Zu Besuch bei u-he

U-HE – die Kunst Hardware-Vorbilder ins Digitale zu übertragen

(Bild: u-he)

Produkte von u-he erfreuen sich großer Beliebtheit und sind bei zahlreichen Film- und Musikproduktionen im Einsatz. Wir treffen Urs Heckmann, Gründer und Mastermind der Firma.

Die Taxifahrer streiken, es herrscht totales Verkehrschaos in der ganzen Stadt … Willkommen in Berlin! Irgendwie kämpfe ich mich nach Charlottenburg durch. Dort, im ersten Stock eines schön renovierten Altbaus, betrete ich das Reich von Urs Heckmann.

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Urs erregte erste Aufmerksamkeit Anfang der 2000er-Jahre, mit der More Feedback Machine und dem Synth Rumblence:zoyd. Zur Jahreswende 2004 erschien dann Zebra 1.0 (s. Test in KB 03/2004), damals zunächst nur als AU-Plug-in. Mit Version 1.5 wurde Zebra dann modular, und Zebra 2.0 war schließlich plattformübergreifend verfügbar. Um das möglichst ressourcenschonend zu bewältigen, hatte sich Urs eine eigene Entwicklungsumgebung geschaffen. Damit lassen sich einmal programmierte Elemente modular für verschiedenen Anwendungen einsetzen, was Programmieraufwand und Leistungsverbrauch verringert. Heute gehört u-he zu den wenigen Firmen, die auch Linux unterstützen. Die Linux-Versionen befinden sich allerdings in einem »permanenten Betazustand«, und funktionieren nicht mit allen der vielen Linux-Distributionen.

Bald bekam Urs lukrative Angebote von allen großen Playern der Branche, zog es aber vor, seiner eigenen Vision zu folgen. Zebra 2, ein kabelloser modularer Synthesizer, wurde in kurzer Zeit zum Star der Plug-in-Synths und war seitdem maßgeblich an der Klanggestaltung diverser Hollywood-Blockbuster beteiligt.

Das erste Heckmannsche Huftier, Zebra 1, gehörte 2004 schon zu den interessantesten Software-Synthesizern am Markt.
Entspanntes Arbeiten in freundlicher Atmosphäre: links Alf Klimek, vormals Spliff Radio Show, rechts William Rodewald, Werksstudent
So ein Spielzimmer wünscht sich jeder: vom Modular-Grid-Ausdruck ...
... zum realen Synthesizer in einer halben Stunde.
In allen Ecken schlummern Schätze der Synthesizer-Geschichte, ...
... Inspirationsquellen für hochwertige, vorbildgetreue Emulationen.
Hive 2 kommt in neuem Gewand, mit stark erweiterten Modulationsfunktionen.
Visuelle Ideen lassen sich am schnellsten auf Papier festhalten, um dann in Software übersetzt zu werden.
Das erste Hardwareprodukt von u-he: CVilisation, ein High-End Audio/CV-Matrix-Modul mit vielfältigen Funktionen, soll in naher Zukunft erhältlich sein.

Mit der Zeit konnte Urs die Arbeit nicht mehr alleine bewältigen und scharte die ersten fähigen und hochmotivierten Mitarbeiter um sich. Inzwischen hat man zwei großräumige Wohnungen zusammengelegt, um genügend Raum für Urs und seine 16 Mitarbeiter zu haben. Neben Zebra, dessen dritte Version gerade entsteht, geben Diva, Repro, Hive, Bazille und ACE Synth-technisch den Ton an. Daneben entstehen hochwertige Effekte wie die Federhall-Emulation Twangström, das Bucket Brigade Delay Color Copy, ein komplexer Kompressor namens Presswerk oder die Tape-Simulation Satin. Die Klassiker in aktuellen Versionen sind ebenfalls mit im Programm, sodass niemand auf MfM2, Filterscape oder UHBIK verzichten muss.

Urs führt mich durch die Räume, und man merkt sofort, welch großer Wert auf eine entspannte und inspirierende Arbeitsatmosphäre gelegt wird. Neben zwei Küchen, in denen auch öfter gemeinsam gekocht wird, gibt es einen Fitnessraum mit diversen Geräten, mit denen man dem Bewegungsmangel entgegenwirken kann, den ein Computerjob so mit sich bringt. Falls nötig, sorgt eine Sauna, die bei Einzug bereits vorhanden war, für die totale Tiefenentspannung. Die hohen, lichtdurchfluteten Räume sind jeweils mit zwei bis drei Arbeitsplätzen ausgestattet, dazu gibt es ein Konferenzzimmer, das Sekretariat sowie ein gut eingerichtetes und akustisch korrigiertes Studio.

Die Kommandozentrale, das Büro von Urs, liegt am einen Ende der Wohnung, in der alle Räume durch große Flügeltüren miteinander verbunden sind. Und dann gibt es da, am anderen Ende, noch diesen besonderen Raum, den Urs als sein Spielzimmer bezeichnet. Dazu gleich mehr.

Den kompletten Artikel findest du in der Keyboards-Ausgabe 2/2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF downloaden. 

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