FabFilter Pro-C 3, Kompressor Plug-in

Fabfilter Pro C3 Plugin Kompressor für DAW

FabFilter legt nach: Mit Pro-C 3 veröffentlicht der Plug-in-Spezialist die nächste Generation seines etablierten Kompressors. Die neue Version richtet sich an anspruchsvolle Engineers, die im Alltag schnelle Entscheidungen brauchen – und zwar vom transparenten Mastering über Mixbus-Glue bis hin zu kreativem Pumping und modernen Upward-Dynamics-Ansätzen.

Im Fokus stehen nicht nur neue Algorithmen, sondern auch ein spürbar optimierter Workflow, erweitertes Triggering und immersive Surround-Unterstützung bis 9.1.6 für Dolby Atmos.


14 Kompressor-Styles – inklusive sechs neuer Algorithmen

Herzstück von Pro-C 3 ist die überarbeitete Dynamics-Engine mit 14 Kompressionsstilen aus den Kategorien Modern, Classic und Utility. Neu hinzugekommen sind insgesamt sechs Algorithmen, die das Spektrum deutlich erweitern:

  • Versatile
  • Smooth
  • Upward
  • TTM
  • Op-El
  • Vari-Mu

Damit deckt Pro-C 3 sowohl klinisch-saubere Dynamikkontrolle als auch „klassische“ Färbung und moderne Spezialdisziplinen ab – ohne dass du für unterschiedliche Aufgaben ständig den Kompressor wechseln musst.


Character-Modes: Sättigung, Farbe und „Drift“ direkt im Kompressor

Eine der auffälligsten Erweiterungen sind die Character-Modi. Sie kombinieren Kompression mit analog anmutender Sättigung (z. B. Tube/Diode/Bright) und bieten Drive sowie Pre/Post-Routing. Praktisch bedeutet das: Du kannst Verdichtung und Tonformung in einem Insert erledigen – und dabei gezielt entscheiden, ob die Färbung den Detector beeinflusst (Pre) oder erst nach der Kompression greift (Post).

Für Mixing-Workflows ist das besonders relevant, weil du schneller zu „fertigen“ Sounds kommst – etwa auf Vocals, Drum-Bus oder Mixbus.


Sidechain-EQ auf Pro-Q-Niveau: präziser triggern, weniger Nebenwirkungen

FabFilter erweitert den Sidechain-Bereich deutlich und setzt dabei auf Filterformen, die an Pro-Q erinnern. Der Sidechain-EQ ist frei konfigurierbar und bietet:

  • Multi-Band Filtering
  • Pro-Q-ähnliche Shapes inklusive All-Pass
  • sehr steile Flanken bis 96 dB/Okt
  • Brickwall HP/LP-Optionen

Das ist in der Praxis ein großer Vorteil: Du kannst das Trigger-Signal so formen, dass der Kompressor genau auf das reagiert, was im Mix wirklich kontrolliert werden soll – und nicht auf Subbass, Resonanzen oder Zischlaute, die sonst schnell zu hörbarem Pumpen führen.


Neues Triggering: Host Sync Pulse und MIDI

Neben klassischem externem Sidechain-Triggering bringt Pro-C 3 neue, produktionsnahe Optionen:

  • Host Sync Pulse Triggering (tempo-gebunden, mit Sync/Offset/Pulse Length)
  • MIDI Triggering inklusive Monitoring/Audition

Damit lässt sich rhythmische Kompression reproduzierbar und projektstabil umsetzen – interessant für EDM/Pop-Produktionen, aber auch für Sounddesign, wenn Dynamics als „Bewegungswerkzeug“ genutzt werden.


Immersive Mixing: Surround- und Dolby-Atmos-Support bis 9.1.6

Pro-C 3 ist nicht nur ein Stereo-Tool: FabFilter integriert immersive Surround-Verarbeitung bis 9.1.6 (Dolby Atmos) und bietet dazu flexible Verlinkungs-Optionen:

  • Linking über Stereo-Paare
  • All-Channel-Linking
  • zusätzliche Surround-Gruppen (Sides, Tops, LFE)
  • Center-Linking (C)

Gerade in Post/Film/Atmos-Music-Workflows ist das ein echter Pluspunkt, weil du Dynamik konsistent über Kanalgruppen steuern kannst, ohne jeden Kanal einzeln „zu babysitten“.


Oversampling bis 32x: sauberer Klang bei aggressiven Settings

Für Situationen, in denen Kompression extrem schnell oder hart arbeitet – oder wenn du die Character/Drive-Färbung intensiv nutzt – bietet Pro-C 3 Oversampling bis 32x. Ziel ist weniger Aliasing und damit sauberere Höhen, insbesondere bei starkem Gain-Reduction-Verhalten und schneller Zeitkonstante.


Redesign für Tempo im Mix: neue Anzeige, Compact-Layout, Preset-Browser

FabFilter setzt stark auf Workflow: Die Oberfläche wurde modernisiert und liefert mehr visuelles Feedback bei schneller Bedienung:

  • Animierte Pegelanzeige mit Input/Output und Gain Reduction
  • Optionales Knee-Display zur Visualisierung von Threshold/Ratio/Knee/Range
  • Compact Layout für „klassisches“ Arbeiten ohne große Displays
  • Neuer Preset-Browser mit Suche, Tags, Metadaten und Favoriten
  • Copy/Paste von Plug-in-Settings direkt im Preset-Browser (zwischen Instanzen)

Das ist im Studioalltag relevant, weil es nicht nur „schön“ aussieht, sondern echte Zeit spart – vor allem in Sessions mit vielen Instanzen und schnellen Revisionen.


Weitere Funktionen, die im Alltag zählen

Pro-C 3 bringt darüber hinaus eine Reihe praxisnaher Features für präzise Dynamikarbeit:

  • Auto Threshold (hilfreich bei stark schwankenden Signalen, z. B. Dialog)
  • Lookahead bis 20 ms plus globales Maximum-Lookahead-Handling
  • Hold für transparentes Verhalten oder bewusstes Pumping
  • Range, um maximale Gain Reduction zu begrenzen
  • Intelligent Auto Gain (inkl. Mid-/Side-Awareness)
  • EBU R128 / ITU-R 1770-konformes Loudness-Metering
  • Sample-accurate Automation, A/B-Vergleich, Undo/Redo, MIDI Learn

Zusätzlich gibt es Ecosystem-Integration: Über die Pro-Q 4 Instance List (ab Pro-Q 4.10) lässt sich Pro-C 3 gemeinsam mit Pro-G und Pro-DS innerhalb eines Ökosystems verwalten.


Formate und Systemanforderungen

Plug-in-Formate: VST, VST3, CLAP, Audio Units, AAX Native, AudioSuite
Windows: Windows 11/10/8/7/Vista, 32- oder 64-bit (je nach Host)
macOS: macOS 10.13 oder höher (64-bit), Intel oder Apple Silicon


Einschätzung: Für wen lohnt sich Pro-C 3 besonders?

Pro-C 3 ist klar auf professionelle Workflows ausgelegt: Mixing-Engineers profitieren von den neuen Styles, Character-Modes und dem Sidechain-EQ, während Mastering-Anwendungen durch Oversampling und präzise Visualisierung gewinnen. Wer in Dolby Atmos oder Surround produziert, bekommt zudem ein selten konsequent umgesetztes Dynamics-Tool für immersive Formate.

Herstellerlink: FabFilter – Quality Audio Plug-Ins for Mixing, Mastering and Recording – VST VST3 AU CLAP AAX AudioSuite

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