Chartcard - Leadsheets zum Nachspielen

Akkorde aus den Charts: Galantis – No Money

Gleich zu Beginn des Songs No Money fällt die etwas seltsam klingende, gedoppelte Frauenstimme auf, die sich kurz darauf in hohe Lagen hinauf schraubt. Dass da am Vocal-Design viel auf elektronischem Wege mit Autotune gebastelt wurde, ist deutlich zu hören, allerdings singt da keine Frau sondern ein 10-jähriger Junge (andere Quellen stufen ihn als 12-Jährigen ein) – aber eins nach dem Anderen.

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Als Interpreten und Co-Komponisten wird das Dance-Pop Produktions-Duo Christian Karlsson (Bloodshy / Miike Snow) und Linus Elköw (Style Of Eye) aus Schweden genannt, die unter dem Namen Galantis 2015 ihre CD Pharmacy veröffentlicht haben. Vor allem Karlsson ist international durch seine Zusammenarbeit mit Jennifer Lopez, Madonna und Britney Spears bekannt – für die Britney Spears Single Toxic gewann er sogar einen Grammy. Seit 2013 produzieren die beiden als Galantis und hatten 2014 mit Runaway einen ersten Achtungserfolg. No Money wurde peu à peu an verschiedenen Orten rund um den Globus produziert und wie ein Puzzle zusammengesetzt, so berichten die beiden Schweden.

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Nicht weniger als sechs (!) Komponisten, die zugleich als Textdichter fungieren, werden bei der GEMA als Autoren des Songs genannt – darunter befindet sich auch Andy Bullimore (Bullysongs), dessen damals 10 jähriger Sohn die Vocals in 25 Minuten aufnahm, wie der stolze Vater berichtet. Inhaltlich geht es bei dem um das sogenannte Bullying, um das Abpressen von Geld und um das Schikanieren von Schwächeren – auch in Deutschland wird dieser Begriff inzwischen benutzt.

Galantis-No-Money-snippet

Zum Song:

Der Song ist vollgepackt mit allen angesagten Dance-Pop Sounds und Arrangement-Spielarten: Mute/Unmute, catchy Riffs mit einer hoch gepitchten Steeldrum, Four On The Flour Bassdrum, langgezogener Snare Wirbel als Steigerung, das Ein- und Ausblenden mit Cutoff-Filtern lässt die betreffenden Parts aus dem Nebel aufsteigen und an Power und Klarheit  zunehmen und umgekehrt (Outro). Die Unterscheidung zwischen Verse und Strophe ist schwierig: Der Titel ist Teil des ersten Parts, der eigentlich als Verse fungiert während der Power-Abschnitt auf den beiden Worten „this time“ beruht, den ich als Chorus eingestuft habe – das könnte man jedoch auch umgekehrt handhaben. Wie auch immer, der Text von Verse und Chorus wird exakt zweimal wiederholt.

Bei der Akkord-Auswahl haben die Komponisten durchaus Sinn für feine Unterschiede: Der dritte und siebte Takt des Verse werden unterschiedlich harmonisiert (siehe Abgabe 2nd) und bei der Wiederholung des Verse ab der Songmitte wird C#m durch A/C# ersetzt, das habe ich mit einer römischen zwei (II) gekennzeichnet. Ein C#7 als Übergang zu D oder ein C#+ (=C#5#) findet man zudem selten in Pop-Songs.

Produkt: Keyboards Digital 04/2019
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