Bandcoaching: Organisation ist die halbe Miete

Ein zentrales und oft vernachlässigtes Thema des Bandcoachings: Die Organisation einer Band. Das hört sich schwer nach Theorie und Spaßbremse an, ist aber enorm wichtig und von zentraler Bedeutung, wenn ihr mit eurer Band weiterkommen möchtet.

Band im Proberaum

In erster Linie machen wir gemeinsam Musik, weil es uns großen Spaß macht, und das sollte auch die grundlegende Motivation bleiben. Motivation ist ein gutes Stichwort und ein wichtiges Hilfsmittel bei der Organisation unserer Band. Solange alle an die Sache glauben und sich freiwillig und engagiert einsetzen, wird die Gruppe und somit die Band wachsen und sich entwickeln. Nun, wie fördere ich die Motivation?

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Zum einen muss das Klima, d.h. die Stimmung innerhalb der Band im Lot sein. Sollte es zu Spannungen kommen, zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten, müsst ihr diese sofort offen und ehrlich austragen. Der gegenseitige Respekt ist natürlich Grundvoraussetzung, also keine wüsten Beschimpfungen oder Beleidigungen. Ein Konflikt, der nicht angesprochen wird, führt früher oder später zu einem großen Krach, und das ist häufig der Anfang vom Ende.

Zum anderen braucht es Ziele, um die Motivation aufrechtzuerhalten. Das kennt ihr sicherlich alle aus eigener Erfahrung. Mit einem Ziel vor Augen gehen die meisten Dinge einfacher von der Hand. Diese Ziele solltet ihr euch gemeinsam setzen und in drei zeitliche Perspektiven einteilen. Man unterscheidet kurz-, mittel- und langfristige Ziele. Ein kurzfristiges Ziel könnte das Erarbeiten einer neuen Nummer sein.

Als mittelfristiges Ziel steckt ihr euch beispielsweise das Zusammenstellen und Proben eines kompletten Programms. Das langfristige Ziel könnte so aussehen, dass ihr euch einen Auftritt oder eine Aufnahmesession zu einem bestimmten Zeitpunkt vornehmt. Diesen Plan solltet ihr immer wieder reflektieren und die Umsetzung genau beobachten. Seid ihr noch im zeitlichen Rahmen und haltet ihr euch an die inhaltlichen Vorgaben? Auf diese Weise könnt ihr mit einfachen Mittel feststellen und kontrollieren, ob ihr noch auf dem „richtigen Weg“ seid.

Die eigene Website: Die „CI“ der Band

Die oben besprochenen Punkte stellen die Grundlage einer funktionierenden Band dar. Nun gilt es, euch in weiteren Bereichen zu organisieren. Ihr müsst euch fragen, für was die Band steht, welches Image und welche Inhalte die Band vermitteln soll. Das nennt man auch Corporate Identity. Diese Identität hängt in erster Linie von zwei Dingen ab.

Zum einen müsst ihr euch auf eine musikalische Grundausrichtung einigen. Dies geschieht in den meisten Fällen ganz von allein, da ihr euch aufgrund einer gemeinsamen musikalischen Vorliebe zusammengefunden habt. Nichtsdestotrotz macht es Sinn, diese Ausrichtung und diesen Stil zu definieren.

Zum anderen wird das Bild einer Band durch ihr öffentliches Auftreten geprägt. Das fängt bei der Wahl der Kleidung an. Macht euch vor eurem Auftritt darüber Gedanken, was ihr auf der Bühne tragen möchtet, und einigt euch auf einen gemeinsamen Stil. Das verstärkt den Eindruck auf das Publikum enorm und vermittelt eine Menge Professionalität.

Das Bild einer Band wird allerdings nicht nur durch Liveauftritte geprägt, sondern auch durch viele andere Formen der öffentlichen Darstellung. Dazu haben wir heutzutage einfache und effektive Mittel an der Hand. Das Internet gibt uns die Möglichkeit, mit geringem Aufwand eine Menge Leute zu erreichen und anzusprechen. Die einschlägigen Seiten sind sicherlich allen bekannt: Facebook, YouTube, Twitter usw. Diese Form der modernen Medien setzt sich immer weiter durch und eröffnet ganz neue Wege der öffentlichen Darstellung und Kommunikation mit dem Publikum. Konkret bedeutet das, dass ihr euch relativ schnell um eine Internetpräsenz bemühen solltet.

Ihr solltet euch ein wenig Mühe bei der Gestaltung der Seiten geben und beachten, dass die Identität und Außenwirkung der Band durch deren Stil und Inhalt entscheidend geprägt wird. Zudem ist es wichtig, die Seiten zu pflegen, was bedeutet, dass regelmäßige Updates und Neuigkeiten einzustellen sind. Eine verwaiste und nicht aktualisierte Homepage vermittelt einen unguten Eindruck und hinterlässt bei mir immer das Gefühl, dass mit der Band nicht mehr so wirklich viel los ist. Rechtliche Anforderungen an eine Band-Homepage werden hier  näher beleuchtet.

Proben und das Drumherum

Kommen wir nun zu weiteren Punkten, die bei der Organisation einer Band eine gewichtige Rolle spielen. In einem früheren Workshopteil habe ich das Thema bereits angesprochen. Die Proben, die Probesituation und der Proberaum sind von zentraler Bedeutung. Einigt euch immer vor der nächsten Probe auf das, was ihr beim nächsten Mal proben möchtet, und nehmt euch nicht zu viel vor. Macht euch einen Probeplan, der euch dabei helfen soll, die gemeinsame Zeit effektiv zu nutzen. Versucht, während der Proben diszipliniert zu arbeiten, denn dann kommt ihr schneller ans Ziel. Haltet den Proberaum einigermaßen aufgeräumt und sauber, um inspiriert und unabgelenkt arbeiten zu können. Einigt euch auf feste Probezeiten, die von allen verbindlich eingehalten werden müssen und seid pünktlich. Diese Punkte seien hier nur kurz erwähnt und wiederholt; ausführliche Tipps zum Proben findet ihr im Bandcoaching-Workshop „Das erste Mal”.

Aufgaben über Aufgaben

Eine Band zusammenzuhalten, ist ein mitunter schwieriges Unterfangen und bedarf klarer Strukturen. Verteilt die verschiedenen Aufgaben innerhalb der Band auf die einzelnen Bandmitglieder, sodass nicht alles an einer Person hängen bleibt. Ich kann euch aus eigener Erfahrung berichten, dass das auf Dauer zu großem Unmut führen wird. Einigt euch auf klare Kommunikationsformen wie E-Mail oder Whatsapp und teilt euch mit, sobald es etwas Neues gibt.

Apropos Aufgaben, da gibt es noch eine Menge zu tun, um die Band am Laufen zu halten. Wer kümmert sich um die Bandkasse, wenn es um die Proberaummiete, die Auftritte, die Gagen usw. geht? Wer ist für die Kommunikation mit den Veranstaltern zuständig, d.h., wer kümmert sich um die Auftritte? Diese beiden Punkte gehören sicherlich zu den wichtigsten, aber auch komplexeren Aufgabenbereichen und erfordern eine Menge an Wissen und Erfahrung.

Fazit

Eine Band ist ein kleines, mitunter auch ein riesiges Unternehmen und erfordert eine Menge Sorgfalt und Erfahrung. Diese sammelt man am besten selbst und lässt sich nicht abschrecken oder verunsichern. Ihr werdet sehen, dass es eine Menge Spaß macht, eine Sache so richtig an den Start zu bringen. Es ist klar, dass nicht alle mit ihrer Band und ihrer Musik durch die Decke gehen werden. Darum geht es auch gar nicht. Vielmehr sind der Spaß an der Musik und die Begeisterung das gemeinsame Ziel!

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Hey ich finde deinen Beitrag wirklich gut!
    Du hast vollkommen Recht eine Band zu gründen, zu halten und zu promoten ist eine Menge arbeit, aber das ist es aufjedenfall wert, wenn die Freude an der Musik dabei bleiben!

    Um der nächsten Generation von jugendlichen Musikern Hilfestellungen zu geben und wertvolle Erfahrungen zu teilen, geben wir ihnen in unserem Projekt die Möglichkeit mit erfahrenen Musikern und Producern zu arbeiten und zu reden.

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