Wien - New York

Transkription: Phishbacher – Dreamcatcher

Phishbacher Dreamcatcher

Wenn die New Yorker mit dem Namen Fischbacher Schwierigkeiten haben, ändert man ihn pragmatisch in Phishbacher um und macht daraus einen Bandnamen − so könnte der Wahl-New-Yorker und gebürtige Österreicher Walter Fischbacher gedacht haben, als er 1994 von Wien aus den Ortswechsel vollzog.

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Er ist nicht der erste alpine Jazzexport in die Staaten, man denke etwa an Joe Zawinul. Im Big Apple spielte Walter mit renommierten Musikern wie u. a. Randy Brecker zusammen, konzentrierte sich aber vor allem auf das Phishbacher Trio mit seinen beiden kongenialen Mitstreitern Goran Vujic (Bass) und dem Düsseldorfer Ulf Stricker (Drums). Die drei Protagonisten spielen ihre abgedrehten Arrangements mit einer atemberaubenden Leichtigkeit auf höchstem Niveau, frei nach dem Motto: Genregrenzen sind dazu da, um sie zu pulverisieren.

Als stilistische Besonderheit haben sich die Phishbachers an Popsongs herangemacht, um sie genüsslich harmonisch und rhythmisch zu zerpflücken und zu reanimieren. Dabei geht es primär nicht um zur Schau gestellte Virtuosität, sondern darum, die Songs gegen den Strich zu bürsten und neue konstruktive Momente herauszuarbeiten, die sich dann so anhören als seien das die eigentlichen Ursprünge der Komposition. Auf seiner aktuellen CD Dreamcatcher befinden sich auch Pop-Klassiker wie While My Guitar Gently Weeps (Beatles), Firework (Kate Perry) I´ve Gotta Feelin’ (Black Eyed Peas) und Clocks (Coldplay). Auf der Homepage von Phishbacher sowie auf YouTube kann man in diese neuen Interpretationen hineinhören. Und wer Interesse hat, Genaueres über die Machart der Songs zu erfahren, kann auf der Homepage die Noten zu fast allen Songs bestellen und bekommt als nicht alltäglichen Service nicht nur die PDFs der Songs, sondern auch die Sibelius-, MIDI-und Cubase-Files sowie Audioaufnahmen geliefert − bei diesem Angebot konnte auch ich nicht widerstehen und kann jetzt nachvollziehen, mit welchen frickeligen Taktwechseln Walter den oben erwähnten Beatles-Song auf neue rhythmische Gleise gestellt hat.

Walter Fischbacher hat noch weitere Projekte am Start: Er arbeitet mit den Sängerinnen Elisabeth Lohninger, Audrey Martells und Marianne Solivan im Duo und/oder in Begleitung der Phishbacher-Band zusammen; Winterfisch mit dem Berliner Schlagzeuger Andy Winter und das Steve Clarke Trio sind weitere Bandprojekte, und zu guter Letzt fand er mit seinem Namensvetter, dem Gitarristen Axel Fischbacher, einen Duo- und Bandpartner.

Walter Fischbachers Musik speist sich aus vielen Quellen, die er stets geschmackvoll und stilsicher zu einem neuen Klangteppich verwebt. In Dreamcatcher, dem Titelstück seiner letzten CD, wechselt er zwischen konventionellen, fast schon klassisch anmutenden Akkordverläufen und »schrägen Akkorden«. Modulationen und rhythmische Brechungen sorgen für unerwartete Verläufe − das geschieht subtil und unaufgeregt …

Die Transkription findet ihr in der Keyboards-Ausgabe 5+6 2018. Hier versandkostenfrei bestellen. 

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