4 Fragen

Brad Cole: Von Zappa bis Collins

Anzeige
Brad Cole Keyboarder
(Bild: Peter Langer)

Der musikalische Werdegang von  Keyboarder Brad Cole offenbart eine hohe musikalische Bandbreite: Brad Cole arbeitete für Phil Collins, Gino Vanelli, Zappa, Michael Bolton und Lionel Richie… Vor ein paar Jahren haben wir den sympathischen Amerikaner zu seinen musikalischen Anfängen und seinen Helden befragt:

Wenn man sich anschaut, mit wem du gearbeitet hast, von Gino Vanelli über Zappa, Lionel Richie bis hin zu Phil Collins, dann entdeckt man eine enorme Bandbreite. Wo liegen deine musikalischen Wurzeln?

Anzeige

Brad Cole: Bei der Klassik, eigentlich wollte ich Opernsänger werden und bin in den USA auf ein Konservatorium gegangen. Als ich dann erfahren musste, dass es in dem Metier viel, viel Bessere gab, bin ich zum Piano gewechselt. Natürlich kam ich da auch schnell mit dem Jazz in Berührung, hatte aber zu der Zeit mit Popmusik wenig im Sinn.

Nach dem Studium musste ich Geld verdienen und bin 1978 nach Los Angeles gegangen. Und dort hatte ich dann später meinen ersten wichtigen Auftritt in der Band von Gino Vanelli. Zu der Zeit traf ich auch den Gitarristen Daryl Stuermer, der ja später auch zur Live-Besetzung von Genesis gehörte. Und die Freundschaft zu ihm führte 1990 dazu, dass ich mit Phil Collins zusammentraf.

Was waren deine ersten Instrumente neben dem Klavier?

Brad Cole: Zu der Zeit war im Jazz natürlich das Rhodes Piano erste Wahl, und in L.A. kaufte ich mir mit dem ARP Axxe meinen ersten Synthesizer. Von da ging es über den Oberheim Two-Voice zum Prophet 5.

Welche Bands oder Musiker haben dich damals beeinflusst?

Brad Cole: Meine Heroes waren Herbie Hancock und Chick Corea, aber ich stand auch auf Oscar Peterson und Art Tatum. Herbie war für mich der Größte. Ich habe alles versucht, so zu spielen wie er, habe jedes Solo analysiert und nachgespielt.

Welches war dein erster Sampler?

Brad Cole: Der Akai S612, der hatte gerade mal ein halbes MB Speicherkapazität. Das reichte kaum für eine Kuhglocke. Und dann bin ich die ganze Akai-Familie durchgegangen, habe die E-mu-Sachen gespielt und bin vor ein paar Jahren bei Gigastudio gelandet und versuche heute, so viel wie möglich damit zu machen.

Aber natürlich habe ich auch die ganze Entwicklung der Synthesizer mitgemacht. Viele von den alten Instrumenten habe ich heute noch. Das liegt daran, dass Phil ein Vertreter der alten Schule ist. Wenn er Stücke schreibt, dann meist auf dem alten Roland E-550! Er liebt diese Roland Pad-Sounds. Die meisten Hits von ihm sind in den 80ern und 90ern entstanden, und es ist eben sein Sound.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.