EKO ComputeRhythm – Legende der Drumcomputer-Geschichte

Der EKO ComputeRhythm zählt zu den seltensten und faszinierendsten Drumcomputern weltweit. Bekannt geworden durch legendäre Alben von Jean-Michel Jarre und Ash Ra Tempel, beeindruckt er mit innovativen Features und einem einzigartigen Sound, der die elektronische Musik maßgeblich beeinflusst hat.

Autor: Bernhard Lösener

Historischer Hintergrund & Hersteller

Der Compu-teRhythm wurde 1972 von der italienischen Firma Eko vorgestellt, einem Unternehmen, das in den 60er Jahren vor allem durch E-Gitarren wie die Vox Phantom, kleine Combo-Orgeln wie die Mickey und den legendären Fußpedalsynth K1 bekannt wurde. Auch Vangelis’ frühe Produktionen mit dem String-Synthesizer Stradivari zeugen vom Innovationsgeist des Herstellers. Der seltene Drumcomputer wurde nur in knapp 30 Stück produziert und erzielt heute auf dem Sammlermarkt Preise zwischen 3.000 und 10.000 Euro.

Der Eko ComputeRhythm ist wohl der einzige seriengefertigte Drumcomputer, der Preset-Rhythmen von Lochkarten lesen kann.

Drei Versionen & Steampunk-Design

Der ComputeRhythm erschien in drei Varianten:

  • 1972 mit weißem Holzgehäuse
  • 1973 mit Lochkartenleser (Steampunk-Ästhetik)
  • Die hier getestete, dritte Version (bis 1977 produziert), ebenfalls mit Lochkartenleser und kleinen Schaltungsverbesserungen.

Trotz seines futuristischen Rufs wirkt das Gerät fast wie eine Steampunk-Maschine, mit einem robusten Gehäuse und einem hölzernen, fast horizontalen Bedienpanel aus Metall, ausgestattet mit sechs 16-Schritt Lauflichtreihen – einer luxuriösen Programmiermöglichkeit, die der Roland TR-808 Jahre voraus war.

Einsatz in legendären Bands

Der Compu-teRhythm wurde von bedeutenden Bands wie Ash Ra Tempel, der Berliner Schule des Krautrocks, eingesetzt. Musiker wie Manuel Göttsching, Klaus Schulze und Harald Enke nutzten ihn in den 70ern. Besonders in Jean-Michel Jarres Alben Oxygene und Equinoxe ist er prominent zu hören – er begleitete sogar Jarres Live-Darbietungen.

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Innovative Technik & Bedienung

Der Drumcomputer arbeitet mit Lochkarten, die entweder vorgefertigte Pattern laden oder selbst gelocht werden können, um individuelle Grooves zu erstellen. Die analoge Klangzeugung umfasst 12 Sounds (z.B. Bassdrum, Snare, HiHat, Woodblocks) mit warmem, charakteristischem 70er-Jahre-Sound. Die Sounds teilen sich Lauflicht-Spuren, was kreative Rhythmen ermöglicht.

Fazit & Sammlerwert

Der Compu-teRhythm verbindet technologische Innovation mit künstlerischem Einfluss. Trotz der Begrenztheit an Exemplaren bleibt er eine Ikone hinter den Vintage-Drumcomputern – ein Muss für Sammler, Musiker und Technikenthusiasten, die den Sound der elektronischen Pioniere lieben.

Ein Einblick ins Innenleben des Compu-teRhythm.

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Eine Meinung zu “EKO ComputeRhythm – Legende der Drumcomputer-Geschichte

  1. stephen sagt:

    Die erste Variante des Compute Rhythm (vorgestellt 1972) kam als Prototyp in einem weißen Holzgehäuse. Das Bedienpanel war hochkant eingebaut, sodaß die Lämpchen von unten nach oben zu laufen schienen. Diese Variante hatte keinen Kartenleser.

    Die zweite Variante des Compute Rhythms war der zweite Prototyp, der ca. 1973 vorgestellt wurde (siehe das angemackelte Steampunk-Teil oben). Die Gehäuseform ähnelte schon eher dem ersten Serienmodell, hatte aber den Kartenleser in einem klotzigen Vorbau integriert.

    Die dritte Variante war das erste Serienmodell, welches ab ca. 1973/74 vertrieben wurde. Es kam in einem Gehäuse, dessen Seitenriß leicht an eine Mathmos-Lavalampe erinnert. Der Deckel ist als Haube abnehmbar und ist ebenso wie der untere Teil des Gehäuses mit Tolex verkleidet. Das Frontpanel und der obere — vom Deckel geschützte — Teil des Gerätes ist in mattweiß lackiert. Der Kartenleser ist rechts in das Gehäuse integriert worden und ragt nicht mehr hervor. Diese Version wurde u. a. von Jarre und Göttsching verwendet. Es gibt mehrere verschiedene Varianten, die sich in Details wie Grifftyp, Deckelbefestigung, Farbe der Tasterinlays oder verwendeten Potikappen unterscheiden (laut Chris Franke gab es vier Geräte aus diesem Produktionslos, wahrscheinlich aber mehr).

    Die vierte Variante ist das zweite Serienmodell, das ca. ab 1976/77 in einem geändertem Gehäuse — das insgesamt etwas klotziger, aber auch stabiler ist — untergebracht (siehe oben). Über weite Strecken ähnelt das Gerät der ersten Serie, hat aber insgesamt dickere Gehäusewangen und der Deckel, der das Frontpanel schützt, umfaßt nicht mehr das Frontpanel in seiner gesamten Breite, sondern nur noch den Teil mit Matrix und Kartenleser (dessen Schacht nun oben im Gehäuse untergebracht ist und nicht mehr durch einen Deckel beim Transport geschützt wird).

    Offenbar sind unverkaufte Lagerbestände des Compute Rhythm in den späten 1980er Jahren bei EKO entsorgt worden; ein Musikhaus in Rottweil hatte zwei Exemplare, die Anfang der 1990er Jahre auf den Sperrmüll gingen, nachdem sie fast 20 Jahre unverkauft im Keller gestanden hatten und vor sich hin verstaubten.

    Von insgesamt etwa 25 gebauten Exemplaren dürfte — wenn überhaupt — nur noch die Hälfte überlebt haben.

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