Der DJ mit dem Punch

Star-DJ Luciano im Interview

Star-DJ Luciano im Interview

»Luciano ruft dich dann morgen früh irgendwann an. Viel Spaß!« Es kommt nicht sehr oft vor, dass einer der weltgrößten DJs auf ausgerechnet meinem Handy anruft. Heute ist allerdings die Ausnahme.

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Irgendwann am frühen Morgen würde mich also Luciano persönlich kontaktieren, um mit mir über seine aktuelle EP Quarion für das chilenische Label Drumma zu sprechen, teilte mir mein Freund Felipe Venegas am Vorabend mit. Felipe ist Labelchef von Drumma Records, DJ aus der Hauptstadt Santiago de Chile und derjenige, der für mich das Interview eingetütet hat.

Seitdem ich mich mit Elektronischer Musik beschäftige, lese ich den Namen Luciano meistens in einem Atemzug zusammen mit anderen Schwergewichten wie Sven Väth, Ricardo Villalobos und Loco Dice auf den Plakaten solcher Mega-Events wie der Loveparade, dem Tomorrowland oder den Kölner Pollerwiesen. Luciano ist weltweit unterwegs! Als DJ und Produzent zählt er zu den Protagonisten, die die House- und Techno-Kultur der letzten 20 Jahre maßgeblich mitgestaltet haben. Genau dieser Besagte würde mich dann also morgen anrufen …

Um Punkt 7 Uhr kündigt eine SMS das Telefonat an, und schon kurze Zeit später begrüßt mich ein frischer, positiver, gut gelaunter Luciano, der mit bürgerlichem Namen Lucien Nicolet heißt, am anderen Ende der Leitung. Live aus seinem Auto, denn er habe eben seine Kinder zur Schule gefahren und freue sich nun besonders darauf, auf der Heimfahrt mit KEYBOARDS über Sound zu plaudern, denn das sei ja sowieso das, worüber er am Liebsten rede, und die meisten Interviews hätten bei ihm eher das DJ-Thema im Fokus: »It’s all just DJ-related …«

In Lucianos Studio
Lucianos EP Quarion

Was all deine Produktionen gemeinsam haben, ist der unglaublicher Punch. Wie bekommst du das hin?

Es geht nicht nur um den Punch, sondern um den Headroom. Ähnlich wie bei klassischer Musik geht es eigentlich um die Dynamik, den Raum zwischen der leisesten und der lautesten Note, und die Spannung, die daraus entsteht. Ich habe ein SSL-Pult in meinem Studio, und mit dem Pult kann ich Aufnahmen mit einer Dynamik machen, die so gut klingen, dass ich gar nicht mehr viel nachbearbeiten muss. Das Gleiche gilt für mein DJ-Setup. Ich benutze auf der Bühne ein recht komplexes Setup, und auch hier versuche ich, die beste Qualität, die mir in puncto Auflösung, Datenrate und Headroom zur Verfügung steht, zu nutzen.

Ich glaube fest daran, dass man die bestmögliche Qualität erreicht, wenn man sauber mit Levels und Gain arbeitet. Gerade unter DJs sehe ich es oft, dass dieser Punkt gerne komplett missachtet wird − bei einigen DJs kann man z. B. den Bass rausdrehen und die Kanäle sind immer noch im roten Bereich. Und genau das ist das Problem, denn bei Musik geht es doch hauptsächlich um die Dynamik und um Levels. Dadurch zerstört man leider das Hörerlebnis für die Zuhörer und auch die des Mix-Engineers, weil alle Nuancen verloren gehen. Ein sauberer Signalweg und das Beachten der Level/Gains sind die wichtigsten Faktoren.

Das komplette Interview findest du in der Keyboards-Ausgabe 05+06 2018. Hier versandkostenfrei bestellen. 

www.cadenzamusic.net

www.drummarecords.com

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