Über den Instagram-Kanal von Elta Music wurde mitgeteilt, dass Vladimir Kuzmin, der Entwickler des Synthesizers Polivoks, am 12. Juni 2026 verstorben ist. Der wohl ambitionierteste Synthesizer aus Sowjetzeiten wurde erst nach der Zeitenwende in den 1990er- und 2000er-Jahren auch im Westen bekannt – und mit ihm auch sein Entwickler.
Vladimir Kuzmin und der Polivoks
Vladimir Kuzmin wurde erst spät bekannt. Es war in erster Linie der Synthesizer Polivoks, und vor allem dessen unkonventionelles Filter, dass die Aufmerksamkeit auf ihn lenkte. Erst vor zehn Jahren wurde ein YouTube-Kanal eingerichtet, auf dem er seine Synthesizer, die er in den 1980ern entwickelte vorstellte. Hier ein kleiner Überblick über den Polivoks, den er sogar auf Englisch hielt.
Der duophone Polivoks, dessen ungewöhnliche Schreibweise sich aus der kyrillischen Schrift ableitet, wurde zwischen 1982 und 1990 gebaut. Olympiada Kuzmina, Vladimirs Frau, entwarf als Industriedesignerin das stabile Gehäuse des Keyboards, das heute ebenso ikonisch gilt wie sein Filter.
Die ersten Einheiten wurden noch von Vector, der Firma, in der Kuzimin angestellt war, produziert. Später übernahm Formanta die Serienproduktion, denn das Unternehmen hatte auch weitere Keyboards im Programm. Über die genauen Stückzahlen gibt es unterschiedliche Angaben. Laut Kuzmin wurden vermutlich 200 bis 300 Stück pro Monat gefertigt.
Das Besondere am Polivoks war sein LP/BP-Filter, das auf Operationsverstärkern basiert und einen ganz eigenen Klangcharakter besitzt. Diese Schaltung wurde während des Eurorack-Booms von mehreren Firmen wieder aufgegriffen.
Weitere Instrumente von Kuzmin waren Maestro, Kvintett, Arton und IK51, doch der Polivoks blieb sein Meisterstück.
Die Wiederkehr des Polivoks
Hersteller wie Erica Synths und Elta Music arbeiteten mit Kuzmin zusammen und kommunizierten dies auch, was zu seiner verspäteten Bekanntheit beitrug. Erica Synths hat das Filter in mehreren Modulvarianten produziert, während Elta Music eine Desktop-Version PF-3 entwickelte.
Der Polivoks wurde aber auch als kompletter Synthesizer neu aufgelegt, beispielsweise von Alex Plenninger und Infradeep. Elta Music hatte eine Mini-Version im Programm und kündigt derzeit eine 8-stimmige Version an, an der Kuzmin noch mitgearbeitet hat. Im Jahr 2021 wurde auch von Behringer eine Kooperation mit Kuzmin angekündigt, um einen Klon des Polivoks voranzutreiben.
Somit bleibt das Vermächtnis von Vladimir Kuzmin in verschiedenen Geräten erhalten.



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