10 Tipps zum Digitalpiano-Kauf

E-Piano kaufen: Mit 10 Tipps zum Digitalpiano

Du möchtest dir ein E-Piano kaufen? Damit du beim Kauf im Fachgeschäft den Durchblick behältst, solltest du über bestimmte Details informiert zu sein. Der KEYBOARDS-Digitalpiano-Guide hilft dir, das richtige E-Piano zu finden, das zu dir und deiner Musik passt.

Hand an Piano-Tastatur

 

Mit den 10 KEYBOARDS-Tipps zum E-Piano kaufen geben wir dir eine Qualitäts-Checkliste an die Hand, die zugleich als Anregung zu verstehen ist, sich mit einigen Funktionen ruhig einmal näher zu beschäftigen…

 

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TIPP 1: SO VIEL PIANO MUSS SEIN

Den richtigen Pianosound finden

Das A und O ist der akustische Pianoklang, der in verschiedenen Varianten vorliegen sollte: Flügel (Grandpiano), weich und gedeckt (Mellow), hart und brillant (z.B. Rock); Klavier (Upright).

Spezielle Klavier-Samples sind heute immer mehr im Kommen, nach dem sich die Hersteller in der Vergangenheit auf Flügel-Samples beschränkt hatten. Stimmt die Auswahl an deinem Wunschinstrument, oder empfindest du sie eher als einschränkend für die Musik, die du am häufigsten spielen willst?

 


 

TIPP 2: DER SAMPLE-CHECK

Woran erkennt man einen guten Pianosound?

Die Qualität der gesampelten Sounds ist bei aktuellen Instrumenten selbst in der unteren bis mittleren Preisklasse überzeugend und teils sogar überraschend gut und kommen an die eines echten Klaviers heran. Wer beim Kauf auf den Preis schaut, sollte also genauer hinsehen bzw. hinhören, denn die Unterschiede zeigen sich oft in der Dynamik und der Ausgewogenheit von Tonumfang und Ausklingphase der Sounds.

Sustain (also ein langgehaltener Ton) – klingen die Töne ausgewogen und lebendig aus oder ist schnell ein Loop (Wiederholung des Sounds) zu hören?

Sound-Knöpfe am Piano

Verfolge den Ausklang eines Tons und du hörst, wenn er künstlich verlängert wurde (eiernde Sample-Loops) oder zu schnell abbricht. Der Ausklang sollte möglichst lang und nicht zu statisch sein.

Je detailreicher das Klaviersample (die Tondaten) desto besser!

Wurde jede Taste des Original-Instruments einzeln gesampelt oder wird dasselbe Sample – transponiert – für mehrere Tastenbereiche verwendet? Das hat Einfluss auf die Lebendigkeit des Klangs; im schlechtesten Fall klingen einzelne Töne künstlich und „digital“.

Mehr Dynamik im Klang macht auch mehr Spaß beim Klavierspielen

Wurden die Flügeltöne in genügend dynamischen Abstufungen gesampelt? Dann lassen sich die verschiedenen Lautstärken des Flügels auch gut reproduzieren. Wenn dir Folgendes passiert, lässt das Multisample zu wünschen übrig: Wenn du spielst, klingt zwar alles gefällig nach Akustikpiano, aber so richtig leise geht es nicht; und wenn du richtig kräftig hineinlangst denkst du ständig, dass da im oberen Dynamikbereich nichts mehr geht … Hier nützt auch der an sich gute Grundsound wenig. Musik lebt eben in hohem Maße von der Dynamik!

 


 

TIPP 3: KLANGDETAILS, DIE’S BRINGEN

Saitenresonanzen, Hämmer, Dämpfer

Realistische Klangkomponenten am Klavier tragen zur Lebendigkeit bei: Simuliert werden heute auch die Saitenresonanzen bei getretenem Haltepedal (das Mitschwingen der nicht angeschlagenen Saiten am echten Instrument). Dadurch wird der Gesamtklang farbiger und räumlicher. Eine bessere Kontrolle über die Saitenresonanzen erzielt man übrigens, wenn das Haltepedal eine Halbstufenerkennung bietet; dann kann man die Resonanzeffekte, in gleichem Maße wie den gesamten Pedaleffekt, sogar dosieren.

E-Piano von Innen


Als weitere „Geräusche“ sind das Rückschnellen der Hämmer und das Zurückfallen der Dämpfer auch an guten Digitalpianos zu hören – also genau hineinhorchen! Eine weitere sehr wirkungsvolle Simulation: Einen echten Flügel- oder Klavierdeckel kannst du in mehreren Positionen öffnen – das verändert den Klang deutlich von gedeckt bis brillant. Auch dieses Klangdetail imitieren manche Digitalpianos (auch „Lid“-Parameter genannt).

An Instrumenten ab der mittleren Preisklasse solltest du solche Klangkomponenten idealerweise in der Intensität regeln oder wenigstens ein- und ausschalten können.

 


 

TIPP 4: SOUNDS, DIE DU BRAUCHST

E-Pianos und andere Keyboard-Sounds

Als zweitwichtigste Klanggruppe sind die E-Pianos eigentlich ein Muss: Fender Rhodes, Wurlitzer, gerne auch gesampelte Sounds von Yamahas CP80 und DX7. Wichtig ist auch hier die Dynamik, gerade beim Rhodes (oft schnöde als „E-Piano 1“ bezeichnet) passiert mit zunehmender Anschlagsstärke eine ganze Menge. Auch das Hohner Clavinet ist als funkiges Instrument zu nennen; als Pendant zum authentischen Cembalo-Sound für Klassik-Freunde.

Sound-Knöpfe am Piano

Alle weiteren Klänge, die oft genug in einer „Others“-Soundbank versteckt werden, sind eher als Zugaben anzusehen – allerdings mit zwei Ausnahmen: Ein schöner Streicher- oder weicher Synthie-Klang (Pad-Sound) eignet sich hervorragend, um deinem Klaviersound um eine schwebende räumliche Komponente zu ergänzen oder ihm einen Orchester-Touch zu verleihen.

 

 


 

TIPP 5: E-PIANO EFFEKTE, DIE DU BRAUCHST

Reverb, Chorus, Delay, Phaser, Flanger…

Je nach Hörempfinden ist der eigentlich gute Klang mal zu spitz, mal zu dumpf. Ein Equalizer (ein Bauteil zur Feinabstufung und Bearbeitung der Frequenzen innerhalb des Tones) zur Klanganpassung kann da schnell helfen. Gebräuchlich sind 3-Band Equalizer (auch “EQ”) für Bässe, Mitten und Höhen. Der Halleffekt (Reverb) zur räumlichen Anpassung ist idealerweise regelbar. Der Choruseffekt zur Klangverbreiterung wird für E-Piano- und Streicher-Sounds benötigt.

Piano Effekte

Wichtig für E-Orgeln ist ein Rotary-Effekt (der einen sich drehenden Lautsprecher simuliert). Ein Delay (Quasi “Echo”) an Bord kann in Verbindung mit dem Hall auch einen Klavierklang in ein sphärisches „Ambient-Piano“ verwandeln.

E-Pianos lassen sich durch die vom Chorus abgeleiteten Effekte Phaser, Flanger, WahWah sowie auch durch Amplifier-Simulationen stark in ihrem Charakter verändern. Solche spezielleren und dann meist programmierbaren Effekttypen findest du aber erst in Digitalpianos der mittleren, wenn nicht schon der oberen Preisklasse.

 


 

TIPP 6: FUNKTIONEN, DIE DU BRAUCHST

Noch besser Piano spielen mit Layer, Split & Co

Zum Mischen von zwei Klängen benötigst du die „Dual“- oder auch „Layer“-Funktion mit separater Lautstärkenkontrolle für die beiden übereinandergeschichteten Sounds. Eine ausreichende Polyphonie von mindestens 128 Stimmen sollte gegeben sein, damit solchen Layer-Sounds beispielsweise bei Einsatz des Haltepedals keine Töne abgeschnitten werden.

Mit der Split-Funktion kannst du die Tastatur teilen (nach Möglichkeit mit variablen Splitpunkt), damit du z. B. links einen Bass-Sound und rechts den Pianoklang spielen kannst. Achtung: Die preiswertesten Einsteiger-Pianos verzichten meist auf diese Funktion.

Funktionsknöpfe am Klavier

Mit Registration-Speichern kannst du Einstellungen der Dual- und Splitklänge, der Effekte und weitere sichern – ansonsten würden sie nach dem Ausschalten des Pianos verloren gehen. Viele Homepianos der Einsteiger- und Mittelklasse bieten aber keine solchen Speicher an – denn die Editier-Funktionen halten sich hier in Grenzen. Effekte können meistens über „Reverb“- und „Chorus“-Taster an- und ausgeschaltet und Systemeinstellungen zentral gepuffert werden. Für Portable Pianos und Stagepianos aber – also Instrumente, die du mit zur Probe oder zum Auftritt nehmen kannst – sind Registration-Speicher unverzichtbar.

 


 

TIPP 7: DIE TASTATUR MACHT DAS SPIELGEFÜHL

88 Tasten mit Hammermechanik – ein wichtiges Ausstattungsmerkmal

Ob „Responsive-Hammer-II“, „Graded Hammer“ oder „PHA-4 Concert“: Bei der Namensfindung für Tastaturen sind die Hersteller zwar kreativ – so richtig weiter helfen einem die schönen Formulierungen aber nicht. Allein bei Yamaha haben wir sechs verschiedene Hammer-Tastaturen gezählt. Da hilft nur ausprobieren: Fühlst du dich auf den Tasten wohl? Kannst du das D-Piano damit dynamisch gut kontrollieren?

Die dynamische Spielweise hängt von der Gewichtung der Tastatur ab: Je aufwändiger und besser austariert sie ist, desto nuancierter kannst du den Anschlag dosieren. Eine gute Tastatur ist graduiert gewichtet (die Basstöne sind etwas schwerer anzuschlagen als die Diskanttöne). Ein Premium-Feature ist die individuelle Gewichtung jeder einzelnen Taste. Allerdings: Man sollte die Kirche im Dorf lassen, denn bestimmte Highend-Merkmale sind nur dann wahrnehmbar, wenn alle Komponenten wie Lautsprecher oder Klangerzeugung in der gleichen Liga spielen.

Hammertechnik an einem Kawai Piano

Eine Hammermechanik (hier das Modell der Kawai AWA Grand Pro II mit echten Holztasten) sorgt für ein authentisches Spielgefühl und eine exakte Kontrolle der Anschlagdynamik.

Immer mehr setzt sich heute die Simulation des Druckpunkts bei Digitalpianos durch: So wird am echten Flügel der Punkt bezeichnet, an dem die Mechanik den auf die Saiten zu schnellenden Hammer freigibt. Diese Simulation aber ist ein sehr diffiziles Feature, von dem allein du keine Kaufentscheidung abhängig machen solltest.

Modern ist auch die Werbung der Hersteller mit sogenannter „Tri Sensor“-Technik“: Drei statt nur zwei mindestens nötige Messpunkte der Tastatur sorgen dafür, dass schnell von Neuem angeschlagene Töne auch rechtzeitig erklingen. Ob „Tri Sensor“ oder nicht: Teste ein Piano einfach mit einigen Salven repetierender Töne – dann stellst du schnell fest, ob es fix genug reagiert. Auch eine gewisse physisch bedingte Trägheit der Tastatur kann so am besten entlarvt werden.

Wie stark die Tastatur die Dynamik beeinflusst, kann mit den sogenannten „Velocity Response“-Kurven festgelegt werden: Ob du eher leicht anschlägst oder gerne sehr kraftvoll – die Wahl dieser Dynamikkurve ist wichtig dafür, wie das ganze Piano reagiert: Bei entsprechender Einstellung reicht schon ein verhältnismäßig leichter Anschlag aus um Forte zu spielen, mit einer anderen Einstellung benötigt man fürs Forte deutlich mehr Anschlagskraft. Doch Achtung: Die Wirkungsweise der Velocity-Kurven ist aber nicht zu verwechseln mit der mechanisch bedingten Leicht- und Schwergängigkeit einer Tastatur; deswegen kann dieser Parameter nicht alles gerade bügeln was mechanisch unzulänglich gelöst wurde.

Ein wesentlicher Wohlfühlfaktor ist die Oberfläche der Tasten – nicht ohne Grund hat man früher Elfenbein als Belag genommen, denn es ist einerseits glatt aber doch wieder so leicht porös, dass es auch schwitzigen Fingern stets Halt bietet. Glücklicherweise werden die Plastikimitate immer besser. Schon bei Einsteigerpianos findest du oft den Hinweis „Ivory Feel“ oder „Ivory Touch“. Wenn ich mir überlege, welches Brimborium und welcher Kult die Gitarristen um ihre Griffbrett-Hölzer machen, sollten wir Digital-Pianisten hier auch anspruchsvoll sein.

Letzter Hinweis: Gute, ausbalancierte Tastaturen wiegen mehr als leichtgängige Tastaturen – womit auch ein gutes Digitalpiano sein Gewicht haben muss.

 


 

TIPP 8: SOUNDSYSTEM AUSREIZEN

Die Lautsprecher machen den Sound!

Der tollste Flügelsound nützt nicht viel, so lange er nur über deinen Kopfhörer toll klingt. Darum solltest du schon im Fachhandel immer auch Wert auf den Soundcheck der eingebauten Boxen legen – vor allem bei einem Homepiano.

Braunes E-Pianp

Achte dabei auf einen möglichst linearen Sound mit klaren Bässen, Mitten und Höhen. Eine zu starke Betonung der tiefen Frequenzen macht den Gesamtsound schnell dumpf und undurchsichtig. Zu wenige Mitten – das kommt gerade bei zweikanaligen Wiedergabesystemen öfter vor – lassen ein regelrechtes „Soundloch“ entstehen, dem Klang fehlt etwas Fundamentales. Bei den Höhen gibt es wiederum eher das Problem der Überzeichnung: Sind sie dir auch nicht zu spitz oder gar schrill, wenn du kräftiger in die Tasten greifst? Wenn es Bordmittel wie eine Brillanzregelung oder sogar einen Equalizer gibt, sollten kleine Soundunstimmigkeiten damit behoben werden können – ansonsten sitzt du nicht vor „deinem“ Piano.

Auch sollte die Verstärkerpower des Wiedergabesystems zur Leistung der Lautsprecher passen. Auch voll aufgedreht sollte das Soundsystem nicht allzu stark rauschen oder gar das Fortespiel mit zerrenden Tönen und scheppernden Nebengeräuschen quittieren.

Eine schwer zu simulierende Sache ist dagegen die Verteilung des Klangs im Raum, wie sie ein echtes Klavier oder ein echter Flügel leisten. Realistisch gesehen gelingt den Herstellern das vor allem an den Instrumenten der Oberklasse überzeugend – denn nur hier wird mit entsprechend vielen Lautsprecherpaaren und mehreren Verstärkereinheiten sowie Resonanzboden- Effekten gearbeitet. An diese Klangfülle, Präsenz und Lautheit kommen preiswertere Digitalpianos einfach nicht heran. Umso wichtiger ist es, dass ein günstiges Instrument einen für deine Begriffe zumindest angenehmen „Wohnzimmer-Sound“ liefert.

 

 


 

TIPP 9: BEIM PIANO SPIELEN DEN DURCHBLICK BEHALTEN

Wie viele Buttons, Fader, Schalter braucht ein Digitalpiano? 

Bei günstigen E-Piano Modellen werden die Buttons, die einen direkten Zugriff auf Sounds und Funktionen erlauben, oft wegrationalisiert. Dann bleibt nur der eine Weg: Man hält einen der wenigen Buttons gedrückt und muss eine Wertveränderung und Soundumschaltung mit einer der 88 Tasten der Klaviatur vornehmen – die Hersteller benutzen also einfach einige der Klaviertasten als zusätzliche Funktionsschalter. Schalter, die sogar Hammermechanik haben … aber ob man sich jemals einprägt, welche Taste welchem Parameterwert oder Klang zugeordnet ist? Hilfreich wären dann höchstens noch auf das Gehäuse aufgedruckte Hinweise – aber willst du das wirklich haben?

Hand an Klaviertatsatur

Ein aussagekräftiges Display dagegen schärft den Durchblick und erleichtert die Orientierung in der Vielzahl der Parameter und Funktionen. Im Luxusfall und entsprechend dimensioniert ermöglicht es sogar Notendarstellung oder Songtextanzeige.

Leider findest du im Homepiano-Einsteigerbereich hauptsächlich LED-Displays mit 3 mal 7 Segmenten vor; mitunter wird sogar daran gespart. Wenn du zwischen einem preiswerterem und einem teurerem Modell schwankst, könnte ein beim größeren Piano vorhandenes LC-Display, das komplette Sound- und Parameternamen anzeigt, durchaus eines der kaufentscheidenden Kriterien sein. Denn je mehr Funktionen dein Piano dir bietet, desto mehr kann eine kryptische Bedienung dir den Spaß daran verleiden, diese Funktionen auch regelmäßig zu nutzen.

Andererseits: Nicht jedes Instrument ohne LCD ist kompliziert zu bedienen: Das können D-Pianos sein, die ohnehin nur wenige Funktionen bieten; oder Stagepianos, an denen verstärkt auf andere Bedienelemente wie Buttons und Regler gesetzt wird.

 


 

TIPP 10: TRAINING GERN GESEHEN

Piano spielen lernen 

Um gefräßige Band-Kollegen vom Kühlschrank fernzuhalten, hat sich eine Playback-Abspielmöglichkeit auf dem D-Piano bewährt. Aber nicht nur das Bandtraining, sondern auch die Kontrolle des eigenen Spiels ist eine lohnende Anwendung eines eingebauten Rekorders.

Fast alle D-Pianos haben heute in der Grundausstattung Songrekorder mit ein bis zwei Spuren an Bord. Doch nur der 2-Spur-Rekorder bietet dir den Vorteil, die linke und rechte Hand getrennt voneinander einzuspielen und aufzunehmen.

Oft stehen drei Speicher zum Ablegen der Songs zur Verfügung. Ist der Speicher voll, bleibt nur das Überspielen der bisher aufgenommenen Songs. Das wird anders, wenn ein USB-to-Device-Anschluss zur Verfügung steht – oder zumindest ein USB-to-Host, um die Spieldaten an den PC zu schicken. Burgmüller, Czerny und Hanon heißen die drei Komponisten, deren Etüden gelegentlich als Songs mitgeliefert und im Rekorder abgespielt werden können – diese MIDI-Vorlagen kann man für die eigene Praxis nutzen: Hand für Hand in Tempo und evtl. auch Tonart seiner Wahl einstudieren.

Klavier spielen und üben mit MP3-Songs

Richtig Spaß bringt es, wenn USB-Sticks mit im Spiel sind: Dann kannst du eigene Songs auf dem Stick speichern und frühere sowie Einspielungen dritter vom Stick laden. Manche Pianos bieten sogar die Möglichkeit, umfangreiche MIDI-Files mit Band- oder Orchester-Arrangements als Playbacks vom Stick abspielen; vorausgesetzt, dein Digitalpiano unterstützt den General-MIDI-Standard und bietet die entsprechenden Sounds. MIDI-Files sind aufgrund ihrer Flexibilität eine lohnende Sache: Spuren zu muten, Tempo und Transponierung zu ändern oder Songteile in der Schleife laufen zu lassen sind technisch oft mit On-Board-Mitteln kompatibler D-Pianos möglich.

USB Stick in einem Kawai Piano

 MP3-Songs mit dem Digitalpiano aufnehmen und wiedergeben

Diese Funktionen sind in Einsteigerpianos nicht immer zu finden. Gebräuchlich ist das WAV-Format, manche Instrumente unterstützen auch MP3s. Das ist natürlich wegen des originalen Klangbilds faszinierend und schnell durchführbar; allerdings haben nur ganz wenige D-Pianos die Möglichkeit, ein Audio-File langsamer und schneller abzuspielen oder zu transponieren (wobei Letzteres nicht ganz so wichtig ist, weil man notfalls noch den Klang des D-Pianos selbst transponieren kann). Auch die Möglichkeit, Playback-Instrumente stumm zu schalten entfällt bei Audio-Dateien. Allerdings gibt es bereits viele nützliche Jam-Playalongs, in denen das Klavier schon gemutet worden ist.

Klavierspielen mit Rhythmus

Neben dem Songplayer sind weitere Bandspiel-orientierte Übungshilfen beliebt: Eine kleine Auswahl an Drumpattern aus unterschiedlichen Musikstilen, idealer Weise inklusive Intros, Fill-Ins und Endings, bringt wesentlich mehr Jam-Spaß und wirkt inspirierender, als wenn du ausschließlich zum Metronom-Beat spielen würdest. Manche D-Pianos besitzen sogar eine Begleitautomatik, dann zumeist mit Spuren für Schlagzeug, Bass und einen Backing-Track. Achtung: Nicht immer „versteht“ die Begleitautomatik alles, was der Spieler harmonisch spielt. Deswegen kann es nützlich sein, sich selbst kurz ein Playback zu erstellen und die Akkordfolge für die Begleitautomatik vorher einzuspielen.

Ist kein Audio-Player vorhanden, hat dein Wunschpiano aber vielleicht einen Aux- oder Miniklinken-Eingang, an den du einen MP3-Player anschließen kannst. Dessen Signal wird dann ebenfalls über das Wiedergabesystem oder die Kopfhörerbuchse des D-Pianos mit ausgegeben.

Und noch ein kleines Extra:

Musikschulen nutzen gerne den „Four Hand“-Modus (auch „Duo Mode“ oder „Twin-Piano“-Funktion genannt), bei dem die Tastatur in der Mitte geteilt wird: Beide Hälften klingen nun in der gleichen Oktavlage und können ggfs. mit separaten Haltepedalen genutzt werden. Wenn auch noch zwei Kopfhöreranschlüsse bereitstehen, ist das Glück des „Silent-Pädagogen“ komplett. Achtung: Der „Four Hand“-Modus ist keine gewöhnliche Splitfunktion, sondern dazu gedacht, ein und denselben Flügelklang beiden Spielern auf ihren Tastaturzonen in derselben Lage zur Verfügung zu stellen.

Falls du dir ein Keyboard kaufen möchtest, haben wir natürlich auch eine Reihe Tipps für dich

 

15 Kommentare zu “E-Piano kaufen: Mit 10 Tipps zum Digitalpiano”
  1. es war für mich nur ein wenig verständlich, da ich Anfänger bin und mich mit der Materie noch gar nicht auskenne, trotzdem sage ich Danke vielleicht kann ich es ja später noch gebrauchen.
    Für einen Anfänger sind das auf jeden fall böhmische Dörfer, vielleicht sollte man die Fachbegriffe mal etwas mehr erklären.

    Antworten
  2. Kompliment! Qualifizierte Information, ohne direktes Verkauf-Interesse. Das ist toll. Hoffe, das richtige E-Piano für mein Patenkind zu finden (spiele selbst nur akustisch). Danke!

    Antworten
    • Rosa Hecker

      Hey Martin, vielen Dank für dein Kompliment – wir leiten es an unseren Autoren weiter. Viel Erfolg beim Kauf!

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  3. bin dabei, auf Digital umzusteigen. Um den Dschungel an Angebotenen zu durchdringen, war die sehr umfangreiche Information unbedingt hilfreich. Ich werde die Tipps vor der Kaufentscheidung – nach dem probespielen nochmals eingehend lesen. Danke!

    Antworten
  4. mein Kind ist dabei, vom fortgeschrittenen Klavierspieler auf E-Pianospieler umzusteigen.
    Mit Ihren Infos mit vielen englischen Fachbegriffen kann ich wenig anfangen. Ich bekomme keinen Überblick. Es fällt mir schwer. Ich bin verwirrt.

    Antworten
    • Markus Thiel

      Hi Lue,

      danke für deinen Kommentar!

      Ich glaube es ist völlig normal, dass einem ausgehend vom akustischen Klavier die vielschichtige E-Piano-Welt erst einmal ein wenig verwirrend vorkommt.

      Die perfekte klangliche Simulation eines echten Klaviersounds in Kombination mit dem richtigen Spielgefühl, ist bis heute die Königsdisziplin für Hersteller von Digitalpianos. Dabei ist neben dem im Text genannte Sampling-Verfahren (also das per Mikrofon Einfangen des echten Klavierklangs und dem Umwandeln in ein digitales Signal) eben auch die Wiedergabe von Phänomenen, wie etwa Tastengeräusche oder das wahrnehmbare Abheben der Filzdämpfer bei Treten des Haltepedals für den authentischen Klavierklang von Bedeutung.

      Aus diesem Grund wird zum Erreichen des bestmöglichen Ergebnisses von den Ingenieuren ein gewaltiger technologischer Aufwand betrieben, der seine Wurzeln historisch bedingt tief in der digitalen Klangerzeugung hat (Synthese/Sampling) und natürlich auch einen entsprechenden Fachbegriffe-Kanon mit sich bringt. 🙂

      Mit einer steigenden Anzahl an Möglichkeiten, blieb es natürlich nicht aus, dass man sich auch beim Digitalpiano wünschte, bestimmte Funktionen ein und ausschalten bzw. auf seine eigenen Bedürfnisse einstellen zu können. Dadurch wurden bei vielen Modellen natürlich Extra-Schalter und zusätzliche Knöpfe notwendig um zum Ziel zu kommen.

      Was in diesem Zusammenhang für eingefleischte Synthesizer-Nutzer lediglich als konsequenter und logischer Schritt erscheint, kann für reine Pianisten natürlich erst einmal ein kleinere Lernkurve bedeuten, welche aber meist im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen entsprechend schnell zu bewältigen ist!

      Die eigentliche gute Nachricht ist jedoch, dass die meisten E-Pianos eine fast selbsterklärende Bedienung mitbringen, bei welcher sich im Regelfall sogar das Lesen des Handbuchs erübrigt. Darüber hinaus sind integrierte Extra-Funktionen in ihrer Nutzung nicht verpflichtend bzw. die Grundeinstellungen eines Geräts vielfach mehr als ausreichend für die normale Nutzung.

      Ich würde euch daher empfehlen sich beim Kauf neben dem Klang auch auf das eigene Gefühl zu verlassen. Ebenfalls entscheidend ist zu welchem Zweck ich ein E-Piano erwerben möchte. Reicht ein guter Piano-Klang und eine hochwertige Tastatur zum abendlichen Üben im Haus (ohne Stress mit den Nachbarn zu riskieren) kann es bei der geplanten Band-Gründung schon zu einem anderen Anforderungskatalog (Mobilität, mehr Klangmöglichkeiten, Synthesizer-Funktionen, etc.) kommen.

      Falls du speziellere Fragen zum Thema hast, schreibe mir gerne eine Nachricht über die Kontakt-Seite.

      Beste Grüße,
      Markus

      Antworten
      • Hallo Markus, wirklich ein sehr schöner Beitrag und mit vielen Erfahrungen gespickt. Auch ich finde, dass das Gefühl beim spielen am wichtigsten ist.
        Ich habe selber jahrelang auf einem günstigeren E-Piano gespielt und mir dann ein teures gekauft – jedoch war hier das Spielerlebnis nicht so toll wie beim “günstigen” 🙂 Grüße Petra

        Antworten
  5. Stehe unmittelbar vor dem Kauf eines Digitalpianos und muss sagen: Tolle Informationen, wenn man einen groben Plan hat, keineswegs zu kompliziert, wie einige schreiben… Aber das sieht wohl jeder ein bisschen anders. Von mir großes Lob von mir für die Kauftipps, ich finde sie sehr hilfreich und bin froh, auf der Seite gelandet zu sein. Man merkt, dass “Leute vom Fach” drüber schreiben : )

    Antworten
  6. Kati Becker

    Hallo liebe Musikgemeinde, ich möchte meiner Tochter (14 Jahre) nach einem Jahr Klavierunterricht ein eigenes E Piano schenken. Auch für für ist der Artikel zu viel. Haben Sie eine echte Kaufoption für mich? Wofür haben Sie sich entschieden? Welches Modell kann man uns empfehlen? Danke für Ihre Hilfe

    Antworten
  7. Peter Staudenmayer

    Gibt es ein EPiano mit USB Anschluß das 32GB USB Sticks mit MP3 Audio Stücken abspielt. Oder muss man die Sticks aufteilen in kleinere Größen. Danke.

    Antworten
  8. Falk Kuebler

    Nach längerem Googeln bin ich auf diese Seite gestossen, die anscheinend nicht nur an der Oberfläche plätschern will. Deshalb erlaube ich mir eine individuelle Frage:

    Seit 1,5 Jahren nehme ich Klavierunterricht. Zuhause benutze ich das Clavinova CVP-210 meiner Frau, in der Klavierschule verschiedene Klaviere und einen Flügel. Das CVP-210 ist ja sicher nicht schlecht, aber mittlerweile empfinde ich eine echte Klaviertastatur als wesentlich angenehmer (subtiler und ausdrucksstärker) und wüsste gerne, was in dieser Beziehung ein wirklich absolutes Spitzen-E-Piano leisten könnte.

    Weil unser CVP-210 über 10 Jahre alt ist, habe ich auch mal im Music Store das neueste CVP-709 für immerhin ca. 7’000 Euro (!) ausprobiert, aber es war zwar elektronisch deutlich weiterentwickelt, praktisch nicht aber in Bezug auf das Spielgefühl an der Tastatur.

    Gibt es überhaupt E-Pianos, die in Bezug auf Spielgefühl im Blindtest selbst ein Klavierprofi nicht, oder nicht leicht, erkennen würde?

    Danke für eine Orientierung.

    Antworten
    • Markus Thiel, Redakteur Keyboards

      Hallo Falk,
      wenn du verstärkt Wert auf ein möglichst realistisches Spielgefühl legst, würde ich dazu raten dir einmal die Hybrid-Piano Angebote von Herstellern wie Kawai, Casio, Yamaha und ferner Roland anzuschauen. Hier bekommst du hochwertige Piano-Samples in Kombination mit einer optimierten Holztastatur. Preislich rangiert das Ganze zwischen 3.000,– (Casio Grand Hybrid) und 5.000,– Euro (Yamaha NU-1). Allerdings besitzen diese Digital-Pianos auch schon fast das Format eines ausgewachsenen Upright-Pianos welches man u.U. für kleines Geld in gutem Zustand (Klavierbauer/-stimmer des Vertrauens mit zum Ansichtstermin nehmen!) )auf dem Gebrauchtmarkt (Kleinanzeigen) ergattern kann. Natürlich dann ohne Kopfhöreranschluss und Silentfunktion… 😉

      Lieben Gruß aus der Redaktion,
      Markus

      Antworten
      • Falk Kuebler

        Besten Dank für die Erklärung. Darf ich sicherheitshalber noch einmal nachfragen, was ich für die eindeutige Identifizierung dieser Instrumentenklasse angeben muss (in Geschäften und Internet)? Ist es genau der von dir verwendete Begriff “Hybrid-Piano”, oder gibt es auch andere?

        Und gibt es innerhalb dieser Geräteklasse eventuell auch welche, die zusätzlich zumindest zu einem kleinen Teil auch noch ein bisschen von der Sound-Vielfalt eines Clavinova CVP können?

        Dass die Dinger teuer und gross sind, das ist mir klar, aber Kopfhörer und Silentfunktion sind für mich unverzichtbar.

        Alternativ nochmal, falls du das sagen kannst: gibt es ausserhalb der Hybrid-Pianos eventuell ein ganz konkretes E-Piano (oder Ensemble) mit besonders hochwertigem Spielgefühl, nahe an den echten oder Hybrid-Pianos?

        Danke für deine Geduld mit meinen vielen Fragen.

        Falk Kuebler

        Antworten
  9. Herzlichen Dank für den ausführlichen Artikel!
    Ich habe nach einiger recherche das Yamaha P-45B Stagepiano gefunden.
    Mir gefällt besonders, dass es nur eine Taste für die Sounds hat, weil ich finde dass es dann nicht so überladen ausfällt. Nun zu meiner Frage: Bei solchen Stagepianos sind die eingebauten Lautsprecher ja meist recht klein, sollte ich dann nach einem externen Verstärkersystem ausschau halten? Gibt es da eine Empfehlung? Bei den großen online Musikshops gibts zwar eine Grosse Auswahl, aber ich weiß nicht genau worauf ich dabei achten sollte 🙁
    Danke schonmal für eine Antwort
    LG
    Yann

    Antworten
    • Dirk Heilmann

      Hallo Yann,
      für den Heimgebrauch sind die internen Lautsprecher in aller Regel völlig ausreichend. Einen Verstärker gebrauchst du nur für Auftritte, oder vielleicht, wenn du mit anderen Musikern zusammenspielst. Ich empfehle erstmal das Stagepiano der Wahl erstmal kaufen (gerne im Musikhaus antesten) und wenn es dann mehr Sound sein soll, kann man es immer noch mittels Verstärker “upgraden”.
      LG aus der Redaktion.

      Antworten
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