Dotcom, Mos-lab, Future Retro werfen das Handtuch

Synthesizer-Hersteller in Schwierigkeiten

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Die Probleme der Weltwirtschaft sind allgemein bekannt. Knappheit bei Bauteilen, exorbitant gestiegene Kosten für Energie und Rohmaterialien sowie Unterbrechungen in den Lieferketten sorgen seit geraumer Zeit für Wartezeiten, Planungsunsicherheit und Preissteigerungen in allen Branchen. Mittlerweile sind die ersten Hersteller von Synthesizern in solche Schwierigkeiten geraten, dass sie aufgeben müssen.

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Der Modularhersteller synthesizers.com, von den Fans kurz Dotcom genannt, veröffentlichte kürzlich die Nachricht, dass die Firma zum Verkauf steht. Das von Roger Arrick gegründete Unternehmen fertigte seit den späten 1990er Jahren Modularsysteme im 5U-Format nach Vorbild der Moog 900-Series. Man konnte neben der stetig wachsenden Eurorack-Szene bestehen und diese spezielle Nische über die Jahre bedienen. Die 5U-Szene blieb zwar überschaubar, aber stabil. Nun ist man nach eigenen Worten finanziell an einem schwierigen Punkt angelangt. Ob sich in diesen Zeiten jemand auf eine Geschäftsübernahme einlässt, lässt sich schwer sagen.

synthesizers.com

 

Fast zeitgleich verkündete Mos-lab Synthesizers, die ebenfalls Modularsysteme nach Moog-Vorbild gebaut haben, das man die Produktion eben jene Systeme entweder zeitweilig oder endgültig einstellen muss. Auch hier wird die chaotische Situation bei den Zulieferern als Grund genannt. Immerhin will man das erst Anfang dieses Jahres vorgestellte Modularsystem nach Vorbild des ARP 2500 weiterhin bauen.

mos-lab

 

Sehr überraschend kam jetzt auch von Future Retro die knappe Mitteilung, dass nach 25 Jahren die Geschäftstätigkeit eingestellt wird. Jered Flickinger hatte mit Synthesizern wie 777, XS und Revolution sowie Sequenzern wie Orb, Mobius und Zillion immer wieder den Nerv der Szene perfekt getroffen. Erst Ende letzten Jahres wurde der ambitionierte Synthesizer Vectra angekündigt, von dem bislang erst wenige Einheiten hergestellt wurden.

future retro

 

Drei Einschläge so kurz hintereinander. Es liegt in der Natur der Sache, dass es zuerst kleine und hochspezialisierte Firmen in Krisenzeiten zuerst trifft. Aber wird sich die Branche wieder fangen? Und wenn ja, wann? Wie viele müssen bis dahin noch aufgeben? Die Aussichten sind alles andere als rosig.

Produkt: Keyboards Digital 03/2019
Keyboards Digital 03/2019
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