Elektronische Musik – Arpeggiator

In diesem Workshop pimpen wir deine Sounds noch ein wenig. Per Knopfdruck erzeugst du rasante Läufe und ziehst garantiert verblüffte Blicke auf dich!

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Arpeggio

Alles Magie? Keineswegs. Das Zauberwort heißt Arpeggiator. Ein Arpeggio ist in der Musikfachsprache ein Akkord, bei dem die einzelnen Töne nicht gleichzeitig, sondern nacheinander gespielt werden. Diese Technik wird z.B. oft von Gitarristen eingesetzt: Statt aller sechs Saiten gleichzeitig werden die Saiten nacheinander oder in einer bestimmten Reihenfolge angeschlagen. Dieses Muster wird beibehalten, auch wenn der Akkord wechselt. Bei einem Synthesizer zupft natürlich niemand Saiten, hier übernimmt der Arpeggiator diese Funktion, indem ein auf der Tastatur gegriffener Akkord automatisch in seine Einzeltöne zerlegt wird und diese dann in einer bestimmten Reihenfolge abgespielt werden. Diese Reihenfolge nennt man Arpeggio-Muster.

Vorwärts! Rückwärts? Weiter!

Standardmäßig gibt es vier Laufrichtungen für Arpeggios: Up (aufwärts), Down (abwärts), Up-Down/Down-Up und Random (Zufall).

Bei der ersten Variante werden die Einzelnoten, beginnend mit dem tiefsten Ton des gedrückten Akkordes, nacheinander bis zum höchsten gedrückten Ton abgespielt. Danach wird wieder bei dem tiefsten angefangen. Die zweite Variante läuft genau andersherum und beginnt mit der höchsten Note des gegriffenen Akkords. Bei der dritten Version werden Variante 1 und 2 nacheinander abgespielt, sodass sich die Bewegungen aufwärts-abwärts und abwärts-aufwärts ergeben. BeiRandom schließlich werden die Einzelnoten in zufälliger Reihenfolge wiedergegeben.

Klingt nach Mathematik, ist in der Praxis aber schnell durchschaut. Am Besten probierst du es direkt aus, entweder an Hardware-Synths wie z.B. dem Roland SH-201, dem Korg microKorg/XL, R3 oder Radias, dem Access Virus TI Snow oder, damit die nachfolgenden Schritte für alle gleich nachvollziehbar sind, mit dem weiter unten kostenlos downloadbaren u-he Podolski, mit dem wir auch die Sounds anderer Workshops in dieser Rubrik programmiert haben. Die Arpeggiomuster können von Synth zu Synth variieren, teils gibt es weniger, teils noch komplexere Varianten, und bei einigen Arpeggiatoren lassen sich die Abfolgen sogar wie bei einem Stepsequenzer programmieren.

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Step by Step

Zunächst einmal muss der Arpeggiator aktiviert werden. Dazu gibt es entweder einen eigenen „On“-Button, oder er wird über ein Menü eingeschaltet. Beim Podolski klickt man in der Mitte des Bedienfeldes über dem Preset-Namen auf „Mode“ und wählt dort arpeggiator. Sobald du nun eine Taste oder einen Akkord drückst, rattert schon eine Sequenz los!

Doch es geht noch weiter: Mit dem Parameter Arp Sync legst du fest, mit welchem rhythmischen Wert die Einzelnoten getriggert (ausgelöst) werden. Hier kannst du Werte von ganzen Noten bis zu 64steln und ihren jeweiligen punktierten und triolischen Varianten einstellen. Probier das gleich mal aus und achte darauf, wie sich die Arpeggiosequenz rhythmisch ändert.

Mit Octaves erweiterst du den Spielbereich des Arpeggios. In der Einstellung „0“ beschränkt es sich auf die Oktav der Tastatur, in der du den Akkord gedrückt hältst. In der Stellung „1“ wird das Arpeggio um eine weitere Oktav nach oben hin ausgedehnt und bei „2“ über zwei weitere Oktaven gespielt.

Unter dem Oktaves-Wert findest du die oben bereits beschriebenen Arpeggiomuster. Mit dem Temporegler kannst du zusätzlich die Geschwindigkeit erhöhen oder verlangsamen. Bei einem Plug-in wie dem Podolski richtet sich die Abspielgeschwindigkeit nach dem Tempo des Hostsequenzers. Mit diesen Parametern kannst auf vielfältige Weise verschiedenste Arpeggios erzeugen und einen gehörigen Eindruck hinterlassen, denn um solche Sequenzen live zu spielen, müsste man schon sehr viele Fingerübungen auf dem Klavier gemacht haben!

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Gate, Latch & Velocity

Hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich Features, die die Grundfunktionen des Arpeggiators noch erweitern. In Podolski sind diese Zusätze über den ganz oben angeordneten ButtonArpeggiator – rechts neben Synthesis – erreichbar. Ein Klick darauf verschiebt das Bedienfeld nach links und gibt den Blick auf die „Arpeggiator Step Control“-Sektion frei. Neben einer individuellen Notenlänge pro Step lässt sich hier auch die Gate-Time einstellen. Mit diesem Parameter lassen sich die Notenlängen verkürzen bzw. die Notenenden abrupt abschneiden, sodass hämmernde Staccato-Sequenzen entstehen. Sehr effektiv ist es, während des Abfeuerns des Arpeggios mit dem Gate-Parameter zu spielen. Beim Podolski-Synth kann man Notenwert und Gate-Zeit individuell für jeden einzelnen Schritt einstellen, sodass auch komplexere rhythmische Muster erzeugt werden können.

Einige Synthesizer bieten darüber hinaus noch eine Latch-Funktion, mit der ein Arpeggio auch dann noch weiterspielt, wenn du die Tasten bereits losgelassen hast; außerdem kann man für jeden Step unterschiedliche Anschlagswerte (Velocity) definieren.

Podolski bietet als Extra eine separate Transponierung für jeden einzelnen Step, wodurch komplette melodische Linien wie in einem Stepsequenzer programmiert werden können. Und jetzt viel Spaß beim Experimentieren!

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Hier findest du den kostenlosen und voll funktionsfähigen u-he-Synth Podolski, der sich in jede VST- oder AU-kompatible Host-Umgebung einbinden lässt. Die MP3-Demosequenzen stammen von Podolski, dem Access Virus TI und einem Korg Radias: u-he Podolski

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