The Art of Entertainment

One-Man-Show Erkan Ucar

Wer als One-Man-Show einen ganzen Saal in eine Partyzone verwandeln möchte, braucht neben dem passenden Equipment vor allem Erfahrung sowie ein ausgesprochenes Maß an Flexibilität. 

Erkan Ucar
(Bild: Dieter Stork)

Erkan Ucar ist ein Vollprofi auf seinem Gebiet. Gefragt nach dem wichtigsten Equipment, nennt er spontan noch vor seinem Setup aus Korg PaX3 und einem Roland-Synthesizer die eigene Lichtanlage. Denn neben dem richtigen Sound ist auch eine stimmungsvolle und professionelle Beleuchtung von Location und Bühne unerlässlich!

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Ein normaler Tag beinhaltet eine zeitige Anreise beim Kunden, den Aufbau des Equipments, Check von Ton und Licht sowie eingehende Gespräche mit Auftrag- und/oder Gastgeber. Bei Hochzeiten und anderen Familienfesten beginnt dann der eigentliche Job meist direkt nach dem obligatorisch traditionellen Buffet-Auftakt, zu dem der Musiker in aller Regel mit eingeladen ist.

Der eigentliche Gig geht klassischerweise bis Mitternacht (oder auch länger) und mündet dann auf Wunsch der Gastgeber meist in einem DJ-Set aus im Vorfeld abgesprochenen Stilrichtungen. Erkans multikulturelles Repertoire umfasst einen gewaltigen Kanon an Stilrichtungen, was seiner Performance und seinem Programm eine ungemeine Vielfalt verleiht. Ein wirkliches »Geht nicht« gibt’s nicht! Was ihn bei seinen Gigs immer wieder selbst fasziniert, ist die Tatsache, dass trotz explizit aktueller Chart-Wünsche jüngerer Gastgeber letztlich fast jeden Abend traditionelle Tanzmusik wie Walzer, Foxtrott und Cha-Cha gewünscht wird. Laut Erkan ist dies, wenn es drauf ankommt, immer noch das generationsübergreifend verbindende Element, was jede Party zu einem echten Erfolg werden lässt.

Was das Werkzeug angeht, ist die Auswahl für Entertainer am Markt mittlerweile doch stark begrenzt. Neben der von ihm favorisierten Lösung aus dem Hause Korg und dem von Yamaha angebotenen Tyros lokalisiert Erkan eigentlich nur noch die Audya-Modelle des Herstellers Ketron.

Besonders die Wandler dieses oft unterschätzten italienischen Mitstreiters seien der absolute Hammer. »Ketron ist eine Rose, aber eine Rose mit Dornen. Man muss schon sehr genau wissen, wie man die Geräte anfasst, dann sticht man sich auch nicht«, erzählt Erkan. Auch soundmäßig sind die Geräte von Ketron der beliebten Korg-Alternative mindestens ebenbürtig.

Was die Entwicklung angeht, können allerdings weder Korg noch Ketron dem Yamaha Tyros das Wasser reichen. Einziges Problem des Geräts ist nach Erkans Auffassung die Tatsache, dass Yamaha sein Flaggschiff nicht nur für Profis, sondern für zu viele unterschiedliche Kundenprofile entwickelt, was einer größeren Verbreitung des Produktes im Profilager letztlich manchmal ein wenig im Wege steht. Erkan zieht in Bezug auf die Gerätemitstreiter einen Vergleich zu Mobiltelefonen: Während der Tyros für ihn eine Art geschlossenes iPhone-System darstellt, sieht er im Korg PaX eher die Anpassungsfähigkeit und Freiheit eines Android-Geräts, während Ketron eine komplett eigene Nische à la Linux besetzt.

»Für mich persönlich hat Korg einfach die beste Mischung von allen; der Musikant kann sehr fein, aber auch sehr dynamisch und mit seinen integrierten Synths auch sehr böse klingen«, erzählt Erkan. Durch preislich attraktive neue Geräte wie den Roland E-A7 mit seinem Doppel-Display-Konzept verspricht er sich außerdem in Zukunft eine mögliche Belebung des Arranger-Marktes.

»Letztlich befürchte ich allerdings, dass die echten Live-Entertainer und der damit verbundene Markt auf lange Sicht von DJs abgelöst werden − aber vielleicht wird dieser Trend auch wieder gebrochen«, meint Erkan.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Nun, Korg ist ja auch so ziemlich der einzige Hersteller, der nicht meint, die Musik auf Westeuropa und Nordamerika reduzieren zu müssen. Yamaha dagegen ist halbherzig.

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