Die Entwicklung der Korg-Synthesizer

Korg-Synthesizer MS-20 Filter

Im Schweizer Museum SMEM gaben Chef-Entwickler Tatsuya Takahashi und Iarla Scaife von Korg Berlin einen Einblick in die Geschichte der Korg-Synthesizer, von der Firmengründung bis heute. Selbstverständlich kann ein solcher Streifzug nicht alle Produkte des Unternehmens abdecken, weshalb man sich auf die wichtigsten Eckpfeiler konzentrierte.

Die Anfänge

Korg wurde 1963 vom Nacht- bzw. Tanzclubbesitzer Tsutomu Kato und dem befreundeten Musiker Tadashi Osanai gegründet. Osanai war nicht nur Akkordeonspieler in Katos Clubs, sondern auch ausgebildeter Techniker.

Ein Problem, das viele Live-Musiker zu dieser Zeit betraf, war die Rhythmusbegleitung. Laut Osanai waren Schlagzeuger damals unzuverlässig und für kleine Locations wenig geeignet. Daher gründeten Kato und Osanai eine Firma. Ihr erstes Produkt war die Rhythmusmaschine Doncamatic. Das war der Startschuss für den Branchenriesen, den wir heute als Korg kennen.

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Analoge Korg-Synthesizer

Nach einigen Jahren kam der Ingenieur Fumio Mieda hinzu und lenkte die Produktpalette in eine neue Richtung. Sein erstes Projekt war eine Orgel, die jedoch bereits Elemente eines Synthesizers in sich trug.

Schritt für Schritt wurden immer mehr Synthesizer entwickelt, darunter der Mini Korg 700 und das polyphone Monster PS-3300.
1978 entstand mit dem MS-20 wohl der berühmteste Analogsynthesizer von Korg. Für diesen entwarf Mieda eine gänzlich neue Filterschaltung, die als Bauteil bzw. Chip 35 umgesetzt wurde. Diese Schaltung war viel einfacher als das Moog-Ladder-Filter und sollte einerseits Kosten sparen, andererseits aber auch einen Charakter erzeugen, der mit einer perfekten Schaltung nicht möglich ist. Wir haben unter diesem Link einen Artikel mit berühmten Songs für euch, in denen der MS-20 zum Einsatz kam.

Korg hat aus guten Gründen den MS-20 nach vielen Jahren wieder aufgelegt. Zunächst gab es ihn als Plug-in, dann als Mini-Version und schließlich als Full-Size-Modell, das es jedoch nur eine begrenzte Zeit lang gab.

Die digitale Ära

Bei Korg wurde schon früh mit digitaler Technik experimentiert, die nach und nach in die Produkte Einzug hielt, wie etwa die DWGS-Oszillatoren im DW-8000.

Der große Durchbruch gelang dem Unternehmen jedoch erst mit der Workstation M1. Dieses bahnbrechende Keyboard mit dem „All-in-One“-Konzept wurde von einem recht kleinen Team entwickelt. Eigentlich befand sich Korg in einer schwierigen Situation, doch Kato glaubte an den Erfolg der M1. Dank einer Finanzspritze des Konkurrenten Yamaha entwickelte sich die Workstation zum absoluten Verkaufshit, hob Korg auf eine internationale Ebene und sicherte so die Zukunft der Firma.

Korg hat das M1-Konzept stetig weiterentwickelt und baut bis heute Workstations. Die ikonischen Sounds der M1, die u.a. in unzähligen House-Produktionen zu hören sind, kann man sich heute als Plug-in in seine DAW holen. Unter diesem Link haben wir einen Artikel mit den 10 besten Songs für euch, die mit der M1 gespielt wurde.

Die digitale Entwicklung schritt mit besserer Technik und DSP-Power mehrere Jahrzehnte lang voran, bis Korg sich auf seine analogen Wurzeln rückbesann.

Das Beste beider Welten

Natürlich bedient Korg weiterhin den Markt mit Workstations, Entertainer-Keyboards und Digital Pianos und ist damit sehr erfolgreich. Auf der anderen Seite wurden im Bereich der Synthesizer neue Wege beschritten. Die effizienten Elemente digitaler Steuerung kamen mit einer neuen Generation analoger Klangerzeugung zusammen.

Monotribe, einige Volcas und schließlich die *logue-Serie zeigten die Vorteile dieser digital-analogen Kombination. Die vertraute Bedienoberfläche analoger Synthesizer wird intern durch eine automatische Kalibrierung der analogen Schaltungen gestützt. Die dadurch erreichte Stabilität gab es bei den früheren Analogsynthesizer nicht.

Tatsuya berichtet über die Herausforderungen bei der Entwicklung: Als Ingenieur musste er alles, was den Klang der Geräte betraf, persönlich im Auge behalten – bei jeder einzelnen Stufe der Prototypen. Er konnte keine Aufgabe delegieren. Dies führte schließlich zu Tatsuyas zeitweisem Ausstieg bei Korg.

Mit Korg Berlin in die Zukunft

2020 kehrte Tatsuya zu Korg zurück. Die Entscheidung, in Berlin einen Ableger zu gründen und das Team um Tatsuya mit finanziellen Mitteln auszustatten, zeugt vom Vertrauen der Firmenleitung in Tokyo sowie von Korgs Bereitschaft, nach neuen Wegen zu suchen.

Dieser neue Wendepunkt mündete im Synthesizer phase8, der mit mechanischen Elementen arbeitet. Das Gerät wirkt vielleicht etwas experimentell, doch es ist eher als Ausgangspunkt für zukünftige Entwicklungen zu sehen. Trotzdem steht der musikalische Einsatz im Vordergrund. Iarla Scaife erläutert in der Demonstration die Idee, die Umsetzung und die Funktionsweise des phase8 ausführlich.

Es wird interessant zu sehen, wie die Entwicklung der Korg-Synthesizer weitergeht.

Website von Korg Berlin


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