Mit Behringer DICE 1U2 und 2U2 erweitert der Hersteller sein Angebot an kompakten USB-Audio-Interfaces. Beide Modelle verbinden zwei analoge Eingangskanäle und einen Stereoausgang mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit/192 kHz. Außerdem setzt Behringer auf Mikrofonvorverstärker, deren Entwicklung auf der Midas-Mischpulttechnik aufbaut. Die Unterschiede liegen vor allem bei der Eingangsausstattung, den Klangoptionen und der Kopfhörerregelung.
Kurzinfo auf einen Blick
Behringer DICE 1U2 und 2U2 sind USB-Audio-Interfaces mit zwei Ein- und Ausgängen sowie bis zu 24 Bit/192 kHz. Das 1U2 kombiniert einen Mikrofonkanal mit einem Instrumenten-/Line-Eingang. Das 2U2 bietet zwei Mikrofonvorverstärker, SHINE-Höhenfilter und eine separate Kopfhörerregelung. Beide unterstützen Direct Monitoring und werden über USB versorgt.
Behringer DICE 1U2: Mikrofon und Instrument gleichzeitig aufnehmen
Das DICE 1U2 bietet auf der Vorderseite eine XLR/Klinken-Kombibuchse für Mikrofon- beziehungsweise Line-Signale. Daneben sitzt ein separater 6,3-mm-Klinkeneingang, der zwischen Instrumenten- und Line-Betrieb umgeschaltet werden kann. Beide Eingangskanäle besitzen einen eigenen Gain-Regler. Für entsprechend ausgestattete Kondensatormikrofone lässt sich zudem eine 48-Volt-Phantomspeisung aktivieren.
Damit liegt der Einsatz für kleine Songwriting-Setups nahe: Während ein Mikrofon die Stimme aufnimmt, kann beispielsweise eine E-Gitarre direkt am zweiten Eingang angeschlossen werden. Auch für Sprachaufnahmen mit gelegentlichen Instrumentenspuren erscheint diese Aufteilung sinnvoll. Zwei Mikrofone lassen sich allerdings nicht ohne zusätzlichen externen Mikrofonvorverstärker gleichzeitig anschließen, denn das 1U2 verfügt nur über einen entsprechenden Eingang.
DICE 2U2: Zwei Mikrofonkanäle für flexiblere Sessions
Beim DICE 2U2 stehen dagegen zwei XLR/Klinken-Kombibuchsen mit Mikrofonvorverstärkern zur Verfügung. Beide Kanäle verarbeiten auch Line-Signale und lassen sich für direkt angeschlossene Instrumente auf einen hochohmigen Eingangsbetrieb umschalten. Dadurch ermöglicht das größere Modell beispielsweise Aufnahmen mit zwei Gesangsmikrofonen oder einem Mikrofonpaar vor einer Akustikgitarre.
Die 48-Volt-Phantomspeisung wird dabei gemeinsam für beide Mikrofoneingänge geschaltet. Eine getrennte Aktivierung pro Kanal ist nicht vorgesehen.
SHINE ergänzt eine zuschaltbare Höhenanhebung
Ein weiterer Unterschied ist die SHINE-Funktion des DICE 2U2. Dahinter steckt laut Spezifikation ein pro Kanal zuschaltbares High-Shelf-Filter mit einer Anhebung von 3 dB bei 5 kHz. Es handelt sich somit um eine gezielte Höhenbearbeitung und nicht um eine komplette Effektsektion. Das DICE 1U2 besitzt diese Funktion nicht.
Midas-basierte Vorverstärker mit bis zu 63 dB Gain
Für die Mikrofoneingänge beider Modelle nennt Behringer einen Verstärkungsbereich von +12 bis +63 dB. Der angegebene Dynamikumfang einschließlich A/D-Wandlung beträgt 108 dB, A-bewertet. Das sind zunächst Herstellerdaten; eine unabhängige Bewertung von Klang, Rauschverhalten und nutzbaren Gain-Reserven ersetzt das Datenblatt nicht.
Direct Monitoring mit Mono- und Stereo-Abhöre
Beide Interfaces besitzen einen Schalter für das direkte Abhören der Eingangssignale. Neben der ausgeschalteten Stellung stehen Mono- und Stereo-Monitoring zur Verfügung. Im Mono-Modus werden die Eingänge mittig wiedergegeben, während im Stereo-Modus Eingang 1 links und Eingang 2 rechts zu hören sind. Für Gesang und ein separat angeschlossenes Instrument ist die mittige Wiedergabe häufig die praktischere Ausgangseinstellung.
Das 2U2 regelt den Kopfhörer separat
Bei der Bedienung zeigt sich ein zusätzlicher Unterschied: Das DICE 2U2 verfügt neben dem großen Main-Regler über einen eigenen Lautstärkeregler für den Kopfhörerausgang. Beim DICE 1U2 fehlt dieser separate Regler. Für Sessions, in denen häufig zwischen Kopfhörer und Lautsprechern gewechselt wird, ist die zusätzliche Regelmöglichkeit des 2U2 ein nachvollziehbarer Komfortvorteil.
Zum Anschluss aktiver Studiomonitore stehen bei beiden Modellen zwei symmetrische 6,3-mm-Klinkenausgänge bereit. Der Stereo-Kopfhöreranschluss liegt ebenfalls im 6,3-mm-Format vor.
USB-C, Loopback und Betrieb ohne Computer
Behringer stattet beide Interfaces mit zwei USB-C-Buchsen aus: Ein Anschluss überträgt Audio und versorgt das Gerät mit Strom, der zweite dient einer optionalen externen Stromversorgung. Es handelt sich also nicht um zwei gleichwertige Computeranschlüsse. Beim mobilen Einsatz kann die zusätzliche Versorgung helfen, den Akku des angeschlossenen Geräts zu entlasten.
Für das DICE 2U2 nennt Behringer außerdem zwei virtuelle Loopback-Eingänge. Darüber lässt sich die Audiowiedergabe des Computers wieder als Eingangssignal nutzen. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten über klassische Mikrofonaufnahmen hinaus, etwa für Streaming oder die Einbindung von Computer-Audio in Multimedia-Produktionen. Zusätzliche analoge Eingangsbuchsen entstehen dadurch allerdings nicht.
Class-Compliant-Betrieb und Windows-ASIO-Treiber
Laut Dokumentation sind die DICE-Interfaces class-compliant und können mit den integrierten USB-Audiotreibern eines geeigneten Computers oder Mobilgeräts arbeiten. Zusätzlich verweist Behringer auf einen eigenen ASIO-Treiber für Windows, der gegenüber dem eingebauten Treiber einen Betrieb mit geringerer Latenz ermöglichen soll.
Auch ein Standalone-Betrieb ohne Computer ist vorgesehen. Dabei können die Interfaces als Vorverstärker beziehungsweise zum direkten Abhören eingesetzt werden. „Standalone“ bedeutet hier jedoch nicht, dass die Geräte eigenständig Audiodateien speichern.
Preise und Verfügbarkeit
Auf seinen Produktseiten führt Behringer das DICE 1U2 mit 89 US-Dollar und das DICE 2U2 mit 109 US-Dollar. Diese Angaben sind ausdrücklich als „MSRP (Excl. US)“ gekennzeichnet und dürfen nicht mit deutschen Verkaufspreisen einschließlich Mehrwertsteuer gleichgesetzt werden. Eine Euro-UVP oder ein verbindlicher Liefertermin für Deutschland ist auf den beiden verlinkten Herstellerseiten nicht angegeben.
Fazit: Entscheidend sind Mikrofonanzahl und Bedienkomfort
Nach ihrer Ausstattung richten sich Behringer DICE 1U2 und 2U2 an überschaubare Recording-Setups. Das 1U2 erscheint besonders für Anwender interessant, die ein Mikrofon und ein direkt angeschlossenes Instrument aufnehmen möchten. Das 2U2 erweitert diesen Ansatz um einen zweiten Mikrofonkanal, separate SHINE-Schalter und eine eigene Kopfhörerregelung. Damit wirkt es für wechselnde Aufnahmesituationen flexibler.
Die Kaufentscheidung sollte deshalb weniger an der gemeinsamen maximalen Samplingrate hängen als an der Frage, welche Quellen gleichzeitig aufgenommen werden sollen. Wie überzeugend die Interfaces bei Klang, Treiberstabilität und niedrigen Puffergrößen tatsächlich abschneiden, muss ein Praxistest zeigen.
Links:
FAQ zu Behringer DICE 1U2 und 2U2
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen DICE 1U2 und 2U2?
Das DICE 1U2 besitzt einen Mikrofonkanal, das DICE 2U2 zwei. Zusätzlich bietet das 2U2 SHINE-Schalter und eine separate Kopfhörer-Lautstärkeregelung.
Kann ich Gesang und E-Gitarre gleichzeitig aufnehmen?
Ja. Beim DICE 1U2 stehen dafür der Mikrofoneingang und der separate Instrumenteneingang bereit. Beim 2U2 können die beiden Kombibuchsen entsprechend genutzt werden.
Benötigen die Interfaces ein externes Netzteil?
Im regulären USB-Betrieb nicht: Beide Modelle werden über den USB-Anschluss versorgt. Behringer nennt dafür einen Bedarf von 5 Volt und 0,5 Ampere. Eine zusätzliche Stromversorgung ist optional möglich.
Lassen sich die DICE-Interfaces ohne Computer verwenden?
Ja, Behringer sieht einen Standalone-Betrieb vor. Das ermöglicht die Nutzung des Vorverstärker- und Direct-Monitoring-Signalwegs, ersetzt aber keinen eigenständigen Audiorecorder.
Brauche ich unter Windows einen speziellen Treiber?
Für den grundlegenden Class-Compliant-Betrieb ist laut Hersteller keine zusätzliche Software erforderlich. Für niedrigere Latenzen beim Recording verweist Behringer jedoch auf seinen eigenen Windows-ASIO-Treiber.


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