatrix, in der zahlreiche Quellen und Ziele frei miteinander kombiniert werden können. Gerade in Verbindung mit dem polyphonen Aftertouch entstehen hier außergewöhnlich lebendige Sounds. Einzelne Stimmen lassen sich dynamisch modulieren, ohne dass der gesamte Akkord beeinflusst wird. Dadurch entwickelt sich ein Spielgefühl, das weit über klassische Tastatursteuerung hinausgeht.

Während des Tests fiel besonders auf, wie direkt sämtliche Modulationen reagieren. Es entsteht kaum der Eindruck technischer Verzögerungen oder träger Parameter. Stattdessen setzt jede Bewegung unmittelbar hörbar an – ein entscheidender Vorteil für expressive Performances.

Im Studio überzeugt der Super 6 durch seinen Workflow

Im praktischen Studioeinsatz entwickelt der Super 6 ST49 schnell seine größten Stärken. Durch die vollständig direkte Bedienoberfläche entstehen neue Sounds oft deutlich schneller als bei menülastigen Instrumenten. Ideen lassen sich spontan umsetzen, ohne ständig zwischen Displayseiten wechseln zu müssen. Vor allem bei Filmmusik, Ambient, Electronica oder modernen Pop-Produktionen liefert der Synthesizer außergewöhnlich inspirierende Klangfarben. Pads besitzen enorme Tiefe, Arpeggios entwickeln eine faszinierende räumliche Bewegung und Leads setzen sich trotz ihrer Eleganz hervorragend im Mix durch.

Auch als Audio-Prozessor bietet der Super 6 interessante Möglichkeiten. Über den Audioeingang lassen sich externe Klangerzeuger durch Filter, Hüllkurven und Effekte schicken. Dadurch erweitert sich der Einsatzbereich deutlich über einen klassischen Keyboard-Synthesizer hinaus. Im Mix zeigt sich außerdem, dass die Sounds bereits sehr ausgewogen abgestimmt sind. Viele Patches benötigen erstaunlich wenig Nachbearbeitung und fügen sich problemlos zwischen andere Instrumente ein. Gerade die Kombination aus analogem Filter und binauraler Architektur sorgt dafür, dass der Super 6 im Arrangement präsent bleibt, ohne unnötig Frequenzen zu überlagern.

Speicherplätze, MIDI und Performance im Alltag

Mit 128 Speicherplätzen bietet der Super 6 ST49 ausreichend Raum für eigene Klangbibliotheken. Die Organisation bleibt bewusst unkompliziert und orientiert sich am direkten Arbeitsstil des Instruments. Wer lieber sofort an Reglern arbeitet als durch umfangreiche Soundkategorien zu navigieren, wird sich hier schnell zuhause fühlen.

Die Werksounds demonstrieren eindrucksvoll, worauf der Super 6 ausgelegt ist. Statt möglichst viele unterschiedliche Instrumente zu simulieren, konzentrieren sich die Presets auf atmosphärische Pads, charaktervolle Leads, lebendige Arpeggios und breite Synthesizer-Flächen. Viele Programme wirken bereits ohne Nachbearbeitung ausgesprochen inspirierend und laden dazu ein, unmittelbar mit dem Spielen zu beginnen.

Dabei fällt auf, wie stark die Presets von der Tastatur profitieren. Zahlreiche Sounds reagieren unmittelbar auf Anschlagdynamik und insbesondere auf den polyphonen Aftertouch. Erst dadurch entfaltet sich das gesamte Ausdruckspotenzial des Instruments. Einzelne Stimmen innerhalb eines Akkords lassen sich gezielt hervorheben oder mit zusätzlichen Modulationen versehen, wodurch selbst bekannte Presets ständig neue Nuancen entwickeln.

MIDI-seitig zeigt sich der Super 6 ST49 vollständig professionell ausgestattet. Neben USB-MIDI stehen klassische DIN-MIDI-Buchsen für In, Out und Thru zur Verfügung. Dadurch lässt sich der Synthesizer problemlos sowohl in moderne Computer-Setups als auch in klassische Hardware-Rigs integrieren.

Der interne Arpeggiator arbeitet zuverlässig zur MIDI-Clock synchronisiert und eignet sich sowohl für einfache rhythmische Pattern als auch für komplexere Sequenzen. Ergänzend steht ein integrierter Step-Sequenzer bereit, der den kreativen Workflow sinnvoll erweitert. Gerade im Zusammenspiel mit der binauralen Stimmenarchitektur entstehen dadurch faszinierende Bewegungen im Stereobild.

Auch Live überzeugt das Bedienkonzept. Da nahezu alle Parameter unmittelbar erreichbar sind, lassen sich Klangänderungen spontan während einer Performance durchführen. Die robuste Verarbeitung vermittelt dabei jederzeit Vertrauen. Mit einem Gewicht von rund 9,2 Kilogramm bleibt der Super 6 ST49 außerdem transportabel genug für regelmäßige Bühneneinsätze.

Die Frontansicht des Super 6 ST49 zeigt den klar strukturierten Signalfluss. Herzstück ist die neue 49-Tasten-Klaviatur mit polyphonem Aftertouch, die eine außergewöhnlich ausdrucksstarke Spielweise ermöglicht.
Die Frontansicht des Super 6 ST49 zeigt den klar strukturierten Signalfluss. Herzstück ist die neue 49-Tasten-Klaviatur mit polyphonem Aftertouch, die eine außergewöhnlich ausdrucksstarke Spielweise ermöglicht.

Kontrolle statt Komplexität

Trotz seiner außergewöhnlichen Klangerzeugung wirkt der Super 6 ST49 niemals kompliziert. Die Architektur bleibt jederzeit nachvollziehbar, weil jeder Abschnitt logisch aufgebaut ist und die Bedienoberfläche den Signalfluss nahezu vollständig abbildet. Bereits nach kurzer Eingewöhnung entwickelt sich ein sehr intuitiver Workflow. Klangveränderungen erfolgen unmittelbar, ohne dass Menüs oder verschachtelte Einstellungen den kreativen Prozess unterbrechen.

Gerade erfahrene Synthesizer-Spieler werden diese Direktheit schätzen. Gleichzeitig verlangt das Instrument jedoch auch Aufmerksamkeit. Wer sämtliche Möglichkeiten der Modulationsmatrix, der Wavetables, der binauralen Stimmenverteilung und des polyphonen Aftertouch ausschöpfen möchte, investiert zwangsläufig etwas Zeit in das Kennenlernen der Architektur.

Diese Zeit zahlt sich allerdings aus. Mit zunehmender Erfahrung wächst auch das Ausdruckspotenzial des Instruments erheblich. Der Super 6 entwickelt sich dadurch weniger zu einem Preset-Synthesizer als vielmehr zu einem Instrument, dessen Klangsprache aktiv gestaltet werden möchte.

Fazit: UDO Audio Super 6 ST49 White

Der UDO Audio Super 6 ST49 White ist weit mehr als eine aktualisierte Version des bekannten Super 6. Die neue Tastatur mit polyphonem Aftertouch verändert die gesamte Interaktion mit dem Instrument und hebt die Ausdrucksmöglichkeiten auf ein neues Niveau. Zusammen mit der binauralen Stimmenarchitektur, den hervorragend klingenden Hybrid-Oszillatoren und dem musikalischen analogen Signalweg entsteht ein Synthesizer, der nicht über möglichst viele Funktionen beeindrucken möchte, sondern über seine außergewöhnliche Klangqualität und sein inspirierendes Spielgefühl.

Mit einem Preis von 2.969 Euro richtet sich der Super 6 ST49 klar an ambitionierte Musiker, professionelle Produzenten und Sounddesigner. Angesichts der hochwertigen Verarbeitung, der außergewöhnlichen Tastatur und des eigenständigen Klangkonzepts bewegt sich das Instrument jedoch auf einem Niveau, das diesen Preis nachvollziehbar erscheinen lässt.

Besonders beeindruckend ist die Verbindung aus direkter Bedienbarkeit und enormer klanglicher Tiefe. Der Super 6 ST49 lädt dazu ein, Sounds nicht nur zu programmieren, sondern tatsächlich zu spielen und musikalisch zu formen. Genau darin liegt seine größte Stärke.

Der Super 6 ST49 ist deshalb in erster Linie ein Instrument – kein reines Produktionswerkzeug und auch kein Spezialist für einzelne Klangaufgaben. Wer expressive Performance, charaktervolle Hybrid-Sounds und unmittelbaren Zugriff auf die Klangerzeugung sucht, findet hier einen Synthesizer, der langfristig begeistert und auch nach vielen Stunden noch neue Facetten offenbart.

Pro

  • Hochwertige Tastatur mit hervorragend umgesetztem polyphonem Aftertouch
  • Eigenständiger, räumlicher Hybrid-Klang mit binauraler Stimmenarchitektur
  • Direkte Bedienung ohne menülastigen Workflow

Contra

  • Nur 128 Speicherplätze für eigene Sounds
  • Kein Display für eine detailliertere Patch-Verwaltung

 

Link zur Herstellerseite: UDO Audio

 

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