Musiker und Komponist Anthony Marinelli zeigt einige Vintage-Synthesizer aus seinem Studio, die man allesamt als echte Klassiker bezeichnen darf: Minimoog, ARP2600, Roland Jupiter-8, Korg MS-20, Sequential Prophet-5, Oberheim Four Voice und OB-X, NED Synclavier, Elka Synthex und Yamaha CS-30. So mancher Synth-Fan würde so einiges dafür geben, an diese erhabenen und teuren Ikonen mal Hand anlegen zu dürfen. Aber Marinelli sagt, dass er sie hasst?
Vintage-Synthesizer – Hass, Liebe oder Hassliebe?
Der provokante Titel des Videos soll natürlich für Aufmerksamkeit sorgen. Als ausgewiesener Spezialist hasst Marinelli die Synthesizer nicht wirklich. Schließlich hat er mit diesen Keyboards bei vielen Produktionen gearbeitet. Es geht um etwas anderes, nämlich dass man seine Augen nicht vor den Mankos der hochgelobten Legenden verschließen soll. Es sind teils Fragen des persönlichen Geschmacks oder auch unpraktische Punkte aus Sicht des Musikers. Man kann Marinellis Argumentation gut folgen, zumal er auch Schlussfolgerungen daraus zieht.
Der Minimoog ist ein gutes Beispiel. Fraglos ein Top-Kandidat für satte Bässe und markante Leadsounds. Aber man muss auch eingestehen, dass sein Spektrum nicht allzu groß ist. Das liegt an dem festgelegten Signalfluss ohne Routing-Möglichkeiten. Andererseits lässt er sich dadurch im Handumdrehen schnell im Klang umstellen.
Den Jupiter-8 bezeichnet Marinelli selbst als einen der besten Synthesizer, die je gebaut wurden. Aber hier ist die Zuweisung des Benders ein kleines Problem, denn man kann ihn mit Schaltern auf mehrere Ziele routen. Das ist in gewisser Weise flexibel, führt aber auch immer wieder zu Verwechslungen.
Beim ARP2600 sind es die Hüllkurven, genauer gesagt die Release-Phasen, die bei bestimmten duophonen Einstellungen für seltsame Effekte sorgen. Aber es lässt sich beheben. Als monophoner Synthesizer wäre der ARP makellos, doch die Extrafunktion der Zweistimmigkeit möchte man dann doch nutzen, wenn sie schon mal da ist.
So zeigt Anthony Marinelli Synth für Synth, dass die Vintage-Welt kein wolkenloses Paradies ist. Aber das ist kein Grund, um sich von den Schätzen zu trennen. Man muss sehen, wie man sich mit diesen Gegebenheiten arrangiert und wie man das Beste daraus machen kann.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit euren liebsten Synthesizern und Keyboards gemacht? Und wenn ja, wie geht ihr damit um? Teilt doch eure Erfahrungen mit uns.




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