Waldorf Attack 3, Drum-Synthesizer

Drum Synthesizer Plugin für DAW von Waldorf Attack 3

Waldorf Attack 3: Drum-Synth-Klassiker zurück – jetzt deutlich moderner, flexibler und „DAW-ready“

Mit Attack 3 bringt Waldorf seinen prägenden Percussion-Synthesizer zurück in die Gegenwart. Die ursprüngliche Attack-Idee ist dabei klar geblieben: Drums und Percussion primär per Synthese erzeugen – mit dem typischen Fokus auf druckvolle Kicks, knackige Transienten und klangformende Modulation. Gleichzeitig hebt Waldorf das Konzept spürbar an: modernisierte Engine, zeitgemäßer Workflow, erweiterte Effekte – und optionales Sample-Playback für hybride Kits.

Ein Klassiker mit 2001-DNA – jetzt als Attack 3 neu gedacht

Attack gehört für viele Producer zu den Software-Veteranen, die trotz ihres Alters immer wieder in aktuellen Projekten landen. Waldorf selbst beschreibt den frühen Impact: Anfang 2001 mischte Attack die VST-Welt ordentlich auf. Auch in der deutschsprachigen Szene wurde Attack damals früh als „Tool zum Drums bauen“ wahrgenommen – inklusive dem typischen Waldorf-Ansatz, Percussion nicht nur abzuspielen, sondern wirklich zu konstruieren.

Attack 3 setzt genau hier an: Der Sound-Gedanke bleibt virtuell-analog und „drum-synthy“, soll aber gleichzeitig den Sprung in moderne Produktionsumgebungen schaffen, in denen Automation, Browsing, Multi-Outs und schnelle Sound-Variation heute Pflicht sind.

Fokus: Synthese zuerst – aber Hybrid-Power auf Abruf

Waldorf positioniert Attack 3 weiterhin als Percussion-Synthesizer – also nicht als klassische Drum-Library. Stattdessen geht es um Bassdrums, Snares, Toms, Hats, FX-Percussion bis hin zu melodisch spielbaren Sounds, die sich in elektronischen Genres schnell als Bass- oder Hook-Layer anbieten.

Presets bequem per Browser aufrufen beim Waldorf Attack 3 Plugin
Waldorf Attack 3 Soundbrowser

Neu ist dabei vor allem, wie konsequent Attack 3 in Richtung Hybrid-Drum-Design öffnet: Die Oszillatoren wurden überarbeitet (inklusive präziser Phasenkontrolle für synthetische Wellenformen), und Sample-Playback ist nicht nur „Sample abfeuern“, sondern ausdrücklich als Produktionswerkzeug gedacht – mit eigenen Samples, Velocity-Mapping, Round-Robin, flexiblen Startpositionen und mehr. Genau das ist interessant, wenn du organische Variationen (z. B. Hi-Hat-Humanize) willst, ohne direkt in reine Sample-Player-Workflows zu rutschen.

Soundformung: neue Filter, mehr Drive, mehr Charakter

Im Zentrum steht, wie schnell man von „sauber“ zu „böse“ kommt – und hier schiebt Waldorf Attack 3 deutlich an. Neben neuen 24-dB-Filtern gibt es positive/negative Kammfilter, Sample-Rate-Reduktion und mehrere Drive-Modelle (u. a. Clip, Transistor, Diode, Crunch, Pickup, Overdrive). Das ist genau die Art Werkzeugkette, mit der sich Kicks im Mix durchsetzen, Snares aggressiver werden oder Perkussion bewusst „90s-hart“ knistert – ohne dass du sofort externe Distortion-Plugins stapeln musst.

Modulation & Bewegung: ADBDSR, Dual-LFOs, Random-Optionen

Attack war immer dann stark, wenn Sounds nicht statisch bleiben: Pitch-Drops, Filter-Zaps, FM-artige Metallik, Noise-Bewegung. Attack 3 baut diese Seite aus: zwei moderne Hüllkurven pro Sound (inkl. mehrstufigem ADBDSR und frei definierbaren Kurven), dazu zwei vollwertige LFOs pro Sound mit klassischen Wellenformen, Sample-and-Hold, Noise und Tempo-Sync. In Verbindung mit erweitertem Routing und mehreren Random-Modi wird Attack 3 dadurch spürbar „performanter“ – gerade bei Percussion-Hooks, die leben sollen, statt nur zu ticken.

Mixing- und Studio-Workflow: 24 Sounds pro Kit, Multi-Outs und FX-Tiefe

Für viele ist das der entscheidende Teil: Attack 3 denkt nicht nur in „ein Sound“, sondern klar in Kit-Strukturen. Pro Kit stehen 24 Sounds bereit, davon 12 polyphon spielbar. Zusätzlich gibt es Insert-Effekte pro Sound sowie sechs Output-Busse – hilfreich, wenn du Kick/Snare/Hats getrennt in der DAW mischen, gruppieren und mit externen Plugins weiterbearbeiten willst.

Samples per Browser auswählen im Plugin Waldorf Attack 3
Viele verschiedene Samples im Waldorf Attack 3

Spannend ist außerdem die interne Effekt-Tiefe: Jeder Sound bringt eigenen Kompressor und EQ plus einen wählbaren Effekt (Chorus, Delay, Reverb, Drive, Phaser oder Flanger). Und auch die Output-Busse sind nicht „nur Routing“, sondern jeweils mit Kompressor, EQ und drei weiteren Effekten ausgestattet. Damit lässt sich Attack 3 sehr „in the box“ wie ein kleiner Drum-Channel-Strip-Baukasten nutzen – vom Sound-Design bis zum Mix-Finish.

Bedienung: skalierbares UI, Browser, MIDI-Learn

Waldorf setzt bei Attack 3 außerdem klar auf Workflow: eine neu gestaltete, skalierbare Oberfläche, verbessertes MIDI-Learn und dedizierte Browser für Kits, Sounds, Samples und MIDI-Mappings. In Kombination mit vollständiger DAW-Automation (Parameter in Echtzeit veränderbar) zielt Attack 3 damit deutlich stärker auf modernes, schnelles Producing – statt „Legacy-Plugin, das man irgendwie am Leben hält“.


Waldorf Attack 3 Specs (Herstellerangaben kompakt)

  • Engine: virtuell-analoge Klangerzeugung + optionales Sample-Playback
  • Sampling-Features: eigene Samples, Velocity-Mapping, Round-Robin, flexible Startpositionen
  • Filter & Charakter: neue 24-dB-Filter, pos./neg. Kammfilter, Sample-Rate-Reduktion, diverse Drive-Typen
  • Modulation: 2 Hüllkurven/Sound (ADBDSR, Kurven frei einstellbar), 2 LFOs/Sound (inkl. S&H/Noise/Tempo-Sync), erweitertes Mod-Routing + Random-Modi
  • Kit-Struktur: 24 Sounds/Kit, davon 12 polyphon; Insert-FX pro Sound; 6 Output-Busse
  • Mix/FX: pro Sound Kompressor + EQ + 1 Effekt; pro Bus Kompressor + EQ + 3 Effekte
  • Workflow: skalierbares UI, Browser für Kits/Sounds/Samples/MIDI-Mappings, verbessertes MIDI-Learn, DAW-Automation

Preis & Verfügbarkeit

Waldorf nennt einen Einführungspreis bis 22. Februar 2026; die UVP (brutto) liegt bei 99,00 €.

Einordnung für Producer

Wenn du Attack bisher mochtest, aber dir mehr zeitgemäße Features, mehr Variation und bessere Mix-Einbindung gewünscht hast, wirkt Attack 3 wie ein konsequentes Update: Synthese-Drums als Kern, Hybrid-Optionen dort, wo sie wirklich helfen, und ein deutlich „studio-tauglicherer“ Aufbau mit Multi-Outs, pro-Sound-Processing und Routing-Tiefe. Gleichzeitig passt das klangliche Ziel klar zu dem, wofür Attack seit jeher steht: klassische 80s-Drumcomputer-Assoziationen und 90s-Club-Attitüde – nur eben in einem modernen Produktionskontext.

Herstellerlink: Waldorf Music – High-quality synthesizers from Germany

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