Der Sequential Prophet-5 in berühmten Songs

Sequential Prophet-5 Synthesizer

Manche Synthesizer sind „Eintagsfliegen“, die nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche verschwinden. Andere hingegen halten sich über lange Zeiträume und werden auf vielfältige Weise reinkarniert. Der Sequential Prophet-5 ist ein gutes Beispiel für einen langlebigen Synthesizer. Er wurde vor fast 50 Jahren veröffentlicht und erst kürzlich erschien wieder einmal ein Plug-in, das den analogen Klassiker emuliert. Doch was macht den Prophet-5 so zeitlos?

Sequential Prophet-5 – der Ruhm von einst

Als der Prophet-5 im Jahr 1978 erschien, stach er vor allem durch einen Aspekt heraus: er war der erste vollständig programmier- und speicherbarer polyphone Synthesizer. Das war vor allem für den Live-Einsatz ein unschlagbares Argument. Man konnte die Sounds für die Setlist nacheinander per Knopfdruck aufrufen und so den Gig mit Leichtigkeit bestreiten.

Doch das allein war nicht der Grund für die Beliebtheit des Prophet-5. Die Klangerzeugung ist mit zwei VCOs, Tiefpassfilter. LFO und Hüllkurven im Grunde ziemlich konservativ. Einzig die Sync-Funktion der Oszillatoren hob ihn etwas von der polyphonen Konkurrenz ab. Die Elemente der Klangerzeugung sind allerdings gut aufeinander abgestimmt und der Sound hat bestimmte Qualitäten. Er wirkt nie überbordend oder aufdringlich, hat aber Präsenz, ohne dass ein größerer Einsatz von Effekten nötig wäre. Man muss sich nur ein paar Songs aus dieser Zeit anhören.

Daryl Hall & John Oates – I Can’t Go for That

Hier wurde der Synthesizer prominent eingesetzt und auch gleich im Video präsentiert. Filter-Sweep, verschiedene melodische Elemente, Flächen und Chords stammen alle aus dem Prophet-5 und können ihre Aufgaben gut nebeneinander erfüllen. Die Sounds wurden selbstverständlich auf mehreren Spuren aufgenommen. Abgesehen von etwas Delay und eventuell Chorus sind die Klänge nur dezent abgemischt und fügen sich perfekt ein.

Phil Collins – In the Air Tonight

Meistens verbindet man diesen Song mit der Roland CR-78 (und dem in der Luft gespielten Drum-Break), aber das Synth-Pad, das die Atmosphäre trägt, stammt aus dem Prophet-5. „In the Air Tonight” wurde weit über 100 Mal gesamplet. Unter anderem bedienten sich 2Pac, Lil Kim und Doug E. Fresh an dem P5-Pad mit seiner besonderen Atmosphäre.

The Cars – Let’s Go

Auch wenn der Leadsound hier nicht sehr vordergründig gemischt wurde, ist er dank OSC-Sync deutlich zu hören. Er setzt sich sogar gegen die wesentlich lauteren Gitarren gut durch. Übrigens, der Bass im Mittelteil von FGTH „Relax“ ist auch ein Sync-Sound aus dem Prophet-5.

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Weitere hörenswerte P5-Songs: A-ha – Take on me, D-Train – You’re the One for Me, Radiohead – Everything In Its Right Place, Cameo – She’s strange, Radiohead – Everything In Its Right Place, Talking Heads – This Must Be the Place.

Moderne Versionen des Prophet-5

Bereits vor über 25 Jahren hatte Native Instruments mit dem Pro-52 (später Pro-53) eine Prophet-Plug-in herausgebracht. Es gehörte zur ersten Generation der VST-Instrumente. Inzwischen wuchs die Auswahl, auch bezüglich Preisklasse und CPU-Effizienz: Arturia Prophet-5 V, U-HE Repro-5, Softube Model 80, Acustica Audio Expanse-5 und Cherry Audio P-10.

Dave Smith hat mit seiner Firma DSI und später unter dem zurückerlangten Namen Sequential das Prophet-Konzept in moderneren Versionen wieder aufgegriffen. Vom Prophet 08 über den Prophet-6 und den Rev2 wurde schließlich der Prophet-5 originalgetreu und moderat modernisiert neu aufgelegt und ist bis heute erhältlich.


 

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