Yamaha Arius Vergleichstest: YDP-166, YDP-146, YDP-S56 und YDP-S36

Mit der aktuellen Arius-Serie überarbeitet Yamaha seine erfolgreichste Digital-Piano-Baureihe grundlegend. Die vier Modelle Yamaha YDP-166, YDP-146, YDP-S56 und YDP-S36 teilen sich zahlreiche technische Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich jedoch in entscheidenden Details. Dazu zählen vor allem Tastatur, Lautsprechersystem und Gehäusekonzept. Während YDP-166 und YDP-S56 mit der hochwertigeren GrandTouch-E-Tastatur sowie einem kräftigeren 2 x 20 Watt Verstärkersystem ausgestattet sind, setzen YDP-146 und YDP-S36 auf die bewährte GHS-Hammermechanik und 2 x 8 Watt Verstärkerleistung. Alle vier Instrumente verfügen über den Yamaha-CFX-Konzertflügelklang, VRM Lite, Bluetooth Audio und MIDI sowie die Smart-Pianist-App.

Preislich bilden zwei Gruppen die Serie. Das Yamaha YDP-146 und das schlanke YDP-S36 kosten jeweils 1.090 Euro, während das Yamaha YDP-166 und das YDP-S56 für 1.449 Euro erhältlich sind. Damit liegen zwischen beiden Ausstattungsvarianten rund 360 Euro Preisunterschied. Die spannende Frage lautet daher nicht, welches Instrument grundsätzlich besser ist, sondern für wen sich der Aufpreis tatsächlich lohnt.

Nach intensiver Praxis mit allen vier Modellen zeigt sich schnell, dass Yamaha nicht einfach vier nahezu identische Instrumente anbietet. Vielmehr verfolgen die beiden Konsolenmodelle und die beiden Slimline-Versionen unterschiedliche Konzepte. Wer das berücksichtigt, findet innerhalb der Serie sehr gezielt das passende Instrument.

Ausstattung und Bedienung überzeugen durch klare Struktur

Die Ausstattung fällt über die gesamte Modellreihe hinweg erfreulich einheitlich aus. Alle vier Instrumente besitzen 88 gewichtete Tasten, drei Pedale inklusive Halbpedal-Funktion, zehn Klangfarben, vier Hallprogramme, Dual-Modus, Duo-Modus sowie einen integrierten MIDI-Recorder mit zwei Spuren. Hinzu kommen 50 klassische Klavierstücke und 303 Übungsstücke für Unterricht und Selbststudium. Bluetooth Audio und Bluetooth MIDI gehören ebenfalls bei sämtlichen Modellen zur Serienausstattung. Damit hebt sich die neue Arius-Generation deutlich von älteren Modellen ab und wirkt technisch auf der Höhe der Zeit.

Auch die Integration moderner Computer- und Tablet-Workflows gelingt vorbildlich. Über USB fungieren sämtliche Instrumente gleichzeitig als Audio- und MIDI-Interface mit 44,1 kHz und 24 Bit. Wer Klavier direkt in einer DAW aufnehmen oder virtuelle Instrumente ansteuern möchte, benötigt also keine zusätzliche Hardware. Gerade für Produzenten oder Songwriter ist das ein praktischer Vorteil.

Im Alltag zeigt sich die Bedienung angenehm unkompliziert. Yamaha verzichtet bewusst auf überladene Displays oder komplexe Menüs. Die meisten Funktionen werden direkt über Tastenkombinationen aufgerufen oder komfortabel über die Smart-Pianist-App gesteuert. Gerade im täglichen Einsatz wirkt dieses Konzept erstaunlich elegant, weil man sich ganz auf das Spielen konzentrieren kann.

Die Smart-Pianist-App erweitert den Funktionsumfang deutlich. Klangfarben lassen sich komfortabel auswählen, Einstellungen schneller ändern und Übungsfunktionen wesentlich übersichtlicher bedienen als ausschließlich über die Tastatur. Wer regelmäßig mit Tablet oder Smartphone arbeitet, wird diese Möglichkeit schnell schätzen lernen.


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Yamaha YDP-166 B E-Piano

Zwei Gehäusekonzepte mit unterschiedlichem Schwerpunkt

Interessant ist die Aufteilung der Serie in klassische Konsolenmodelle und besonders schlanke Slimline-Ausführungen.

Das YDP-166 und YDP-146 orientieren sich optisch stärker an einem klassischen Klavier. Die Gehäuse besitzen größere Abmessungen, eine Schiebetastaturabdeckung und wirken insgesamt massiver. Dadurch integrieren sie sich hervorragend in Wohnräume, in denen das Instrument dauerhaft seinen Platz finden soll.

Ganz anders präsentieren sich das YDP-S56 und YDP-S36. Das „S“ steht für Slimline. Mit einer Bautiefe von knapp über 30 Zentimetern beanspruchen sie deutlich weniger Platz und wirken wesentlich moderner. Besonders in kleineren Wohnungen oder offenen Wohnbereichen entfalten sie ihre Stärken. Die klappbare Tastaturabdeckung unterstreicht den aufgeräumten Eindruck zusätzlich. Trotz der geringeren Bautiefe wirken die Instrumente keineswegs instabil oder kompromissbehaftet. Yamaha hat die Gehäuse ausgesprochen hochwertig konstruiert.

Bemerkenswert ist dabei, dass Yamaha die technischen Unterschiede nicht am Gehäusekonzept festmacht. Sowohl das klassische YDP-166 als auch das schlanke YDP-S56 besitzen dieselbe GrandTouch-E-Tastatur und dieselbe Verstärkerleistung. Gleiches gilt für YDP-146 und YDP-S36 mit GHS-Tastatur und 2 x 8 Watt. Die Entscheidung zwischen Konsolen- und Slimline-Modell bleibt damit vor allem eine Frage des Platzangebots und des persönlichen Geschmacks.


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Yamaha YDP-146 R E-Piano

GrandTouch-E oder GHS? Der wichtigste Unterschied der Serie

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Preisgruppen liegt eindeutig in der Tastatur.

YDP-166 und YDP-S56 verfügen über Yamahas GrandTouch-E-Mechanik mit Escapement sowie synthetischen Ebenholz- und Elfenbeinoberflächen. Bereits nach wenigen Minuten fällt auf, wie ausgewogen sich diese Tastatur spielt. Die Gewichtung wirkt ausgesprochen natürlich, ohne unnötig schwer zu sein. Besonders bei langsamen klassischen Passagen oder fein abgestuften Dynamikverläufen vermittelt sie ein sehr kontrolliertes Spielgefühl.

Im direkten Wechsel zwischen GrandTouch-E und GHS wird deutlich, weshalb Yamaha beide Mechaniken parallel anbietet. Die GrandTouch-E reagiert feiner auf unterschiedliche Anschlagsstärken und erlaubt eine noch präzisere Kontrolle über Pianissimo- und Fortissimo-Bereiche. Gerade fortgeschrittene Pianisten profitieren von dieser zusätzlichen Ausdrucksmöglichkeit. Das Instrument vermittelt insgesamt etwas mehr Tiefe und Feinzeichnung im Anschlag. Diese Unterschiede fallen nicht spektakulär aus, begleiten den Spieler aber dauerhaft während des Musizierens.

Die GHS-Tastatur des YDP-146 und YDP-S36 gehört seit vielen Jahren zu den bewährtesten Hammermechaniken der Einstiegsklasse. In der aktuellen Generation wirkt sie nochmals ausgereifter. Der Anschlag besitzt eine angenehme Gewichtung, die weder zu leicht noch unnötig schwer ausfällt. Besonders positiv fällt auf, dass die verbesserte Sensorik Dynamikunterschiede sehr sauber umsetzt. Selbst anspruchsvollere klassische Literatur lässt sich kontrolliert spielen.

Im direkten Vergleich zeigt sich dennoch, dass die GrandTouch-E noch etwas feinfühliger arbeitet. Während sich auf der GHS-Tastatur bereits sehr musikalisch spielen lässt, bietet die GrandTouch-E einfach mehr Reserven für differenziertes Ausdrucksspiel. Das betrifft weniger die Geschwindigkeit als vielmehr die Nuancierung des Anschlags.

Entscheidend ist dabei, dass keineswegs der Eindruck entsteht, die günstigeren Modelle würden wie typische Einsteigerinstrumente wirken. Genau hier hat Yamaha gegenüber früheren Generationen spürbar nachgelegt. Auch die GHS-Tastatur vermittelt inzwischen ein hochwertiges Spielgefühl, das weit über das hinausgeht, was man in dieser Preisklasse häufig erwartet.


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Yamaha YDP-S56 B E-Piano

Klang und Technik: Vier Modelle mit derselben Basis, aber unterschiedlichem Charakter

Auf den ersten Blick besitzen alle vier Instrumente dieselbe Klangerzeugung. Tatsächlich setzt Yamaha bei der gesamten Arius-Serie auf den sorgfältig gesampelten Konzertflügel CFX, das aktuelle Flaggschiff unter den akustischen Yamaha-Konzertflügeln. Ergänzt wird dieser durch VRM Lite (Virtual Resonance Modeling Lite), das Resonanzen zwischen Saiten, Dämpfern und Gehäuse simuliert. Hinzu kommen eine 192-stimmige Polyphonie sowie zehn Klangfarben, die neben dem Konzertflügel verschiedene E-Pianos, Orgeln, Streicher, Cembali und Vibraphon enthalten.

Der eigentliche Signalweg bleibt bei allen Modellen identisch. Die Tastatur erfasst den Anschlag, die digitale Klangerzeugung berechnet Dynamik und Resonanzen, anschließend erfolgt die Wandlung über die interne Audiosektion an Verstärker und Lautsprecher beziehungsweise direkt über Kopfhörer oder USB-Audio.

Im praktischen Einsatz bedeutet das: Grundsätzlich klingen alle vier Instrumente eindeutig nach Yamaha. Der Flügel besitzt den typisch brillanten Charakter, den viele Pianisten seit Jahrzehnten schätzen. Gleichzeitig wirkt der Klang keineswegs spitz oder steril. Gerade in mittleren Dynamikbereichen entsteht ein angenehm ausgewogenes Klangbild, das sowohl klassische Literatur als auch Pop-Balladen oder Jazz sehr überzeugend transportiert.

Besonders gelungen erscheint die Dynamikabstufung. Bereits bei sehr leisen Anschlägen reagieren die Instrumente sauber und musikalisch. Mit zunehmender Anschlagstärke öffnet sich der Klang deutlich, ohne abrupt zu springen. Gerade diese fein abgestufte Dynamik vermittelt ein natürliches Spielgefühl und macht längere Übungseinheiten angenehm.


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Yamaha YDP-S36 B E-Piano

Die Unterschiede entstehen vor allem durch Tastatur und Lautsprechersystem

Interessanterweise unterscheiden sich die Instrumente weniger durch ihre eigentliche Klangerzeugung als durch die Art, wie sich dieser Klang kontrollieren und wiedergeben lässt.

Beim direkten Wechsel zwischen den GrandTouch-E-Modellen und den GHS-Versionen fällt auf, dass sich mit der hochwertigeren Tastatur feinere Dynamikabstufungen realisieren lassen. Gerade bei klassischen Werken oder lyrischen Passagen entstehen dadurch zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten. Das liegt weniger daran, dass die Klangerzeugung selbst anders arbeitet, sondern daran, dass sich die verfügbaren Dynamikstufen präziser ansteuern lassen.

Besonders deutlich wird dies im oberen Dynamikbereich. Kräftige Fortissimo-Passagen entwickeln auf GrandTouch-E einen Hauch mehr Offenheit und Präsenz. Gleichzeitig bleiben leise Anschläge besser kontrollierbar. Dieser Unterschied ist nicht spektakulär, begleitet den Spieler jedoch permanent und sorgt langfristig für ein etwas erwachseneres Spielgefühl.

Die GHS-Tastatur liefert dagegen einen ausgesprochen gelungenen Kompromiss. Sie besitzt genügend Gewicht, um ernsthaft Klaviertechnik zu entwickeln, wirkt gleichzeitig aber angenehm zugänglich. Gerade Einsteiger und Wiedereinsteiger finden dadurch schnell einen natürlichen Zugang zum Instrument.

Die GrandTouch-E-Tastatur des YDP-166 mit synthetischen Ebenholz- und Elfenbeinoberflächen vermittelt ein besonders hochwertiges Spielgefühl.
Die GrandTouch-E-Tastatur des YDP-166 mit synthetischen Ebenholz- und Elfenbeinoberflächen vermittelt ein besonders hochwertiges Spielgefühl.

Mehr Verstärkerleistung macht sich bemerkbar

Ein weiterer Unterschied liegt im Lautsprechersystem.

Während YDP-166 und YDP-S56 mit 2 x 20 Watt arbeiten, stehen bei YDP-146 und YDP-S36 2 x 8 Watt zur Verfügung. Alle vier Modelle verwenden zwar dieselben 12-cm-Lautsprecher mit Diffusoren, dennoch wirkt die Wiedergabe der größeren Modelle hörbar souveräner.

Dabei geht es weniger um reine Lautstärke. Bereits die kleineren Modelle erreichen problemlos wohnzimmertaugliche Pegel. Entscheidend ist vielmehr die größere Gelassenheit der stärkeren Endstufen. Der Klang wirkt voller, besitzt mehr Reserven und entwickelt insbesondere im Bassbereich etwas mehr Fundament. Gleichzeitig erscheinen kräftige Anschläge freier und weniger komprimiert.

Bemerkenswert ist allerdings, wie erwachsen bereits die kleineren Modelle klingen. Für ihre kompakte Verstärkerleistung liefern sie ein erstaunlich ausgewogenes Klangbild. Yamaha hat die Lautsprecher sehr geschickt abgestimmt und nutzt die Gehäusekonstruktion effizient aus. Selbst komplexe Akkorde bleiben sauber aufgelöst.

Positiv fällt außerdem die Klangabstrahlung auf. Die integrierten Diffusoren verteilen den Schall angenehm gleichmäßig im Raum. Dadurch sitzt der Spieler nicht in einem engen Sweet Spot, sondern erlebt auch bei seitlicher Sitzposition ein stimmiges Klangbild. Gerade im Wohnzimmer funktioniert dieses Konzept hervorragend.

Kopfhörerbetrieb auf hohem Niveau

Viele Digital Pianos verbringen einen Großteil ihres Lebens im Kopfhörerbetrieb. Entsprechend wichtig sind Funktionen wie der Stereophonic Optimizer und Intelligent Acoustic Control (IAC), die Yamaha bei allen vier Modellen integriert.

Der Stereophonic Optimizer sorgt dafür, dass der Klang nicht ausschließlich zwischen den Ohren entsteht. Stattdessen entwickelt sich ein räumlicher Eindruck, der dem Spielen an einem akustischen Instrument deutlich näherkommt. Gerade bei längeren Übungseinheiten reduziert dies die Ermüdung spürbar.

Die Intelligent Acoustic Control arbeitet dagegen unauffällig im Hintergrund. Bei niedrigen Lautstärken werden Frequenzbereiche automatisch angepasst, sodass der Klang ausgewogen bleibt. Das funktioniert erfreulich transparent. Selbst spätabends bleibt der Flügelklang angenehm voll, ohne künstlich aufgebläht zu wirken.

Praxis im Studio und modernen Keyboard-Setup

Obwohl die Arius-Serie eindeutig als Home Piano konzipiert wurde, integriert sie sich erstaunlich problemlos in moderne Produktionsumgebungen.

Über USB stehen Audio- und MIDI-Daten gleichzeitig zur Verfügung. Das Piano lässt sich dadurch unmittelbar mit einer DAW verbinden. Wer Songideen festhalten oder virtuelle Flügelklänge aufnehmen möchte, benötigt keine zusätzliche Audiohardware. Das vereinfacht den Workflow erheblich.

Bluetooth MIDI erweitert diese Möglichkeiten zusätzlich. Tablet-Apps, Notationsprogramme oder Lernsoftware lassen sich kabellos einbinden, ohne dass störende Kabel über den Wohnzimmertisch verlaufen.

Auch als Masterkeyboard schlagen sich die Instrumente ordentlich. Die Tastaturen arbeiten präzise und zuverlässig, sodass hochwertige Software-Pianos sehr angenehm spielbar werden. Gerade die GrandTouch-E-Versionen eignen sich hierfür ausgesprochen gut.

Für den klassischen Live-Einsatz wurden die Instrumente dagegen nicht entwickelt. Gewicht, Möbelgehäuse und integrierte Pedale zeigen klar, dass Yamaha die Arius-Serie als dauerhaftes Wohnraum-Instrument versteht. Wer regelmäßig Konzerte spielt oder häufig transportieren muss, wird eher zu einem Stage Piano greifen. Innerhalb ihres vorgesehenen Einsatzbereichs überzeugen die Arius-Modelle jedoch durch eine sehr durchdachte Gesamtabstimmung.

Im täglichen Einsatz zeigt sich schließlich eine weitere Stärke: Alle Funktionen greifen logisch ineinander. Man verbringt kaum Zeit mit Menüs oder technischen Einstellungen, sondern sitzt innerhalb weniger Sekunden am Instrument und spielt. Gerade das macht ein gutes Home Piano aus – es motiviert dazu, häufiger zu üben und spontan Musik zu machen.

Presets, MIDI und Performance-Features im Alltag

Auch wenn die Arius-Serie klar den Schwerpunkt auf authentisches Klavierspiel legt, bietet Yamaha zahlreiche digitale Funktionen, die den Alltag spürbar erleichtern. Dabei stehen weniger spektakuläre Performance-Features als vielmehr praxisnahe Werkzeuge für Üben, Unterricht und Musikproduktion im Mittelpunkt.

Alle vier Modelle verfügen über zehn Klangfarben. Neben dem CFX-Konzertflügel stehen verschiedene E-Pianos, Orgeln, Streicher, Vibraphon und Cembalo zur Verfügung. Die Auswahl fällt bewusst überschaubar aus. Statt einer Vielzahl durchschnittlicher Sounds konzentriert sich Yamaha auf wenige, dafür hochwertig umgesetzte Instrumente. Gerade diese Reduktion sorgt dafür, dass man sich stärker auf das eigentliche Musizieren konzentriert.

Mit der Dual-Funktion lassen sich zwei Klangfarben kombinieren. Klassische Layer wie Piano und Streicher oder Piano und Pad funktionieren hervorragend und erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten insbesondere bei Filmmusik, Pop-Balladen oder Soloperformances. Der Duo-Modus richtet sich dagegen an den Unterricht. Dabei wird die Tastatur in zwei identische Spielbereiche aufgeteilt, sodass Lehrer und Schüler gleichzeitig im gleichen Tonumfang spielen können.

Sehr praktisch ist auch der integrierte Zwei-Spur-Recorder. Eigene Übungen oder Kompositionen lassen sich unmittelbar aufnehmen und später analysieren. Gerade beim täglichen Üben ist das ein wertvolles Hilfsmittel, um Timing, Dynamik oder Phrasierung objektiver beurteilen zu können.

Bluetooth Audio ermöglicht das kabellose Abspielen von Musik über die internen Lautsprecher. So lässt sich bequem zu Playbacks, Songs oder Unterrichtsmaterial spielen. Bluetooth MIDI verbindet das Piano gleichzeitig mit Apps oder Software-Instrumenten, ohne zusätzliche Kabel zu benötigen. In Verbindung mit der Smart Pianist App entsteht ein moderner Workflow, der insbesondere jüngere Pianisten schnell begeistert. Einstellungen, Klangfarben oder Metronom lassen sich deutlich komfortabler verwalten als ausschließlich über Tastenkombinationen.

Für Produzenten interessant ist zudem das integrierte USB-Audio-Interface. Das Piano überträgt Audio- und MIDI-Daten direkt an den Computer. Dadurch lässt sich der interne Klavierklang ebenso unkompliziert aufnehmen wie externe Software-Pianos spielen. Das macht die Arius-Serie auch für Songwriter und Heimstudios zu einer interessanten Lösung.

Die GrandTouch-E-Tastatur des YDP-166 mit synthetischen Ebenholz- und Elfenbeinoberflächen vermittelt ein besonders hochwertiges Spielgefühl.
Die GrandTouch-E-Tastatur des YDP-166 mit synthetischen Ebenholz- und Elfenbeinoberflächen vermittelt ein besonders hochwertiges Spielgefühl.

Welches Arius-Modell passt zu welchem Spieler?

Die vier Instrumente richten sich trotz ihrer großen technischen Gemeinsamkeiten an unterschiedliche Zielgruppen.

Das YDP-146 stellt den klassischen Einstieg in die Arius-Serie dar. Wer ein vollwertiges Digital Piano mit gutem Spielgefühl, hochwertigem Flügelklang und kompletter Ausstattung sucht, erhält hier ein sehr ausgewogenes Gesamtpaket. Die überarbeitete GHS-Tastatur wirkt deutlich erwachsener als frühere Generationen und eignet sich problemlos für mehrere Jahre Klavierunterricht.

Das YDP-S36 richtet sich an dieselbe Zielgruppe, setzt jedoch konsequent auf ein wohnraumfreundliches Slimline-Konzept. Wer wenig Platz zur Verfügung hat oder ein modernes Einrichtungskonzept bevorzugt, findet hier praktisch dieselbe technische Ausstattung in einem deutlich kompakteren Gehäuse.

Das YDP-166 markiert den nächsten Entwicklungsschritt. Die GrandTouch-E-Tastatur vermittelt spürbar mehr Kontrolle über Anschlagsdynamik und Ausdruck. Zusammen mit der kräftigeren Verstärkersektion entsteht ein insgesamt souveränerer Gesamteindruck. Fortgeschrittene Pianisten profitieren besonders von dieser zusätzlichen Feinzeichnung.

Das YDP-S56 verbindet genau diese hochwertige Technik mit dem platzsparenden Slimline-Gehäuse. Wer maximale Wohnraumtauglichkeit mit dem besseren Spielgefühl kombinieren möchte, findet hier vermutlich den interessantesten Kompromiss innerhalb der gesamten Serie.

Bemerkenswert ist, dass Yamaha keine künstlichen Unterschiede geschaffen hat. Die Entscheidung fällt letztlich zwischen zwei Tastaturen und zwei Gehäuseformen. Alle übrigen Funktionen bleiben nahezu identisch. Das vereinfacht die Kaufentscheidung erheblich.

Fazit

Mit der neuen Arius-Generation ist Yamaha eine überzeugende Weiterentwicklung seiner erfolgreichen Digital-Piano-Serie gelungen. Sämtliche vier Modelle profitieren vom hochwertigen CFX-Konzertflügelklang, VRM Lite, Bluetooth Audio und MIDI, Smart-Pianist-Unterstützung sowie einer modernen USB-Audio-Schnittstelle. Gleichzeitig wurde insbesondere das Spielgefühl weiter verbessert.

Bereits YDP-146 und YDP-S36 für 1.090 Euro bieten ein erstaunlich erwachsenes Spielgefühl. Die überarbeitete GHS-Tastatur reagiert präzise und musikalisch, sodass sowohl Einsteiger als auch Wiedereinsteiger langfristig Freude an den Instrumenten haben werden.

Wer bereit ist, 1.449 Euro für YDP-166 oder YDP-S56 zu investieren, erhält mit der GrandTouch-E-Tastatur jedoch einen spürbaren Mehrwert. Die feinere Dynamik, die hochwertigere Haptik sowie die stärkere 2 x 20-Watt-Verstärkung sorgen insgesamt für ein noch authentischeres Spielerlebnis. Gerade ambitionierte Pianisten oder fortgeschrittene Schüler werden diesen Unterschied dauerhaft wahrnehmen.

Die Wahl zwischen den klassischen Konsolenmodellen und den Slimline-Versionen bleibt dagegen vor allem eine Frage des Platzbedarfs und der Einrichtung. Technisch bewegen sich die jeweiligen Modellpaare auf identischem Niveau.

Insgesamt präsentiert sich die Yamaha-Arius-Serie als durchdachte Digital-Piano-Familie, die sich konsequent auf das Wesentliche konzentriert: ein überzeugendes Spielgefühl, einen hochwertigen Flügelklang und moderne Konnektivität. Statt möglichst viele Funktionen anzubieten, stehen Musikalität, Bedienkomfort und langfristige Spielfreude im Mittelpunkt. Genau das macht diese Instrumente sowohl für den täglichen Unterricht als auch für ambitionierte Hobbypianisten zu einer sehr überzeugenden Wahl.

Pro

  • Sehr authentischer Yamaha-CFX-Flügelklang mit natürlicher Dynamik
  • GrandTouch-E-Tastatur der großen Modelle bietet hervorragende Ausdrucksmöglichkeiten
  • Moderne Ausstattung mit Bluetooth Audio, Bluetooth MIDI und USB-Audio-Interface

Contra

  • Nur zehn Klangfarben verfügbar
  • Displaylose Bedienung erfordert für viele Funktionen Tastenkombinationen

 

Link zur Herstellerseite: Yamaha

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