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Die Entwickler des Hall/Delay-Packs Dub Machines

Wir haben die Entwickler von Dub Machines – einem Hall/Delay Pack aus dem Ableton Shop – zum Interview getroffen. Den Test der MaxForLive-Devices könnt ihr hier bei uns lesen!

Ausschnitt von Dub Machines

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1) Ihr habt euch Berlin als Standort für eure Firma ausgesucht – weil es so eine große Elektronik-Community dort gibt?

Matt zog 2009 nach Berlin, als er eine Stelle als Concept-Designer für Native Instruments bekam. Später ging es dann weiter zu Ableton, wo er hauptsächlich an Devices arbeitet. Pete pendelt immer zwischen Schottland und Deutschland. Die meiste Arbeit machen wir online. Generell ist die Arbeit von zuhause aus natürlich am besten – wir können von überall auf der Welt aus an Surreal Machines arbeiten!

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2) Entstand euer Plugin aus der Not heraus (weil es keine Alternativen gab) und macht ihr damit selbst Musik?

Ganz ehrlich? Wir haben das ganze zuerst für uns selbst entwickelt. Es gab da so einiges, was wir machen wollten:

Zuerst wollten wir testen, wie gut wir zusammen arbeiten. Ursprünglich haben wir uns ausschließlich online ausgetauscht und uns erst später getroffen, nachdem wir Dub Machines schon veröffentlicht hatten!

Zweitens wollten wir beweisen, dass wir MaxForLive-Devices entwickeln können, die genauso nutzerfreundlich, hübsch und funktionell sind wie „große“ Plugins sind. Das mussten wir einfach für uns selbst herausfinden.

Drittens: Wir lieben Live. Wir lieben Max. Und wir lieben MaxForLive. Wir wollten etwas zu diesen Projekten beitragen und helfen, es zu verbessern.

Wir haben Dub Machines unterschiedlich genutzt. Matt hat es auch schon vor dem Release verwendet – zum Testen, aber auch für seine Musik, aber Pete konnte sich erst so richtig darauf einlassen, nachdem wir es veröffentlich hatten. Dann ist er so richtig eingestiegen. Seine Erfahrungen und die Anmerkungen unserer Nutzer haben dann zu den Verbesserungen aus dem 1.1 Update geführt, das wir kürzlich veröffentlicht haben.

„Magnetic“ und „Diffuse“ benutzen wir eigentlich immer. Wir hatten Tonnen an Delay-Prototypen – die beiden machen unseren Sound aber gerade wirklich aus. Wir fokussieren uns bei der Musik auch manchmal speziell auf bestimmte Programme, egal ob unsere eigenen, oder welche, die es schon in Live gibt.

3) Wie kam eure Zusammenarbeit mit Ableton zustande?

Wir waren zuerst beide Beta-Tester für MaxForLive (so haben wir uns auch kennen gelernt).  Wir haben viel getestet, und den Code verbessert. Es war eine wirklich gute Erfahrung, mit Ableton an einem Release zu arbeiten!

4) Warum gerade M4L? Was bietet das Konzept, dass es signifikant von anderen unterscheidet?

Den Start unseres musikalischen Schaffens gab ein Programm, das Jeskola Buzz hieß. Das war etwa in den frühen Neunzigern. Was daran so genial war, war der modulare Aufbau, der gleichzeitig Pattern-basiert und sehr simpel war. Irgendwie wurde das Ganze aber sehr frustrierend – etwas weniger mechanisches und mehr spontanes musste her. Live hat da perfekt gepasst. Der Wunsch für Ableton zu arbeiten entstand aus der Leidenschaft für diese Software heraus – wir wollten etwas an dem verbessern, das wir so oft benutzen und anderen Menschen dabei helfen, Sounds zu machen, von denen sie nicht einmal wussten, dass sie es können. Seit damals haben wir nichts mehr erlebt, dass so inspirierend war. Und Live wird durch zum Beispiel MaxForLive und die Implementierung von Python immer flexibler – es gibt also noch viel Raum für uns, damit zu experimentieren!

6)  Gerade bei Reverbs: habt ihr spezielle Geräte verwendet? Oder habt ihr alles nur programmiert?

Am Ende läuft es immer aufs Programmieren hinaus 😉 – wir haben zwei Systeme: Beim „Magnetic“-Device haben wir die Reverbs von unserem Freund Alex Harker verwendet, die es im Internet gibt. Er hat uns auch sehr dabei geholfen. Das „Diffuse“-Device basiert nur auf Algorithmen. Wir haben uns so einige FDN-Techniken angeschaut und am Ende unser komplett eigenes Programm geschrieben. Die Idee dahinter war, Delay mit einem Reverb zu verbinden und dabei einige Möglichkeiten zur Bearbeitung und Modifikation zu geben. Man kann‘s übrigens bei all unseren Devices auf den Quellcode zugreifen und damit experimentieren!

7) Das Dub Machines-Pack ist bisher eure einzige Software im Ableton-Store – plant ihr in Zukunft noch weitere Projekte?

Ja ;-). Wir arbeiten gerade an einigen echt interessanten Packs. Und jedes dieser Packs besteht aus mehr als nur einem Device – außerdem arbeiten wir auch an anderen Projekten, die nichts mit Ableton zu tun haben. Hoffentlich können wir da bald etwas ankündigen!

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