Rhythmisieren im Stil von Chick Corea und Herbie Hancock

Herbie Hancock vor schwarzem Hintergrund

Wenn zwei Pianisten im selben Stück die gleichen Akkorde auf gleichen Zählzeiten verwenden, wird es stets einen hörbaren Unterschied geben, der durch die rhythmische Gestaltung definiert wird. Diese wiederum spiegelt den gesamten Background eines Künstlers wider. Besonders deutlich zeigt sich dies bei unseren beiden Vorzeigeherren Hancock & Corea.

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Rhythm & Blues

Herbie Hancocks Pianospiel entspringt sowohl der schwarzen Rhythm&Blues-Tradition als auch dem traditionellen Jazz eines Hank Jones. Später kamen Bausteine aus dem Soul hinzu, wie sie zum Beispiel bei der Band „Sly and the Family Stone“ zu hören waren. Diese Elemente beeinflussten sowohl Hancocks Kompositionen wie auch sein Improvisieren. Bei Chick Corea waren es Thelonious Monk und Bud Powell, die ihm beim Bilden seiner Basis halfen.

Später orientierte er sich an der Latin-Music. Beide Künstler lieben unverkennbar Bill Evans und McCoy Tyner. Es ist aber auch der Rhythmus, der die Evolution eines Musikschaffenden offenlegt. Wenn man Chick Coreas Pianospiel auf seinem Erstlingswerk „Now He Sings, Now He Sobs“ mit seinem Trio aus dem Jahre 1968 mit seinen jetzigen Improvisationen vergleicht, stellt man fest, dass er bereits damals harmonisch und melodisch voll ausgereift war. Auch wenn Phrasen von damals stets wiederholt werden, werden diese niemals langweilig, denn sein rhythmischer Pool ist im Laufe der Jahre unendlich groß geworden.

Die beiden Virtuosen im Vergleich

Das gleiche gilt für Herbie Hancock und sein Debütalbum „Takin‘ Off“ aus dem Jahre 1962 beide Produktionen sind übrigens auf Blue Note Records erschienen, auf dem es unendlich viele Parallelen zu seinem jetzigen Improvisationsstil gibt. Selbst melodische Linien aus seiner Zeit im Miles Davis Quintett finden sich in seinen Headhunters-Alben wieder. Herbie Hancock spielt trotz seines perkussiven Stils stets mit einem relativen Legato. Wenn er variiert, dann meistens in den Mittelstimmen. Notenbeispiel 1 zeigt eine Akkordfolge im Inside-Bereich bei einem binären mittelschnellen Tempo. Die Variationen, die Hancock im Mittelbereich absolviert, konzentrieren sich bei Corea auf die höheren Oktavlagen (Notenbeispiel 2).

Erkenntnisse

Gerne knallt er auch mal mit einer Quinte in die tiefen Lagen hinein wenn auch zum Ärger einiger Bassisten. Bitte beachte, dass die vorliegende stilistische und personelle Mikroskopie durchaus austauschbar ist, und es gibt auf den unzähligen Tonträgern beider Pianisten Momente, bei denen sich ein Musiker der Schablone des anderen bedient. Dies ist am besten auf den beiden akustischen Duo-Alben zu hören, die vor ca. 20 Jahren entstanden (auf CBS bzw. jetzt Sony sowie Polydor). Elektrisch gibt es ebenfalls einen Vergleich: Auf Chick Coreas Produktion „The Mad Hatter“ aus dem Jahr 1978 spielen beide auf dem Song „The Mad Hatter Rhapsody“ hintereinander interessante Soli und begleiten sich gegenseitig, hervorragend für Studienzwecke.

Jazzpianoworkshop mit Herbie Hancock
KEYBOARDS
Jazzpianoworkshop mit Herbie Hancock

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