Vor 30 Jahren: The Prodigy – Firestarter

firestarter screenshot

Als am 13. März 1996 der Song „Firestarter” von The Prodigy erschien, stand einem Chart-Erfolg alles entgegen: ein brettharter Big-Beat-Track, ein Video, das wie ein Fiebertraum wirkte, und der diabolische Auftritt von Keith Flint. Dennoch erklomm „Firestarter” nicht nur in Großbritannien, sondern auch in mehreren anderen Ländern die Spitze der Charts.

30 Jahre „Firestarter“

Auch nach drei Jahrzehnten ist der Track noch immer aktuell und hat nichts von seiner Kraft und Dynamik verloren. „Firestarter” war die erste Single-Auskopplung aus dem dritten Album der Band „The Fat of the Land”. Den Song schrieben Liam Howlett, der musikalische Kopf der Band, und Keith Flint, der bis dahin nur als Tänzer in Erscheinung getreten war und hier erstmals als Sänger auftrat. In den Credits wird außerdem Kim Deal genannt, da ihr Gitarren-Riff für den Track verwendet wurde.

Die Samples von „Firestarter“

Selbst vielen Fans ist nie aufgefallen, dass Samples die wesentlichen Grundelemente des Tracks sind. Der knallige Beat wurde nicht programmiert, sondern ist hauptsächlich ein Loop aus dem etwas obskuren R&B-Song „Devotion (The Voice of Paradise Mix)” von Ten City. Die Drums wirken darin fast wie ein Fremdkörper.

Das Gitarren-Riff stammt aus dem Song „S.O.S.” von The Breeders. Zuletzt wurde noch das Vocal-Sample „Hey” von Art of Noise’ „Close (To the Edit)” hinzugefügt. Angeblich kam es speziell darüber zum Rechtsstreit, der aber offenbar doch noch geregelt wurde. Der Song ist bis heute in offiziellen Playlists gut vertreten. Allein der offizielle YouTube-Kanal von The Prodigy verzeichnet über 200 Millionen Aufrufe von „Firestarter”.

Die Synthesizer von Liam Howlett

Es gibt nur wenig gesicherte Information darüber, welches Equipment konkret bei der Produktion von „Firestarter“ eingesetzt wurde. HHingegen wurde Howletts Studioausstattung aus dieser Zeit recht gut dokumentiert. Dazu gehörten unter anderem Korg Prophecy, Roland SH-101, Sequential Circuits Pro One, Clavia Nord Lead, Emu Orbit, Emu Proteus World, Emu Vintage Keys, Roland Juno-106, Roland TB-303 und Roland U-220. Die meisten Geräte sind inzwischen als Plug-ins verfügbar, z. B, in der Korg Collection oder der Roland Cloud.

Eindeutig identifizieren lässt sich ein Preset-Sound aus dem Korg Prophecy, der im Break verwendet wurde. Dem Klang nach könnte auch der markante Leadsound aus dem Prophecy stammen. Zur typischen Produktionsweise von The Prodigy gehörten Gitarren-Pedale, mit denen die Synthesizer bearbeitet wurden.
Ein Akai-Sampler war für den Drumloop, einzelne Drumsounds und das Gitarren-Riff zuständig. Zuvor hatte Howlett einen Roland W-30.

liam howlett gear firestarter
So sieht das Live-Setup von Liam Howlett inzwischen aus (Foto: theprodigy.info)

„Firestarter“ läuft und läuft und läuft …

Derzeit sind The Prodigy auf Europa-Tour (leider ohne Konzert in Deutschland) und zelebrieren dabei nicht zuletzt „Firestarter“, der ihr große Durchbruch war. Allerdings ist Keith Flint nicht mehr dabei, da er im Jahr 2019 unter nicht ganz geklärten Umständen verstarb.


Website von The Prodigy mit Tourdaten

The Prodigy YouTube-Kanal

Unsere neuesten Beiträge

Vor 30 Jahren: The Prodigy – Firestarter

Als am 13. März 1996 der Song „Firestarter” von The Prodigy erschien, stand einem Chart-Erfolg [...]

> WEITERLESEN
AKAI MPC Sample, neue Sample-Groovebox

Akai MPC Sample vorgestellt: Kompakter Standalone-Sampler für mobile Beats und schnelle Ideen Mit der Akai [...]

> WEITERLESEN
Akai MPC 1000: Old-School-MPC-Workflow mit Kultfaktor

Kompakter Klassiker mit Hack-Optionen: Akai MPC 1000 Wer echtes Old-School-MPC-Programmierfeeling schätzt, aber auf einen gewissen [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert