Die Umbrüche in der Musikindustrie sorgten in den vergangenen Jahren für merkliche Schwankungen und sogar Einbrüche beim Umsatz. Nun gab der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) bekannt, dass der Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,3 % gestiegen ist.
Musikindustrie mit Umsatzplus in 2025
Der Anstieg ist zwar nicht gewaltig, lässt aber womöglich einen positiven Ausblick auf die Zukunft zu. Für die Bilanz wurden die Umsätze aus Streaming und Downloads sowie die Verkäufe von CDs, Vinyl und anderen Medien zusammengenommen. Der Gesamtumsatz belief sich auf 2,42 Milliarden Euro, die daraus resultierenden Industrieeinnahmen betrugen 1,33 Milliarden Euro.
Den Löwenanteil bestritten die digitalen Verkäufe. Mit 84,4 % generierte Streaming den mit Abstand größten Anteil aller Einnahmen. Das ist ein Wachstum von 4,1 % gegenüber dem Vorjahr. Downloads spielen mit einem Anteil von lediglich 1,4 % am Gesamtvolumen kaum eine Rolle.
Der Anteil der physischen Datenträger lag bei nur 14,2 % (= 345 Millionen Euro), was einem Rückgang von 5,9 % entspricht. Damit hat sich die Lücke zum digitalen Markt noch weiter vergrößert. Eine positive Ausnahme ist das Vinyl-Segment, das ein kleines Plus von 2,8 % verzeichnen konnte. Damit schlossen Vinyl-Platten zu den CD-Verkäufen auf, konnten diese aber noch nicht überholen. Die CD bleibt somit das zweitwichtigste Medium, wenngleich der Abstand zum Streaming riesig ist.

Was bedeutet das für Musiker?
Ist das ein echter Aufwärtstrend? Und wenn ja, wer hat den Nutzen davon? Wie man es dreht und wendet: An Streaming kommt man so gut wie nicht vorbei. Doch hier liegt das Problem: Bei einem durchschnittlichen Erlös von 0,004 Cent pro Stream (abhängig von der Plattform) abzüglich der Margen der Betreiber sowie der Anteile der Labels bzw. anderen Verträgen, kommt im Endeffekt vielleicht gerade mal ein Fünftel des Gewinns bei den Musikern an. Dabei liegen die Spannen jedoch weit auseinander, da viele Faktoren zusammenspielen.
Angesichts von Herausforderungen wie KI-generierter Musik oder der Abkehr von Spotify ist Streaming eher als Werbeplattform für Musiker anzusehen als eine sichere Einnahmequelle. Live-Auftritte und physische Medien wie CDs, Vinyl und MCs, die nach einem Auftritt direkt an Fans verkauft werden, sind womöglich der sicherere, wenn auch kleinere und aufwendigere Weg, um mit Musik zählbare Einkünfte zu erzielen. Wie haltet ihr das? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare.

Unsere neuesten Beiträge
Musikindustrie mit Umsatzplus in 2025
Die Umbrüche in der Musikindustrie sorgten in den vergangenen Jahren für merkliche Schwankungen und sogar [...]
> WEITERLESENWas ist ein Oszillator im Synthesizer?
Der Oszillator: Herzschlag jeder Klangquelle – einfach erklärt Wenn man einen Synthesizer-Sound von Grund auf [...]
> WEITERLESENADHS als Musiker: Zwischen Ideenflut und Hyperfokus
Ich habe AD(H)S – und ich bin Musiker und Produzent. Das klingt für viele erst [...]
> WEITERLESEN