Kaum ein Instrument hat einen so mystischen Klang wie das Mellotron – jener charmante, bandbasierte Vorläufer des Samplers, der in den 60er- und 70er-Jahren Musikgeschichte schrieb. Doch was viele nicht wissen: Die Geschichte dieses Instruments ist noch längst nicht vorbei. Im Gegenteil – dank des schwedischen Entwicklers Markus Resch erlebt das Instrument heute eine bemerkenswerte Renaissance.
Das Mellotron: Die Wiedergeburt einer Legende
Während das Original-Mellotron mit seiner mechanischen Tonbandtechnik längst zum Kultobjekt geworden ist, war es aus praktischen Gründen für viele Musiker nur schwer einsetzbar: Es war groß, schwer und empfindlich. Dennoch blieb der einzigartige Klang unvergessen – so sehr, dass ein Mann beschloss, das Mellotron ins 21. Jahrhundert zu holen: Markus Resch. Seit den 1990er-Jah
ren widmet sich Resch mit großer Leidenschaft der Neuauflage des Mellotron – jedoch nicht als bloße Kopie, sondern als behutsam modernisierte Replik, die den Vintage-Charme erhält und gleichzeitig auf die Anforderungen moderner Bühnen und Studios eingeht.
M4000D, Mini und Micro – Mellotron für die Moderne
Resch brachte unter dem Label Mellotron mehrere neue Modelle auf den Markt, die sowohl technisch als auch klanglich überzeugen:
M4000D: Ein digitales Flaggschiff mit echter Holztastatur, hochwertigen Samples der originalen Bänder und einem authentischen Look, der Vintage-Herzen höher schlagen lässt.
Mellotron Mini: Kompakter, aber mit der gleichen Sample-Qualität ausgestattet – ideal für den Studioeinsatz und kleinere Bühnen.
Micro Mellotron: Das wohl portabelste Mellotron aller Zeiten. Kaum größer als ein MIDI-Controller, aber mit echtem Retro-Feeling.
Alle Modelle greifen auf eine riesige Bibliothek hochauflösender digitalisierter Originalbänder zurück. Dabei legt Markus Resch größten Wert auf Authentizität: Die Samples werden nicht glattgebügelt oder modernisiert, sondern bewahren den rauen, charaktervollen Sound, der das Instrument so besonders macht.
Prominente Fans und neue Musikgenerationen
Obwohl (oder gerade weil) Reschs Mellotron-Modelle digital arbeiten, erfreuen sie sich großer Beliebtheit bei Künstlern, die den warmen, nostalgischen Klang suchen – von Retro-Pop über Indie bis hin zu modernem Prog-Rock. Musiker wie Arcade Fire, Radiohead, Opeth oder Steven Wilson zählen zu den bekannten Namen, die regelmäßig auf die neuen Mellotron-Versionen zurückgreifen.
Fazit: Vintage-Flair trifft Zuverlässigkeit
Das Mellotron von heute ist nicht nur eine Hommage an ein ikonisches Instrument, sondern ein echtes Werkzeug für kreative Klanggestaltung – handlich, zuverlässig und dennoch voller Charakter.
Dank Markus Resch lebt der Geist des Mellotron weiter – in moderner Form, aber mit dem gleichen magischen Klang. Du möchtest ein Stück Musikgeschichte in Dein Studio holen?
Dann lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Modelle – sie sind nicht nur technisch ausgereift, sondern auch eine Liebeserklärung an die analoge Ära.
Ob Markus Resch ein Visionär ist, sei einmal dahingestellt, auch wenn heutzutage jeder ein Genie, Visionär und Guru ist, der seinen Hintern mit einer Landkarte zu finden imstande ist.
Er war zu rechten Zeit am rechten Ort und konnte dank David Kean — dem Inhaber der Mellotron-Marke und Besitzer der Konkursmasse von Streetly — das Markenzeichen „Mellotron“ eher ausbeuten als diejenigen, die eigentlich hinter dem Gerät und dem Namen standen und es populär gemacht hatten (die Bradleys aus Birmingham).
Ein Visionär? Wohl kaum, denn schon um 1997/98 herum versuchte man sich bei Streetly an einer digitalen Variante des Mellotrons (dem kosmetisch die große Resch-M4000-Variante erstaunlich ähnelt — ein Schuft, wer Arges dabei denkt), lediglich die technische Umsetzung erwies sich als schwieriger als gedacht, sodaß erst mit dem Memotron (welches übrigens einige Zeit vor dem Resch-Produkt präsentiert wurde) die Idee eines digitalen Mellotrons in die Praxis umgesetzt werden konnte. Das wurmt Hern Resch bis heute, was zu teilweise recht bizarrem Verhalten seinerseits führt.
Das elektromechanische Mk. 6, welches um die Jahrtausendwende von David Kean und Markus Resch vorgestellt wurde, war von der Idee her konsequent, von der technischen Umsetzung her konsequent schlecht (noch schlechter als das Original, und wer das Original kennt, weiß, wie schlecht das gewesen sein muß) und mehr ein Produkt, das der eigenen Eitelkeit diente. Ich hatte 2001 die Gelegenheit, das Mk. 6 von Noel Gallagher spielen zu dürfen, nachdem es bei Streetly auf Vordermann gebracht worden war, und Mann, was gab es da auf Vordermann zu bringen.
Ein bißchen mehr professionelle Distanz schadet auf Dauer nicht, erspart es einem doch den einen oder anderen inhaltlichen Blindflug. Auch, wenn man damit potentielle Werbekunden vergrätzt.